Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO wappnet sich gegen Taifun Francisco am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO wappnet sich gegen Taifun Francisco am AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Die Vorbereitungen auf Taifun „Francisco“ sind auf der Insel Izu-Oshima, als auch an der Kraftwerksanlage von Fukushima aktuell in vollem Gange.

Während für die gesamte Insel eine Evakuierungsaufforderung erfolgte, kann TEPCO nun auf gelockerte Sicherheitsbestimmungen zurückgreifen.

Dies scheint auch notwendig, galten doch notwendige Arbeiten am AKW Fukushima heute Morgen noch nicht als abgeschlossen. Neben dem Taifun gibt es allerdings auch weitere Fukushima News – im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Oktober 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • NRA erlaubt TEPCO gelockerte Sicherheitsbestimmungen
  • Taifun-Vorbereitungen von TEPCO laufen
  • Fitness von Fukushima-Kindern nimmt ab

NRA erlaubt TEPCO gelockerte Sicherheitsbestimmungen: Nachdem sich Kraftwerksbetreiber TEPCO zuletzt in Gesprächen mit der Atomaufsichtsbehörde NRA befand, gab diese nun ihr Einverständnis zu vereinfachten Strahlungskontrollen bei der Freisetzung von radioaktivem Wasser, das sich durch Regenfälle hinter Betonbarrieren ansammeln kann.

AKW Fukushima: Anbringung von Regenplanen auf Wassertanks am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Anbringung von Regenplanen auf Wassertanks am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Die bisherige Regelung sah vor, zunächst das gesamte angesammelte Wasser in mindestens einen Auffangtank zu pumpen, um es dort auf die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien und Strahlungsgrenzwerte zu prüfen.

Der Taifun „Wipha“ hatte jedoch gezeigt, dass das Unternehmen das Ausmaß der Regenfälle unterschätzte und deshalb nicht über ausreichend leistungsstarke Pumpen und Leitungen verfügte, so dass die Wasserpegel nur wenige Zentimeter gesenkt werden konnten. Schließlich war es an mehreren Tankbereichen zum Überlaufen der Betonbarrieren durch stark radioaktives Wasser gekommen.

Als Notfallmaßnahme hatte TEPCO sowohl radioaktives Wasser nach Schnelltests in die Umwelt entlassen, als auch in einen unterirdischen Lagertank abgepumpt.

AKW Fukushima: Arbeiter bei Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter bei Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Ausgehend von diesen Erfahrungen hat TEPCO nicht nur damit begonnen, die zur Verfügung stehende Ausrüstung zu verbessern, sondern auch eine vereinfachte Handhabung von Regenwasser beantragt.

Die jetzt durch die Atomaufsicht akzeptierten Schnellmaßnahmen dürfen nur in Notfällen zum Einsatz kommen und nicht den Regelbetrieb ersetzen.

Die vereinfachten Kontrollen erlauben es TEPCO nun in Bereichen, in denen am 20. Oktober die Grenzwerte eingehalten wurden, im Notfall Wasser in die Umwelt freizusetzen, wenn die Kontrollen an vier Stellen hinter den Barrieren die Einhaltung der Grenzwerte bestätigt.

In allen anderen Bereichen, welche die Voraussetzungen am 20. Oktober nicht erfüllten, ist das Abpumpen des Wassers zur Strahlungskontrolle dagegen weiterhin erforderlich und das Öffnen der Ventile nicht erlaubt. Es ist zu erwarten, dass die neuen Regelungen bereits am Wochenende, beim erwarteten Eintreffen des Taifun „Francisco“ erstmals Anwendung finden werden.

Über die Erlaubnis der NRA berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Die Erlaubnis, unterirdische Lagertanks als Übergangslösung zu nutzen, wurde bereits erteilt. Die unterirdischen Behälter waren im April geleert worden, nachdem in einigen Fällen der Verdacht von Leckstellen aufgekommen war.

Taifun-Vorbereitungen von TEPCO laufen : Um dem erwarteten Taifun „Francisco“ begegnen zu können, hat der Elektrizitätsanbieter sowohl die Zahl der Pumpen als auch entsprechender Fahrzeuge erhöht. Dennoch hat das Unternehmen die Arbeiten noch nicht abschließen können.

Insgesamt sind 19 zusätzliche Pumpen, von denen jede über eine Leistung von 60 Tonnen Wasser verfügt, als auch 12 entsprechende Fahrzeuge, wie etwa Tankwagen und Feuerwehrfahrzeuge auf dem Gelände der Anlage im Einsatz.

Dennoch sind – Stand 4:00 Uhr Morgens Ortszeit – immer noch nicht alle Ansammlungen von Regenwasser hinter den Betonbarrieren abgepumpt. Das berichtet die NHK.

Das der Kraftwerksbetreiber nicht gänzlich untätig sind, zeigen die veröffentlichten Bilder der Präventivmaßnahmen, die das Unternehmen aktuell trifft.

AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

So werden beispielsweise die bestehenden, 30 Zentmeter hohen Betonbarrieren, die um Gruppen von Lagertanks angebracht sind, um im Fall eines Tanklecks das Wasser zurückzuhalten, derzeit durch Baumaßnahmen gesichert.

Zu diesem Zweck werden Metallplatten auf die Betonbarrieren geschraubt und die Höhe der Barrieren auf diese Weise erhöht.

AKW Fukushima: Aufspannen des Regenschutzzelts am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufspannen des Regenschutzzelts am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

An Wassertanks spannt man nun wasserdichte Planen auf, die zeltartig zum Boden hin verlaufen und dabei auch den durch Betonbarrieren gesicherten Bereich abdecken.

Hierdurch gleitet das Wasser an der Plane hinab und kann sich nicht wie bislang am Fuß der Lagertanks ansammeln.

Fotos eines ersten Testaufbaus zeigen das Prinzip des Schutzzeltes.

Die wichtigste Maßnahme bleibt jedoch weiterhin das Abpumpen von bereits angesammeltem Wasser, um im Fall das Taifun Francisco ausreichend Spielraum zu haben.

Fitness von Fukushima-Kindern nimmt ab: Nachdem in Folge der Katastrophe im März 2011 465 Schulen in der Präfektur Fukushima die Aktivitäten im Freien ganz, oder teilweise eingestellt hatten, scheint dies nun Auswirkungen zu haben – auch wenn aufgrund der Dekontamination 90 Prozent dieser Einrichtung ihre Beschränkungen wieder aufgehoben haben.

Sugita-Grundschule in Nihonmatsu, Präf. Fukushima (Foto pd)
Strahlungsangst: Schulen in Fukushima verzichteten auf Sportunterricht (Abb. symbolisch)

Eine im vergangenen Jahr durchgeführte landesweit Bewertung der Körperkraft der Kinder zeigte, dass die Kinder  aus der Präfektur in allen Punkten niedriger lagen, als vor dem Reaktorunglück. Eine weitere Untersuchung zeigte, dass in fast allen Altersgruppe die Rate an übergewichtigen Kindern höher lag, als im landesweiten Durchschnitt.

Die verantwortlichen Behörden erklärten, man werde die Anstrengungen verstärken, besorgte Eltern zu mehr körperlicher Aktivität ihrer Kinder zu bewegen, Ängste zu zerstreuen und mehr Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung zu bieten. Das berichtete die NHK.

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