Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO untersucht Brennelemente aus Fukushima-Reaktor 4

Japan aktuell: TEPCO untersucht Brennelemente aus Fukushima-Reaktor 4

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Fukushima-Reaktor 4: Arbeiter bei Bergung der Brennelemente am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiter bei Bergung der Brennelemente am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiter bei Bergung der Brennelemente am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiter bei Bergung der Brennelemente am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)

TEPCO beginnt seine eigenen Berichte zur Lage am AKW Fukushima heute mit Fotos von baulichen Veränderungen auf dem Gelände der Anlage, ohne jedoch weitere Angaben hierzu zu machen.

Interessanter könnten die Ergebnisse der am AKW Fukushima aktuell durchgeführten Untersuchung von Brennelementen sein, die im Juli aus dem Gebäude von Reaktor 4 entfernt worden waren.

Selbstverständlich gibt es neben den Fukushima News im Zusammenhang mit den Geschehnissen am AKW Fukushima heute auch weitere Meldungen und Neuigkeiten zu anderen Themen. Wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Japan untersucht entnommene Brennelemente aus Fukushima-Reaktor 4
  • Mehr Fukushima-Arbeiter erreichen Grenzwert
  • Schilddrüsen-Untersuchungen auf Kinder außerhalb von Fukushima ausgedehnt
  • Vertriebsverbot von Kabeljau aus Aomori nach Cäsiumfunden
  • Internationales Treffen der IAEA zur Fukushima-Krise
  • Autopsie an Leiche der japanischer Journalistin abgeschlossen
  • Schwerer Taifun trifft Okinawa
  • Weiterhin Reibungen um Takeshima und Senkaku-Inselketten
    • Japans SDF halten Übung zur Inselverteidigung ab
    • Angriff auf japanisches Botschaftsfahrzeug in Peking
    • Antrag der Tokyoter Verwaltung auf Besuch der Senkaku-Inseln abgelehnt
    • Küstenwache veröffentlicht Senkaku-Video

Japan untersucht entnommene Brennelemente aus Fukushima-Reaktor 4: Am heutigen Montag begann TEPCO, Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi, mit der Untersuchung des Zustands der beiden ungenutzten Brennstäbe aus Reaktor 4 der Anlage, berichtet die Kyodo unter Berufung auf Regierungsquellen.

Fukushima-Reaktor 4: Bergungsarbeiten für die Brennelemente am 19. August 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Bergungsarbeiten für die Brennelemente am 19. August 2012 (Foto: TEPCO)

Die beiden Brennelemente waren im Juli diesen Jahres entnommen worden (Spreadnews berichtete). Von besonderem Interesse sind dabei mögliche Korrosionserscheinungen, oder Beschädigungen. Die Erkenntnisse sollen bei Einschätzungen zu künftigen Bergungsaktionen helfen.

Heute wurde eines der entnommenen Objekte zunächst aus der Ummantelung gelöst und gesäubert.

Eine erste visuelle Inspektion habe keine bemerkenswerten Deformationen oder Schäden festgestellt. Die Untersuchungen sollen bis Mittwoch andauern.

Mehr Fukushima-Arbeiter erreichen Grenzwert: Fachkräfte für Nuklearanlagen sind für die Bewältigung der Fukushima-Krise von entscheidender Bedeutung – und genau diese könnten bald fehlen.

Grund hierfür ist die Überschreitung des Jahresgrenzwerts, der es den Angestellten unmöglich macht, länger an dem Kernkraftwerk zu arbeiten. Insgesamt 3.000 Arbeiter sind dort täglich mit der fachgerechten Entsorgung von radioaktiv kontaminiertem Wasser und dem beiseitigen von Trümmern beschäftigt.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter: Mangel an Fachkräften droht (Foto: TEPCO)

Nach Angaben des Amtes für Gesundheit, Arbeit und Soziales haben bis März 2012 bislang 167 Arbeiter die Anlage verlassen, da sogar der Grenzwert für fünf Jahre Arbeit an einem Atomkraftwerk von 100 Millisievert überschritten wurde. Doch die Belastungen der verbliebenen Arbeiter steigen weiter an.

