Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO testet Sicherheit von Behältern für AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO testet Sicherheit von Behältern für AKW Fukushima

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HIC-Behälter vor Sturztest am 12. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behälter vor Sturztest am 12. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behälter vor Sturztest am 12. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behälter vor Sturztest am 12. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Nicht nur die neue Regierung verspricht Fortschritte, sondern auch TEPCO will zeigen, dass man nicht stehen bleibt am Kraftwerk. So wurde dann Textmaterial zu einigen Aufnahmen veröffentlicht, die unkommentiert bereits zuvor verfügbar waren.

An anderer Stelle will man mit Bezug auf die Folgen des AKW Fukushima heute Optimismus verbreiten, doch eine weitere Meldung relativiert die Fortschritte nach den Naturkatastrophen erneut.

All dies zeigt jedoch, dass das Problem Fukushima aktuell bleibt, auch wenn neben den Fukushima News auch weitere Meldungen, etwa zu Sea Shepherd, von Interesse sind. Einzelheiten auch heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO testet Sicherheit von Behältern
  • Tohoku-Erdbeben lässt Gelände absacken
  • Wiedereröffnung der Post in Iitate
  • Japanische Stellen erwirken Verfügung gegen Sea Shepherd
  • Japaner ist ältester lebender Mensch der Welt


TEPCO testet Sicherheit von Behältern:
TEPCO hat in den vergangenen Tagen einige Tests durchgeführt, mit denen die Stabilität so genannter „High Integrity Container“ (HIC) überprüft werden sollte. Zu diesem Zweck wurden die Behälter, die später bei der Entfernung von Brennelementen oder strahlenden Trümmern eine Rolle spielen könnten, aus mehreren Metern Höhe fallen gelassen.

HIC-Behältertest vor dem Sturzversuch am 13. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behältertest vor dem Sturzversuch am 12. und 13. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behältertest nach dem Sturz am 12. und 13. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
HIC-Behältertest nach dem Sturz am 12. und 13. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Die entsprechenden Aufnahmen stammen vom 12. und 13. Dezember. Bei den dritten und vierten Versuchen wurde der HIC beispielsweise mit einem Verstärkungsring versehen, was ein Gesamtgewicht von etwa vier Tonnen  ergab.

Der Behälter wurde dann aus unterschiedlichen Höhen, von 3 und 4,5 Metern Höhe auf eine  Stahlplatte bzw eine Schockmatte aus Gummi fallen gelassen.

Als Ergebnis wurde festgestellt, dass keine Schäden oder mögliche Austritte am Behälter festgestellt werden konnten. Lediglich einige Deformierungen durch den Sturz wurden festgestellt, die jedoch die Stabilität nicht beeinträchtigten.

 

Obwohl die Maximalhöhe der Tests mit 4,5 Metern festgesetzt worden war, entschloss man sich dazu, zusätzliche Falltest aus größerer Höhe durchzuführen.

So wurde der Behälter aus einer Höhe von sechs Metern vertikal fallen gelassen. Als Untergrund dienten 20mm dicke Schockmatten aus Gummi. Auch in diesem Fall gab es Verformungen, jedoch kein Leck.

Da bei einem realen Arbeitsunfall der Behälter vermutlich nicht vertikal, sondern aus einer Schräglage stürzen würde, wurden auch für diese möglichen Szenarien untersucht.

Hierzu zählen beispielsweise das Aufprallen auf die Kante eines Behälters, das Rückteil eines Anhängers, oder den Sturz auf einen anderen HIC untersucht. Dies wurde mit folgenden Versuchen simuliert:

  • Sturz aus Schräglage auf die Bodenkante ergab keinen Leckaustritt
  • Sturz aus Schräglage kopfüber auf die Deckelkante führte zu einem Leck
  • Vertikalsturz (auf Stahlträger) führte zu einem Leck

In allen drei Fällen betrug die Sturzhöhe 3 Meter und der Behälter war mit einer Hülle aus rostfreiem Stahl (Stärke von 20 Millimeter am Boden und 10 Millimeter an den Seiten) versehen worden.

