Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO will Meeresboden vor AKW Fukushima mit Zement abdecken

Japan aktuell: TEPCO will Meeresboden vor AKW Fukushima mit Zement abdecken

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Arbeitsschiffe im Hafen Onahama am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Arbeitsschiffe im Hafen Onahama am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Arbeitsschiffe im Hafen Onahama am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Arbeitsschiffe im Hafen Onahama am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)

Die Berichterstattung von Medien soll in der Regel mehr Klarheit in komplexe Sachverhalte bringen – dazu sollte allerdings auch der Journalist „clean“ sein, was bei einem Autor der Asahi Shimbun offenbar nicht der Fall war. Dieser wurde, nach Hinweisen eines anderen Drogenkonsumenten, von der Polizei positiv auf den Gebrauch von Aufputschmitteln getestet.

Sauber ist allerdings auch der Meeresboden vor dem AKW Fukushima aktuell nicht, befürchtet der Betreiber doch eine Belastung des Meeres mit hohen Werten an Radioaktivität. Für einzelne Meeresbewohner mag dies bereits nicht mehr von Bedeutung sein – wie etwa für den Lachshai in einem öffentlichen Park in Tokyo.

Einzelheiten, Hintergründe und Fukushima News gibt es auch heute wieder im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Februar 2012.

Unsere heutigen Meldungen:

  • TEPCO will Meeresboden mit Beton schützen
  • Echtzeit-Strahlungsüberwachung in Fukushima gestartet
  • Fukushima-Krisenprotokolle sollen veröffentlicht werden
  • Urteil gegen Sea Shepherd Aktivisten in Japan gesprochen
  • Bürgermeister von Nagoya verweigert Nanking-Entschuldigung
  • Rätsel um Hai in Park von Tokyo gelöst
Spezial-Zementdecke für Fukushima-Meeresboden am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Meeresboden-Zementierung im Laborversuch am 14. Februar 2012 (Foto: TEPCO)

TEPCO will Meeresboden mit Beton schützen: Nachdem die Untersuchungen von Sedimenten und Schlamm aus dem Seeboden im Bereich der Fukushima-Reaktoren 1 bis 4 eine Belastung von bis zu 1,6 Millionen Becquerel an radioaktivem Cäsium nachgewiesen hatten und weitere hohe Belastungen in der Nähe der Reaktoren 5 und 6 festgestellt worden waren, plant der Betreiber des Kraftwerks, der Energiekonzern TEPCO, nun Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Andernfalls sei zu befürchten, dass radioaktiv kontaminierter Schlamm durch den Schiffsverkehr und unruhigen Seegang aus dem Hafen herausgelangen und in das Meer gelangen könnten – trotz der bislang getroffenen Schutzmaßnahmen an den Kraftwerken selbst.

Nun begannen am heutigen Mittwoch die Vorbereitungen für die Arbeiten, bei denen über eine Fläche von 70.000 Quadratmetern eine zweilagige Schicht aus Lehm und Zement auf dem Meeresboden ausgebreitet werden soll. Durch die Zementierung des Meeresbodens soll ein Aufwirbeln der radioaktiven Substanzen die sich dort abgelagert hatten, verhindert werden.

Die Arbeiten sollen bis zur Fertigstellung drei bis vier Monate andauern. Nach dem erfolgreichen Abschluss, soll diese Schutzmaßnahme vorraussichtlich etwa 50 Jahre lang effektiv sein. Mit den Zementierungsarbeiten selbst soll Ende Februar begonnen werden. Dies berichtet die NHK. Nach Angaben der jiji sollen jedoch zunächst noch am Samstag weitere Tests erfolgen

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
Fukushima: Strahlungs-Messwerte jetzt in Echtzeit

Echtzeit-Strahlungsüberwachung in Fukushima gestartet: Am gestrigen Dienstag startete das Ministerium für Wirtschaft, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) das insgesamt  2,6 Milliarden Yen teure System der Echtzeit-Übertragung von radioaktiven Messwerten in der Luft an 2.700 Stellen in der Präfektur Fukushima.