In den folgenden drei Monaten waren 215 Arbeiter mit Belastungen zwischen 10 und 20 Millisievert festgestellt worden. In 79 Fällen wiesen die Angestellten eine Belastung von mehr als 20 Millisievert auf. Gesetzlich vorgeschrieben dürfen Arbeiter jährlich nur einer maximalen Strahlungsdosis von 50 Millisievert pro Jahr ausgesetzt werden.

Da viele Arbeiter fürchten, nach Erreichen des Grenzwerts arbeitslos zu werden, haben einige Unternehmen strengere Strahlungsgrenzwerte festgelegt, die eine langfristige Beschäftigung ermöglichen sollen, da sie dabei helfen, unterhalb des Grenzwerts zu bleiben. Arbeiter würden versuchen, auch trotz nahender Grenzwertüberschreitungen weiterzuarbeiten.

Nach Angaben der NHK vom Freitag warnt auch Professor Kazumitsu Nawata vor dem Ausfall von erfahrenen Arbeitern. Aufgrund des immensen Bedarfs an Arbeitskräften müssten jüngere Arbeiter angelernt und genau eingewiesen werden.

Schilddrüsen-Untersuchungen auf Kinder außerhalb von Fukushima ausgedehnt: Nach Beschluss der Unterstützungsgruppe für Opfer der Nuklearkrise, werden Schilddrüsenuntersuchungen von Kindern bis 18 Jahre auf Gebiete außerhalb der Präfektur Fukushima ausdehnt. Bis Ende März wurden 38.000 Kinder getestet.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Schilddrüsentests an japanischen Kindern (Foto: pd)

Als Grund hierfür wird der Fund von so genannten „Klumpen“ in den Schilddrüsen von Fukushima-Kindern genannt. Bei 36 Prozent der getesteten Kinder (13.646 der 38.114 Kinder) wurde diese Besonderheit festgestellt.

Diese würden auch bei gesunden Kindern gefunden, so dass keine besonderen Maßnahmen erforderlich seien. Dennoch zeigten sich die Eltern besorgt.

Nach Angaben des Kabinettsbüros soll die Ausweitung auf 4.500 Kinder in drei Gebieten die so weit wie nur möglich vom AKW Fukushima entfernt liegen, bis Ende März 2013 dazu beitragen, mögliche medizinische Auswirkungen der Fukushima-Katastrophe auf die Kinder so schnell wie möglich zu entdecken, sofern diese vorliegen, heisst es bei NHK und Kyodo.

Vertriebsverbot von Kabeljau aus Aomori nach Cäsiumfunden: Erstmals seit Beginn der Fukushima-Krise wurde für die Präfektur Aomori ein Lebensmittelbann für Meeresprodukte ausgesprochen.

Die Regierung verhängte ein Vertriebsverbot für pazifischen Kabeljau, nachdem in zwei Fängen radioaktives Cäsium gefunden worden war, das den offiziellen Grenzwert für Lebensmittel von 100 Becquerel pro Kilogramm überschritt.

Die Regierung schränkt das Betriebsverbot jedoch räumlich ein und bezieht es lediglich um das Gebiet vor Hachinohe, wo die Tiere gefangen worden waren, da der Lebensraum des Fisches im Vergleich zu anderen Arten örtlich begrenzt sei, meldet die Kyodo am heutigen Montag.

Internationales Treffen der IAEA zur Fukushima-Krise: Am Sitz der Internationalen Atomenergiekommission IAEA in Wien begann am heutigen Montag eine fünftägige Sonderzusammenkunft, die sich mit der Nuklearkatastrophe von Fukushima befassen wird.

