Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO lieferte für 21.000 Fukushima-Arbeiter keine Strahlungsdaten

Japan aktuell: TEPCO lieferte für 21.000 Fukushima-Arbeiter keine Strahlungsdaten

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Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)
Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)
Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)
Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)

Insbesondere durch das Schicksal der Arbeiter, die während der Akutphase der Katastrophe an der Anlage eine Verschlechterung der Lage zu verhindern suchten, bleibt die Geschichte der Reaktorkatastrophe von Fukushima aktuell.

Bereits in der Vergangenheit gab es jedoch gegen die Betreiberfirma TEPCO den schweren Vorwurf von mangelndem Verantwortungsgefühl gegenüber  den Arbeitern.

Die neusten Fukushima News machen die Bedenken möglicherweise noch verständlicher. Selbstverständlich gibt es neben den Folgen von Fukushima heute auch weitere Meldungen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO lieferte für 21.000 Fukushima-Arbeiter keine Strahlungsdaten
    • Datenerfassung dient Schutz der Arbeiter
    • TEPCO entschuldigt sich
    • Manipulationen dennoch möglich
  • Neuer Strahlungsrekord bei Fukushima-Fisch
  • Baum der Hoffnung jünger als gedacht
  • China provoziert im Senkaku-Streit zu Luft und zu Wasser
    • Chinas Flugzeug nahe Senkaku
    • Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern

TEPCO lieferte für 21.000 Fukushima-Arbeiter keine Strahlungsdaten: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hat es in 21.000 Fällen verabsäumt, die erfassten Strahlungsbelastungswerte von Fukushima-Arbeitern an die „Radiation Effects Association“ (Vereinigung für Strahlungsfolgen) zu melden.

Fukushima-Arbeitsroutine: Dosimeterrückgabe (Video: TEPCO)
Fukushima-Arbeitsroutine: Dosimeterrückgabe (Video: TEPCO)

Die Daten, die von AKW-Betreibern jährlich an die Organisation gemeldet werden müssen, wurden zunächst seit dem Zeitpunkt der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nicht mehr übermittelt.

Im Normalfall erfolgt die Übermittlung der Strahlungsdaten im Mai oder Juni.

Im Juni 2011 hatte TEPCO erklärt, es werde Verzögerungen für die Daten des Fiskaljahr 2010 geben, da die Katastrophe die volle Aufmerksamkeit in Anspruch genommen habe. Im Juli 2012 reichte TEPCO dann die Daten ein, die vor der Reaktorkatastrophe gesammelt worden waren – seitdem stehen die Daten von 21.000 Arbeitern aus.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hatte TEPCO mehrfach aufgefordert, die fehlenden Daten dem Zentralen Registrierungszentrums für Strahlungsarbeiter, dass von der Radiation Effects Association betrieben wird, zukommen zu lassen. Im Normalfall erhält die Vereinigung etwa 70.000 bis 100.000 Datenanfragen pro Jahr.

Datenerfassung dient Schutz der Arbeiter: Die zentrale Erfassung der Belastung von Kraftwerkspersonal ist erforderlich, um etwa bei gleichzeitiger Beschäftigung an mehreren AKW, oder einem Arbeitsplatzwechsel zwischen unterschiedlichen AKW verschiedener Betreiberfirmen, trotzdem das Jahreslimit von 50 Millisievert nicht zu überschreiten.

Im Regelfall erfassen die Kraftwerksbetreiber und deren Subunternehmen die Belastungen in den Strahlungshandbüchern der Arbeiter, worauf diese in digitalisierter Form an die Vereinigung übermittelt werden. Bei Neuanstellungen in anderen Kraftwerken werden die Daten in den Handbüchern mit den digital erfassten Daten abgeglichen.

TEPCO entschuldigt sich: TEPCO entschuldigte sich und versprach nun am 18. Februar 2013, die fehlenden Daten des Fiskaljahr 2010 und 2011 im März nachzureichen. Als Rechtfertigung für die zeitliche Verschleppung führte das Unternehmen an, man habe nach dem Trubel der Katastrophe viel Zeit benötigt, um Daten aus einem Computer, der vom Tsunami beschädigt worden war zu retten.

Zudem sei unmittelbar nach die Katastrophe die Erfassung er Strahlungsbelastung lediglich in schriftlicher Form auf Papier erfolgt, so dass auch deren Digitalisierung weitere Zeit in Anspruch genommen habe.

