Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO verheimlichte drohenden Mangel an Fukushima-Arbeitern

Japan aktuell: TEPCO verheimlichte drohenden Mangel an Fukushima-Arbeitern

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Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Strahlungsbelastung der Arbeiter bekannt gegeben (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
TEPCO verschleierte bewusst drohenden Arbeitskräftemangel (Foto: TEPCO)

Für die Stilllegung eines Kraftwerks werden vor allem Fachkräfte benötigt und genau an diesen scheint es dem Betreiber des AKW Fukushima aktuell bald zu mangeln.

Darüber kann auch eine positive Meldung zur Gesundheit der Präfektureinwohner nicht hinwegtäuschen, denn die beschädigte Kraftwerksanlage bedarf gerade jetzt besonderer Wartung, wie ein Bericht aus Fukushima heute zeigt.

Doch auch zu diesem Dienstag gibt es mehr zu berichten, als nur Fukushima News und somit nun weitere Neuigkeiten im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. November 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Weniger Fukushima-Arbeiter im Stilllegungs-Einsatz als behauptet
  • Kühlsystem für Fukushima-Lagerbecken abgeschaltet
  • TEPCO zeigt Bilder von Reaktorkühlungs-Übung
  • Keine Belastung in Muttermilch in Präfektur Fukushima nachgewiesen
  • Japan will Walfang wie geplant durchführen
  • Harsche Worte im Senkaku-Konflikt:
    • Chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet
    • China macht Senkaku zum Thema beim ASEM
    • ASEM-Gastgeber muss zur Mäßigung aufrufen
    • Japan und China ignorieren sich auf ASEM-Dinner

Weniger Fukushima-Arbeiter im Stilllegungs-Einsatz als behauptet: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO verfügt offenbar über weniger Arbeiter zur Stilllegung der Reaktoranlage von Fukushima Daiichi, als bislang vom Unternehmen behauptet.

Kritiker hatten dies in der Vergangenheit nicht zuletzt aufgrund von Anwerbungsaktionen des Elektrizitätsanbieters bereits vermutet.

Bislang hatte das Unternehmen auf entsprechende Anfragen geantwortet, es bestehe kein Mangel an Arbeitskräften, da man etwa 24.000 Arbeiter sicher habe. Doch diese Zahl spiegelt lediglich die Arbeiter wieder, die seit Ausbruch der Krise überhaupt an der Anlage arbeiteten.

Nicht zuletzt aufgrund der Arbeitsbedingungen haben zwischenzeitlich 16.000 Arbeiter bereits die Anstellung aufgegeben, so dass TEPCO nach Angaben der NHK derzeit tatsächlich lediglich über 8.000 registrierte Arbeitskräfte verfügt. Dabei werden nach Schätzungen des Unternehmens in diesem Jahr etwa 11.700 Arbeiter für die Stilllegungsarbeiten benötigt.

Zwar beschwichtigt TEPCO, indem man erklärt, dass Arbeiter sich erneut registrieren werden, so dass es zumindest kurzfristig keinen Arbeitskräftemangel geben wird, räumte jedoch gleichzeitig ein, dass man Angestellte auch noch ausbilden müsse und nicht voraussehbar sei, wie viele Arbeiter tatsächlich sicher zur Verfügung stehen werden.

Kühlsystem für Fukushima-Lagerbecken abgeschaltet: Am gestrigen Montag schaltete TEPCO um 14:02 Uhr das Kühlsystem für das Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente von Fukushima-Reaktoor 4 ab. Grund hierfür ist die Einleitung von Frostschutzmitteln in den sekundären Kühlkreislauf.

Die Temperatur zum Zeitpunkt des Halts betrug etwa 24°Celsius. Bereits am heutigen Dienstag wird das Kühlsystem wieder in Betrieb genommen und es bestehen nach Angaben von TEPCO kein Problem mit der Kühlung während dieses Zeitraums, da der geschätzte Temperaturanstieg bei etwa 0,418°Celsius liegt.

TEPCO zeigt Bilder von Reaktorkühlungs-Übung: Heute veröffentlicht TEPCO mehrere Fotos, auf denen die Schritte bei der externen Kühlung über Feuerwehr-Löschfahrzuge zu sehen ist. Die Aufnahmen stammen von einer gestern durchgeführten Übung, in deren Rahmen die Arbeiter auf derartige Arbeiten vorbereitet werden sollen.

Reaktorkühlungsübung: Anpassung des Wasserdurchflusses am 5. November 2012
Reaktorkühlungsübung: Anpassung des Wasserdurchflusses am 5. November 2012

Maßnahmen wie die Verlegung von Schläuchen, der Anschluss und Betrieb der Wasserpumpe des Feuerwehrfahrzeugs, sowie Anpassung der eingespeisten Wassermenge und schließlich die Einleitung in die Anlage sind auf den Bildern dokumentiert.

