Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO schlampte bei Erdbebensicherheit am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO schlampte bei Erdbebensicherheit am AKW Fukushima

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Fukushima-Reaktor 1: Schutzmantel am 14. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Schutzmantel am 14. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Schutzmantel am AKW Fukushima praktisch fertiggestellt (Foto: TEPCO)
Schutzmantel am AKW Fukushima praktisch fertiggestellt (Foto: TEPCO)

Zu Beginn der Woche ist, wie aus Japan aktuell zu hören, die Besorgnis über den radioaktiven Hot Spot in Setagaya zumindest offiziell unbegründet gewesen.

Doch die Informationspolitik und das bisherige Vorgehen, lassen zumindest TEPCO nicht gut dastehen, denn auch wenn die Situation am AKW Fukushima aktuell durch Vorzeichen auf einen erfolgreichen Cold Shutdown vergleichsweise positiv ausfällt, scheint der Konzern in der Vergangenheit Versäumnisse begangen zu haben.

Mehr Informationen und Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Oktober 2011.

Weitere Hintergründe zu den radioaktiven Flaschen in Tokyo Setagaya: Am Samstag berichtete die Yomiuri Shimbun über weitere Einzelheiten zum Fund der „radioaktiven Flaschen“, die in Tokyos Stadtteil Setagaya zu einem Hotspot auf einem Bürgersteig verbunden mit öffentlichem Aufsehen gesorgt hatten.

Demnach hätten die Behälter die Aufschrift „Nihon Yako“ getragen, man geht davon aus, dass es sich um den Namen einer früheren Herstellerfirmer für Leuchtfarben handelt. Das Haus gehört einer älteren Dame die seit 1953 dort alleine lebte und erst nach dem Tod ihres Ehemannes im Februar dort wegzog. Sowohl die Dame als auch ihre Verwandten erklärten,  die Behältnisse nie zuvor gesehen zu haben.

Wie das Wissenschaftsministerium mitteilte, hatte es bereits in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen unerlaubt große Mengen radioaktives Material in Wohngebieten gelagert worden waren. Im Oktober 2008 etwa war Kunstharz das radioaktives Material enthielt in einem Warenhaus im Bezirk Bunkyo entdeckt worden, die dort illegal aufbewahrt wurden.

Erwartungsgemäß wurde erklärt, die Strahlung sei nicht gefährlich gewesen, ein passieren des Hot Spots habe höchstens zu einer Maximaldosis von 1 Milisievert pro Jahr geführt

NISA wirft TEPCO lasche Erdbebenvorsorge vor: Eine von der NISA durchgeführte Simulation zur Erdbebensicherheit der Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi hat starke Mängel am AKW aufgedeckt. Wäre es zu einem Nachbeben gekommen, so hätte das Kühlbecken von Reaktor 4 schwer beschädigt und bereits drei Stunden nach dem Nachbeben radioaktiv verseuchtes Wasser austreten können. Damit wiederlegt die Studie deren Teil die Simulation war, die Behauptung des Betreibers TEPCO, das Becken sei auch gegen Nachbeben sicher genug, berichtet die Asahi Shimbun.

Bei einem Treffen der NISA am 13. Oktober wurden weitere Mängel der Anlage besprochen. Der Kraftwerksbetreiber habe insgesamt 600 wichtige Teile des Systems nicht gegen Erdbeben gesichert, obwohl Sicherheitsrichtlinien aus dem Jahr 2006 derartige Anti-Erdbebenmaßnahmen verlangen. Stattdessen hatte das Unternehmen 2008 einen Bericht vorgelegt, demzufolge derartige Anpassungen nicht nötig seien.

Zu den nachlässig behandelten Punkten zählen auch die Sicherheit von Leitungen und  Steuerststäben in den Reaktoren 1 bis 6.

Schutzmantelbau für Fukushima Reaktor 1 abgeschlossen: Wie bereits am Freitag berichtet, sind die Arbeiten an der Schutzhülle des Reaktors 1 erfolgreich abgeschlossen worden, auch wenn man zwei Wochen hinter dem Zeitplan liegt. Durch die 54 Meter hohe Konstruktion soll der unkontrollierte Austritt von Radioaktivität so weit wie möglich verhindert werden, Zu diesem Zweck ist des Belüftungssystem mit einem Filter ausgestattet worden.

Für den kommenden Sommer ist der Schutzhüllenbau für die Reaktoren 3 und 4 vorgesehen. In der gegenwärtigen Form soll die Schutzhülle von Reaktor 1 zwei Jahre lang genutzt werden. Eine dauerhaftere Ummantelung des Reaktors, etwa zur Bergung der beschädigten Brennstäbe steht für die Zukunft als Option im Raum.

Cold Shutdown soll bis Ende des Jahres erreicht werden: Sowohl Regierung als auch Energiekonzern TEPCO gaben bekannt, dass man das Ziel eines stabilen, abgeschalteten Zustands („Cold Shutdown“) noch gegen Ende des Jahres erreichen wird. Damit wäre man einen Monat als zunächst anvisiert mit dem Beginn des Schritts fertig. Das berichten NHK und Mainichi Shimbun.

Die Voraussetzungen hierfür seien günstig. Neben der Fertigstellung des Schutzmantels sind auch die Temperaturen in den Reaktoren 1 bis 3 jeweils unter 100°C gesunken und auch die Freisetzung radioaktiven Materials hat sich, zumindest offiziellen Angaben zufolge, deutlich reduziert und betrage nur noch die Hälfte der Werte im Vormonat. Die Maßnahmen die als Bedingung für den Cold Shutdown gelten, machten kontinuierliche Fortschritte so beide Parteien.

Logo von Occupy Tokyo
Occupy Tokyo: Protestbewegung erreicht Japan

Bewegung „Occupy Tokyo“ mit Aktionen: Auch in Japans Hauptstadt Tokyo stand der Samstag ganz im Zeichen von Kapitalismuskritik und Protesten gegen scheinbare Bankenallmacht. Mit der Bewegung „Occupy Tokyo“ zeigten die Japaner, dass sie auch ohne Streitkultur und trotz der Grundregel nach sozialer Harmonie zu streben,  ihre Forderungen in Demonstrationen zum Ausdruck bringen können.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur jiji marschierten etwa 100 Personen vor die Zentrale des Energiekonzerns TEPCO und das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) im Bezirk Chiyoda um gegen Atomkraft zu demonstrieren.

In Roppongi, das zum Stadtbezirk Minato gehört, hätten sich nach Angaben der Yomiuri Shimbun 80 Personen versammelt.

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