Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO will radioaktives Fukushima-Grundwasser verklappen

Japan aktuell: TEPCO will radioaktives Fukushima-Grundwasser verklappen

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Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Radioaktives Wasser angeblich unbedenklich (Symbolfoto: pd)

Der jüngste Plan zu einer möglichen Entsorgung kontaminierten Wassers, den der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gab, dürfte – trotz der Beteuerungen zur Unschädlichkeit der Maßnahme – nicht nur bei Atomkraftgegnern zu Besorgnis führen.

Auch die vom Gelände des Kernkraftwerks Fukushima aktuell berichteten Strahlungsanstiege an den Grenzen der Anlage klingen sicher nicht beruhigend.

Neben diesen Fukushima News gibt es heute auch weitere Meldungen, wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO will radioaktives Grundwasser verklappen
  • Anstieg der Strahlung in Fukushima-Grenzgebiete
  • Tokyoter Polizeiposten werden Evakuierungshilfen

TEPCO will radioaktives  Grundwasser verklappen: Täglich dringen 400 Tonnen Grundwasser in die Fukushima-Reaktoren und werden dort durch die stark radioaktiven Abwässer im Inneren der Gebäude kontaminiert, was zu einer Zunahme an radioaktiv belasteten Wassermengen führt, die dann aus den Kellergeschossen abgepumpt werden müssen.

Um diesem Problem zu begegnen, hat TEPCO bereits eine ganze Reihe an Bohrlöchern und Gräben geschaffen, um das Grundwasser abzupumpen, bevor es stärker radioaktiv belastet wird. Di

Nun will TEPCO offenbar einen Teil dieses vergleichsweise gering kontaminierte Grundwassers, das auf das Gelände des Kraftwerks gelangte, ins Meer verklappen. Das berichtet die Kyodo unter Bezug auf ungenannte Quellen. Nach Betreiberangaben bestehe kein Risiko, da die Strahlungsbelastung des Grundwassers die gleiche Höhe habe, wie die Flüsse in der Umgebung.

Am kommenden Montag hofft der Betreiber bei Gesprächen mit Fischern aus der Umgebung, eine Einigung zum Ablassen des Grundwassers zu erzielen. Bei einem ersten Versuch hat TEPCO etwa 200 Tonnen Grundwasser über die Bohrlöcher herausgepumpt. Messungen hätten dann einen identische Kontaminationsgrad wie in der Umgebung der Anlage bestätigt.

Sobald das System, das Grundwasser vor einem Eindringen in die Untergeschosse der Gebäude dann ablaufen lassen würde, könnte dies nach Schätzungen von TEPCO die Gesamtmenge an Grundwasser in die Reaktorgebäude, von bislang 400 auf 300 Tonnen täglich, reduziert werden. Proteste gegen die Verklappung sind jedoch zu erwarten.

Anstieg der Strahlung in Fukushima-Grenzgebiete: Der Betreiber TEPCO meldete gestern, das der selbst gesetzte Grenzwert von einem Millisievert pro Jahr für Bereiche, die an die Kraftwerksanlage angrenzen, überschritten werden wird. In einem Bereich südlich der Anlage wird mit bis zu 7,8 Millisievert gerechnet.

Als Ursache für den Anstieg werden Maßnahmen genannt, die aufgrund der Lecks in den unterirdischen Tanks für radioaktiv kontaminiertes Wasser durchgeführt wurden. Die an der Oberfläche befindlichen Behälter und Leitungen erhöhen die atmosphärische Strahlungsbelastung vor Ort – ein Problem, das bei der unterirdischen Lagerung nicht aufgetreten war.

Den Einschätzungen zufolge, die anlässlich des Abpumpens von etwa 23.000 Tonnen Wasser bekannt gegeben worden waren, wird der Strahlungsanstieg in den Grenzbereichen daher auch am höchsten in den Transferbereichen ausfallen.

Der Betreiber kündigte an, das Strahlungsniveau so niedrig wie möglich zu halten, indem eine neue Wasserfilteranlage genutzt werde, die eine größere Zahl radioaktiver Substanzen herausfiltern kann und zunächst Lagerbehälter genutzt würden, die sich in größerer Distanz zu den Grenzbereichen der Kraftwerksanlage befinden.

Tokyoter Polizeiposten werden Evakuierungshilfen: Sie sind in jeder japanischen Stadt zu finden – die „Koban“ genannten kleinen Polizeistationen, von denen die Beamten aus die Nachbarschaft im Blick haben und vielfach Hilfestellungen bieten. Nun will die Polizei für den Großraum Tokyo die Posten auch im Katastrophenfall noch hilfreicher machen.

Koban: Japanischer Polizeiposten (Symbolfoto, pd)
Koban: Japanischer Polizeiposten (Symbolfoto, pd)

Die Polizeiposten an Straßenecken sollen mit großen elektronischen Beschilderungen ausgestattet werden, auf denen der Standort nahgelegener Notunterkünfte und der Zustand der öffentlichen Verkehrsmittel nachzuvollziehen sind. Selbst wenn die Polizeibeamten nicht vor Ort sein sollten, lassen sich die Anzeigetafeln auch von anderen Polizeiposten, oder der Zentrale aus, aktualisieren.

Für die Situation eines möglichen Stromausfalls können die elektronischen Hinweisschilder mit Batterien in den Gebäuden bis zu acht Stunden lang betrieben werden. Außerhalb der Katastrophensituation bieten die Anzeigetafeln dem Bürger Informationen über Verkehrsunfälle, oder präsentieren Fahndungsplakate.

Nach Angaben der Polizeibehörde Tokyo stellen die Maßnahmen eine Vorbereitung auf das erwartete Großbeben dar. Wie die jiji meldet, sollen die Hinweistafeln zunächst an sechs Polizeiposten in der japanischen Hauptstadt getestet werden.

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