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Japan aktuell: TEPCO plant Abteilung für Fukushima-Stilllegung

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TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Manager heute angeklagt (Symbolfoto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO will eigene Abteilung für Fukushima-Stilllegung (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Nachdem LDP-Politiker Ishiba mit seiner Bemerkung, einige Flüchtlinge der Fukushima-Katastrophe könnten nie wieder zurückkehren und der Forderung nach Neustarts von Reaktoren einige Aufmerksamkeit erzielte, ist das Thema Fukushima heute wieder auf andere Weise von Interesse.

So geht es im Bezug auf der Anlage von Fukushima aktuell vor allem darum, Verantwortlichkeiten für Problemlösung und Stilllegung zu klären.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Betreiber will eigene Abteilung für Reaktorstilllegung
  • Regierung will stärker an Beseitigung der Fukushima-Folgen mitwirken
  • TEPCO präsentiert Transportbehälter für Brennelemente
  • IAEA will sich mit kontaminiertem Wasser befassen
  • Kronprinzenpaar besucht vom Tohoku-Tsunami betroffene Stadt
  • Feuerwehrleute suchen auf Izu-Oshima nach Vermissten

Fukushima-Betreiber will eigene Abteilung für Reaktorstilllegung: Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erwägt, eine eigene Abteilung einzurichten, die sich mit der Stilllegung der Anlage befasst und auch das Problem radioaktiver Abwässer behandelt.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Stilllegung des AKW Fukushima soll eigene Abteilung bekommen (Symbolfoto: TEPCO)

Der neue Plan, der gegen Ende des Jahres vorgelegt werden soll, wird das Konzept dieser Instanz, die sogar unabhängig von der Atomenergie-Abteilung des Unternehmens agieren wird, beinhalten.

Neben Personal aus anderen Fachbereichen des Elektrizitätsanbieters sollen auch Experten, die nicht zum Unternehmen gehören, einbezogen werden.

Mit diesem Schritt will TEPCO offenbar den Forderungen nach einem Abtritt dieser Aufgaben an andere Instanzen entgehen, was einer Zerschlagung des Unternehmens nahe käme und bemüht sich damit zugleich, die Einmischung in andere Projekte des Elektrizitätsanbieters – beispielsweise die Neustartpläne des AKW Kashiwazaki-Kariwa – zu verringern.

TEPCO hatte die Bevorzugung einer Extra-Abteilung damit begründet, dass die TEPCO-Angestellten die Anlage in- und auswendig kennen würden und alle 37.000 Mitarbeiter an der Bewältigung der Probleme arbeiteten.

Es gilt nach Meldung der Asahi Shimbun als wahrscheinlich, dass nach einer bereits erfolgten Aufforderung von Premierminister Shinzo Abe, auch die Reaktoren 5 und 6 stillgelegt werden, obwohl sie nicht von den Kernschmelzen betroffen waren.

Regierung will stärker an Beseitigung der Fukushima-Folgen mitwirken: Wie Japans Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga in einer Rede am heutigen Montag mitteilte, sei es höchste Zeit, die bisherige Politik zum Wiederaufbau zu überdenken.

Japanisches Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)
Japans Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)

Die Regierung plant nun offenbar , sich stärker in die Anstrengungen um das AKW Fukushima Daiichi einzubringen.

Die Vorgängerregierung der Demokratischen Partei (DPJ) habe TEPCO weitgehend freie Hand bei der Bewältigung der Krise gelassen. Doch die gegenwärtige Situation mache eine Prüfung des bisherigen Vorgehens erforderlich. Die gegenwärtige Regierung der Liberaldemokraten (LDP) hatte bereits Regelungen entworfen, die eine direkte Beaufsichtigung der Leckschutzmaßnahmen ermöglichen

Eine Arbeitsgruppe der LDP hatte mehr Engagement der Regierung in Tokyo gefordert, das sich nicht nur auf die Finanzierung von Dekontaminationsarbeiten, sondern auch auf die Schaffung von Einrichtungen zur Lagerung von kontaminiertem Erdreich und die Stilllegung der Reaktoren erstrecken müsse. Hierüber berichteten jiji und NHK.

Mit der jetzt angekündigten Einführung einer eigenen Stilllegungs-Abteilung für das AKW Fukushima will der Betreiber TEPCO dagegen offenbar die Einflussnahme auf das übrige Vorgehen der Atomenergie-Abteilung des Unternehmens verringern.

TEPCO präsentiert Transportbehälter für Brennelemente: Am Freitag veröffentlichte der Kraftwerksbetreiber TEPCO das Foto eines transportablen Behälters.

AKW Fukushima: Baugleicher Transportbehälter für die Brenelemente am 1. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Baugleicher Transportbehälter für die Brennelemente am 1. November 2013 (Foto: TEPCO)

In der kurzen Erklärung zu der Aufnahme teilt das Unternehmen mit, dass es sich um einen Behälter baugleichen Typs handelt, wie er auch Mitte November beim Transport der Brennelemente aus Reaktor verwendet werden soll.

