Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO leitet Stickstoff in Fukushima-Reaktor 2

Japan aktuell: TEPCO leitet Stickstoff in Fukushima-Reaktor 2

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Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Nachdem die Pläne zur Entsorgung von radioaktivem Grundwasser in Fukushima aktuell bei den Fischern keine Mehrheit erreichen konnten, bemüht sich nun auch die Regierung um Verständnis für die Maßnahme. Neben diesen administrativen Problemen muss der Kraftwerksbetreiber TEPCO natürlich auch die Sicherheitsrisiken der Anlage bewältigen.

Mit dem jüngsten Schritt zeigt sich dann auch, dass die Situation vor Ort nicht so gefahrlos ist, wie es manchmal scheinen mag – stellt doch der Wasserstoff, der zur Explosion und den schweren Schäden an den Reaktorgebäuden geführt hatte, weiterhin eine potentielle Bedrohung dar. Dies gilt insbesonders dann, wenn die genauen Umstände unbekannt sind.

Weitere Fukushima News zu dem, was in Fukushima heute geschah, sowie sonstige Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO leitet Stickstoff in Fukushima-Reaktor 2
  • Industrieminister wirbt für Verklappung von Fukushima-Grundwasser
  • Acht Gemeinden nahe AKW Hamaoka gegen schnellen Neustart
  • Großbeben würde hohe Todeszahlen  auf Inseln vor Tokyo fordern

TEPCO leitet Stickstoff in Fukushima-Reaktor 2: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, wolle man versuchsweise Stickstoff in die Kondensationskammer von Reaktor 2 leiten, um den dort möglicherweise noch befindlichen Wasserstoff zu verdrängen. Dieser würde bei einer Konzentration von mehr als zwei Prozent zu Explosionsgefahr durch eine Wasserstoffverpuffung führen.

Tatsächlich hat TEPCO gegenwärtig keine Informationen darüber, in welchem Umfang und in welcher Konzentration sich tatsächlich Wasserstoff dort befindet, da man diese Maßnahme bislang zwar in Fukushima-Reaktor 1 nutzte, nicht jedoch in Reaktor 2.

Die heute begonnene Einspeisung soll bis zum 17. Mai andauern und täglich sechs Stunden lang erfolgen. Durch die gemessenen Werte will das Unternehmen einen besseren Überblick, über die Wasserstoffkonzentration erhalten. Sollte der kritische Wert von zwei Prozent in der Druckkammer überschritten werden, werde man den Zutritt zum Gebäude einschränken.

Industrieminister wirbt für Verklappung von Fukushima-Grundwasser: Japans Industrieminister Toshimitsu Motegi warb heute um Verständnis für die Pläne des AKW-Betreibers TEPCO, Grundwasser mit geringfügiger radioaktiver Belastung vom Gelände des Kernkraftwerks im Meer zu entsorgen.

Er betonte zwar, das Einverständnis der Einwohner sei eine Voraussetzung für die Verklappung und die Regierung werde eine vollumfängliche Erklärung des Vorgehens vorlegen, betonte gegenüber der Presse jedoch auch die besondere Wichtigkeit, das Problem des in Reaktoren eindringenden Grundwassers zu lösen. Das berichtete die NHK.

Ein erster Versuch von TEPCO, die örtlichen Fischereiverbände zu überzeugen, war am gestrigen Montag gescheitert und die Entscheidung verschoben worden. Täglich dringen etwa 400 Tonnen Grundwasser in die Untergeschosse der Reaktoren, wo sie mit hoch radioaktivem Material kontaminiert werden.

TEPCO will das Grundwasser über zwölf Brunnen hochpumpen, bevor es radioaktiv stärker belastet werden kann.

Acht Gemeinden nahe AKW Hamaoka gegen schnellen Neustart: Chubu Electric, Betreiber des AKW Hamaoka, sieht sich bei einem möglichen Neustart des AKW Hamaoka (Präf. Shizuoka) deutlichem Widerstand gegenüber, da die Bürgermeister von insgesamt acht Gemeinden, einen Neustart zum gegenwärtigen Zeitpunkt ablehnen.

Atomkraftwerk Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)
Das AKW Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)

Das geht aus einer Umfrage der Mainichi Shimbun hervor, bei der Gouverneur Heita Kawakatsu, sowie die Bürgermeister von elf Gemeinden, die innerhalb der 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk liegen, zu ihrem Standpunkt befragt wurden.

Von den insgesamt acht Gemeinden, deren Bürgermeister einen zeitnahen Neustart ablehnten, ist sogar die Hälfte der Überzeugung, selbst bei einer Bestätigung der Sicherheit der Anlage durch die Regierung in Tokyo wäre man gegen einen Weiterbetrieb. Shigeki Nishihara, Bürgermeister von Makinohara, das für seinen Teeanbau bekannt ist, erklärte sogar, er forderte die komplette Stilllegung.

Die anderen vier Gemeinden, sowie der Gouverneur der Präfektur setzten zumindest die Einführung einer strikt festgelegten Vorgehensweise bei der Entsorgung von Brennelementen als Voraussetzung für einen möglichen Neustart.

Shigeo Ishihara, Bürgermeister von Omaezaki, wo sich das Kraftwerk befindet, stand mit seiner Befürwortung und Betonung der Notwendigkeit der Atomenergie, sowie dem Vorwurf, es sei verfrüht über Neustarts zu diskutieren, da die Regierung nicht einmal entsprechende neue Sicherheitsregelungen fertiggestellt habe, somit ziemlich alleine da.

Großbeben würde hohe Todeszahlen auf Inseln vor Tokyo fordern: Heute vorgelegte Zahlen des Katastrophenschutzrats der Regierung gehen davon aus, dass das erwartete Nankai-Großbeben auf den Inselketten vor Japans Hauptstadt Tokyo bis zu 1.774 Todesopfer fordern und 1.282 zerstörte Gebäude zur Folge hätte.

Strand der Izu-Insel Niijima (Foto: pd)
Strand der Izu-Insel Niijima (Foto: pd)

Spätestens elf Minuten nach dem Erdbeben würden Tsunami von mindestens einem Meter Höhe die Izu- und Ogasawara-Inselketten treffen und könnten an der Insel Niijima (Izu-Inselkette) eine Höhe von bis zu 30,16 Metern erreichen. Alleine dort würde mit 1.300 Einwohnern mehr als die Hälfte der Inselbewohner sterben.

In dem Bericht heißt es jedoch auch, wenn Evakuierungen bereits innerhalb von fünf Minuten nach dem Großbeben erfolgten, könne die Zahl an Todesopfer deutlich gesenkt werden. Dies berichtete etwa die jiji.

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