Bürger können somit ab sofort sowohl auf den Geräten vor Ort, als über eine japanischsprachige Webseite der MEXT  die in zehn Minuten Intervallen gemessenen Werte in den verschiedenen Regionen der Präfektur verfolgen:
http://radiomap.mext.go.jp/ja/

Betrieben werden die Messstationen mit Solarzellen, die im Gerät enthaltene Mobilfunkeinheit überträgt die Daten dann automatische an einen Server der MEXT. Das System misst an öffentlichen Einrichtungen wie Mittel- und Oberschulen, sowie Parks den Wert der Gamma-Strahlung in einem Abstand von einem Meter über dem Boden. Bei Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen beträgt die Distanz zum Boden nur 50 Zentimeter.

Die neue Echtzeit-Messung war Thema mehrerer japanischer Medien, darunter auch der NHK und der Asahi Shimbun.

Fukushima-Protokolle sollen veröffentlicht werden: Japans Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura gab auf einer Pressekonferenz am heutigen Tag bekannt, man werde die Protokolle die bei den Krisentreffen der japanischen Führung in der Akutphase der Fukushima-Krise angefallen waren, so gut wie möglich wieder zusammenstellen. Eine Veröffentlichung der Protokolle ist für Ende des Monats geplant.

Damit reagiert Japan auf die Veröffentlichung der Krisenprotokolle durch die Nuclear Regulatory Commission
der USA. Fujimura entschuldigte das Versäumnis, das bei den Treffen des Krisenstabs keine Protokolle angelegt worden waren mit dem Umstand, das es eine sehr schwere Katastrophe gewesen sei und den Teilnehmern die Wichtigkeit von Protokollen nicht gänzlich bewusst war. Er bezeichnete die Zusammenstellung von Protokollen als entscheidend für die Regierung, um den Willen Verantwortung zu übernehmen, zu demonstrieren. Das berichtet die NHK.

Urteil gegen Sea Shepherd Aktivisten in Japan gesprochen: Im Fall von Erwin Vermeulen, einem niederländischen Aktivisten der militanten Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, wurde am heutigen Mittwoch vor einem örtlichen Gericht in Japan das Urteil gesprochen. Vermeulen war am 16. Dezember 2011 festgenommen worden, nachdem ein Mann behauptet hatte, bei dem Versuch, ein wegen des Transport von Delfinen gesperrtes Gebiet am Walfangort Taiji zu betreten, habe Vermeulen ihn vor die Brust geschlagen.

Sea Shepherd Schiff "Steve Erwin" (Foto: Melburnian cc-by)
Sea Shepherd: Aktivisten stören Walfang (Foto: Melburnian cc-by)

Das Gericht kam nun zu dem Schluss, dass die Zweifel der Veteidigung an den Behauptungen des Klägers berechtigt sind. Der Richter Satoshi Shibayama schloss sich auch der Argumentation der Verteidigung an, die erklärt hatte, Vermeulen habe zum Zeitpunkt der angeblichen Tat ein Funkgerät in der einen, sowie eine Kamera mit Stativ in der anderen Hand gehalten, so dass der ihm zur Last gelegte Angriff, nicht in der vom Kläger behaupteten Weise stattgefunden haben könne.

Es blieben daher, so Richter Shibayama, Zweifel an die Glaubwürdigkeit der Aussage, die zudem der einzige Beweis für die Tat sei. Aus diesem Grund wurde Erwin Vermeulen nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden, vom Gericht in Wakayama freigesprochen. Der Prozess war Thema mehrerer japanischer Medien darunter die Nachrichtenagenturen Kyodo und jiji.

Sea Shepherd hatte stets betont, bei der Anklage handele es sich um einen Vorwand um sich politisch an den Niederlanden zu rächen, da viele Schiffe der Organisation dort registriert sind. Allerdings könnte, einer Meldung der Kyodo zufolge ein weiteres Problem auf die Umweltschützer zukommen.

Die Regierung der Niederlande hat dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem die Registrierung von Schiffen, die in gefährliche Handlungen verwickelt sind, aufgehoben werden kann.

Die japanische Regierung teilte am Dienstag mit, der Antrag sei nach den Störaktionen von Sea Shepherd eingereicht worden. Dies sei am selben Tag während eines Treffens zwischen Maxime Verhagen, stellvertretendem Premierminister der Niederlande, sowie Michihiko Kano vom japanischen Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei in Tokyo bekannt geworden.

Dennoch machte Verhagen bei dem Treffen mit Kano die Haltung der Niederlande deutlich. Das Land sei gegen den Walfang, auch gegen den vorgeblich zu Forschungszwecken durchgeführten Walfang, auf den sich die Japaner berufen.

