Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO versprüht schwach radioaktives Wasser am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO versprüht schwach radioaktives Wasser am AKW Fukushima

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Kontaminationskarte Tokyo vom 18. September 2011 2011-09-18 (Quelle: MEXT)
Kontaminationskarte Tokyo vom 18. September 2011 2011-09-18 (Quelle: MEXT)
Kontaminationskarte Tokyo vom 18. September 2011 2011-09-18 (Quelle: MEXT)
Kontaminationskarte Tokyo vom 18. September 2011 2011-09-18 (Quelle: MEXT)

Ärgerlich ist es von der Nachrichtenagentur jiji zu erfahren, dass sich aufgrund einer Reihe von Fehlern die den Kraftwerksbetreibern im Papierkram unterlaufen sind, die Stresstests zur Sicherheit von Atomkraftwerken länger hinziehen.

Interessant sind auch weitere Informationen – darunter auch die Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Oktober 2011.

Irrtümlich Karten zur radioaktiven Belastung veröffentlicht:
Peinlich für das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT), dass die Belastung durch Cäsium vom Helikopter aus messen liess, ist es offenbar zur unabsichtlichen Veröffentlichung des entsprechenden Kartenmaterials für die Regionen Tokyo, Kanagawa, sowie die nördlichen Bereiche der Region Kanto gekommen.Auf den Karten ist etwa deutlich zu sehen, dass der westliche Teil von Tokyo allgemein stärkere Belastungen (0,2 – 0,5 Mikrosievert pro Stunde) ausgesetzt ist, aber auch der östliche Bezirk Katsushika derartige Werte aufweist.

Neue Sicherheitsregeln für Außenarbeiten: Nach Protesten von Bürgerinitiativen die dem Gesundheitsministerium vorwarfen, nicht genug zum Schutz der Arbeiter zu tun die mit der Dekontamination im Freien beschäftigt sind, will das Ministerium nun Sicherheitsrichtlinien zum Schutz von Arbeitern die Außenarbeiten verrichten, herausgeben. Bisherige Regelungen umfassten bislang nur Vorgaben für Arbeiter die innerhalb von Gebäuden arbeiten.

Die neuen Richtlinien sehen vor, dass die Arbeiter Schutzmasken tragen und Dosimeter mit sich führen müssen, um den Grad der Strahlung feststellen zu können. Das Gesundheitsministerium versicherte, man werde darauf achten, dass die  aktualisierte Regelung auch eingehalten wird, da die Arbeiten in großem Maßstab in Kürze anlaufen sollen. Das berichtet die NHK.

Proteste formieren sich in „Occupy Tokyo“: Auch wenn in den japanischen Medien zur Zeit nicht von Großdemonstrationen berichtet wird, formiert sich weiterer Widerstand. Ausgehend von dem Modell „Occupy Wall Street“ in dem viele Amerikaner gegen die Macht der Banken, Korruption und die Verquickung von Politik und Wirtschaft protestieren, breitet sich die Bewegung aus. Mittlerweile formiert sich auch die Bewegung „Occupy Tokyo“. Es bleibt abzuwarten, wann von ihren Aktionen international zu hören ist.

Gehalt von radioaktivem Cäsium im Meerwasser 58 Mal höher als vor dem Fukushima-Unglück: Das Wissenschaftsministerium untersuchte Wasserproben die Ende August an 11 Standorten, die meisten davon 45 bis 320 Kilometer vor den Küsten der Präfekturen Fukushima, Miyagi sowie Ibaraki und Chiba  entnommen worden waren.

Die Werte an radioaktivem Cäsium-137 die 140 Kilometer östlich des AKW Fukushima Daiichi gemessen wurden, beliefen sich auf 0,11 Becquerel pro Liter, das ist 58 Mal mehr als im Jahr 2009. Damals waren Werte zwischen 0.0015 und 0.0023  Becquerel pro Liter festgestellt worden.

Etwa 215 Kilometer südöstlich des Kraftwerks entnommenen Proben wiesen eine Belastung von 0,10 Becquerel auf – das sind  50 Mal mehr als 2009 gemessen. Die in 200 Kilometern nordöstlich der Anlage nachgewiesenen Werte betrugen 0,076 Becquerel und damit 33 Mal mehr als 2009 gemessen.

Dennoch liegen alle Werte unter dem gesetzlichen Höchstwert für Meerwasser von 90 Becquerel. Die Werte der vor der Präfektur Chiba entnommenen Proben wiesen mit einer Belastung von 0.0012-0.0023. Praktisch keine nennenswerten Änderungen zu 2009 auf.  Das berichtet die Asahi Shimbun..