Tohoku-Erdbeben lässt Gelände absacken: Nach Angaben des Umweltministeriums sind laut Untersuchungen, die an 30 Standorten in 20 Präfekturen durchgeführt worden waren, im vergangenen Jahr mehr als 6.000 Quadratkilometer Land um mehr als zwei Zentimeter abgesunken. Dies gilt als Risikowert für die Gebäudestabilität.

  • In Kesennuma (Präf. Miyagi) kam es zu Absenkungen von 73,6 Zentimetern
  • In Ichikawa (Präf. Chiba) betrug die Absenkung 30,9 Zentimeter
  • In Tsukuba (Präf. Ibaraki) sank der Boden um 15,2 Zentimeter.

Die Absenkung von insgesamt 6.000 Quadratkilometern Land ist die bislang größte Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1978.

Wie bereits die obigen Zahlen zeigen, sind nicht ausschließlich die einstigen Krisenregionen der Präfekturen Iwate und Miyagi von den Auswirkungen betroffen. In sieben Gebieten wurden Absenkungen über zehn Zentimeter  nachgewiesen. Diese lagen in der Region Tohoku – und in der Region Kanto, zu der auch Japans Hauptstadt Tokyo gehört.

Wie die NHK meldet, führt das Umweltministerium die Absenkung auf das Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 zurück und zeigt sich über die Ausbreitung des Phänomens besorgt, auch weil es zu weiteren Schäden an Gebäuden führen kann.

Wiedereröffnung der Post in Iitate: Wenn am kommenden Dienstag die Filiale der Japan Post Co. in Iitate (Präf. Fukushima) öffnet, dann handelt es sich um das erste Postamt in einem Evakuierungsgebiet, das seinen Betrieb wieder aufnimmt.

Nachdem der Ort im Juli das neue Drei-Zonen-Modell übernahm, dass in geringer kontaminierten Gebieten den Aufenthalt am Tag erlaubt und lediglich Übernachtungen dort verbietet, waren Unternehmen, die für Wiederaufbau und Neubelebung von Iitate von Bedeutung sind, wie etwa eine Tankstelle, zurückgekehrt.

Nach Angaben der Yomiuri Shimbun wird die Neueröffnung der Postfiliale von den Angestellten eines metallverarbeitenden Unternehmens begrüßt, hatten diese doch bislang ihre täglichen postalischen Angelegenheiten in Kawamata, 15 Kilometer entfernt, erledigen müssen.

Japanische Stellen erwirken Verfügung gegen Sea Shepherd: Ein US-Gericht hat der radikalen Umweltschutzorganisation Sea Shepherd untersagt, Schiffe oder Mannschaftsmitglieder von zwei japanischen Einrichtungen – dem Meeresforschungsinstituts und des Unternehmens Kyodo Senpaku Kaisha Ltd. – physisch anzugreifen.

Mit der einstweiligen Verfügung gab das Gericht einem Antrag der beiden japanischen Organisationen statt und erwirkt einen Bannkreis von 457 Metern, in denen sich die Umweltschützer den Schiffen nicht nähern dürfen.. Das berichtete die jiji. Im Vorjahr hatte ein anderes Gericht einen ähnlichen Antrag abgelehnt.

Japaner ist ältester lebender Mensch der Welt: Nachdem die italienischstämmige US-Amerikanerin Dina Manfredini am gestrigen Montag in Iowa starb, ist der am 19. April 1897 geborene Japaner Jiroemon Kimura mit einem Alter von 115 Jahren und 242 Tagen nicht nur der älteste Mann, sondern auch der älteste noch lebende Mensch der Welt.

Damit ist erstmals seit 2007 wieder ein Mann der älteste Mensch der Welt. Der in Kyoto lebende Kimura zeugte sieben Kinder, von denen fünf noch leben, sowie vier Enkel, 25 Ur-Enkel und 13 Ur-Urenkel.

Sein Langlebigkeitsrezept dürfte allerdings in der Weihnachtszeit nur wenige erfreuen: Kimura führt sein hohes Alter und lang anhaltende Gesundheit darauf zurück, lediglich kleine Mengen zu essen. Über den neuen Rekordhalter berichteten nationale und internationale Medien.

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