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Japan aktuell TEPCO veröffentlicht mehrere tausend Fukushima-Fotos

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Eines von zahlreichen TEPCO-Bildern: Fernsteuerung des Räumgeräts am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)
Eines von zahlreichen TEPCO-Bildern: Fernsteuerung des Räumgeräts am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)
Eines von zahlreichen TEPCO-Bildern: Fernsteuerung des Räumgeräts am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)
Eines von zahlreichen TEPCO-Bildern: Fernsteuerung des Räumgeräts am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)

Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte zum Wochenende eine große Zahl von Aufnahmen der Reaktorkatastrophe.

Das Besondere ist, dass die aus Fukushima aktuell gezeigten Bilder zu einem großen Teil von Angestellten stammen sollen, die sie während ihrer Arbeit aufnahmen.

Allerdings ist auch die Präfektur Fukushima heute wieder Thema, ebenso wie ein Skandal bei Japans Atomaufsicht und eine Neubeurteilung der Gefahr durch Großbeben. Fukushima News und weitere Nachrichten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO veröffentlicht mehrere tausend Aufnahmen des AKW Fukushima
  • Entwurf von Japans Atomaufsicht illegal an AKW-Betreiber weitergegeben
  • Japanische Hauptinsel mit 28 kritischen Verwerfungen für Großbeben
  • Robotereinsatz zur Strahlungskontrolle in Fukushima-See geplant
  • Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert Hokkaido
  • Chinesischer Smog erreicht Japan
  • Wochenstart mit Senkaku-Provokation
    • Chinesissche Schiffe dringen in Japans Gewässer ein

TEPCO veröffentlicht mehrere tausend Aufnahmen des AKW Fukushima: Der Energiekonzern TEPCO, Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi hat am Freitag eine wahre Flut an Bildmaterial öffentlich gemacht. Insgesamt 2.145 Fotografien veröffentlichte das Unternehmen am vergangenen Freitag.

AKW Fukushima: "Kiken" (Gefahr) - stark radioaktive Trümmer am 31. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: "Kiken" (Gefahr) - stark radioaktive Trümmer am 31. März 2011 (Foto: TEPCO)

Die Aufnahmen stammen dabei von Kraftwerksarbeitern, weiteren Angestellten und den Beschäftigten von Subunternehmen, die TEPCO um Erlaubnis zur Veröffentlichung gebeten hatte. Das Material deckt den Zeitraum zwischen dem 15. März bis zum 11. April 2011 ab.

Insgesamt 849 Fotos werden jedoch von TEPCO zurückgehalten. Man verweist dabei auf den Schutz sensibler Daten der Atomtechnik. Dennoch handelt es sich um die bislang größte Veröffentlichung an Fotografien vom Kraftwerk.

Reaktor 3 (15. März 2011), Straße zum Umspannwerk für Reaktoren 1 und 2 (29. März 2011), Gebiet zwischen Reaktoren 3 und 4 (8. April 2011) Fotos: TEPCO)
Reaktor 3 (15. März 2011), Straße zum Umspannwerk für Reaktoren 1 und 2 (29. März 2011), Gebiet zwischen Reaktoren 3 und 4 (8. April 2011) Fotos: TEPCO)

Auf den veröffentlichten Aufnahmen ist das Chaos und die Zerstörungen nach dem Tohoku-Erdbeben und dem anschließenden Tsunami zu sehen. Neben Bildern von den Dammanlagen und Kontrollräumen sind auch die Versuche der Löscharbeiten durch die Aufnahmen dokumentiert.

Besonders eindrücklich zeigen die Fotos von Fukushima-Reaktor 3, welche verheerende Auswirkung die Wasserstoff-Verpuffung im Reaktorgebäude hatte, ist das ganze Gebäude doch von Trümmern bedeckt zu sehen.

Auf den Fotos sind auch die Versuche dokumentiert, die Situation zu stabilisieren, sei es durch den Einsatz von schwerem Gerät, oder das verlegen von Rohren und Schläuchen. Arbeitsschritte wie die Fernsteuerung der Maschinen sind ebenfalls fotografisch festgehalten.

