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Japan aktuell: Tod des Fukushima-Arbeiters bestätigt

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jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Das angebrochene Jahr des Drachen könnte glücklicher werden als das Vorjahr – zumindest glauben dies die Besucher von Kesennuma (Präf. Miyagi). Ein Kind entdeckte dort eine Kiefer, die nach dem Fortreissen der Äste durch den Tsunami des Tohoku-Erdbebens nun in der Tat überraschende Ähnlichkeit mit dem mythologischen Fabelwesen hat und neben Schaulustigen aus dem ganzen Land auch den Einwohnern Zuversicht für den Wiederaufbau ihrer Präfektur verleiht.

Wie positiv die Situation in Fukushima aktuell wirklich ist und welche Probleme weiterhin bestehen, sowie sonstige Informationen neben den Fukushima-News – alles im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Januar 2012.


Fukushima-Arbeiter stirbt nach Herzillstand:
Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi teilte es in zwei Zeilen einer Presseerklärung mit, in denen er meldet, dass der Angestellte eines Subunternehmens, der am Montag während seiner Arbeit zunächst über Unwohlsein geklagt, dann einen Herzstillstand erlitten hatte und ins Koma gefallen war, noch am selben Tag verstarb. Ein Arzt bestätigte den Tod um 17:02 Uhr Ortszeit. TEPCO selbst habe dies erst heute gegen 13:00 Ortszeit erfahren.

Fast 19.300 Tote durcht Tsunami des Tohoku-Erdbebens: Zehn Monate sind seit dem verheerenden Tohoku-Erdbeben, dem damit verbundenen Tsunami und dem Anbruch der Fukushima-Krise vergangen und die Opferbilanz ist bedrückend. Zählt man die bestätigten Todesopfer und die Zahl der offiziell noch als vermisst geltenden Personen zusammen, kommt man auf 19.294.

Nach Angaben der nationalen Polizeibehörde, beläuft sich die Zahl der Toten auf 15.844  in 12 Präfekturen des Landes. Ingesamt   3.450 gelten als vermisst. Bei der Zahl der Vermissten sind die Präfekturen Miyagi und Iwate besonders betroffen, hier werden 1.861 bzw.  1.368 Personen vermisst.

Unterdessen dauern die Suchaktionen, unter anderem in den Küstengebieten der Präfektur Miyagi weiter an, wie etwa die Nachrichtenagentur Kyodo meldet. Hier konzentrierten sich die Suchmannschaften heute auf die Küste von Kesennuma, die besonders schwer getroffen worden war. Da besonders in dieser Region viele Leichen und Habseligkeiten anhand derer eine Identifikation möglich wäre ins Meer gespült wurden, sind bereits seit dem 13. Dezember 2011 keine Körper mehr in der Präfektur Miyagi gefunden worden.

In Iwaki (Präf. Fukushima) fanden sich anlässlich des Datums etwa 100 Fischer und andere Personen zusammen, um der Opfer in stillem Gebet zu gedenken. Allein in dieser Präfektur starben 1.605 Menschen –  weitere 217 sind noch als Vermisste registriert. Etwa 156.500 Einwohner verschiedener Ortschaften bleiben weiterhin Flüchtlinge und sind an anderen Stellen innerhalb- und außerhalb der Präfekturen untergebracht, berichtet die NHK.

Wassertank-Leck setzte stark radioaktives Wasser frei: Nachdem gestern ein Leck an einem Wassertank festgestellt und zehn Liter ausgetreten waren (Spreadnews berichtete), ist in diesem Zusammenhang nun von stark radioaktiv belastetem Wasser die Rede. Das Material sammelt sich bei der Entsalzung an –  das Wasser wird dann in diesem Behälter gespeichert.

Die Nachrichtenagentur jiji meldete gestern dann noch Daten zum Belastungsgrad des Wassers. Demnach sei nur geringe Mengen an radioaktivem Cäsium festgestellt worden. Allerdings ist dafür der Gehalt weiteren radioaktiven Materials hoch, so dass 500.000 Becquerel an Beta-Strahlung pro Kubikzentimeter festgestellt wurden. Hierzu gehört auch Strontium–90. Die Atomsicherheitsbehörde NISA wies TEPCO an, Patroulliengänge durchzuführen und Maßnahmen zu treffen, um vergleichbare Lecks zu verhindern.

