Start Aktuelles Japan aktuell: Tod durch akute Leukämie und Verstrahlung bei Arbeitern im AKW...

Japan aktuell: Tod durch akute Leukämie und Verstrahlung bei Arbeitern im AKW Fukushima

1034
0
TEILEN

Japan hat mit Yoshihiko Noda praktisch einen neuen Premierminister – und einige fürchten einen Rückfall in alte Atompolitik. Noda kündigte an, Japan müsse die Atomkraft weiter betreiben jedoch gleichzeitig Anstrengungen unternehmen die Abhängigkeit von Kernkraft langfristig zu verringern. Es wird angenommen, er werde das Hochfahren von derzeit ruhenden Reaktoren forcieren.

Gerade die aus Japan aktuell gebrachten Meldungen, werfen jedoch kein gutes Licht auf die Atomenergie, denn im Zusammenhang mit weiteren Fukushima News wird von gesundheitlichen Problemen und einem Todesfall zu lesen sein – im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. August 2011.

Fukushima-Arbeiter stirbt an akuter Leukämie:
TEPCO meldet den Tod eines Arbeiters, der als Angestellter eines Subunternehmens bei den Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi tätig war und nun an akuter Leukämie verstarb. Meldungen der Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji zufolge gab TEPCO an, der Tod des Arbeiters in den Vierzigern sei dem Konzern am 16. August von einem seiner Partnerunternehmen mitgeteilt worden, diese hatten die Arbeiter des Subunternehmens angestellt.

Zudem stellte das Unternehmen klar, der Tod des Arbeiters stehe in keinerlei Zusammenhang zu seiner Arbeit. Der Verstorbene sei einer Belastung von 0,5 Milisievert ausgesetzt gewesen und habe keine Anzeichen einer Inkorporation aufgewiesen. Damit wird der Wert von fünf Milisievert unterschritten, der nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums als Grenze gilt, ab der ein solcher Todesfall als „arbeitsbezogen“ gilt.

Über vorangegangene Anstellungen des Arbeiters ist bislang nichts bekannt, der Arbeiter sei Anfang August für eine Woche beschäftigt gewesen und habe Strahlungskontrollen durchgeführt, später über gesundheitliche Beschwerden geklagt und medizinischen Untersuchungen unterzogen worden, die jedoch keine Auffälligkeiten gezeigt hatten.

Sandkästen in Tokyo aus Angst vor Strahlung gesperrt: Auch wenn es von der Regierung keine offiziellen Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Sandkästen auf Spielplätzen gibt, untersuchen Städte und Gemeinden die Belastung auf eigene Faust. Ihr Grenzwert von 0.25 Mikrosievert pro Stunde orientiert sich dabei an den Strahlenschutzvorgaben verschiedener Organisationen.

Untersucht wurden auf Wunsch der Anwohner auch insgesamt 378 Sandkästen im Stadtteil Katsushima von Japans Hauptstadt Tokyo. In 29 Fällen der zwischen dem 3. und 17. August getesteten Objekte, wurde der Grenzwert überschritten. Die zuständigen Stellen wie Schulen und Kindergärten wurden gebeten, den Gebrauch der Sandkästen einzustellen. Als weitere Maßnahmen sollen die Entfernung der tiefer liegenden Erdschichten und die Verwendung von neuem Sand durchgeführt werden. Das meldet die Mainichi Shimbun.

Einwohner von Fukushima hätten Jodtabletten nehmen sollen: Bei einem Treffen der „Japanese Association for Medical Management of Radiation Accident (JAMMRA)“ einer medizinischen Gesellschaft die sich mit Strahlungsunfällen befasst das am 27. August stattfand, erklärte der Leiter einer Privatuniversität, ausgehend von den Werten externer Belastung durch radioaktives Jod hätten mindestens 40 Prozent der am 17. und 18. August untersuchten Personen zur Prävention Jodtabletten nehmen sollen.

Durch die Inkorporation in Form von Einatmen und den Verzehr von Lebensmitteln, sei die Schilddrüse vermutlich relativ hohen Belastungen durch radioaktives Jod ausgesetzt gewesen.

Da bei den Untersuchungen jedoch lediglich radioaktives Jod-131gemessen werden konnte, das über eine Halbwertszeit von acht Tagen verfügt, während andere Formen teilweise nur wenige Stunden nachweisbar sind, müssen die wirklichen Werte noch höher angesetzt werden, so die Experten einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge.

