Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO veröffentlich erneut Video-Konferenzmaterial zur Fukushima-Krise

Japan aktuell: TEPCO veröffentlich erneut Video-Konferenzmaterial zur Fukushima-Krise

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Neues Videokonferenz-Material der Fukushima-Krise veröffentlicht (Foto: TEPCO)
Neues Videokonferenz-Material der Fukushima-Krise veröffentlicht (Foto: TEPCO)
Neues Videokonferenz-Material der Fukushima-Krise veröffentlicht (Foto: TEPCO)
Neues Videokonferenz-Material der Fukushima-Krise veröffentlicht (Foto: TEPCO)

Das Wochenende beginnt mit Videokonferenz-Aufnahmen, die der Betreiber des AKW Fukushima heute veröffentlichte und in deren Zusammenhang möglicherweise noch interessante Details zu Tage treten könnten – sofern das Material nicht wieder bis zur Unkenntlichkeit zensiert wurde.

Doch nicht nur mit diesen alten Aufnahmen bleibt die Anlage in Fukushima aktuell, gab es doch bereits am gestrigen Tag weitere Meldungen. So also zum Wochenende noch einmal mehrere Fukushima News und weitere Informationen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Oktober 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO legt erneut Material aus Videokonferenzen offen
  • Leck an Pumpenrohr der Wasseraufbereitung an Fukushima-Reaktor 6
  • Bau des AKW Kaminoseki vorerst verhindert
  • Erste Katastrophenübung der NRA
  • Militärisches Muskelspiel in Inselstreitigkeiten
    • Vier chinesische Schiffe in Senkaku-Grenzzone
    • Sieben Chinesische Kriegsschiffe üben nahe Okinawa
    • Korea lädt internationale Journalisten auf Takeshima ein
    • SDF-Helikopter soll koreanischen Luftraum verletzt haben
    • Japanisches Kriegsschiff in koreanisch beanspruchten Gewässern
    • Südkorea reagiert mit Zerstörer und Kampfjets
    • Japan lehnt Koreas Protest ab

TEPCO legt erneut Material aus Videokonferenzen offen: TEPCO hat erneut dem Druck der Medien nachgegeben und weitere Aufnahmen der Videokonferenzen veröffentlicht, die innerhalb der heißen Phase der Krise am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zwischen der Leitung des AKW und der Unternehmens in Tokyo stattfanden.

TEPCO: Neues Fukushima-Videokonferenzmaterial, veröffentlicht am 5. Oktober 2012 (Video: TEPCO)
TEPCO: Neues Fukushima-Videokonferenzmaterial, veröffentlicht am 5. Oktober 2012 (Video: TEPCO)

Das fast sechs Stunden dauernde Video (5:48:37) zeigt unter anderem den Versuch von Kraftwerksleiter Masao Yoshida am 13. März 2011 Kontakt zum Büro des Premierministers zu bekommen. Wie spätere Berichte von Untersuchungsausschüssen zeigten, hatte die Regierung teilweise durch Kommunikationsfehler und Kompetenzgerangel schnelleres Vorgehen verhindert.

Auch zu sehen ist die Anordnung eines Mitarbeiters im Firmensitz, der am 14. März 2011, offenbar ohne sich des Ernsts der Lage bewusst zu sein, die Öffnung von Ventile anordnete, um den Druck in Reaktor 2 zu senken. Dies wurde kommentiert mit dem Hinweis, die Führung solle sich nicht in die Arbeit einmischen.

Wieder wurden Teile des Videos pseudonymisiert, um Anwesende zu schützen. Ein den Medien vor einigen Monaten vorgelegtes Video von 90 Minuten Länge hatte durch derartige Bearbeitung viel Aussagekraft eingebüßt (Spreadnews berichtete am 7. August 2012).

Eine vollständige Veröffentlichung des etwa 150 Stunden umfassenden Videomaterials lehnt TEPCO weiterhin ab und hatte Journalisten zwar die Sichtung des Materials, jedoch keine Aufzeichnung erlaubt.

Leck an Pumpenrohr der Wasseraufbereitung an Fukushima-Reaktor 6: Gestern bemerkte ein TEPCO-Angestellter gegen 4:00 Uhr am Rohr einer Pumpe der Wasseraufbereitungsanlagen nahe der Reaktoren 5 und 6  den Austritt von Wasser an einer Rohrverbindung.

Fukushima-Reaktor-6: Leck am Rohr der Pumpe der Wasserfilteranlage am 4. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor-6: Leck am Rohr der Pumpe der Wasserfilteranlage am 4. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Etwa gegen 4:35 Uhr wurde nach dem Stopp der Pumpe bestätigt, dass kein Wasser mehr aus dem Leck dringe.

Bei einer ersten Untersuchung wurde ein Loch (3mm x 1mm) entdeckt.  Insgesamt sind etwa 12 Liter Wasser ausgetreten.

Nach Angaben von TEPCO befindet sich das betroffene Gebiet nördlich der Reaktoren 5 und 6 unter freiem Himmel. Der dortige Boden besteht aus Kies.

Da es keinen Seitengraben in dem Gebiet gebe, geht man davon aus, dass das Wasser nicht außerhalb des Geländes gelangte.

Die Ursache des Lochs wird noch untersucht. Erste Messergebnisse zeigen folgende Werte:

  • Cäsium-134: 1,5 × 10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäisum-137: 2,4 × 10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter‘
  • Jod-131: Unter dem Nachweiswert 1,6×10-2 Becquerel pro Kubikzentimeter.

Bau des AKW Kaminoseki vorerst verhindert: Durch die Weigerung, die Gültigkeit eines benötigten Dokuments zu verlängern, hat Shigetaro Yamamoto, Gouverneur der Präfektur Yamaguchi, den Bau eines Atomkraftwerks praktisch auf Eis gelegt.