Juristisch kann TEPCO für die Versäumnisse vermutlich nicht belangt werden, da die Erfassung der Daten nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern lediglich selbst auferlegte Regeln der Unternehmen bestehen.

Manipulationen dennoch möglich: Das die alleinige Kontrolle über die Strahlungsdatenbücher nicht ausreichend ist, zeigen Manipulationen, wie die Abschirmung der Dosimeter durch Bleihüllen, so dass die im Buch dokumentierten Werte nicht der realen Belastung entsprechen.

Auch durch die Angabe falscher Strahlungsdaten in den Büchern durch skrupellose Arbeitgeber, kann ein Arbeiter über den zulässigen Grenzwert belastet werden, ohne dass dies auffällt. Über diese Entdeckungen berichteten Mainichi Shimbun, NHK und Asahi Shimbun.

Neuer Strahlungsrekord bei Fukushima-Fisch:
Die radioaktive Kontamination von Fischen in der Nähe des AKW Fukushima Daiichi, hat ein neues Rekordhoch erreicht.

AKW Fukushima: Rekordwert bei kontaminiertem Fisch am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fisch vom 20. Dezember 2012: Strahlungsrekord wurde nun gebrochen (Foto: TEPCO)

Mit einer Cäsiumbelastung von 510.000 Becquerel pro Kilogramm liegt der am 17. Februar gefangene Fisch das 5100-fache über dem Grenzwert.

Der Fisch fand sich in einem Netz, das vor etwa einer Woche am Hafen des AKW Fukushima Daiichi angebracht worden war, um kontaminierte Meereslebewesen im Hafen zu halten und ihre Verbreitung zu verhindern. Der aktuell gemessene Wert liegt das Doppelte über dem im Dezember nachgewiesenem Wert von 254.000 Becquerel.

Als Reaktion auf den Fund versprach der AKW-Betreiber TEPCO, nach Angaben der NHK, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um Fische nicht aus dem Hafen entkommen zu lassen und diese stattdessen zu entsorgen.

Baum der Hoffnung jünger als gedacht: Untersuchungen des Baumes in Rikuzentakata, der als einziger von 70.000 Kiefern eines ganzen Waldes den Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011 überstand, ergaben nun, dass der Baum deutlich jünger ist, als die traditionelle Überlieferung bislang behauptete.

Takao Ito, emiritierter Professor für Holzbiowissenschaft an der Universität Kyoto kommt zu dem Schluss, dass der Baum etwa 173 Jahre alt ist. Die Legenden vor Ort hatten nahe gelegt, dass der Baum etwa 270 Jahre alt sein müsse. Für genauere Angaben sollen im März mikroskopische Tests erfolgen, da Wetterbedingungen die Altersringe beeinflussen.

Da der Baum aufgrund von Wurzelschäden durch das Salzwasser abstarb, wurde er chemisch konserviert und Teile durch Kunststoffe reproduziert. Der Baum soll im März erneut aufgerichtet werden, berichteten Kyodo und Asahi Shimbun. Er wird damit sowohl als Denkmal, als auch als Zeichen der Ermutigung dienen.

China provoziert im Senkaku-Streit zu Luft und zu Wasser: Erneut sind chinesische Schiffe in Japans Gewässer nahe der Senkaku-Inselkette eingedrungen und auch ein chinesisches Flugzeug näherte sich dem umstrittenen Gebiet. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Chinas Flugzeug nahe Senkaku: Am heutige Donnerstag wurde eine chinesische Propellermaschine in der Nähe der Senkaku-Inseln gesichtet. Japan entsandte F-15 Kampfjets um den japanischen Luftraum zu schützen.

Das chinesische Flugzeug näherte sich der Inselkette auf 120 Kilometer, bevor sie abdrehte. Die Maschine drang nicht in den Luftraum ein.

Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Zwischen 7:00 Uhr und 7:10 Uhr drangen die Haijian 15, die Haijian 26 und die Haijian 50 nahe der Insel Uotsurijima in japanisches Hoheitsgebiet ein und blieben dort bis etwa 9:20 Uhr.

Außerhalb japanischer Gewässer kreuzen die Yuzheng 206 und Yuzheng 32501 in der Nähe der Senkaku.

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