Senkung der Strahlungsgrenze für Fukushima-Arbeiter erwogen: Nach dem Willen des Gesundheitsminsiteriums soll noch in diesem Herbst, der im Zuge der Fukushima-Krise angehobene Grenzwert für die zulässige Belastung von Arbeitern von 250 Milisievert, auf den ursprünglichen Wert von 100 Milisievert gesenkt werden. Das teilte der Gesundheitsminister Ritsuo Hosokawa den Medien auf einer Pressekonferenz mit.

Gerechtfertigt werde der Schritt durch den Umstand, dass lediglich im März die Arbeiter den alten Grenzwert von 100 Milisievert überschritten hätten, bei allen Beschäftigten die ab April am AKW Fukushima tätig waren, sei der Wert nie über 100 Milisievert gestiegen. Es ist nicht gut, den Notfallwert ewig beizubehalten, erklärte Hosokawa.

34 Punkte nahe Fukushima überschreiten Tschernobyl-Berechnungsmodell: Eine am gestrigen Montag vom Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) vorgelegte Karte, welche die radioaktive Belastung des Erdbodens im Umkreis von 100km Radius um das AKW Fukushima Daiichi zeigt, verdeutlicht die Schwere der Auswirkungen des Reaktorunglücks.

Wie das Kultus- und Wissenschaftsministerium zu seinen Angaben erläuterte, wurden die höchsten Werte der 36 Punkte in der Ortschaft Okuma festgestellt. Die Belastung dort beträgt 15,45 Millionen Becquerel pro Quadratmeter. Die sechs Gemeinden deren Werte über dem Tschernobyl-Grenzwert liegen sind neben Okuma dier Städte Minamisoma, Tomioka und die verlassene Stadt Futaba, sowie die Dörfer Namie und Iitate.

An insgesamt 34 Stellen wurden Werte von radioaktivem Cäsium-137 gemessen, die über 1,48 Millionen Becquerel pro Quadratmeter liegen. Dieser Wert war seinerzeit zur Festlegung von Wohnverboten in der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl genutzt worden. Cäsium-137, das über eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, stellt in diesen Gebieten somit eine schwere Belastung dar.

Landwirtschaftliche Auswirkungen: Das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei legte, nach Angaben der Mainichi Shimbun, ebenfalls eine Karte vor, auf die die Konzentration von Cäsium-137 und Cäsium-134 in den landwirtschaftlichen Gebieten der Präfekturen Fukushima,  Miyagi, Tochigi, sowie Gunma, Ibaraki und Chiba verzeichnet sind. In insgesamt 13 Gemeinden in der Präfektur Fukushima, darunter Iitate, Soma und Minamisoma  wurde der Grenzwert von 5000 Becquerel pro Kilogramm Erdboden überschritten, so dass dort kein Reisanbau mehr erlaubt ist.

Affäre verzögert Arbeit an MOX-Reaktor auf Hokkaido (jiji) Als „ernste Situation“ bezeichnete der Geschäftsführer der Hokkaido Electrics, Kenyu Takahashi, die Lage in der sich das Unternehmen derzeit befinde. Durch die Untersuchungen einer unabhängigen Komission welche die Vorwürfe, man habe Angestellte über E-Mails zur Teilnahme und Meinungsmache bei einem Symposium gebeten,  prüfen soll, wird die Wiederverarbeitung alter Brennstäbe um aus ihnen MOX (ein Mischoxid aus Uranium und Plutonium) zu gewinnen verzögert. Dies könnte zu einer Verzögerung führen, durch die eine geplante Inbetriebnahme im kommenden Frühling verhindert würde. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Drei Arbeiter in Fukushima mit Beta-Strahlung belastet: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi teilte mit, mindestens zwei Angestellte seien bei einem Zwischenfall am 28. August einer Beta-Strahlung über 15 Milisievert ausgesetzt gewesen. Bei zwei der Angestellten wurden  23.4 beziehungsweise 17.1 Millisievert gemessen. Die radioaktive Belastung des dritten Arbeiters werde untersucht, alle drei medizinischen Tests unterzogen um ihren Zustand beurteilen zu können.

Die drei Arbeiter seien mit Austauscharbeiten an einem Filter der Dekontaminationsanlage beschäftigt gewesen, als sie kontaminiert wurden. Obwohl bemerkt, meldeten sie den Zwischenfall erst am folgenden Tag ihrem Vorgesetzten, da sie davon ausgegangen waren, diese Belastung liege im zulässigen Bereich.

Die Beta-Strahlung der sie ausgesetzt waren, kann durch die Haut in den Körper gelangen, die erlaubte Gesamtbelastung liegt bei 1000 Milisievert. Als teilweise Ursache für den Zwischenfall werde die mangelnde Erfahrung vermutet, da sie das erste Mal einen derartigen Austausch durchführten,

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here