Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO untersucht erstmals den Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1

Japan aktuell: TEPCO untersucht erstmals den Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1

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Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1: Blick auf die Wasseroberfläche unter dem Abdeckgitter am 9. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1: Blick auf die Wasseroberfläche unter dem Abdeckgitter am 9. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1: Blick auf die Wasseroberfläche unter dem Abdeckgitter am 9. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1: Blick auf die Wasseroberfläche unter dem Abdeckgitter am 9. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Nachdem es in den vergangenen Tagen vergleichsweise ruhig um das Kernkraftwerk war, meldet TEPCO von der Anlage in Fukushima heute neue Maßnahmen.

Untersuchungen innerhalb eines stark zerstörten Reaktors sollen Aufschluss darüber geben, in welchem Zustand sich Reaktor 1  des Kernkraftwerks Fukushima aktuell befindet und tatsächlich gab es eine erste Überraschung.

Daneben finden sich heute auch weitere Fukushima News, sowie sonstige Meldungen, wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Oktober 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO beginnt mit Untersuchung von Sicherheitsbehälter in Reaktor 1
  • NRA befasst sich mit AKW-Gefahren durch Katastrophenfälle
  • Bau am AKW Oma geht weiter
  • Erstmals Reislieferung aus früherer AKW-Evakuierungszone
  • Tenno besucht Ortschaft Kawauchi in früherem Sperrgebiet
  • Konflikt um Senkaku un Takeshima bleibt aktuell
    •  Tourismusfolgen für Japans Präfekturen
    • Chinesische Karte soll Japans Senkaku-Anspruch belegen
    • Japanischer Minister für Senkaku-Kommentar gescholten
    • Japan und Korea rufen zu Kommunikation auf

TEPCO beginnt mit Untersuchung von Sicherheitsbehälter in Reaktor 1:  TEPCO hat mit seiner ersten umfangreichen Untersuchung der Bedingungen im Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 1 begonnen. Im Rahmen der bis Samstag dauernden Untersuchung wird man sowohl Strahlungswerte und Gastemperaturen innerhalb des Behälters messen, als auch Wasserproben entnehmen.

Der Zeitplan sind dabei wie folgt aus:

Fukushima-Reaktor 1: Erstmals Untersuchung des Sicherheitsbehälters (Aufnahmen: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Erstmals Untersuchung des Sicherheitsbehälters (Aufnahmen: TEPCO)
  • Am 10. Oktober: Messung des Wasserstands und der Luftwerte unter Nutzung der CCD-Kamera und des Dosimeters.
  • Am 11. Oktober: Videoaufnahmen im Inneren des Sicherheitsbehälters unterhalt des Gitters im ersten Stock.
  • Am 12. Oktober: Entnahme von Proben des angesammelten Wassers.
  • Am 13. Oktober: Anbringung der dauerhaften Kontrollgeräte (Wärmefühler für Luft Wassertemperatur, Wasserstandssensor).

Erste von TEPCO veröffentliche Aufnahmen wurden durch die Einführung einer Kamera in eine Rohrdurchführung an der Seite des Sicherheitsbehälters ermöglicht. Die Kamera, die einen Durchmesser von 75 Millimeter aufweist, konnte nach Betreiberangaben die Wasseroberfläche im Inneren des Behälters ausmachen.

Dabei gab es eine Überraschung: Neuen Schätzungen zufolge, erreicht der Wasserstand zwischen dem Boden des Behälters und der Wasseroberfläche eine Tiefe von 2,8 Metern, was 80 Zentimeter mehr ist, als zuvor vermutet. Eine Strahlungsmessung an der Oberfläche ergab einen Wert von 0,5 Sievert pro Stunde. Am Einführungspunkt der Kamera waren 11,1 Sievert pro Stunde gemessen worden.

Unklar bleibt nach Angaben von TEPCO-Sprecher Masayuki Ono bislang, wo genau sich das Corium, die zusammengeschmolzene Masse der Brennelemente, am Boden des Behälters genau befindet.

Nachdem im Februar diesen Jahres eine Kamera in den Fukushima-Reaktor 2 eingeführt worden war, handelt es sich bei der gestern durchgeführten Maßnahme um die zweite dieser Art. Bislang hatten die extrem hohe Strahlung und die baulichen Schäden einen Blick in das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 verhindert.

NRA befasst sich mit AKW-Gefahren durch Katastrophenfälle:
Die Atomkraftregulierungsbehörde NRA begann am heutigen Tag mit Gesprächen, die sich vor allem mit dem Vorgehen im Fall von schweren Schäden an Atomanlagen befassten. Diese Diskussionen sind Teil der Ausarbeitung neuer Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke.

Dabei kam man überein, neue Arbeitshypothesen zu entwerfen, die sowohl Schäden durch Naturkatastrophen, als auch die Folgen eines terroristischen Anschlags berücksichtigen.

Bis März 2013 soll, nach Einbeziehung der Meinung von Experten und Energiekonzernen ein entsprechender Entwurf fertig sein, bevor im Juli die neuen Sicherheitsstandards fertiggestellt werden, berichtet die jiji. Bis zum Zeitpunkt der Fukushima-Katastrophe war es den Kraftwerksbetreibern selbst überlassen, geeignete Maßnahmen für den Fall von Nuklearkatastrophen zu treffen.