Am ersten Tag des Treffens sprach Shinichi Kuroki, stellvertretender Generaldirektor für Atomenergie an Japans Atomsicherheitsbehörde NISA und bekräftigte sowohl die Absicht, die Reaktoren 1 bis 4 des AKW Fukushima stillzulegen, als auch die Bereitschaft, die Erkenntnisse aus der Krise mit anderen Staaten zu teilen.

Für die Stilllegung sind nach Angaben von Kuroki 30 bis 40 Jahre erforderlich.

Das Treffen selbst befasst sich mit dem Thema, wie nach der Fukushima-Katastrophe die Sicherheit von Atomanlagen verbessert werden könne.

Autopsie an Leiche der japanischer Journalistin abgeschlossen: Nachdem die Leiche der in der vergangenen Woche getöteten japanischen Journalistin Mika Yamamoto nach Japan überführt worden war, nahm die Polizei ihre Ermittlungen auf und ordnete eine zweite Autopsie an. Die zuvor von türkischen Behörden durchgeführte Untersuchung der Leiche hatte keine zufriedenstellenden Ergebnisse zur Todesursache ergeben.

Bei der Autopsie am Sonntag wurden insgesamt neun Schusswunden festgestellt, die im Genick, im Kopf, den Beinen, sowie der Hüfte befanden. Als todesursächlich wird der Schuss ins Genick angesehen, da hierdurch das zentrale Nervensystem verletzt wurde. Hinzu kam der erhebliche Blutverlust.

Außerdem wurde ein gebrochenes Handgelenk festgestellt, dessen Fraktur auf die Instinkthandlung, sich beim Fall abzustützen, zurückgeführt wird. Die in den unteren Extremitäten festgestellten Metallfragmente, die vermutlich auf Kugeln zurückzuführen sind, wurden separat untersucht.

Zusätzlich wurde die kugelsichere Weste, die sie getragen hatte, sowie ihre übrigen Kleidungsstücke und die Kamera mit der sie zum Zeitpunkt ihres Todes filmte, an die japanische Polizei übergeben. Diese will insbesondere durch Untersuchung der Filmaufnahmen den genauen Tatort in der Stadt Aleppo ermitteln.

Über die Ergebnisse der Autopsie berichteten NHK, Kyodo und jiji.

Unter Berufung aus Polizeikreise wird gemeldet, nach Abschluss der Untersuchung in Tokyo würden die sterblichen Überreste nun ihren Eltern, in der Präfektur Yamanashi überstellt, Dort wird vermutlich auch ihre Einäscherung und Beisetzung stattfinden, auch wenn diese Angaben  zunächst nicht bestätigt wurden

Schwerer Taifun trifft Okinawa: Bereits am Samstag berichteten japanische Medien über das Nahen des Taifuns „Bolaven“, der am Sonntag auf die südjapanische Insel Okinawa traf. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 162 Kilometern pro Stunde handelt es sich nach Angaben von Wetterbehörden vor Ort um den stärksten dort gemessenen Taifun seit mehreren Jahren.

Alle Flüge vom und an den Flughafen von Naha wurden am Sonntag abgesagt und auch der Schienen- und Busverkehr wurden zeitweise eingestellt.

Nachdem der 15. Taifun dieser Saison auch am Montag weiterhin auf Okinawa und der Region Amami (Präf. Kagoshima) für Sturmwinde und starke Regenfälle sorgte, gab die Wetterbehörde nun eine Warnung vor Erdrutschen heraus. Ein 91 Jahre alter Mann, der zum Zeitpunkt des Sturms in der Präfekturhauptstadt Naha unterwegs war, erlitt durch die heftigen Winde einen Bluterguss, meldet die örtliche Polizei.

Zwei Personen wurden verletzt, als der Sturm sie von den Beinen riss. Nach Angaben örtlicher Behörden vom Sonntag waren etwa 3.000 Haushalte in Okinawa und 16.400 auf der Insel Amami von einem Stromausfall betroffen. Vielerorts brachten sich die Anwohner aus Küstenregionen in öffentlichen Gebäuden und Turnhallen in Sicherheit.

