Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO will Grundwasserproblem in Fukushima offensiver angehen

Japan aktuell: TEPCO will Grundwasserproblem in Fukushima offensiver angehen

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AKW Fukushima: Vorbereitungen zur großen Grundwasserabpumpung vom 14. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen zur großen Grundwasserabpumpung vom 14. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen zur großen Grundwasserabpumpung vom 14. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitungen zur großen Grundwasserabpumpung vom 14. August 2013 (Foto: TEPCO)

Die im Zusammenhang mit den Arbeiten zur Grundwasserbekämpfung am AKW Fukushima heute gemachten Angaben, zeigen das Bemühen um eine Bewältigung der Krise.

Allerdings zeigen Probleme bei Arbeiten an der Anlage, das derartige Schritte nicht immer wie geplant verlaufen, sondern auch Rückschläge eingesteckt werden müssen.

Daher bleibt abzuwarten, welche Wirkung die Maßnahmen, die in Fukushima aktuell durchgeführt werden, tatsächlich haben werden.

Neben den Fukushima News gibt es auch weitere Themen, wie üblich im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 1.. August 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO will Grundwasserproblem entschiedener begegnen
  • Fehlschlag bei Anbringung von Instrumenten in Fukushima-Reaktor 2
  • Hoffnungen auf Neustart des AKW Takahama getrübt
  • Japan begeht 68. Jahrestag des Kriegsendes

TEPCO will Grundwasserproblem entschiedener begegnen: Nachdem Kraftwerksbetreiber TEPCO am vergangenen Freitag als Notfallmaßnahme das Heraufpumpen von radioaktivem Grundwasser eingeleitet hatte, begann man an der Anlage heute damit, dies in grösserem Umfang zu durchzuführen. Hierdurch soll die Menge, die ins Meer gelangt, möglichst minimiert werden.

AKW Fukushima: Rohre bei Pumparbeiten am 15. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rohre bei Pumparbeiten am 15. August 2013 (Foto: TEPCO)

Die Arbeiten, insgesamt 30 Rohre etwa fünf Meter in den Boden zu senken, laufen auf Hochtouren und das Unternehmen hofft, diese Arbeiten am Sonntag abschliessen zu können, so dass 60 bis 70 Tonnen Wasser täglich heraufgepumpt und in oberirdischen Behältern eingelagert werden könnten.

Ein erster Pumpversuch an einem kleinen Messpunkt habe bereits einen Rückgang von etwa 50 Zentimetern bewirkt. Über die Maßnahmen berichteten jiji und NHK.

Das Problem des Grundwassers und seiner Lagerung bleibt jedoch bestehen. Offiziell dringen täglich 300 Tonnen Grundwasser ins Meer, einige Kritiker vermuten die doppelte Menge.

Fehlschlag bei Anbringung von Instrumenten in Fukushima-Reaktor 2: Nachdem die jüngsten Untersuchungen in den Reaktoren keine besonderen Erkenntnisse gebracht hatten, will TEPCO nun offenbar sicherstellen, die Zustände innerhalb der Anlage künftig noch kontinuierlicher überwachen zu können

Bei den letzten Kontrollen im Reaktor 4, die zwischen dem fünften und 9. August durchgeführt wurden, hatten die Untersuchungen des Reaktorraums, des Druckbehälters und des Abklingbeckens, lediglich zu Aufnahmen unterschiedlicher Trümmer geführt und auch Nachforschungen im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 hatten keine besonderen Erkenntnisse gebracht.

Heute veröffentlichte der Betreiber dann Aufnahmen, die bei dem Versuch aufgenommen worden waren, im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 Messinstrumente anzubringen, die von dort Daten erfassen sollten. Dabei konnten jedoch einige Thermometer nicht in der geplanten Position montiert werden. Grund hierfür waren offenbar verrostete Strukturen im Inneren der Anlage, welche die Anbringung behinderten.

Hoffnungen auf Neustart des AKW Takahma getrübt: Einen zügigen Neustart des AKW Takahama (Präf. Fukui) wird es voraussichtlich nicht so schnell geben, wie vom Betreiber Kansai Electric zunächst erhofft. Ursächlich hierfür sind neue Berechnungen zur Maximalhöhe von möglichen Tsunami an der Anlage.

Tsunami-Warnschild (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Tsunami-Warnschild (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Bei dem am 8. Juli eingereichten Neustartsantrag war der Betreiber von einer Maximalhöhe von 2,6 Metern ausgegangen. Die Atomaufsichtsbehörde NRA wies den Elektrizitätskonzern jedoch an, neue Berechnungen durchzuführen – basierend auf der Einschätzung der Präfekturleitung. Dort war man auf eine zu erwartende Maximalhöhe von 3,7 Metern gekommen.

