Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO meldet erneut Radioaktivität in Fukushima-Grundwasserproben

Japan aktuell: TEPCO meldet erneut Radioaktivität in Fukushima-Grundwasserproben

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AKW Fukushima: Sandsäcke an Wassertanks am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Sandsäcke an Wassertanks am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Sandsäcke an Wassertanks am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Neue Hinweise für Radioaktivität im Grundwasser (Foto: TEPCO)

Tokyo wird die Olympischen Sommerspiele 2020 ausrichten. Die Entscheidung sorgte in Japan für Begeisterung.

Das am AKW Fukushima aktuell gemeldete erneute Fund von radioaktivem Grundwasser macht deutlich, dass noch viel getan werden muss, will man nicht durch derartige Fukushima News die Gäste aus aller Welt verschrecken.

Einzelheiten zu den Geschehnissen die vom Gelände des AKW Fukushima heute gemeldet werden, sowie weitere Neuigkeiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. September 2013.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO meldet erneut Radioaktivtät in Grundwasserproben
  • Keine Anklage gegen Regierung und Fukushima-Betreiber
  • TEPCO soll Plan für unsichere Wassertanks bis Oktober vorlegen
  • Fukushima-Krise kein Hindernis für Olympia
  • Geld für Wiederaufbau weiterhin zweckentfremdet
  • Zahl der Stresstoten und Katastrophenopfer in Fukushima gleichen sich an

TEPCO meldet erneut Radioaktivtät in Grundwasserproben: Der Kraftwerksbetreiber meldete heute, man habe in Proben, die am Sonntag aus einem Grundwasserkontrollposten, etwa 20 Meter nördlich des Tanks entdeckt, aus dem bereits radioaktives Wasser ausgetreten war. Der Behälter befindet sich im Bereich H4.

Man habe radioaktives Material in einer Konzentration von 3.200 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Es soll sich um Betastrahlung freisetzende Substanzen wie Strontium handeln. Am vergangenen Sonntag war in Wasserproben aus einem Kontrollpunkt, der sich 20 Meter südlich des Wassertanks befindet, bereits 650 Becquerel pro Liter nachgewiesen worden.

Da sich dieses Material nun an mehreren Grundwassermessposten nachweisen ließ, wird die neuste Einschätzung, die Verbreitung erfolge auch durch Grundwasser,  immer weiter verstärkt. Über den jüngsten Fund berichtet die Kyodo.

Keine Anklage gegen Regierung und Fukushima-Betreiber: Die Staatsanwaltschaft hat Klagen von Einwohner der Präfektur Fukushima, sowie Bürgerrechtsgruppen, gegen Politiker der Vorgängerregierung und den Energiekonzern TEPCO abgewiesen.

Japanisches Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)
Japans Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)

Als Begründung für die Entscheidung führte die Staatsanwaltschaft an, die Beschuldigten könnten nicht belangt werden, da sie die tatsächlichen Gefahren eines derart schweren Erdbebens nicht voraussehen konnten und daher auch nicht verpflichtet gewesen seien, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen

Zu den Personen gehörten sowohl der früheren Premierminister Naoto Kan, als auch einige Mitglieder seiner Regierung, sowie der damalige Vorsitzenden von TEPCO, Tsunehisa Katsumata.

Insgesamt war etwa 40 Einzelpersonen vorgeworfen worden, die Krise nicht richtig eingeschätzt und schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen zu haben. Einige Gruppierungen kündigten an, sich nicht mit der Entscheidung abspeisen zu lassen. Man werde vielmehr die Angelegenheit vor einen Untersuchungsausschuss bringen und Strafanzeige bei der Präfekturpolizei Fukushima erstatten.

Über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft berichteten mehrere Medien, darunter die Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Es ist das erste Mal, dass im Fall des Krisenmanagements eines schweren Atomunfalls entsprechende Untersuchungen durchgeführt wurden. Diese beruhten jedoch vor allem auf der Einschätzung von Experten, da eine Besichtigung der kritischen Stellen der Reaktoranlage aufgrund hoher Strahlung nicht möglich ist.

TEPCO soll Plan für unsichere Wassertanks bis Oktober vorlegen: Bei einem ersten Treffen zwischen Regierungsbehörden und einem Koordinationsausschuss des Krafwerksbetreibers am heutigen Montag, drängte die Regierung darauf, TEPCO müsse den Transfer von radioaktiv kontaminiertem Wasser aus unsicheren Wassertanks in sichere Behälter bis Oktober geregelt haben.

Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)

Nach Forderung der Behörden, müssen 300 Tanks in Bolzenbauweise, die nur durch Beschichtung im Inneren isoliert werden, durch sichere Stahltanks ersetzt und das Wasser in die neuen Behältnisse geleitet werden. Der Ausschuss, der von der Präfektur Fukushima aus agiert, soll beim nächsten gemeinsamen Treffen im Oktober einen Plan für den Wassertransfer vorlegen.

Über das Treffen berichteten jiji und NHK.

Fukushima-Krise kein Hindernis für Olympia: Nachdem die Ausschreibung gewonnen ist, bemüht sich die japanische Regierung besonders, die Sicherheit der Situation deutlich zu machen.