Die Gefahr ist jedoch noch nicht vorüber, soll doch mit Taifun „Tembin“ am Dienstagnachmittag, der 14. der Saison, in der Nähe der Inselkette Sakishima auf Land stoßen. Über die Stürme berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun sowie NHK und Mainichi Shimbun.

Japans SDF halten Übung zur Inselverteidigung ab: Die Bodentruppen der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte hielten am Samstag ihre jährliche Übung ab. Erstmals wurden bei dem Manöver, dass mit scharfer Munition durchgeführt wird, die Verteidigung einer abgelegenen japanischen Insel als taktische Grundlage genommen.

Tokyo-Shinjuku: Demonstration im Inselstreit am 22. August 2012 (Foto: KJ)
Tokyo-Shinjuku: Demonstration im Inselstreit am 22. August 2012 (Foto: KJ)

Die Übungen fanden am Fuße des Bergs Fuji, im Trainingslager Higashi-Fuji statt. Diesjährig wurde das Vorgehen bei einem Angriff feindlicher Kriegsschiffe geübt. An der Übung beteiligten sich Bodentruppen die in Kontakt mit den japanischen Marineselbstverteidigungsstreitkräften in einer Lockheed P3C, einem Flugzeugtyp der zur Seeaufklärung und eingesetzt wird, standen.

Auch wenn ein Zusammenhang mit den jüngsten politischen Spannungen offensichtlich scheint, so erklärte die Leitung, man habe kein besonderes Gebiet als Vorlage der Übung, bei der Panzer und Artillerie auch Schussübungen durchführten beabsichtigt. Über das Manöver berichtete die NHK.

Anti-Japanische Proteste in fünf chinesischen Stadten: Am Sonntag gingen die antijapanischen Proteste in China weiter. Bereits das zweite Wochenende in Folge kam es zu Protesten, die in insgesamt  fünf Städten stattfanden. Die größte Teilnehmerzahl wurde mit 1.000 Personen in Zhuji (Provinz Zhejiang) festgestellt.

Angriff auf japanisches Botschaftsfahrzeug in Peking: In Chinas Hauptstadt Peking hat ein Mann das Dienstfahrzeug von Japans Botschafter Uichiro Niwa angegriffen und die japanische Nationalflagge vom Wagen gerissen. Niwa wurde bei dem Angriff nicht verletzt. Die Botschaft erklärte, man habe Protest beim chinesischen Außenministerium eingereicht. Die Behörde drückte daraufhin tiefes Bedauern aus.

Antrag der Tokyoter Verwaltung auf Besuch der Senkaku-Inseln abgelehnt: Japans Regierung hat den Antrag der Verwaltung der Hauptstadt Tokyo, die Senkaku-Inseln besuchen zu dürfen, abgelehnt. Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura erklärte auf einer heutigen Pressekonferenz, grundsätzlich sei das Betreten nur Mitgliedern der Zentralregierung gestattet.

Da der bislang von Tokyo angestrebte Kauf der Inseln nicht absehbar sei, bestehe keine Notwendigkeit sich mit dieser Frage zu befassen.

Küstenwache veröffentlicht Senkaku-Video: Die japanische Küstenwache hat nun Videoaufnahmen des illegalen Landgangs der nationalistischen chinesischen Aktivisten auf einer der Senkaku-Inseln veröffentlicht. Dies geschah auf Druck der Regierung, da zuvor lediglich zwei Fotos herausgegeben worden waren.

Die Aufnahmen stammen von Helikoptern und Patrouillenbooten der Küstenwache. Das auf 30 Minuten gekürzte Material dokumentiert den Versuch der japanischen Kräfte, die Aktivisten durch Wasserkanonen und Abdrängmanöver vom Landgang abzuhalten.

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