Weitergehende Angaben, etwa Daten zu Maßen und Fassungsvermögen des Behälters, veröffentlichte der Elektrizitätsanbieter am Freitag nicht. Die Arbeiten zur Bergung der Brennelemente sollen nach Betreiberangaben in Kürze beginnen.

Zuvor hatte TEPCO bereits ein Video mit Simulationen des Vorgangs veröffentlicht (Spreadnews berichtete am 30. Oktober 2013).

IAEA will sich mit kontaminiertem Wasser befassen: Ende vergangener Woche erklärte Yukiya Amano, Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, man werde die Anlage in Fukushima noch einmal besuchen. Insbesondere gehe es um das Problem des kontaminierten Wassers.

Atomsymbol
AKW Fukushima: IAEA will Wasserprobleme angehen (Grafik: pd)

Eine erste Besichtigung wird für Ende November erwartet. Das berichteten etwa Kyodo und NHK.

Bereits im April war ein IAEA-Team vor Ort und hatte dringend eine angemessene Handhabung der anfallenden Wassermassen angeraten.

Später war es zu einer Reihe teils großer Lecks auf dem Gelände gekommen, bei dem radioaktiv kontaminiertes Wasser austrat.

Zuletzt hatte die USA ihre Hilfe bei der Bewältigung der Krise angeboten (Spreadnews berichtete am 1. November 2013).

Kronprinzenpaar besucht vom Tohoku-Tsunami betroffene Stadt: Am Samstag besuchten Kronprinz Naruhito und seine Gemahlin Masako eine Übergangshaussiedlung in der Stadt Kamaishi (Präfektur Iwate). Die Stadt hatte durch den Tsunami des Tohoku-Erdbebens im März 2011 schwere Schäden erlitten.

Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Eine Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Das Paar war auf einem zweitägigen Besuch der Präfektur Iwate. Für die Kronprinzessin, die sich seit mehreren Jahren aufgrund von stressbezogenen Gesundheitsproblemen in Behandlung befindet, handelte sich um den ersten öffentlichen Auftritt seit 2010, der mit einer Übernachtung verbunden ist.

In Gesprächen mit Bewohnern der Übergangshäuser erkundigten sie sich, ob man sich an das Leben dort gewöhnt habe und bekundeten ihre Sympathie für die betroffenen Menschen. Unter anderem bat das Kronprinzenpaar sie, aufgrund des nahenden Winters und der Kälte, besonders auf die eigene Gesundheit zu achten. Über den Besuch berichteten jiji und NHK.

Die Stadt Kamaishi gehört zu den Verwaltungen der Präfektur Iwate, die aufgrund der Erfahrungen des Tohoku-Tsunami planen, die neuen Küstengebiete höher anzulegen, als die  bisherigen Küstenverläufe. Auch in anderen Präfekturen wurden derartige Schritte überlegt (Spreadnews berichtete am 13. November 2012).

Feuerwehrleute suchen Izu-Oshima nach Vermissten: Der Taifun Wipha, der im Oktober über die Insel Izu-Oshima gefegt war, hinterließ 34 Todesopfer durch Erdrutsche. Bislang sind 32 von ihnen bereit identifiziert. Dennoch werden immer noch mindestens sieben Personen vermisst.

Japanische Feuerwehr (Foto: pd)
Japanische Feuerwehr (Abb. symbolisch, Foto: pd)

Nach wie vor sind freiwillige Feuerwehrmänner vor Ort und suchen nach diesen Menschen – obwohl die Erdrutsche, vier von ihnen, die eigenen Häuser zerstört haben.

Die lange Suche könnte sich sowohl auf ihren Beruf, als auch auf ihr Privatleben auswirken.

Dennoch beteiligen sie sich gemeinsam mit Polizei und Selbstverteidigungsstreitkräften an der Suche.

Insgesamt 322 freiwillige Feuerwehrleute sind auf Izu-Oshima im Dienst und etwa 200 haben, mit Ausnahme der Evakuierungsphase, jeden Tag an den Suchmaßnahmen teilgenommen. Man sei dort aufgewachsen und kenne die Gegend besser, als irgendjemand sonst, begründen sie ihren Einsatz. Der Wiederaufbau der eigenen Häuser müsse dahinter zurückstehen.

Die Beseitigung der etwa 30.000 metrischen Tonnen an Trümmern, die durch Erdrutsche angefallen sind, soll etwa eine Milliarde Yen kosten. Der 24.000 Tonnen umfassende Großteil dieser Menge entfällt auf entwurzelte Bäume und ähnliches. Etwa 6.000 Tonnen sind auf Einrichtungsgegenstände zurückzuführen. Zusätzlich wird die Entfernung von 80.000 Tonnen Erdreich und Sand erforderlich.

Über den Einsatz der Rettungskräfte und die finanziellen Folgen berichtete die Mainichi Shimbun.

 

1 KOMMENTAR

  1. Die Führungspersonen von TEPCO sollte man alle einsperren ! Sie sind nicht tragbar für die Menscheit. Was TEPCO der Umwelt angetan hat, und immer noch tut, ist nicht zu entschuldigen. Sie sind unfähig und verlogen und korrupt ! In keinster Weise sollten sie noch eine Chance bekommen ! Sie sind MÖRDER an Mensch, Tier und Natur.

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