Die Entsalzung und Dekontamination von Wasser ist für entscheidender Bedeutung für den Kühlkreislauf, da stark radioaktiv belastetes Wasser aus dem Reaktor in die Anlage gelangt und dort verarbeitet wird, bevor es wieder zur Kühlung eingesetzt werden kann.

Sea Shepherd Schiff "Steve Erwin" (Foto: Melburnian cc-by)
Aktivisten von Sea Shepherd sollen frei kommen (Foto: Melburnian cc-by)

Sea Shepherdd Aktivisten sollen an Australien ausgehändigt werden:Nach einem Verhöhr von drei Aktivisten der Umweltschutzorganisation Forest Rescue, die am Sonntag das japanische Schiff Daini Shonen Maru geentert und daraufhin von der Besetzung festgehalten worden waren. Da bei der Aktion keine

Mannschaftsmitglieder verletzt worden waren und auch kein Sachschaden am Schiff entstand, beschloss die japanische Regierung, die drei Männer, die mit ihrer Aktion die militanten Umweltschützer der Organisation Sea Shepherd unterstützen wollten, nicht zu verhaften, sondern an die australischen Behörden zu überstellen.

Julia Gillard, Premierministerin von Australien dankte Japan für diese Entscheidung und nannte die Maßnahme ein Schiff zu entern inakzeptabel.  Zudem warnte sie, derartige illegale Aktionen könnten juristische Folgen haben. Die australische Regierung will die drei Aktivisten nun von einem Schiff abholen lassen. Einen entsprechenden Bericht gibt es etwa von der NHK.

Während die Premierministerin betonte, der beste Weg den Walfang ein für alle Mal zu verhindern sei ein Gerichtsurteil, diesbezüglich wäre etwa eine Entscheidung des internationalen Gerichtshofs nötig. Die radikalen Aktivisten dürften derartige politische Pläne zu langfristig angelegt sein, so dass mit weiteren Behinderungen und Störaktionen gegen Walfangschiffe gerechnet werden muss.

Giftgas-Sektenmitglieder tarnten sich mit Falschnamen: Nachdem sich Makoto Hirata (46) am Neujahrstag der Polizei stellte und dessen Anwalt nun auch seine Fluchthelferin Akemi Saito (49) mit der er sich fast 17 Jahre versteckt hielt, dazu überreden konnte, freiwillig zur Polizei zu gehen, sind die Behörden im Fall der beiden früheren Mitglieder der Sekte Omu Shinrikyo nun dabei, die Einzelteile zusammenzusetzen.

Demnach hielt sich Saito, die aus Sukagawa (Präf Fukushima) stammt, und 1993 zum Kult stieß, mit Hirata zunächst in mehreren Präfekturen versteckt, bevor sie die letzten 15 Jahre in der Präfektur Osaka verbrachten.  Dort, berichtet Saito, seien sie dreimal umgezogen, sobald sie den Verdacht hatten, ihre Nachbarn hätten Verdacht geschöpft.

Während ihrer Arbeit in einem Restaurant in Sendai (Präf. Miyagi) nutzte sie den Namen  Kyoko Yamaguchi. Bei ihrer letzten Arbeitsstelle in Shin-Osaka, war sie dagegen als Shoko Yoshikawa gemeldet, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Bezug auf mit den Ermittlung vertrauten Quellen.  Während ihres gemeinsamen Aufenthaltes in Inawashiro (Präf. Fukushima) im Juli 1995 hätten sie auch die Namen real existierender Personen als Alias genutzt.

Zudem vermutet die Polizei, habe das einstige Führungsmitglied Makoto Hirata im Jahr 1995 insgesamt 10 Millionen Yen von einem weiteren Mitglied als finanzielle Unterstützung der Flucht erhalten. Allerdings berichtete Akemi Saito gegenüber ihren Anwalt Taro Takimoto, beide hätten seitdem keine weitere Hilfe erhalten oder sonstige Kontakte mit der Endzeit-Sekte gehabt.

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