Derartige Übungen sind insbesondere für die Ausbildung weiterer Arbeiter an den Anlagen des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi von Bedeutung.

Keine Belastung in Muttermilch in Präfektur Fukushima nachgewiesen: Seit Juni bietet die Präfekturverwaltung Fukushima kostenlos besorgten Müttern die Möglichkeit telefonischer Beratung, sowie die Analyse von Muttermilch an. Von den 703 Personen die sich bis Ende Oktober telefonisch beraten liessen, gaben jedoch nur 378 Mütter entsprechende Proben ab – deutlich weniger als erwartet.

In keinem Fall wurden Belastungen über zwei Becquerel pro Kilogramm, dem Nachweisgrenzwert von radioaktivem Cäsium festgestellt, meldeten die Behörden nach Angaben der Asahi Shimbun am gestrigen Montag. Dies sei zwar beruhigend, dennoch wünsche man sich eine stärkere Beteiligung an den Tests.

Die Tests sind kostenfrei, die Präfekturverwaltung hat für die Kontrolle der Muttermilch von 10.000 Frauen entsprechende Finanzmittel in Höhe von 100 Millionen Yen vorgesehen, nachdem etwa 18.000 Geburten pro Jahr als Grundlage genommen wurden. Auch Flüchtlinge,  die aus der Präfektur Fukushima stammen und evakuierten, haben Anrecht auf den Test.

Japan will Walfang wie geplant durchführen: Gestern bereiteten sich die radikalen Umweltaktivisten der Organisation Sea Shepherd auf die Abwehr japanischer Walfänger noch vor arktischen Gewässern vor. Heute berichtet Japans Behörde für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, der jährliche „Forschungswalfang“ werde wie geplant stattfinden.

Zwar werden zweistufige Renovierungsmaßnahmen am  25 Jahre alten Hauptschiff „Nisshin Maru“ durchgeführt, jedoch soll die Jagd bereits beginnen, wenn im weiteren Verlauf des Monats die erste Stufe abgeschlossen wurde. Daher werde man in der Lage sein, wie bereits im vergangenen Jahr, im Dezember zu operieren. Hierüber berichteten jiji, Kyodo und NHK.

Harsche Worte im Senkaku-Konflikt:  Auch während eines internationalen Treffens blieb das Thema des Inselstreits aktuell und zeigte, dass der Konflikt tatsächlich politisch ist und nicht ausschließlich aus lächerlich-provokativen Seemanövern chinesischer  Schiffe besteht. Die neusten Meldungen jetzt im Überblick:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet: Japans Küstenwache meldete heute um 9:00 Uhr Ortszeit vier chinesische Schiffe in der Grenzzone, etwa 35 Kilometer von Kubajima, einer der Senkaku-Inseln. entfernt. Zuvor war bereits gegen 7:00 Uhr ein Schiff der Fischereibehörde gesichtet worden.

China macht Senkaku zum Thema beim ASEM: Beim Asien-Europa-Treffen (ASEM) in Vientiane (Laos) gerieten China und Japan erneut aneinander. Japans Premierminister Yoshihiko Noda erklärte, sein Land strebe friedliche Lösungen gemäß internationalen Gesetzen an.

Chinas Außenminister Yang Jiechi nannte das Thema des Inselstreits beim Namen und  kritisierte Japan für die angebliche Ablehnung der Nachkriegsordnung.

Premier Noda erklärte später, er habe nicht die Absicht gehabt, das Thema der bilateralen Beziehungen anzusprechen, zumal die Senkaku-Inseln sowohl historisch als auch durch internationales Recht gedeckt zu Japan gehören und es daher keinen Konflikt gebe.

China argumentierte wie zuvor, bereits seit der Ming-Dynastie gehörten die Inseln angeblich zu China.

ASEM-Gastgeber muss zur Mäßigung aufrufen: Nachdem Yang gefordert hatte, Japan dürfe die Erfolge des antifaschistischen Krieges nicht leugnen und die Prinzipien der UN-Charta nicht in Frage stellen, drängte Laos Premierminister Thongsing Thammavong als Vorsitzender des Treffens, beide Staaten dazu diese Dinge untereinander zu klären.

Japan und China ignorieren sich auf ASEM-Dinner: Japans Premierminister Noda sprach mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Hwang-sik unnd nahm nach einem Händeschütteln neben ihm Platz. Obwohl Noda und Chinas Premier Wen Jiabao nach einer Rede aneinander vorbei gingen, gab es keinen Blickkontakt, oder Gespräche.

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