Am gestrigen Dienstag räumte Kansai Electric dann ein, dass die Wassermassen eines Tsunami bis zu 50 Zentimeter über das Kraftwerk reichen könnten, das nur in einer Höhe von 3,5 Metern liegt. Daher würden einige Stellen der Anlage, wie etwa das Pumpengebäude an den Reaktoren 3 und 4, für die der Neustart beantragt wurde, überflutet werden.

Nach den neuen Standards der NRA sind derartige Überschwemmungen von Kernkraftwerken nicht zulässig, wurden jedoch von Kansai Electric in den bisherigen Katastrophenplänen nicht berücksichtigt. Daher erklärte sich das Unternehmen bereit, einen neuen Schutzdamm um wichtige Teile der Anlage zu bauen, die andernfalls von Überflutungen betroffen wären.

Über den zeitlichen Rückschlag für den Neustart des AKW Takahama berichtete die Asahi Shimbun.

Japan begeht 68. Jahrestag des Kriegsendes: Die inoffizielle Tradition, an diesem Tag international politische Differenzen mit Japan auszutragen, setzt sich auch in diesem Jahr fort. Auch wenn Premierminister Shinzo Abe lediglich einen Stellvertreter zum umstrittenen Yasukuni-Schrein entsandte, um die asiatischen Nachbarn nicht zu provozieren, kam es zu Protesten.

Der Yasukuni-Schrein in Tokyo
Der Yasukuni Jinja in Tokyo: Gedenkort für die Kriegstoten (Foto: Miki Yoshihito cc-by)

Während etwa 1.500 Personen am Schrein einen Besuch von Japans Premier forderten, protestieren 100 Personen gegen den Besuch von Kabinettsmitgliedern am Schrein.

Dennoch statteten mit Yoshitaka Shindo, Minister für Innere Angelegenheiten und Kommunikation, Keiji Furuwa, Vorsitzender der Nationalen Kommission für Öffentliche Sicherheit, und Tomomi Inada, Ministerin für Regulierungsreform, Abgeordnete dem Yasukuni Jinja einen Besuch ab und spendeten aus ihrem Privatvermögen.

Als Reaktion hierauf bestellte die chinesische Regierung den japanischen Botschafter Masato Kitera ein.

Kontrovers war die Rede des Premierministers, da er mit der 1993 eingeführte Tradition brach, dass sich Japan für das entstandene Kriegsleid entschuldigte und auch das Versprechen, nie wieder Krieg zu führen, klang bei ihm anders. So sprach er vielmehr davon, Japan werde in größtmöglichem Maß seinen Beitrag zum Weltfrieden leisten.

China warnte Japans Premier Abe davor, seinen Plan, dem Schrein ebenfalls privat eine finanzielle Spende zukommen zu lassen, in die Tat umzusetzen. Der Umgang Japans mit dem Schrein zeige, wie Japan mit seiner aggressiven Vergangenheit umgehe und die Gefühle der Opfer japanischer Aggression respektiere. Nach Angaben von LDP-Politiker Hidehisa Otsuji, habe Abe diese Spende jedoch schon geleistet.

Doch auch andernorts fanden Gedenkveranstaltungen statt. Etwa 6.000 Personen, die Mehrheit davon über 70 Jahre alt, beteiligten sich an einer von der Regierung unterstützten Gedenkzeremonie in Tokyo, um der 3,1 Millionen Kriegstoten des Landes zu gedenken und eine Schweigeminute einzuhalten.

Premierminister und Regierungsschef Shinzo Abe sprach davon, der heutige Frieden und Wohlstand basiere auf dem Opfer der Kriegstoten, so dass man die Lektionen des Krieges bewahren und nach einer hoffnungsvollen Zukunft streben sollte. Der Tenno, als Symbol des Staates erklärte, er hoffe, dass sich der Horror des Krieges nie mehr wiederhole und werde für die Toten, als auch für Weltfrieden und Japans Wohlstand beten.

In der Stadt Oita gedachten Menschen den letzten japanischen Selbstmordpiloten, die dort, selbst nachdem die Stimme des Showa Tenno im Radio die Kapitulation Japans erklärt hatte, mit ihren Maschinen vom Rollfeld abhoben. In Kobe wurde ein Kenotaph für die Opfer der US-Luftangriffe 1945 enthüllt.

Über die Ereignisse berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo, Mainichi Shimbun, jiji und die NHK.

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