Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO verzettelt sich bei Ausrede zur Fukushima-Inspektion

Japan aktuell: TEPCO verzettelt sich bei Ausrede zur Fukushima-Inspektion

744
0
TEILEN
Fukushima-Reaktor 1: Arbeiter am 18. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Kraftwerksarbeiter am 18. Oktober 2011 in Fukushima-Reaktor 1(Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Arbeiter am 18. Oktober 2011 (Video: TEPCO)
Unwahrheiten über Dunkelheit in Fukushima-Reaktor 1 (Video: TEPCO)

Während der Karneval auch Deutschland fest im Griff hat, feiert Japan sowohl die legendäre Thronbesteigung des Jimmu Tenno, als ersten Herrscher Japans im Jahr 660 vor Christus, auch wenn diese Daten weniger gesichert sind, als die der Verabschiedung von Japans moderner Verfassung durch den Meiji Tenno im Jahr 1889, die ebenfalls an einem 11. Februar erfolgte.

Weniger erhaben zeigen die Fukushima News, dass der Umgang des AKW-Betreibers TEPCO mit der Wahrheit nach wie vor schwierig und der Zustand der Anlage in Fukushima heute immer noch Grund für Verheimlichungen ist.

Mehr zu dem was in Fukushima aktuell geschah, sowie zu weiteren Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO beugte Wahrheit zur Behinderung der Reaktorkontrolle
  • Premier Abe besucht Rikuzentakata
  • Ibaraki-Erdbeben erschüttert Region Tohoku
  • Weiterhin Spannungen mit Russland und China
    • Chinas Schiffe nahe Senkaku
    • Zwei russische Flugzeuge nahe Japan
    • Japan ist sich sicher über Waffenzielsystem
    • Japan erklärt Erfassung durch Waffenzielsystem
    • Radarvorgang bei einem Angriff

TEPCO beugte Wahrheit zur Behinderung der Reaktorkontrolle: Ein Angestellter des Kraftwerksbetreibers TEPCO hatte in der Vergangenheit den Mitgliedern eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses deutlich vom Zutritt zum Fukushima-Reaktor 1 abgeraten und dabei unter anderem von völliger Finsternis im Gebäude gesprochen.

Fukushima-Reaktor 1: Arbeiter beleuchtet Rundgang am 18. Oktober 2011 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Arbeiter beleuchtet Rundgang am 18. Oktober 2011 (Video: TEPCO)

Diese Behauptung stellte sich später als falsch heraus und auch ein Foto im Inneren des Reaktors, dessen Düsternis sich durch die Anbringung des Schutzmantels noch weiter verfinstern würde, wurde nachweislich erst gemacht, nachdem der Schutzmantel bereits stand.  (Spreadnews berichtete am 7. Februar 2013).

Ein Video, dass dem Ausschuss am 28. Februar 2012 gezeigt wurde, sollte die Lichtverhältnisse und den Zustand der Anlage offenbar ebenfalls verdeutlichen – das Video entstand jedoch im Oktober 2011.

Noch am selben Tag veröffentlichte TEPCO eine offizielle Entschuldigung auf der Webseite des Unternehmens. Dort heisst es:

„Als der parlamentarische Untersuchungsausschuss uns um die Genehmigung für die Durchführung einer Untersuchung des Inneren von Reaktorgebäude 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi bat, erklärten wir ihnen gegenüber, dass das Innere des Gebäudes sehr gefährlich sei, da dort extrem hohe Strahlungswerte, herumliegende Trümmer und die Gefahr von Verletzungen und Stürzen durch Löcher im Boden bestünden.

Wir räumen ein, dass wir, als wir vom Ausschuss über die Helligkeit im Inneren des Gebäudes gefragt worden waren, irrtümlich gedacht und angegeben hatten, dass die Abbildung des Reaktor-Schutzmantels aufgenommen worden war, BEVOR er angebracht wurde. Allerdings wurde das Foto NACH der Anbringung gemacht“.

(Quelle: Auszug aus dem öffentlichen Kommentar auf der TEPCO-Webseite vom 7. Februar 2013)

Diese Entschuldigung enthält jedoch ebenfalls unwahre Behauptungen, wie die Asahi Shimbun nun aufdeckte. Auch wenn das Unternehmen behauptet, keine vorsätzliche Täuschung begangen zu haben, verdreht es offenbar dennoch Sachverhalte.

Tatsächlich hatte bei dem Besuch des TEPCO-Vertreters mit den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses keiner der Anwesenden überhaupt nach den Lichtverhältnissen im Inneren der Anlage befragt.