Bürgermeister von Nagoya verweigert Nanking-Entschuldigung:  Nachdem Takashi Kawamura, Bürgermeister der Stadt Nagoya am Montag, bei einem Treffen mit Vertretern der chinesischen Partnerstadt Nanking, das japanische Kriegsverbrechen des Nanking-Massakers während der Zweiten Weltkriegs leugnete, hat die Verwaltung der chinesischen Stadt vorübergehend den Austausch mit Nagoya abgebrochen.

Kawamura hatte erklärt, im Jahr 1937 habe es dort lediglich reguläre Kampfhandlungen gegeben, von einem sechs Wochen dauernden Morden an  etwa 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangenen, sowie den rund 20.000 Vergewaltigungen sei dagegen nicht auszugehen. Der Bürgermeister stellte anschließend fest, er beteilige sich auch gerne an einer entsprechenden Diskussion.

Am heutigen Mittwoch sagte Kawamura gegenüber der Presse, er beabsichtige nicht, seine gemachten Bemerkungen zurückzunehmen. Stattdessen wolle er seine Ansichten genauer darlegen. Da ihm an freundschaftlichen Beziehungen zur chinesischen Partnerstadt gelegen sei, plane er einen Besuch in China um dort Erklärungen abzugeben.

Die Entscheidung von Nanking, stattdessen die Kontakte nach Nagoya auf Eis zu legen, machte in China Schlagzeilen und auch im Internet wurde Kawamura von chinesischen Bürgern für seine revisionistischen Aussagen kritisiert.

Vermittelnd wirkt dagegen die Bemerkung von Wang Yang, Sekretär des kommunistischen Provinzkomitees von Guandong, Japan und China sollten Angelegenheiten, bei denen es um unterschiedliche Wahrnehmungen der Geschichte gehe, ruhig handhaben. Es ist das erste Mal, dass eine chinesische Führungsstelle zu den umstrittenen Aussagen äußert.

In beiden Ländern gebe es Personen mit extremen Ansichten zur Geschichte, was sich auch in ihren Handlungen äußere, aber diese würden nur einen kleinen Teil des großen Ganzen ausmachen, so der Politiker der Nachrichtenagentur jiji zufolge.

Springbrunnen im Yoyogi-Park von Tokyo (Foto: Shinjiro cc-by)
Haifischrätsel im Yoyogi-Parrk gelöst (Foto: Shinjiro cc-by)

Rätsel um Hai in Park von Tokyo gelöst: Indem sie sich auf Polizeiquellen beruft, erklärt die Mainichi Shimbun das Rätsel um den Lachshai, der am 19. Februar auf einem Parkplatz am Eingang des beliebten Yoyogi-Parks im Tokyoter Bezirk Shibuya gefunden worden war, jetzt für gelöst.

Demnach habe ein 25 Jahre alter Hobbyfotograf den Hai am 15. Februar vom Betreiber eines Sushi-Restaurants erworben und zunächst im Haus eines Freundes untergebracht. In der Nacht vom 18. Februar hätten er und einige Freunde den Körper zum Yoyogi-Park geschafft und dort Fotos des Fischs in der Nähe des Fahrradabstellplatzes gemacht.

Ursprünglich habe der Mann das tierische Fotomotiv anschließend wieder mitnehmen wollen, musste jedoch feststellen, dass der über 100 Kilo wiegende tote Körper zu schwer für eine Einzelperson ist. Daher habe er den Körper mit einer blauen Plane abgedeckt, in der Absicht am folgenden Nachmittag wiederzukommen.Dies war jedoch nicht mehr möglich, da zuvor ein Wachmann bei einem Kontrollgang den ungewöhnlichen Fund machte.

Gegenüber der Polizei entschuldigte sich der Hobbyfotograf und erklärte er sei überrascht, welches Aufsehen die Aktion erregt habe. Obwohl die Polizei in dem Fall wegen illegaler Abfalllagerung ermittelt hatte, plane man nun keine weiteren Untersuchungen einzuleiten, da bei dem Befragten offenbar kaum kriminelle Absichten vorlagen.

Bis zur Abholung zur endgültigen Entsorgung, verblieb der Körper des Tieres noch bei der örtlichen Polizei.