Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO verschwieg Explosionsrisiko im AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO verschwieg Explosionsrisiko im AKW Fukushima

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brennstäbe-Bergung begonnen
Tepco: Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. Foto: Tepco
Fukushima: TEPCO wusste von Explosionsgefahr

Das Spiel der japanischen Frauen-Nationalmannschaft gegen Neuseeland endete mit einem 2:1 Sieg für Japan. Weniger siegreich ist jedoch die Aktenlage für TEPCO, den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi. Dokumente belegen die Kenntnis eines Explosionsrisikos ohne jedoch darüber zu informieren.

Die weiteren Fukushima News sind weniger eindeutig, bei denen erneut nicht gänzlich klar ist, ob es sich tatsächlich um Neuigkeiten, oder alten Wein in neuen Schläuchen handelt, der hier von der Betreiberfirma TEPCO serviert wird.

Nach dem Wochenende finden Sie auch heute wieder die Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juni 2011.

00:00 Morgen ist unsere Japan-Berichterstattung wieder für Sie da. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Dekontaminationsanlage könnte funktionieren: TEPCO hat offenbar weiterhin vertrauen in die Fähigkeiten der Anlage, die radioaktive Belastung auf ein Zehtausendstel bzw ein Millionstel zu senken. Am Sonntag berichtete die Asahi Shimbun jedoch, es bestünden weiterhin Schwierigkeiten mit dem Cäsiumfilter der US-Firma Kurion. Trotz problemlosen Betriebs, senke er die Höhe der Kontamination lediglich um ein Hunderstel.

Nachdem vermutlich ein Messfehler eine Überlastung der Filter angezeigt hatte, der Wasserdurchfluss zu groß und offenbar ein Ventil bereits falsch eingebaut worden war, könnte nun die Anlage, wenn auch auf niedrigerem Niveau, laufen.

Erste Kühlung mit dekontaminiertem Wasser: Wie die japanische Atomaufsicht mitteilte, werde man versuchen am späten Montagnachmittag oder Abend bereits erstmals dekontaminiertes Wasser in das Kühlsystem einzuspeisen.

Neben einer erfolgreichen Dekontamination ist eine problemlose Einspeisung gereignigten Wassers von entscheidender bedeutung für die Kühlplane des Betreibers TEPCO. Es handelt sich damit um die erste Einspeisung von aufbereiterem Wasser zur Kühlung. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Erste Kühlung mit dekontaminiertem Wasser gescheitert: Der Versuch der Kühlung mit dekontaminiertem Wasser am heutigen Montag ist gescheitert. Als nach etwa eineinhalb Stunden Betrieb plötzlich Wasser aus Schläuchen austrat, musste der Vorgang abgebrochen werden.

Präfektur Fukushima gibt Strahlenmessgeräte an Schwangere und Kinder aus Insgesamt 300.000 Schwangere und Kinder in der Präfektur Fukushima haben, einem Bericht der Asahi Shimbun vom Sonntag nach, Dosimeter zur Messung von radioaktiver Belastung erhalten. Empfänger sind 20.000 schwangere Frauen und 280.000 Kinder im Alter von 14 Jahren oder jünger.

Ausschließliche LED-Nutzung könnte nationalen Energieverbrauch senken: Neben einer Energiesparkampagne an öffentlichen Wahrzeichen, begann zusätzlich der Umbau von Neon- auf LED-Beleichtung eines Turms in Osaka – und damit möglicherweise der Beginn einer Energiewende in der Beleuchtung.

Wie die Mainichi Shimbun berichtet, sind Energieexperten der Ansicht, der landesweite Stromverbrauch könne durch ausschließliche Nutzung von LEDs um neun Prozent gesenkt werden. Besonders Anbetracht der erneut aufkeimenden „Atom-Allergie“ vieler Japaner, bemüht sich die Regierung um Wege für ein neues Energiemanagement.

Präfektur Yamaguchi lehnt AKW-Neubau ab: Der Gouverneur der Präfektur Yamaguchi, Sekinari Nii, lehnt den Neubau von Atomkraftwerken in seiner Präfektur ab, solange keine klaren Richtlinien und Berichte über die geplanten Maßnahmen der Regierung zur verstärkten Sicherung der Nuklearanlagen vorlägen.

Mit der, in der Mainichi Shimbun veröffentlichten Kritik gegenüber Kernkraftwerken steht Sekinari Nii nicht alleine da. Sein Amtskollege Issei Nishikawa, zuständig für die Präfektur Fukui  lehnt einen Betrieb ohne Sicherheit ebenfalls ab,

TEPCO verabsäumte Meldung vor Wasserstoffverpuffung: Bereits am Freitag veröffentlichte die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA auf ihrer Webseite Dokumente aus denen hervorgeht, dass der Betreiber TEPCO bereits einen Tag vor der Wasserstoffverpuffung in Reaktor 3 von dem Risiko wusste, die Information über eine bestehende Explosionsgefahr jedoch nicht an Regierungsbehörden weitergegeben habe, so die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun

Schrott und Abfälle weiterhin ein Problem: Aufgrund ungeklärte Zuständigkeiten sind die großen Mengen von Schutt und Abfall in den Krisengebieten weiterhin ein Problem, gerade sommerliche Temperaturen und die Regenzeit stellen ein langfristiges gesundheitliches Risiko dar. Besonders in der Nähe der Atomruine Fukushima Daiichi sind darüber hinaus radioaktiv belastete Trümmerteile zu finden. Das melden Asahi und Yomiuri Shimbun.

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