Vielmehr war es der damlige Leiter der Abteilung für Unternehmensplanung, Toshimitsu Tamai, der höchstpersönlich das Thema aufbrachte und erklärt hatte „Der Reaktor ist nun stockdunkel, da das Gebäude ummantelt ist“. Wie sich herausstellte, eine unwahre Behauptung (siehe hierzu unseren Artikel vom 7. Februar 2013).

Eine Stellungnahme zu diesem Vorgehen gab es von TEPCO bislang nicht. Allerdings wird sich Naomi Hirose, Präsident des Unternehmens am 12. Februar vor dem Haushaltsausschuss des Unterhauses als unbeeidigter Zeuge erklären müssen.

Premier Abe besucht Rikuzentakata: Nachdem er kurz nach Amtsantritt bereits die Präfekturen Fukushima und Miyagi besucht hatte, reiste Abe am Samstag in die Präfektur Iwate. Die drei „Katastrophenpräfekturen“ wurden am schwersten von den Ereignissen des 3/11 betroffen.

Bei einem Besuch in Rikuzentakate besuchte er eine Gedenkstätte für die Opfer der Naturkatastrophen. Der Bürgermeister der Stadt, Futoshi Toba, berichtete nach Angaben der jiji dem Premierminister von den langsam Fortschritten beim Wiederaufbau und bat um Unterstützug durch die Regierung.

Ibaraki-Erdbeben erschüttert Region Tohoku: Ein Erdbeben mit einer Stärke von 5,4 erschütterte am Samstag um 13:43 Uhr die Region Kanto, sowie die von den Naturkatastrophen 2011 betroffene Region Tohoku.

In Iwaki (Präf. Fukushima) wurden Erschütterung der Stärke 4 auf der siebenstufigen japanischen Skala ermittelt. Berichte über Störungen an Kernkraftwerken gab es nicht.

Weiterhin Spannungen mit Russland und China: Nach dem Radarzwischenfall und einem ersten Eindringen russischer Kampfflugzeuge in japanischen Luftraum, steht auch der Beginn dieser Woche ganz im Zeichen der jüngsten Provokationen. Die aktuellen Entwicklungen für Sie zusammengefasst:

JS Yudachi: Japanischer Zerstörer im Jahr 2012 (Foto: pd)
JS Yudachi: Japanischer Zerstörer im Jahr 2012 (Foto: pd)

Chinas Schiffe nahe Senkaku: Am Sonntag wurden erstmal seit dem Radarzwischenfall wieder chinesische Schiffe gesichtet. Gegen 7:00 Uhr navigierten vier chinesische Schiffe im Grenzgebiet zu den Senkaku-Inseln, nord-nordwestliche von Kubashima. Japans Küstenwache warnte die Schiffe vor dem Eindringen in japanisches Hoheitsgebiet.

Zwei russische Flugzeuge nahe Japan: Am Samstagnachmittag meldeten die Selbstverteidigungsstreitkräfte die Präsenz von zwei russischen Militärmaschinen nahe Japan –  diese drangen jedoch nicht in den Luftraum ein. Kampfjets der SDF starteten von drei Militärstützpunkten, um den Luftraum zu sichern.

Japan erwägt Beweise für Radarerfassung vorzulegen: Die Regierung erwägt, Beweismaterial wie Aufzeichnungen der Funkwellen und fotografische Aufnahmen als Belege zu veröffentlichen. Auch wenn China ein Land sei das alles abstreite, würde dies die internationale Gemeinschaft informieren, erklärte der Verteidigungsminister.

Japan erklärt Erfassung durch Waffenzielsystem: Das elektronische System des japanischen Zerstörers Yudachi, maß eine durchgehende Ortung durch ein hochfrequentes Waffenzielsystem, das eine Frequenz zwischen acht bis 12 Gigahertz hat. Normaler Schiff-zu-Schiff-Radar hat lediglich vier bis acht Gigahertz. Zudem folgte die Erfassung auch nach einem Ausweichmanöver.

Japan ist sich sicher über Waffenzielsystem: Nach Auswertung der Daten ist man sich bei den Selbstverteidigungsstreitkräften zu 100 Prozent sicher, dass es sich bei den erfassten Frequenzen weder um Schiff-zu-Schiff noch um Schiff-zu-Flug-Radar gehandelt hat, sondern dass der Zerstörer mit einem Waffensystem anvisiert wurde.

Radarvorgang bei einem Angriff: Zunächst wird das Schiff oder Flugzeug durch eines der beiden Radarsystem geortet und hat dabei eine große Reichweite. Anschließend erfasst das Waffenzielsystem, dass eine kürzere Reichweite aufweist das Ziel, so dass dann Geschwindigkeit und Richtung genauer berechnet werden können. Dann erfolgt der Angriff.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here