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Japan aktuell: TEPCO liefert erste Erklärung für radioaktives Fukushima-Grundwasser

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AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ein Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO) (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO bemüht sich aufgrund der täglichen Strahlungsrekorde im Grundwasser von Fukushima aktuell um Ursachenforschung – und präsentierte heute erste Erklärungsversuche.

Die aufgestellte Theorie mag bemüht wirken und weist mindestens eine Schwäche auf, entbehrt jedoch nicht einer gewissen Grundlage.

Allerdings zeigt der Fund von radioaktivem Material an einem der unterirdischen Lagertanks, dass das Gesamtproblem in Fukushima heute immer noch nicht gelöst ist.

Einzelheiten zu den Fukushima News, sowie weitere Neuigkeiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juli 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO nennt mögliche Erklärung für Strahlungsanstieg in Grundwasser
  • Radioaktives Material an unterirdischem Fukushima-Lagertank
  • Ölaustritt an Gerät zur Trümmerbergung an Fukushima-Reaktor
  • S-förmiges Objekt aus AKW Fukushima Daini geborgen
  • Betreiber will Einstufung des AKW Tsuruga widerlegen

TEPCO nennt mögliche Erklärung für Strahlungsanstieg in Grundwasser: Seit mehreren Tagen kommt es an Grundwasser-Kontrollpunkten des Kernkraftwerks zur Entdeckung hoher Konzentrationen an radioaktivem Cäsium, sowie weiteren Materials.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erklärungsversuche zur Grundwasser-Kontamination (Symbolfoto: TEPCO)

So sei etwa der Cäsiumwert in einem neu gegrabenen Kontrollpunkt zwischen Reaktor 2 und dem Ozean in den vergangenen fünf Tagen um das hundertfache gestiegen.

Der vom Kraftwerksbetreiber TEPCO nun vorgelegte Erklärungsversuch suggeriert, dass möglicherweise gar keine derart hohe Belastung des Grundwassers vorliege.

Vielmehr könnten die hohen Cäsiumwerte auf die Verunreinigung der entnommenen Wasserproben durch das Erdreich zurückzuführen sein. Das Erdreich habe sich beim Hochpumpen der Wasserprobe mit dem Grundwasser vermischt.

Als Hinweis für die Richtigkeit der Theorie führte das Unternehmen auf einer gestrigen Pressekonferenz an, nach der Filterung des Wassers mit einem 0,45 Mikrometer-Filter, sei die Cäsiumkonzentration auf den gleichen Wert wie vor fünf Tagen gesunken. Hierzu verglich man Proben jeweils vor und nach der Filterung.

Erste Probe, entnommen am 8. Juli 2013 (vor/nach der Filterung)

  • Cäsium-134: 9.000/94 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 18.000/190 Becquerel pro Liter
  • Betanuklide gesamt: 890.000/außerhalb des Messbereichs

Zweite Probe, entnommen am 9. Juli 2013 (vor/nach der Filterung)

  • Cäsium-134: 11.000/130 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 22.000/270 Becquerel pro Liter
  • Betanuklide gesamt: Noch in Analyse

Restbetrag nach Filterung:

  • Cäsium-134: 10.000 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 20.000 Becquerel pro Liter
  • Betanuklide gesamt: k/A

Problematisch bei dieser Beurteilung ist, dass in Ermangelung der Daten zu den Betanukliden nicht klar ist, in welchem Ausmaß das Erdreich tatsächlich einen Anteil an den gestiegenen Werten an Betastrahlern hat und welche Belastung bereits vor der Filterung bestand.

Trotz dieser scheinbar klaren Ergebnisse, ziehe man dennoch auch andere Ursachen weiter in Betracht und werde die Untersuchungen fortsetzten, berichtet die NHK. Die Atomaufsicht kündigte dagegen an, andere Grundwasser-Kontrollpunkte in der Nähe der Reaktoren 3 und 4 zu untersuchen, da auch dort Cäsiumkontamination nachgewiesen wurde.

Radioaktives Material an unterirdischem Fukushima Lagertank: TEPCO berichtete gestern, dass in vier Grundwasser-Kontrollpunkten um einen der undichten unterirdischen Lagertanks radioaktives Material nachgewiesen wurde – obwohl die Behälter bereits leer gepumpt sind.

AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber ist der Ansicht, dass möglicherweise der Erdboden in der Nähe der Lagerbehälter radioaktiv kontaminiert sein könnte. Die nachgewiesenen Konzentrationen überschreiten den gesetzlichen Grenzwert teilweise um das Fünffache. Das berichtet die Kyodo.

Bei einer der festgestellten radioaktiven Substanz handelt es sich um Betastrahler, der einen Wert von 0,15 Becquerel pro Quadratzentimeter erreiche.

Ölaustritt an Gerät zur Trümmerbergung an Fukushima-Reaktor: Am heutigen Donnerstag wurde gegen 13:20 Uhr im oberen Bereich von Fukushima-Reaktor 3 ausgetretenes Hydrauliköl entdeckt. Dieses war aus dem schweren Gerät ausgetreten, dass zur Bergung von Trümmerteilen eingesetzt wird.

Aufgrund der räumlichen Distanz zwischen Räumgerät und Abklingbecken hält TEPCO es für unwahrscheinlich, dass Öl in das Abklingbecken gelangt sein könnte. Nachdem das Gerät auf den Boden heruntergehoben worden war, konnte bei einer Kontrolle festgestellt werden, dass kein weiterer Ölaustritt auftrat.

Dennoch habe man als Vorsichtsmaßnahme eine Ablaufwanne unter dem Gerät angebracht. Da es sich um den Austritt einer chemischen Substanz handelt, wurde gegen 13:43 Uhr standardmäßig die Feuerwehr von dem Ereignis in Kenntnis gesetzt.

Bereits in einem gestrigen Bericht hatte TEPCO gemeldet, man habe gegen 13:20 Uhr den Austritt von Hydrauliköl an der Schneidevorrichtung der schweren Räumgeräts bemerkt und den Motor abgestellt, worauf der Ölaustritt stoppte. Eine Untersuchung ergab, dass die Flüssigkeit am Anschlussstutzen des Hydraulikschlauchs ausgetreten war.

Das Gerät war dann vom Gerüst heruntergehoben worden und gegen 13:31 Uhr die Feuerwehr in Kenntnis gesetzt worden.

S-förmiges Objekt aus AKW Fukushima Daini geborgen: Am 8. Juli entdeckte ein Mitarbeiter im Abklingbecken von Reaktor 2 des AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) ein s-förmiges Objekt unbekannter Herkunft. Der Gegenstand befand sich auf der Halterung der Brennelemente (Spreadnews berichtete am 9. Juli 2013).

AKW Fukushima Daini: Geborgenes Objekt am 11. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daini: Geborgenes Objekt am 11. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Nach der Bergung konnte man heute einige weitere Angaben machen.

Demnach handelt es sich um ein Objekt aus rostfreiem Stahl, mit einer Größe von 2,6 Zentimetern und einer Dicke von 1,5 Millimetern.

Über die Herkunft und wie der Gegenstand in das Becken gelangte, hat TEPCO bislang keine Angaben gemacht.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Fremdobjekte in einem Reaktor finden. Im Mai war zuvor bereits eine einzelne Ringmutter in einem anderen Reaktor entdeckt worden.

Betreiber will Einstufung des AKW Tsuruga widerlegen: In den Ergebnissen, die der Betreiber Japan Atomic Power heute an die Atomaufsicht NRA übermittelte, kommt das Unternehmen zu dem Schluss, dass sich das AKW Tsuruga nicht auf einer aktiven Verwerfung befindet.

Nach Angaben des Betreibers habe die Verwerfung in den vergangenen 120.000 bis 130.000 keine Aktivität gezeigt. Nun erwarte man eine Kontrolle der Ergebnisse durch die Behörde, berichten Kyodo und NHK.

Sollte die Atomaufsicht nicht von der Aussagekraft der erhobenen Daten überzeugt sein und damit die bisherige Einschätzung der Behörde revidieren, hätte dies die Stilllegung des Reaktors zur Folge, da der Betrieb von Atomanlagen auf aktiven Verwerfungen gesetzlich verboten ist.

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