Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO verschwieg Gefahr durch Tsunami am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO verschwieg Gefahr durch Tsunami am AKW Fukushima

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Auffangbecken als Test für Strahlungslecks (Foto: TEPCO)
Mit Wasserbecken den Strahlungslecks auf der Spur, wie hier in Tomioka (Foto: TEPCO)
Auffangbecken als Test für Strahlungsaustritte (Foto: TEPCO)
Mit Wasserbecken den Strahlungslecks auf der Spur, wie hier in Tomioka (Foto: TEPCO)

TEPCO geht baden – nicht allein. Das einige der jetzt veröffentlichten Informationen äußerst unangenehm für den Betreiber sind – die neusten Mittel die in Fukushima aktuell Verwendung finden, lassen ebenfalls an Waschungen denken – auch wenn zu bezweifeln ist, dass TEPCOs Weste dadurch weißer würde.  Mehr Fukushima News und zur Lage in Japan aktuell jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. August 2011.

 

Japan hebt Vertriebsverbot für Rinder auf: Der seit 19. Juli geltende Stopp für den Verkauf von Rindern aus den Präfekturen Fukushima, Iwate und Tochigi wurde nun durch die Regierung aufgehoben. Die zuvor ebenfalls betroffene Präfektur Miyagi hatte den Vertrieb bereits am Freitag wieder aufnehmen dürfen. Grund für den Handelsbann waren die hohen Werte an radioaktivem Cäsium, die bei Rindern aus den Gebieten gemessen worden waren.

TEPCO war Gefahr durch Riesen-Tsunami über 15 Meter bekannt: Wie gestern bekannt wurde meldete der Fukushima-Betreiber TEPCO noch vier Tage vor dem Unglück vom 11. März 2011 der den Industrieministerium untergeordneten Atomsicherheitsbehörde, es bestehe das Risiko, dass das AKW Fukushima Daiichi auch von Tsunami mit Höhen über 15 Metern Höhe getroffen werden könnte.

Entsprechende Berechnungen auf der Basis früherer Beben liessen bereits im Jahr 2008 Schätzungen von Tsunami zwischen 13,7 und 15,7 zu.

Diese Daten wurden jedoch von TEPCO nicht genutzt um Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, warf Regierungssprecher Yukio Edano dem Stromkonzern vor.  Auch der Nationalen Atomenergiesicherheitsbehörde NISA warf er vor zwar über das Risiko informiert gewesen, diese Einschätzung jedoch nicht veröffentlicht zu haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

TEPCO äußerte sich  am Donnerstag zu den Vorwürfen und erklärte, man habe die Ergebnisse der Berechung aus dem Jahr 2008, aus denen die Möglichkeit eines Tsunamivon über 10 Metern am  AKW Fukushima hervorgeht nicht veröffentlicht, da man zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn darin gesehen habe, Material zu veröffentlichen, das lediglich auf einem Haufen von Hypothesen und Annahmen beruhte.

China entdeckt hohe Dosis von radioaktivem Strontium-90 in Leuchtkalmaren: Wie staatliche Behörden in China mitteilten, sei der Wert von Strontium-90 in den gefangenen Leuchtkalmaren insgesamt 29 Mal höher gewesen, als sonst in dem Gebiet der Fall sei. Auch weitere radioaktive Belastung -in Form von Cäsium-134 und Silber 110m – die im Normalfall nicht in diesen Gebieten vorkommen, wurde nach Angaben der Behörde festgestellt. Als Reaktion hierauf seien strengere Kontrollen bei Meeresprodukten erlassen worde, so die japanische Nachrichtenagentur Jiji.

Belastung von Kindern soll innerhalb von zwei Jahren um 60 Prozent gesenkt werden: Eine Einschätzung des Krisenstabs, der sich mit den Auswirkungen der Atomkrise befasst, liegt nun in einem Bericht der NISA vor und soll eine Beurteilung ermöglichen, welche Auswirkungen die Dekontaminationsmaßnahmen haben werden.

Zum einen heisst es in der Einschätzung, werde die allgemeine radioaktive Belastung im Verlauf von zwei Jahren selbst dann um 40 Prozent sinken, wenn keine staatlichen Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt würden.

Die Regierung strebt in diesem Zeitraum jedoch eine Reduzierung um 50 Prozent an. Besonders wichtig seien jedoch die Kinder, daher werde man im Zweijahreszeitraum versuchen, die tägliche Strahlenbelastung der Kinder um 60 Prozent zu senken.

Das Dokument berichtet, die Regierung werde die Verantwortung für die sichere Beseitigung der angehäuften radioaktiv belasteten Erdschichten übernehmen, diese müssten jedoch eine Zeit lang in den Gebieten verbleiben. Um diese und weitere Ziele erreichen zu können habe die Bekämpfung radioaktiver Hot Spots und die Dekontamination schwer belasteter Gebiete besondere Wichtigkeit. So die Berichterstattung verschiedener japanischer Medien.

Staatliche Dekontaminationsarbeiten gegen Hot Spots in Fukushima beginnen:  Einem Bericht der Mainichi Shimbun nach, haben die aus Beamten des Umweltministeriums, des Kabinettsbüros und der japanischen Atomenergiebehörde (JAEA) bestehenden Expertenteams ihre Arbeit in der Präfektur Fukushima aufgenommen. Diese sollen in Gebieten mit vergleichsweise hohen Strahlungswerten („Hot Spots“) genauere Messungen vornehmen, geeignete Methoden zur Senkung des Strahlungsniveaus entwerfen und die örtlichen Behörden mit technischem Fachwissen unterstützen.

Wasserbottiche sollen Auskunft über Strahlung geben: Insgesamt 11 mit Wasser gefüllte Behälter, die auf Gestellen 90cm über dem Boden oder auf Hausdächern platziert werden, sollen durch die Bindung radioaktiver Partikel eine genauere Erfassung und Auswertung des Ausstoßes radioaktiver Substanzen durch das AKW Fukushima Daiichi erleichtern, da die Möglichkeit bestehe, dass man bislang von zu hohen Grundwerten ausgegangen sei. Die Aufstellung der Wannen soll zudem auf weitere Gebiete ausgedehnt  werden, so ein Bericht der Asahi Shimbun

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