Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO veröffentlicht Schadensfotos von Fukushima-Abluftkamin

Japan aktuell: TEPCO veröffentlicht Schadensfotos von Fukushima-Abluftkamin

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Außenseite des Nordteils am Fukushima Abluftkamin (Foto: TEPCO)
Außenschäden am Nordteil des Fukushima Abluftkamins (Foto: TEPCO)
Außenseite des Nordteils am Fukushima Abluftkamin (Foto: TEPCO)
Außenschäden am Nordteil des Fukushima Abluftkamins (Foto: TEPCO)

Mit den Ergebnissen der PIAAC-Bildungstests kann Japan durchaus zufrieden sein.

Die vom Betreiber des AKW Fukushima aktuell vorgelegten Bilder zu Schäden an Strukturen der Anlage sind dagegen weniger erfreulich.

Auch die aus der Präfektur Fukushima heute gemachte Meldung, erstmals könne möglicherweise Reis aus dem einstigen Sperrgebiet verkauft werden, wird nicht jeden freuen. Diese und sonstige Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO veröffentlicht Schadensfotos von Fukushima-Abluftkamin
  • Reis aus 20-Kilometer-Sperrzone um AKW Fukushima für Verkauf geerntet
  • Ex-Yakuza wegen illegaler Dekontaminationsarbeiter festgenommen
  • Bürger melden erhöhte Radioaktivität an geplanten Olympia-Sportstätten in Tokyo

TEPCO veröffentlicht Schadensfotos von Fukushima-Abluftkamin: Im vergangenen Monat waren bei einer Kontrolle auf Erdbebensicherheit einige Schäden am ungenutzten Abluftkamin der Reaktoren 1 und 2 entdeckt worden.

Südansicht: Innenseite der Struktur des Fukushima-Abluftkamins (Foto: TEPCO)
Südansicht: Innenseite der Strukturen am Fukushima-Abluftkamins (Foto: TEPCO)

Aufgrund der Lage der vermuteten Bruchstelle in 66 Metern Höhe waren nicht sofort genauere Aufnahmen möglich (Spreadnews berichtete am 18. September 2013).

Gestern veröffentlichte der Kraftwerksbetreiber TEPCO eine Reihe von fotografischen Aufnahmen, welche die beschädigten Teile des Gerüstes dokumentieren sollen.

Blick auf Ostseite des Fukushima-Abluftkamins (Foto: TEPCO)
Blick auf Ostseite des Fukushima-Abluftkamins (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO kam es an insgesamt fünf Stellen zu Schäden und sie befinden sich in einer Höhe von etwa 66 Metern. Kleinere Schäden sind auch außerhalb dieses Höhenbereichs sichtbar.

Die Fotos sind, aufgrund der zahlreichen Streben und ihrer Bildqualität für den Laien nicht besonders aussagekräftig, zeigen aber in der Tat die Bruchstellen.

Wie es an dem Gerüst des Kamins von 120 Metern zu diesen Schäden gekommen war, kommentierte der Kraftwerksbetreiber nicht.

Reis aus 20-Kilometer-Sperrzone um AKW Fukushima für Verkauf geerntet: Mit der Ernte aus dem Bezirk Miyakojimachi der Stadt Tamura wurde erstmals seit der Fukushima-Katastrophe nun Reis aus der einstigen Sperrzone eingebracht, der verkauft werden soll.

Eine Reis-Rispe
Erste Verkaufsernte aus einstiger Fukushima-Sperrzone (Foto: pd)

Abnehmer sind die Verwaltung, die den Reis auf Vorrat einlagern will, als auch Privatkunden, die den Landwirten persönlich bekannt sind.

Die Reisbauern zeigen sich mit der Qualität der Ernte zufrieden. Diese sei aufgrund der günstigen Wetterverhältnisse sehr gut ausgefallen.

Während früher mehr die Hälfte der Bewohner zumindest zeitweise in der Landwirtschaft tätig waren, sind es diesmal nur drei Haushalte, die den Reis ernten.

Über diese besondere Ernte aus dem Gebiet nahe dem AKW Fukushima berichteten jiji und Mainichi Shimbun.

Ex-Yakuza wegen illegaler Dekontaminationsarbeiter festgenommen: Die Präfekturpolizei Miyagi nahm mit Mitsunori Nishimura (67) ein früheres hochrangiges Mitglied einer Gruppierung fest, die in Verbindung zur Yakuza-Organisation Inagawa-kai steht. Auch drei weitere Personen wurden festgenommen.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Yakuza verdient an illegaler Dekontaminationsarbeit (Symbolfoto: pd)

Dem früheren Yakuza und einem Partner wird vorgeworfen, im März 2013 insgesamt sechs Personen im Alter zwischen 30 und Mitte 60 in insgesamt 95 Fällen einem Bauunternehmen zugeteilt zu haben, wo sie in der Präfektur Fukushima radioaktiv kontaminiertes Erdreich beseitigen mussten. Diese Arbeiten sind aufgrund der Sicherheitsbestimmungen verboten.

Es ist das sechste Mal, dass die Polizei eine Verbindung zwischen der Yakuza und Dekontaminationsarbeiten aufdeckt.

Neben den beiden geständigen Personen wurde auch der Präsident der Baufirma und der Angestellte eines Subunternehmens in Soma (Präf. Fukushima)  festgenommen. Dem Unternehmensleiter wird die Ermöglichung der illegalen Arbeit durch seine Firma vorgeworfen, während sich der Beschäftigte wegen der Zuteilung der Arbeiten verantworten muss.