So erklärte Handelsminister Toshimitsu Motegi heute vor Vertretern der US-Verwaltung, sowie japanischen und amerikanischen Unternehmensvertretern, die Sicherheit von Lebensmittel und Trinkwasser in Japan sei unbestritten. Man verfüge seit der Fukushima-Katastrophe über einige der strengsten Lebensmittelbestimmungen weltweit.

Im Fall des austretenden radioaktiven Wassers an der Atomruine gab Motegi bekannt, die Belastung beschränke sich auf 0,3 Quadratkilometer innerhalb der Bucht vor dem Kraftwerk. Die radioaktive Belastung außerhalb dieses Bereichs liege sogar unter dem Grenzwert für Trinkwasser, wie er von der Weltgesundheitsorganisation definiert wurde. Das berichtet die NHK.

Geld für Wiederaufbau weiterhin zweckentfremdet: Im Juli hatte die Regierung beschlossen, bislang ungenutzte Hilfsgelder von Unternehmen und Gemeinden zurückzufordern. Dies war eine Reaktion auf die Zweckentfremdung von 1,2 Billionen Yen in Projekten, die nichts mit dem Wiederaufbau der Katastrophenregionen zu tun hatten.

Gebäude des METI in Tokyo (Foto: BlackRiver cc-by)
Industrieministerium wegen Zweckentfremdung kritisiert (Foto: BlackRiver cc-by)

Nun berichtet die Asahi Shimbun, dass mit der „Sustainable Open Innovation Initiative“ eine Organisation in Tokyo weiterhin die Regierungsgelder für zwei Energieprojekte des Industrieministeriums nutzt, die in keinem Zusammenhang zum Wiederaufbau stehen.

In den kritisierten Projekten geht es darum, Privathaushalten und Unternehmen, die Geräte zum Messen des Energieverbrauchs, sowie Akkumulatorenbatterien kaufen, finanzielle Fördermittel zu gewähren.

Von den im November 2011 gestellten 51 Milliarden Yen wurden bis Ende März 3,4 Milliarden bereits ausgegeben.

Nach der offiziellen Aufforderung vom Juli, nicht genutzte Gelder zurückzuleiten, wurden jedoch nur 10,6 Milliarden überwiesen – da nach Angaben der Organisation die verbleibenden 37 Milliarden bereits verplant seien.

Als Rechtfertigung für das Bewerben der Geräte und Finanzhilfen für Käufer, die in keiner Verbindung zur Katastrophenregion stehen, wurde argumentiert, der dadurch sinkende Energiebedarf werde bei einem Stromausfall vergindern, dass der Wiederaufbau unterbrochen werde.

Die Unternehmen, welche die Geräte verkaufen, werben daher weiter mit der Aussage, die  Subventionen beim Erwerb der Geräte seien nach wie vor verfügbar. Sowohl die Händler, als auch die „Sustainable Open Innovation Initiative“ erklärten, die bereits verplanten Gelder beinhalteten auch den Warenwert und die dafür erforderlichen Subventionen.

Die Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE), die dem Industrieministerium (METI) untersteht, erklärte, man habe über die en Lagerstand der Waren nichts gewusst. Die japanischen Bürger dürften jedenfalls wenig erfreut sein zu erfahren, dass erneut Wiederaufbaugelder zweckentfremdet wurden.

Zahl der Stresstoten und Katastrophenopfer in Fukushima gleichen sich an: Die Zahl der Personen, die offiziell an den Folgen ihrer Flucht während der Atomkatastrophe gestorben waren, hat sich der Anzahl der Personen, die unmittelbar durch die Tohoku-Katastrophen 2011 ums Leben kamen, deutlich angenähert.

Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Mit Stand von Ende August 2013, betrug die Zahl dieser Erschöpfungstoten 1.539 Personen. Die Zahl der Katastrophenopfer liegt mit 1.599 nur wenig darüber.

Zählt man zu diesen anerkannten Fällen auch noch die Forderungen von Angehörigen weitere 109 Verstorbene, als Opfer von Stress, körperlicher Erschöpfung und erschwerter medizinischer Betreuung in den Evakuierungszentren, wie Turnhallen und den Übergangshäusern hinzu, wäre diese Zahl sogar größer.

Diese Zahlen stammen aus einer Untersuchung der Mainichi Shimbun, die den 1.383 Personen, die im März von der Behörde für Wiederaufbau als Stresstote eingestuft wurden, aktuelle Zahlen von 156 weiteren Opfern aus den Listen von 25 Gemeinden hinzu, so dass eine Gesamtzahl von 1.539 Personen entsteht.

Viele Gemeinden gehen jedoch bewusst nicht auf die Todesursachen nach den Naturkatastrophen ein, da man Auswirkungen auf künftige finanzielle Forderungen nach Trostgeldern für Hinterbliebene befürchtet.

Die Untersuchungen der Behörde für Wiederaufbau im Fall von 734 der Toten in der Präfektur Fukushima ergab folgende Zahlen: Die meisten Todesfälle (33,7 Prozent) waren auf Erschöpfung aufgrund der Lebensumstände in den Auffanglagern zurückzuführen. An zweiter Stelle steht der Tod durch Entkräftung (29,7) durch die Flucht und an dritter Stelle die Verschlechterung bereits bestehender Vorerkrankungen (14,5 Prozent.)

Neun Personen begingen Suizid.

1 KOMMENTAR

  1. wieviele der 20.000 brennstäbe sind denn schon geschmolzen? das wird auch nie erzählt ihr verdammten lügner von Tepco.

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