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Japan aktuell: TEPCO sucht nach weiteren kritischen Hot Spots im AKW Fukushima

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Hot Spot Suche in Fukushima am 1. August 2011. Standort des Arbeiters mit 40 Milisievert pro Stunde. Foto: TEPCO
Hot Spot Suche in Fukushima am 1. August 2011. Belastung am Standort des Arbeiters beträgt 40 Milisievert pro Stunde. Foto: TEPCO

Gestern erregte die Meldung im Bereich des AKW Fukushima Daiichi seien mit Werten von 10 Sievert (oder 10.000 Milisievert) pro Stunde die bislang höchste Menge von Radioaktivität seit dem Beginn der Krise durch den Tsunami am 11. März 2011 gemessen worden.

Da es bislang keine Korrekturen durch den Betreiber des AKW TEPCO gibt, ist davon auszugehen, dass die in Fukushima aktuell angegebenen Werte diesmal der Realität entsprechen.

TEPCO hatte sich in der Vergangenheit bereits in anderen Fällen wiederholt verrechnet und astronomische Angaben nachträglich nach unten korrigieren müssen.

Doch gerade die Berichte über neue Rekordhöhen bei der Strahlung machen einem auch bewusst, dass die Mehrheit der deutschen Medien nur noch über die Situation in Japan berichtet, wenn sich diese dramatisch verschlimmert – ansonsten sind andere Themen wichtiger.

Dagegen folgen nun wie immer Fukushima News sowie weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2011.

Dekontamination in großem Stil: Bereits nächsten Monat soll eine groß angelegte Dekontaminationsaktion innerhalb der Evakuierungszone um das AKW Fukushima herum erfolgen. Dabei soll offenbar auch das jetzige Sperrgebiet einbezogen werden, so der zuständige Minister Goshi Hosono einem Bericht der NHK zufolge.

TEPCO sucht nach weiteren kritischen Hotspots:
Nach der gestrigen Meldung über das gemessene Rekordhoch geht der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi japanischen Medienberichten zufolge, nun  bei der Suche nach weiteren radioaktiven Hot Spots in der Anlage besonders sorgfältig vor, auch wolle man Arbeiter nicht unnötig gefährden. Als Schutzmaßnahme werde man am ersten kritischen Hot Spot Stahlbleche zur Abschirmung anbringen.

Krisentraining half Flutschäden zu verringern: Die jüngsten Regenfälle richteten besonders in den Präfekturen Fukushima und Niigate Schäden an, man habe aber Lehren aus einem ähnlichen Ereignis im Jahr 2004 gezogen, bei dem 16 Menschen gestorben waren.

Einem Artikel der Yomiuri Shimbun zufolge konnte dieses Jahr durch eine bessere Organisation, Regeln die Bürger über das richtige Verhalten informieren und jährlichen Ernstfall-Übungen, sowie die Verteilung von Radios an Personen die aufgrund von Alter oder Behinderung als Risikogruppe gelten und sonstige Evakuierungsaufrufe möglicherweise  nicht mitbekommen,das Schlimmste verhindert werden.

Radioaktiver Laubdünger im ganzen Land verbreitet: Aus Laub gewonnener Dünger der mit radioaktivem Cäsium kontaminiert ist, wurde mehr als einen Monat lang im gesamten Land verkauft, bevor das Problem  anhand eines YouTube Videos entdeckt wurde.

In dem am 24. Juni hochgeladenen Video ist zu sehen, wie ein Strahlungszähler mit einem Piepen anschlägt, als er über einen Sack Laubdünger gehalten wird. Das Laub stammt unter anderem aus Nasu (Präf. Tochigi) das etwa 100km vom AKW Fukushima Daiichi entfernt liegt. Die bislang höchsten Werte betragen 14800 Becquerel Cäsium pro Kilogramm Laubdünger und stammen aus einem Laden in Tottori. Dieser bezog den Dünger von zwei Produzenten aus der Stadt Kanuma (Präf. Tochigi) – das ironischerweise für seinen guten Laubdünger bekannt ist.

Problematisch ist, dass die Regierung zunächst das Problem übersah und auch keine Regeln für den Umgang mit Dünger oder irgendwelche Höchstwerte genannt worden waren. Diese Maßnahmen erfolgten zu spät, wie die Mainichi Shimbun berichtet.

Auch Shikoku Electric von NISA um Manipulation gebeten: Ganz offenbar weitet sich der NISA-Skandal weiter aus, denn nun erklärte ein früherer höherer Beamter der NISA mit Shikoku Electric habe man einen weiteren Energieanbieter um die Mobilisierung von Angestellten für das Erscheinen bei einem Symposium gebeten.

Allerdings bestreitet er eine Manipulationsabsicht der Atomsicherheitsbehörde NISA. Dem Ruf der Regierungsstelle dürfte dies dennoch nicht förderlich sein.  Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Japanische Frauen-Nationalmannschaft erhält Preis: Nachdem die Sieger der Frauen-Fußball WM 2011 bereits am 26. Juli für den „People’s Honor Award“ vorgeschlagen worden waren (Spreadnews berichtete) wird der japanische Frauen-Nationalmannschaft nun tatsächlich den Preis verliehen. Die entsprechende Zeremonie wird am 18. August stattfinden.

Nicht nur dass die Mannschaft den Preis dafür erhält, das sie  die Menschen in Japan dazu inspiriert haben, auch angesichts von Schwierigkeiten niemals aufzugeben, wie Kabinettssekretär Yukio Edano sagte – es ist auch das erste Mal in der Geschichte des Preises, dass er an eine Gruppe vergeben wird, so ein Bericht der NHK.

NISA rügt TEPCO für schlampige Identifikation von Mitarbeitern: Wie die Mainichi Shimbun berichtet, hat die japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi wegen der unzureichenden Identifikationsmaßnahmen seiner Angestellten ermahnt.

Bei einer Prüfung am 7. Juli sei festgestellt worden, dass etwa Zutrittsgenehmigungen nicht an einzelne Arbeiter, sondern lediglich an die Abteilungsleiter der Gruppe vergeben wurden. Man habe sich jedoch gegen einen Entzug der Lizenz zum Betrieb nuklearer Anlagen ausgesprochen, da die mangelnden Identifikationsmaßnahmen kein vorsätzliche Fehlverhalten darstelle.

Weitere belastete Rinder aufgetaucht: Mittlerweile sind weitere 290 Rinder aus der Präfektur Fukushima  landesweit verschifft worden, bei denen der Verdacht besteht, dass sie mit radioaktiv belastetem Reisstroh aus der Präfektur Miyagi gefüttert wurden. Sechs Rinderfarmen in den Orten Furudonomachi, Ishikawamachi, Iwaki und Sukagawa hätten das fragliche Stroh verfüttert, so ein Bericht der Yomiuri Shimbun.

Damit steigt die Gesamtzahl der aus Fukushima gelieferten Rinder bei denen eine Belastung mit radioaktivem Cäsium wahrscheinlich ist, auf insgesamt 872. In der Präfektur Miyagi stieg die Gesamtzahl nach 103 neuen Fällen nun auf 1134.

Keine Probleme im AKW Hamaoka nach Erdbeben: Nachdem am gestrigen Montag ein Erdbeben der Stärke 6,1 die Präfektur Shizuoka erschütterte und dabei insgesamt acht Menschen verletzt wurden, hatte der Betreiber des dortigen heruntergefahrenen AKW Hamaoka keine technischen Probleme gemeldet. Auch ein nun erfolgter Sicherheits-Check erbrachte keine Hinweise auf Probleme.

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