TEPCO versprüht dekontaminiertes Wasser zur Brandverhinderung: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi wendet einen Teil des dekontaminierten Wassers zur Kühlung am AKW auf, doch durch das beständige Abpumpen von belastetem Wasser aus den Gebäuden, das im Anschluss dekontaminiert wird, gibt es stetigen Nachschub – den TEPCO nun nutzen will. Tatsächlich lässt der Energiekonzern dieses Wasser jetzt auf dem Gelände versprühen und zwar auf dort gestapelte abgeholzte Bäume um eine mögliche Brandentwicklung durch ein spontanes Entzünden zu verhindern.

Wie die NHK berichtet will TEPCO nun täglich 100 Tonnen dekontaminiertes Wasser auf einer Fläche von 1,2 Millionen Quadratmeter versprühen.Das Wasser stammt aus den Wassertanks zur vorübergehenden Lagerung von Wasser mit geringem Gehalt an radioaktivem Material, das sich in den Kellern des Turbinengebäudes von Reaktor 2 ansammelt und von dort abgepumpt wird.

Man könnte durchaus vermuten, dass Brandprävention nicht der einzige Grund für die Maßnahme ist, da die Lagerung von abgepumptem Wasser seit langem ein Problem ist. Nun, da die Wassertanks zu fast 90 Prozenzt gefüllt sind, hat man so eine gute Möglichkeit gefunden, die lästigen Wasservorräte zu entsorgen.

TEPCO hat das Wasser vor der Sprühaktion entsalzen und dekontaminiert und garantiert nun, dass der Gehalt an Cäsium und anderen radioaktiven Substanzen sogar unter den den behördlichen Richtlinien für  öffentliche Strände liegt. Zudem sei die Erlaubnis von Gemeinden und Fischereiverbänden eingeholt worden

Riesenstaubsauger für Fukushima-Dekontamination: Nachdem ein Test im August gezeigt hatte, dass die Radioaktivität einen Meter über den Boden bis zu 53 Prozent auf 0,62 Sievert pro Stunde gesenkt werden konnte, benutzt TEPCO nun einen 25 Meter langen Lastwagen, der mit einem Sauggerät ausgestattet ist zur Dekontamination, so ein Artikel der Asahi Shimbun. Dieser riesige Staubsauger saugt Staub vom  Boden auf, der dann in einem Behälter des Fahrzeugs landet. Ob die Lagerung des aufgesaugten Materials bereits geklärt wurde, ist nicht bekannt.

Dekontamination mit Wasserdruckreinigern beschränkt wirksam: Beim Anblick von Arbeitern die mit  Hochdruckreinigern Dächer und Wände absprühen, denkt man an professionelle Dekontamination, doch möglicherweise ist die Methode, obwohl von Regierungsseite empfohlen, nicht nur weniger effektiv als gedacht, sondern sogar kontraproduktiv. Das legt zumindest ein Artikel der Mainichi Shimbun nahe.

Kunihiro Yamada, Professor für Umweltwissenschaften an der Kyoto Seika Universität erklärt, dass radioaktives Cäsium in drei Formen vorkommt: In Wasser gelöst, locker verbunden mit organischem Material wie Laub und Moos und in fest mit Gestein verbundener Form als Silikatsalz. Hochdruckreiniger können demnach zwar Erdoberflächen sowie Dachrinnen und Rinnsteine abspülen. An Dächern bereits festgesetztes Material würde dagegen nicht verschwinden, hier helfe nur die vollständige Entfernung. Zudem reinigt das Wasser zwar die Oberflächen, gelange dann jedoch in Abwasserkanäle, könne Flüsse kontaminieren und so landwirtschaftliche Produkte und Meeresfrüchte betreffen.

1 KOMMENTAR

  1. Wie Tepco mit der Radioaktivität umgeht ist unglaublich. Seit Tschernobyl müsste klar sein, welche Auswirkungen das Ganze auf alle Lebewesen hat. Stattdessen verfallen sie in reinen Aktionismus. Sie lügen dass sich die Balken biegen. Sie spielen ABSICHTLICH mit der Gesundheit der Menschen. Kann es noch etwas schlimmeres geben????
    NIE WIEDER ÜBER RUSSLANDS AUFKLÄRUNG NACH TSCHERNOBYL SCHIMPFEN….. WIR SEHEN; ES GEHT NOCH SCHLIMMER. UND ES WIRD IN JEDEN ATOMLAND SO SEIN. Die kleine Bevölkerung ist im Gegensatz, zu den Fetzen giftig bedruckten Papieres, das wir Geld nennen, nichts Wert! GRUSELIGE EINSICHT UND AUSSICHTEN!!!!!

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