Auch Industrieminister Yukio Edano erklärte auf einer heutigen Pressekonferenz, sein Ministerium werde den Bau des Kernkraftwerks in der Ortschaft Kaminoseki verhindern. Japans neue Atomenergie verbiete den Neubau von AKW, allerdings sei die Fertigstellung und der Neustart bereits bestehender Anlagen möglich, sofern ihre Sicherheit von der NRA bestätigt werde.

Allerdings widerspricht dies teilweise den Aussagen des Vorsitzenden der Atomaufsicht NRA, der zusätzlich zur Sicherheitsbeurteilung der Instanz auch das Einverständnis von Anwohnern einholen müsse. Die Weigerung des AKW-Baus, ist die erste Ablehnung dieser Art seit der Fukushima-Krise. Hierüber berichteten Asahi Shimbun, NHK.

Erste Katastrophenübung der NRA: Die neue Atomaufsicht NRA hat für seine heute durchgeführte ersten Übung seit Einführung der NRA die Situation eines Erdbebens, verbunden mit einem Stromausfall an der Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho (Präf. Aomori) als Grundlage gewählt.

Toyoshi Fuketa, der für den Kontakt mit Kraftwerksbetreibern während Notfällen zuständig ist, um die Katastrophenhilfe zu organisieren, traf im Rahmen der Übung, gemeinsam mit Mitarbeitern in einem Helikopter der Selbstverteidigungsstreitkräfte am AKW ein, berichtet die NHK von dem Einsatz.

Yoshihide Kuroki von der NRA, nahm einen Posten im Notfallzentrum nahe der Anlage ein. Von dort stellte er eine Videokonferenz mit dem Hauptsitz der NRA in Tokyo her, um Evakuierungsmaßnahmen und andere Schritte zum Schutz der Bevölkerung zu melden. Die Übung selbst sei problemlos verlaufen – allerdings habe man bis zum Zentrum länger als fünf Stunden benötigt.

Militärisches Muskelspiel in Inselstreitigkeiten: Alle drei Nachbarstaaten, die unterschiedliche Ansprüche auf die japanischen Inselketten erheben, sind nun dazu übergegangen, Militärpräsenz in den umstrittenen Gewässern zu zeigen. Die aktuellen Meldungen im Überblick:

Japan und Korea im Disput um Takeshima-Inseln (Grafik: spreadnews.de)
Kriegsschiffe agieren zwischen Inselketten (Grafik: spreadnews.de)

fVier chinesische Schiffe in Senkaku-Grenzzone: Zum fünften Tag in Folge meldet die japanische Küstenwache chinesische Schiffe innerhalb der Grenzzone. Es handelt sich offenbar um Schiffe von Chinas Meeresüberwachung, die in der Nähe der Insel Kubajima in die Zone gelangt waren und dort zunächst blieben.

Hinweise der japanischen Küstenwache, nicht in japanische Gewässer einzudringen, wurden mit der üblichen Propaganda beantwortet. Gestern hatten auch vier Schiffe von Chinas Fischereibehörde die Zone erreicht, sich jedoch heute wieder von dort zurückgezogen.

Sieben Chinesische Kriegsschiffe üben nahe Okinawa: Wie das Verteidigungsministerium in Tokyo meldet, navigierten Kriegsschiffe der VR China in einem Zeitraum von 18:00 bis 19:00 Uhr zwischen Okinawa und der Insel Miyako in internationalen Gewässern.

Korea lädt internationale Journalisten auf Takeshima ein: Nachdem ein Besuch von Südkoreas Präsident der Auslöser für die Verschärfung der Forderungen um die Takeshima-Gruppe war, legt die Regierung in Seoul mit einer Einladung ausländischer Journalisten nun nach.

Insgesamt dreizehn Journalisten und Kameramänner von BBC, CNN und der New York Times folgten der Einladung, wurden in einem Helikopter auf die Inseln gebracht und wurden mit ihrer Berichterstattung somit Teil von Südkoreas Versuch, den eigenen Anspruch auf die Inseln legitim erscheinen zu lassen.

Japanischer Helikopterträger JS Hyuga (Grafik: pd)
SDF-Helikopter soll Korea provoziert haben (Abb. symbolisch, pd)

SDF-Helikopter soll koreanischen Luftraum verletzt haben: Südkorea hat wegen eines Helikopters der japanischen Marine-Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), der am 21. September in die koreanische Flugüberwachungsszone in der Nähe der Takeshima-Kette eingedrungen und koreanischen Luftraum verletzt habe, förmlichen Protest eingelegt.

Japanisches Kriegsschiff in koreanisch beanspruchten Gewässern: Der Helikopter sei von einem japanischen 4.000 Tonnen Helikopterträger, der sich den Inseln bis zu 50 Kilometern genähert und militärisches Operationsgebiet Koreas verletzt habe, gestartet und zwei Start- und Landungsübungen auf dem Schiff durchgeführt.

Es ist vermutlich das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass ein japanisches Schiff, oder ein Helikopter in militärisches Gebiet Südkoreas vordringt.

Südkorea reagiert mit Zerstörer und Kampfjets: Als Reaktion hierauf entsandte Südkorea einen Zerstörer und vier F-15K Kampfjets. Die Japaner hätten erst nach einer Warnung des koreanischen Militärs das Gebiet wieder verlassen.

Japan lehnt Koreas Protest ab: Japan erklärte, der Marinehelikopter des MSDF Zerstörers Ariake habe an einer routinemäßigen Übung auf offener See teilgenommen. Zwar sei der Helikopter die Flugüberwachungsszone gelangt, man habe jedoch nicht erkennen können, dass er koreanischen Luftraum verletzt haben soll.

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