Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO verliert vertrauliche Daten von Fukushima-Geschädigten

Japan aktuell: TEPCO verliert vertrauliche Daten von Fukushima-Geschädigten

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TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Manager heute angeklagt (Symbolfoto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO verliert persönliche Daten (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Nachdem TEPCO in der Vergangenheit vor allem den Austritt von Wasser aus Behältern melden musste, ist es nun der Verlust von Dokumenten, der den Betreiber des AKW Fukushima heute in Schwierigkeiten bringt.

An anderer Stelle muss die Präfekturverwaltung Fukushima aktuell Mängel bei der Regelung zur Dekontamination einräumen.

Die Fukushima News bringen somit erneut Berichte über Pannen und Mängel mit sich. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juni 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO verliert persönliche Daten von Fukushima-Opfern
  • Fehlende Regelungen für Fukushima-Dekontamination
  • Beleidigender Fukushima-Opferberater gerügt

TEPCO verliert persönliche Daten von Fukushima-Opfern: Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi heute einräumen musste, hat ein Angestellter des Unternehmens bereits am Dienstag interne Dokumente mit den persönlichen Informationen von 22 Personen, die Schadensersatzforderungen gestellt hatten, in einem Zug liegen lassen.

Dieser Zwischenfall war für TEPCO dann auch Grund genug einzuräumen, dass es zwischen April 2011 und Mai 2013 bereits 60 Fälle gab, in denen es zum Verlust derartiger Dokumente gekommen war. Den aktuellen Fall, in dem es um Daten aus Futaba (Präf. Fukushima) geht, habe man nur deshalb bekannt gemacht, weil nicht alle der 22 betroffenen Personen kontaktiert werden konnten.

Das Unternehmen erklärte nach Angaben von Kyodo und jiji jedoch auch, bislang wären keine Fälle über einen möglichen Missbrauch der Daten, etwa in Form eines Identitätsdiebstahls, gemeldet worden.

Fehlende Regelungen für Fukushima-Dekontamination: Während die Arbeiten zur Dekontamination von Landstrichen und Gebäuden in der Präfektur Fukushima bereits im Gang sind, scheint es nun so, als ob in den meisten Verträgen zwischen Behörden und den verantwortlichen Unternehmen keine Zahlenwerte und Zeitplan als zu erreichende Ziele festgelegt worden waren.

Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: symbolisch, TEPCO)

Zu diesem Schluss kommt zumindest die NHK aufgrund von Anfragen bei der Regierung und 32 Ortsverwaltungen, sowie Dokumenten, die durch den Antrag auf Akteneinsicht im Rahmen der Regelungen zur Informationsfreiheit offengelegt wurden.

Als Rechtfertigung für den Umstand, das annähernd 90 Prozent der Verträge der Gemeinden keine Angaben dazu machten, bis zu welchem Wert die Strahlung vor Ort durch die Maßnahmen gesenkt werden sollen, nannten die Verantwortlichen, dass man nicht sicher sei, in welchem Umfang die Arbeiten erfolgreich sein werden, was es schwierig mache den Firmen konkrete Ziele zu setzen.

Das dieses „ins-Blaue-arbeiten“ auch Einfluss auf die Arbeitsmoral der Mitarbeiter habe, bestätigten einige Beschäftigte der Dekontaminationsfirmen. Einige der Angestellten würden ihre Arbeit nachlässig verrichten, da man kein konkretes Ziel vor Augen habe. Das Umweltministerium erklärte, man werde unter anderem nicht angekündigte Stichprobenkontrollen machen, um schlampige Arbeit zu verhindern.

Ein Problem ganz anderer Art sieht Professor Takero Doi von der Keio Universität. Es sei irreführend von „effektiver Kontamination“ zu sprechen, wenn man dies überhaupt nicht beurteilen könne, da keine Vergleiche mit Vorgaben über die erforderliche Strahlungsreduktion möglich sind.

Beleidigender Fukushima-Opferberater gerügt: Koichi Tani, Vizeminister für Wiederaufbau, teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass Yasuhisa Mizuno, Berater der Behörde für Wiederaufbau der Präfektur Fukushima, für sein Fehlverhalten eine offizielle Rüge erhalten habe.

Mizuno hatte in Postings im Rahmen sein es privaten Twitter-Accounts, unter anderem Vertreter einer Bürgergruppe beleidigt (Spreadnews berichtete am 13. Juni 2013). Während seiner Befragung hatte Mizuno die fraglichen Tweets eingeräumt und sich für seine Äußerungen entschuldigt. Das berichteten jiji und Asahi Shimbun.

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