Diese Personen sind nur teilgeständig. Als Hintergrund geht die Polizei davon aus, dass ein Teil der Einnahmen an eine Yakuza-Gruppe flossen. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Bürger melden erhöhte Radioaktivität an geplanten Olympia-Sportstätten in Tokyo: Eine Bürgerrechtsgruppe behauptet nach zweiwöchigen Untersuchungen zwischen April und Mai, erhöhte Strahlungswerte auf dem Gelände eines der vermutlichen Austragungsorte der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo, nachgewiesen zu haben.

Nationale Sporthalle Yoyogi (Foto: Joe Jones, cc-by)
Nationale Sporthalle Yoyogi in Tokyo (Foto: Joe Jones, cc-by)

An einigen Stelle habe die Strahlung auch die Grenzwerte überschritten, die von der Verwaltung des Großraums Tokyo festgelegt wurden.

Demnach ist eine Dekontamination dann erforderlich, wenn in einem Abstand von einem Meter zum Boden Werte von 0,23 Mikrosievert pro Stunde erreicht werden, oder die Strahlung mindestens ein Mikrosievert höher ist, als die Umgebungsradioaktivität.

Die stärkste Belastung, die von den Aktivisten ausgemacht worden sein soll, betrug 0,484 Mikrosievert pro Stunde in einem Abstand von fünf Zentimetern über dem Boden. Der Fundort befindet sich in den Büschen neben einem Südeingang des Yumenoshima Stadium. Erdproben wiesen eine Belastung von 3.040 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm auf.

Das Gelände soll, ebenso wie die 12 angrenzenden Baseballfelder, den Sportstätten für olympische Reitdisziplinen weichen. Die Ursache für den erhöhten Wert sei unbekannt.

Weitere Stellen mit vergleichsweise hohen Werten in einem Abstand von fünf Zentimetern waren demnach auf dem Gelände der Sporthalle Tokyo (Austragungsort für Tischtennis) und der Nationalen Sporthalle Yoyogi (Austragungsort für Handball) nachweisbar. Beide befinden sich im Bezirk Shibuya.

Die Gruppe, deren Mitglieder die Untersuchungen durchführten, konnten aufgrund von räumlicher Distanz zu entfernten Präfekturen und Bauarbeiten nicht alle 37 potentiellen Sportstätten der Olympischen Spiele 2020 auf Strahlungswerte kontrollieren.

Olympiastadion Tokyo im Jahr 2005 (Foto: 663highland cc-by)
Olympiastadion Tokyo im Jahr 2005 (Foto: 663highland cc-by)

Die Werte wurden pro Standort an maximal neun Testpunkten an der Oberfläche von Erdreich und Asphalt ermittelt.

Die Daten wurden dann in jeweils drei Messungen in einer Höhe von fünf Zentimetern und einem Meter erfasst.

Die bekannt gegebene Zahl entspricht dem Mittelwert um Fehlertoleranzen nach oben und unten zu haben.

Aufgrund ihrer Ergebnisse kritisiert die Gruppe, die fehlende Information durch die Verwaltung des Großraums Tokyo.

Daher übersetzten Mitglieder die Ergebnisse ins Englische und Französische, bevor sie diese im Juni dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und 200 nationalen Olympischen Verbänden zukommen ließen.

Eine Reaktion erfolgte von dort ebenso wenig, wie von der zuständigen Verwaltung von Tokyo. Diese verwies auf vorangegangene Messungen. Die Tokyoter Verwaltung hatte im Juni 2011 die Luftbelastung an 100 Stellen der Stadt getestet, jedoch weder Hot Spots noch auffällige Gebiete ausmachen können, die eine Dekontamination erforderlich gemacht hätten.

Auch an den acht Messposten in der Stadt würden durchweg niedrige Werte gemessen.

Seit Ende März, als Werte von 0,15 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden waren, waren die Werte kontinuierlich weiter gesunken, so dass zwischen Januar und September lediglich tägliche Werte zwischen 0,0373 and 0,0666 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden sein. Vor der Reaktorkatastrophe lagen sie zwischen 0,028 and 0,079 oder Werten vergleichbar den jetzigen.

Lediglich Kunikazu Noguchi, Professor für Strahlungsschutz an der  Nihon University teilt die Sorgen der Aktivisten. Er ist der Ansicht, dass sich radioaktives Material auch im Großraum Tokyo in unterschiedlicher Konzentration verbreitet habe, so dass zweifellos auch einige Olympische Stätten mit höherer Luftbelastung eine Kontamination aufwiesen.

Zur Normalisierung der Situation solle man dem grundlegenden Konzept des Strahlungsschutzes folgen und alle Gebiete mit Werten über 0,23 Mikrosievert pro Stunde dekontaminieren, auch wenn es sich nur um Einzelfunde handele. Obwohl die Abtragung einer Erdschicht eine einfache Aufgabe darstelle, sieht die Verwaltung von Tokyo dies nicht als erforderlich an, da die Werte nicht den Dekontaminationsvorgaben entsprechen.

Andere Verwaltungen, etwa die der Präfektur Saitama, erklärten dagegen ausdrücklich, man werde jedem Bericht über erhöhte Strahlungswerte nachgehen und selbst Messungen durchführen. Sollten die Dekontaminationsstandards überschritten werden, so müsse der Verantwortliche für das Gelände die Dekontamination anordnen. Auch die Präf. Kanagawa sieht ähnliche Schritte vor.

Während man in Tokyo also an der Aussage des Gouverneurs der Präfektur Tokyo festhält, die Strahlungswerte in Tokyo unterschieden sich nicht von New York, London und Paris, fordert Professor Noguchi eine Kontrolle der Olympischen Gelände. Eine derartige Behauptung könne ohne vorausgehende Kontrollen nicht gemacht werden. Dies berichtet die Asahi Shimbun.

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