Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO ließ AKW Fukushima während Krise unterbesetzt

Japan aktuell: TEPCO ließ AKW Fukushima während Krise unterbesetzt

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Fukushima-Krise: Unterbesetzung am Kraftwerk wurde nicht behoben (Foto: TEPCO)

Die Naturkatastrophen vom März 2011 haben Spuren und Folgen hinterlassen, von denen einige erst später deutlich wurden.

So wird jetzt etwa im Bezug auf die Akutphase der Krise am AKW Fukushima aktuell berichtet, man habe der Bitte um Verstärkung der Belegschaft nicht entsprochen.

Darüber hinaus sind auch die seelischen Folgen von Fukushima heute eines der Themen – ebenso wie beispielsweise Maßnahmen zur Erdbebensicherung. Weitere Fukushima News und sonsige Nachrichten wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW Fukushima war während heißer Phase akut unterbesetzt
  • Seelsorge für Japans Feuerwehrmänner geplant
  • Erdbebenkontrollpflicht für Großgebäude
  • Gouverneur von Fukushima in Klinik eingeliefert
  • Erster Schnee in Tokyo
  • Japan demonstriert militärische Stärke im Senkaku-Konflikt
    • Japan will F-15 nahe Senkaku stationieren
    • SDF übt Inselverteidigung

AKW Fukushima war während heißer Phase akut unterbesetzt: Wie eine Auswertung des Materials der Videokonferenzen zwischen der TEPCO-Zentrale in Tokyo und dem damaligen Kraftwerksleiter Masao Yoshida belegt, dass die Unternehmensführung eine Bitte zur Entsendung weiterer Arbeitskräfte ignorierte.

Am 16. März 2011 berichtete Yoshida, das man vor Ort über 177 TEPCO-Angestellte, sowie vier Arbeiter von Partnerunternehmen verfügte. Nachdem im Laufe der Krise bereits Arbeiter evakuiert wurden, waren zum Zeitpunkt, als die Situation am Reaktor 2 kritisch wurde, nur noch 70 Arbeiter vor Ort.

Auch wenn in Folge die Zahl der Arbeiter wieder stieg, forderte Yoshida am 17. März 2011 weitere Arbeiter an. Das Unternehmen müsse einsehen, das nicht genug Angestellte am Kraftwerk verfügbar seien.

Als offenbar keine zeitnahe Reaktion der Firmenleitung erfolgte, erklärte er deutlich: „Ich kann meine Angestellten nicht länger zur Arbeit zwingen“ da viele bereits hohe Strahlungsbelastungen erlitten hätten. Hierüber berichtete die Yomiuri Shimbun unter Bezug auf die jiji.

Seelsorger für Japans Feuerwehrmänner geplant: Im vergangenen Sommer fasste die „Fire and Disaster Management Agency“ den Entschluss, in jeder Präfektur mindestens einen klinischen Psychotherapeuten oder Psychiater zur Betreuung traumatisierter Feuerwehrleute einzuführen.

Internationale Katastrophenhelfer nach den Tohoku-Katastrophen (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Internationale Katastrophenhelfer nach den Tohoku-Katastrophen (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Bislang ist jedoch die Zahl von Therapeuten die Kenntnisse über die Arbeit der Feuerwehrleute haben, vergleichsweise gering.

Wie die jiji nun unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, will die Katastrophenschutzbehörde deshalb im Fiskaljahr 2013 entsprechende Ausbildungen beginnen, um qualifiziertes Fachpersonal bereitstellen zu können.

Teil der Ausbildung sind Vorträge über die Arbeitsbedingungen der Feuerwehrleute, während Experten zur psychischen Traumatologie in Krisensituationen jeweils konkrete Beispiele für traumatisierende Erfahrungen behandeln werden, die während Katastropheneinsätzen auftreten können.

Beim Tohoku-Großbeben und dem damit verbundenen Tsunami vom März 2011 waren sowohl Internationale Hilfsorganisationen wie der DTRG e.V., als auch freiwillige Helfer und Einsatzkräfte der japanischen Feuerwehr im Einsatz.

Erdbebenkontrollpflicht für Großgebäude: Der 18. Jahrestag des großen Hanshin-Erdbebens nähert sich und angesichts des Umstandes, das damals viele Gebäude zusammenstürzten, da sie vor der Festlegung strengerer Bestimmungen zum Erdbebenschutz gebaut wurden, will die Regierung nun für künftige Erdbeben vorsorgen.