Der exakte Zweck der massenhaften Veröffentlichung ist unklar. Möglicherweise versucht der Konzern einen Eindruck von den Gefahren, denen sich die Arbeiter gegenüber sahen, zu vermitteln. In Anbetracht des Mangels an Arbeitskräften am Kraftwerk könnten sie auch ein Aufruf sein, sich am Wiederaufbau zu beteiligen

 

Entwurf von Japans Atomaufsicht illegal an AKW-Betreiber weitergegeben: Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA, die gegründet worden war, um nach der Fukushima-Katastrophe das Vertrauen der Bevölkerung in den Aufklärungswillen der Regierung wiederherzustellen, erlebt nun einen Skandal.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
Skandal um illegale Dokumentenweitergabe bei der Atomaufsicht (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Bereits vor der offiziellen Veröffentlichung in der vergangenen Woche hatte Tetsuo Nayuki, hochrangiges Mitglied der Atomaufsicht, bei einem Treffen mit Vertretern des Energiekonzerns Japan Atomic Power am 22. Januar den Entwurf unerlaubt weitergegeben – sechs Tage vor der offiziellen Veröffentlichung.

Hideka Morimoto, stellvertetender Generalsekretär der NRA erklärte, da die Inhalte des Entwurfs ohnehin für die Veröffentlichung bestimmt waren, seien sie nicht vertraulich und Nayuki habe damit keinen Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht begannen. Sein Verhalten sei jedoch unangemessen gewesen.

Angestellten der NRA ist es nicht erlaubt, sich alleine mit Vertretern der Atomindustrie zu treffen, um die Transparenz der Behörde nicht zu gefährden. Die NRA erteilte Nayuki eine schwere Rüge, enthob ihn von seinem Posten innerhalb des Sekretariats der Behörde und schob ihn auf seinen alten Posten im Ministerium für Bildung, Kultur, Sport Wissenschaft und Technologie (MEXT)  ab.

Auch Japan Atomic Power äußerte sich in einer Pressekonferenz zu den Ereignissen. Man habe Nayuki gebeten, den Inhalt des Entwurfs bereits vorab preiszugeben, so dass man umgehend ein entsprechend fundiertes Gegenargument zur Hand habe.

Sowohl die NRA als auch Japan Atomic Power erklärten, es habe keine finanziellen oder sonstigen Gegenleistungen gegeben. Nach Angabe des AKW-Betreibers sei auch kein Lobbyismus auf Basis der Informationen erfolgt.

Das Treffen war bekannt geworden, da Nayuki am folgenden Tag, dem 23. Januar, die Angelegenheit bei seiner Behörde berichtet hatte, da ihm Zweifel über die Richtigkeit seines Vorgehens gekommen waren, worauf noch am selben Tag die Abstrafung erfolgte. Über diesen Schlag gegen die Vertrauenswürdigkeit der Atomaufsicht berichteten jiji, Kyodo und Asahi Shimbun.

Robotereinsatz zur Strahlungskontrolle in Fukushima-See geplant: Ein Roboter, der unter der Leitung von Takayuki Takahashi, Professor für Robotertechnologie an der Universität Fukushima, entwickelt wurde soll zur Strahlungsmessung im  Inawashiro-See eingesetzt werden. der zuvor ein Touristenmagnet war.

Inawashiro-See in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Inawashiro-See in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)

Die Präfekturverwaltung hatte im vergangenen Juni und September zwar die Strahlungswerte des Wasser gemessen und dabei keine radioaktive Belastung festgestellt, jedoch soll mit dem Roboter ab Ende diesen Monats neben Wasser auch Material vom Grund des Sees entnommen und anschließend analysiert werden.

Zusätzlich soll an Stelle der Schaufel des Roboters, auch ein Dosimeter befestigt werden, um Echtzeit-Daten erfassen zu können.

Die Forscher wollen anschließend eine Karte der Verteilung von radioaktivem Material innerhalb des Sees veröffentlichen. Mit der Maßnahmen reagiert man auf Ängste aus der Bevölkerung, die fürchtet, durch Flüsse könnte der Inawashiro kontaminiert worden sein, berichtet die Mainichi Shimbun.

Japanische Hauptinsel mit 28 kritischen Verwerfungen für Großbeben: Das Erdbebenforschungskomittee der Regierung veröffentlichte nach Untersuchung aller aktiven Verwerfungen auf Japans südlichster Hauptinsel Kyushu nun Prognosen, denen zufolge allein auf Kyushu insgesamt 28 aktive Verwerfungen von mindesten zehn Kilometern Länge bestehen, die Erdbeben bis zu einer Stärke von 6,8 und höher auslösen könnten.