Erstmals Reislieferung aus früherer AKW-Evakuierungszone: Bei den am gestern in der Ortschaft Hirono (Präf. Fukushima) begonnenen Auslieferung von Reis für den Verkauf im Großraum Tokyo, handelt es sich um die erste Lieferung aus einer Gemeinde die zuvor Teil der Evakuierungszone war.

Der im März 2011 verhängte Status als Gebiet, in dem Einwohner auf Evakuierung vorbereitet sein sollen, wurde erst im September 2012 aufgehoben. Die meisten Reisbauern in dem Gebiet hatten Pflanzung und Ernten eingestellt, doch wie die Mainichi Shimbun meldet, gaben zwei Familien nicht auf – und konnten nun ihre Produkte verkaufen.

Zuvor hatte etwa Ryohei Niitsuma, der vor fünf Jahren auf brachliegendem Gelände mit dem pestizidfreien Anbau von Reis begonnen und landesweit etwa 100 Kunden gefunden hatte –  im Sommer letzten Jahres die obersten Erdschichten auf den Feldern abgetragen und Reis gepflanzt – um dann im Frühling diesen Jahres, vor einer weiteren Pflanzung, Zeolith und Kalium zur Dekontamination auf den 1,5 Hektar großen Feldern zu verteilen.

Bau am AKW Oma geht weiter: Trotz der Pläne zum Atomausstieg laufen die Arbeiten am Kernkraftwerk Oma (Präf. Aomori) weiter. Wie die Asahi Shimbun berichtet, wird nun mit dem Einbau einer ringförmigen Stahlstruktur begonnen, die wahrscheinlich Teil des Sicherheitsbehälters wird.

Das Bauteil mit einem Durchmesser von 29 Metern und einer Höhe von neun Metern, war seit Abbruch der Bauarbeiten nach dem Tohoku-Erdbeben neben der Anlage aufbewahrt und durch das Auftragen von Farbe und Rostschutzmittel weiterhin gepflegt worden, um einen späteren Einbau zu ermöglichen. Heute wurde das 200 Tonnen schwere Objekt von einem speziell angefertigten Kran emporgehoben.

Der Weiterbau hat zu gemischten Reaktionen geführt. Während die Behörden in der Ortschaft Oma die Maßnahme begrüßen, wächst der Widerstand in Gemeinden auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido, die lediglich durch eine Meerenge, die Tsugaru-Straße von dem Standort der Anlage getrennt sind. Auch juristische Schritte werden erwartet.

Tenno besucht Ortschaft Kawauchi im früheren Sperrgebiet: Der Tenno und seine Gattin wollen am Samstag die Ortschaft Kawauchi besuchen, die im 30-Kilometer-Umkreis und damit innerhalb des früheren Sperrgebiets, das zwischenzeitlich auf 20 Kilometer verringert wurde, liegt.

Mit dem Tagesbessuch, will das Paar die insgesamt 3.000 früheren Bewohner des Ortes zur Rückkehr ermutigen. Ende Januar waren  500 Personen zurückgekehrt, während 90 weitere Bewohner in Übergangshäusern leben, da ihre ursprünglichen Wohnsitze immer noch innerhalb des Sperrgebiets liegen.

Nach Angaben der Kyodo wird das Kaiserpaar mit dem Schnellzug Shinkansen, sowie mit einem Wagen reisen und neben der Ortschaft auch ein Dekontaminationsgebiet besichtigen, in dem Dächer und Wände von Gebäuden gereinigt, und starker Bewuchs in der Nähe der Häuser entfernt wurde.

Konflikt um Senkaku und Takeshima bleibt aktuell: Wirtschaftliche Folgen und diplomatische Bemühungen sind Teil des Konflikts um die Inselketten zwischen Japan und seinen Nachbarstaaten. Jetzt die Neuigkeiten im Überblick.

 Tourismusfolgen für Japans Präfekturen: Die politischen Probleme sorgen für den Rückgang von Besuchen chinesischer Touristen in Japan. Obwohl die Zahl im Vorjahr bereits durch die Naturkatastrophen gefallen war, zeigten sich Normalisierungstendenzen.

Chinesische Karte soll Japans Senkaku-Anspruch belegen: Außenminister Koichiro Gemba konterte nun Chinas Berufung auf geschichtliche Eigentumsverhältnisse mit der Veröffentlichung einer chinesischen Karte aus dem Jahr 1960.

Auf dieser Karte werden die Senkaku-Inseln als Teil des japanischen Territoriums gekennzeichnet. Auch ein offizielles chinesisches Schreiben von 1920 nennt die Inselgruppe als Japan zugehörig.

Japanischer Minister für Senkaku-Kommentar gescholten: Eiichiro Washio, Parlamentssekretär des Landwirtschaftsministeriums wurde für seine Bemerkung, die Inseln seien zwar japanisch, allerdings spiele es keine Rolle, wer die Inseln besitze, es könnte auch China sein.

Heute entschuldigte sich der Politiker für seine unglückliche Wortwahl und bekräftigte Japans Anspruch auf die Inseln. Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura hatte bei dessen Vorgesetzten auf die irritierende Äußerung gewiesen.

Japan und Korea rufen zu Kommunikation auf: Politiker beider Länder, darunter Südkoreas Präsident Lee Myung Bak und Japans Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura, betonten die Wichtigkeit, die Eigentumsfrage sachlich zu klären.

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