So einigte sich das Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) auf eine Verpflichtung zur Kontrolle von großen Gebäuden auf ihre Erdbebensicherheit. Von der neuen Regelung sind etwa 5.000 Gebäude im ganzen Land betroffen, darunter auch Schulen und Krankenhäuser, sowie Einkaufszentren.

Bei Nichtdurchführung der erforderlichen Erdbebentests oder der baulichen Verbesserung soll künftig eine Anordnung hierzu erfolgen, bei deren Nichtbeachtung der Name des betreffenden Gebäudes veröffentlicht wird, oder ein Bußgeld verhängt wird.

Zusätzlich sollen die Zuschüsse für die Durchführung der Tests künftig die Hälfte der Kosten statt bislang nur ein Drittel abdecken. Auch die Subventionen für die Kosten der Verstärkung von Strukturen älterer Gebäude sollen erhöht werden, um deren sicherheitstechnische Renovierung attraktiver zu machen und zu erleichtern, berichtet die NHK.

Nach Verabschiedung des Entwurfs, der im Verlauf des Monats dem Parlament vorgelegt wird, soll innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren alle von der Neuregelung betroffenen Gebäude getestet werden.

Gouverneur von Fukushima in Klinik eingeliefert: Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, war am Sonntag in eine Klinik eingeliefert worden, nachdem es zu Blutungen in der Schleimhaut des Dickdarms gekommen war. Es wird erwartet, dass er zwischen einer Woche und zehn Tagen in der Klinik bleiben wird, teilte die Präfekturverwaltung mit.

Erster Schnee in Tokyo: Der Großraum Tokyo erlebte am heutigen Montag den ersten Schneefall. Die Wetterbehörde hatte die Chance von Schnee in en 23 Bezirken der Hauptstadt zuvor als gering eingestuft, erklärte jedoch später, ein plötzlicher Temperatursturz habe zum unerwarteten Schneefall geführt.

Erster Schnee in Tokyo 2013 (Foto: KJ)
Erster Schnee in Tokyo 2013 (Foto: KJ)

Von 8,6°Celsius um 1:00 Uhr fiel das Thermometer gegen etwa 10:20 Uhr auf unter Null Grad. Im Stadtgebiet von Tokyo fiel der Schnee elf Tage später, als dies normalerweise der Fall ist und dennoch sechs Tage früher als im vergangenen Jahr.

In anderen Teilen des Landes gab es bereits schwere Schneefälle, so dass etwa auf Japans nördlichster Insel Hokkaido bereits mehrere Todesfälle aufgrund der Wetterverhältnisse gemeldet werden. Regionen auf Hokkaido melden zum vierten Tag in Folge Temperaturen von unter -30°Celsius.

Japan demonstriert militärische Stärke im Senkaku-Konflikt: Japans Premierminister Shinzo Abe demonstriert mit seinem Besuch des Meiji Schreins seine konservative Haltung, sieht sich jedoch mit ganz aktuellen Problemen konfrontiert. Die neusten Meldungen im Überblick:

Soldat der Fallschirmeinheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)
Soldat der Fallschirmeinheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)

SDF übt Inselverteidigung: Bei einer öffentlichen Übung in Narashino, östlich von Tokyo, zeigten Bodeneinheiten der Selbstverteidigungsstreitkräfte wie in jedem Januar ihre Fähigkeiten.

Erstmals übte Japans einzige Fallschirmeinheit die Verteidigung einer entfernt gelegenen Insel  – dabei sprangen die 80 Soldaten vor den Augen von 11.000 Schaulustigen aus vier Transportmaschinen, um dann Bodenmanöver durchzuführen.

Japan will F-15 nahe Senkaku stationieren:  Japans Verteidigungsministerium erwägt die Verlegung und Stationierung von F-15 Kampfets nach Shimojima (Präf. Okinawa). Die Insel liegt näher an der Senkaku-Inselgruppe (190 Kilometer), als die bislang genutzte Basis in Naha (420 Kilometer).

Allerdings ist der dortige Flughafen nicht für die Arbeit der Selbstverteidigungsstreitkräfte ausgelegt und müsste entsprechend erweitert werden.

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