Bei den Kontrollen kam eine Methode zum Einsatz, die als Reaktion auf das Chuetsu-Erdbeben im Jahr 2004 entwickelt worden war. Die gleiche Technik soll auch in anderen Teilen Japans zur Untersuchung aktiver Verwerfung zum Einsatz kommen. berichtet die Mainichi Shimbun.

Die schwersten Erdbeben könnten sich den Prognosen zufolge in der Nishiyama-Verwerfungszone (Präf. Fukuoka) und der Beppu-Haneyama-Verwerfungszone (Präf. Oita)  ereignen. Dort müsse mit Beben mit einer Magnitude von 7,6 gerechnet werden.

Es bestehe zudem eine Wahrscheinlichkeit von 30 bis 42 Prozent, dass sich innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Erdbeben, das mindestens eine Stärke von 6,8 aufweist, auf Kyushu ereignen wird.

Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert Hokkaido: Am Samstag ereignete sich gegen 23:17 Uhr Ortszeit ein schweres Erdbeben auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido.

Japan-Karte: Erdbeben in Obihiro (Foto: pd)
Japan-Karte: Erdbeben in Obihiro (Foto: pd)

Die Stärke des Bebens wird laut Meldung der Kyodo mit 6,4 angegeben, nachdem die US-Erdbebenwarte USGS zunächst eine Stärke von 6,9 gemeldet hatte.

Das Epizentrum des Bebens befand sich in der Region Tokachi,  15 Kilometer von der Stadt Obihiro entfernt, in einer Tiefe von schätzungsweise 125 Kilometern.

Nachdem es zunächst keine Meldungen über schwere Schäden und Verletzte gegeben habe, wurde später durch die jiji von Stromausfällen in 700 Haushalten, sowie zehn Verletzten berichtet. Eine Tsunami-Warnung sei nicht erfolgt.

Nach Angaben des Betreibers gab es am AKW Tomari, dem einzigen Kernkraftwerk auf Hokkaido ebenfalls keine Auffälligkeiten.

Die Erschütterungen des Erdbebens waren nach Zeugenangaben auch mehrere tausend Kilometer entfernt, noch in Japans Haupstadt Tokyo zu spüren.

Chinesischer Smog erreicht Japan: Während sich Japan gegen die Verletzung seines Luftfraums durch illegal eindringende chinesische Flugzeuge durch den Einsatz von Abfangjägern schützen kann, steht man dem Luftangriff durch chinesischen Smog hilflos gegenüber.

Smog in Peking im Jahr 2006 (Foto: Berserkerus cc-by)
Smog in Peking: Japan erwartet Chinas Feinstaub (Foto: symbolisch, Berserkerus cc-by)

Wie das japanische Umweltministerium berichtet, stelle die Konzentration der Substanzen im Feinstaub bislang keine Gesundheitsgefahr dar. Dennoch raten Experten zumindest Personen mit Asthma oder ähnlichen Leiden, nicht ins Freie zu gehen wenn die Feinstaubkonzentration einen Wert von PM2.5 (Feinstaubpartikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 2,5 oder weniger Mikrometern)  erreicht.

Seit Anfang Januar besteht die akute Umweltbelastung durch Industrie-Abgase und Dieselkraftstoffe in China. Messungen in Japan zeigen, dass seit Mitte Januar und Anfang Februar in den japanischen Präfekturen Fukuoka, Saga und Toyama, die Dichte von PM 2,5 über dem sonstigen Durchschnitt liegt.

Die Bevölkerung kann die aktuellen Feinstaubbelastungen, die an mehreren Messpunkten ermittelt werden, auf der Webseite des Ministeriums einsehen. Deren Server ächzen jedoch unter der Last der Zugriffe, so dass ein Aufruf der Seite schwierig sein kann. Hierüber berichteten etwa NHK und Asahi Shimbun.

Wochenstart mit Senkaku-Provokation: Die Woche beginnt wieder einmal mit chinesischen Provokationen durch Grenzverletzungen im japanischen Seegebiet um die Senkaku-Inselgruppe. Die neusten Meldungen nun zusammengefasst:

Chinesische Schiffe dringen in Japans Gewässer ein: Am heutigen Montag drangen gegen 9:25 Uhr zwei chinesische Schiffe in japanisches Hoheitsgebiet ein und blieben dort bis zum Nachmittag.

Auf eine vorausgehende Warnung von Japans Küstenwache antwortete man auf Chinesisch und Englisch mit der Behauptung, die Inseln seien Teil des chinesischen Hoheitsgebiets.

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