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Japan aktuell: Tote und Verletzte nach schweren Schneefällen

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Artikelbild - Schnee in Tokyo am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)
Schnee in Tokyo am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)

Während olympische Athleten im russischen Sotschi zu Beginn des Wochenendes von ungewohnt hohen Temperaturen sprechen, erlebte Japan in mehrere Landesteilen schwere Schneefälle. Auch die Hauptstadt Tokyo war betroffen. Landesweit kam es zu schweren Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Einige Informationen zusammengefasst:

  • Schneerekord in Tokyo
  • Landesweite Schneerekorde
  • Todesopfer und Verletzte
  • Weitere Auswirkungen
  • Verkehr und Transport
  • Aktuelle Situation

Schneerekord in Tokyo

Die Schneefälle führten zu ungewöhnlichen Meldungen. So wurde zum ersten Mal seit 13 Jahren für alle Bezirke der Hauptstadt eine Wetterwarnung aufgrund des Schneetreibens ausgegeben.

Am Samstag wurden im Stadtzentrum ein Schneefall von 27 Zentimetern gemessen. Ein derartiger Wert war zuletzt vor 45 Jahren gemessen worden.

Auch im Großraum Tokyo und den angrenzenden Präfekturen gab es Meldungen über Rekorde des Schnees.

Tokyo: Schnee räumen in Tokyo am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)
Schneeräumen in Tokyo am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)

In der Stadt Kumagaya (Präf. Saitama), 60 Kilometer von Tokyo entfernt, wurde mit 43 Zentimetern eine Menge erreicht, die dort zuletzt vor 60 Jahren gemessen wurde.

In der Stadt Chiba gab es Meldungen über Schneehöhen von 33 Zentimetern – ebenfalls ein Rekordwert.

Landesweite Schneerekorde

Auch die Region Tohoku, die im März 2011 von einem schweren Erdbeben und Tsunami getroffen worden war, meldete starke Schneefälle.

Die Stadt Sendai (Präf. Miyagi) berichtete von 35 Zentimetern, der höchste Wert seit 78 Jahren. Aus Fukushima Stadt wurden 44 Zentimeter an Schneefall gemeldet.

Todesopfer und Verletzte

Bislang gibt es sieben Todesfälle. So starben in den Präfekturen Saitama, Ishikawa und Nagano fünf Menschen, überwiegend aufgrund wetterbedingter Verkehrsunfälle. In der Stadt Hiroshima stürzte ein Taxi in einen See. Der 68 Jahre alte Fahrer kam dabei ums Leben.

Die Zahl an Verletzten steigt weiter an. Am Sonntag war von 1.000 Verletzten die Rede, in mehreren Fällen gab es schwere Verletzungen. Viele der Verletzungen waren auf die vereisten Straßen zurückzuführen.

Weitere Auswirkungen

Tokyo: Autos im Schnee am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)
Tokyo: Autos im Schnee am 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)

In etwa 3.400 Haushalten in Tokyo fiel der Strom aus und der Elektrizitätskonzern TEPCO teilte mit, in den Präfekturen Ibaraki und Chiba nahe Tokyo seien mehr als 20.000 Haushalte ohne Strom.

Das Unternehmen warnt, sich den in Japan üblichen Oberleitungen nicht zu sehr zu nähern und ruft dazu auf, Schäden zu melden.

In der Hauptstadt wurde am Samstag gegen Mittag der Zutritt zum 634 Meter hohen Tokyo Skytree aufgrund starker Winde gesperrt.

Auch am AKW Fukushima Daiichi zeigte das Wetter am Samstag erste Auswirkungen.

So wurden im Voraus Sicherheitsmaßnahmen für ein Kranschiff getroffen, dass bei Reparaturarbeiten im Einsatz war. Der Betreiber TEPCO meldete jedoch keine besonderen Vorkomnisse im Betrieb auf der Anlage.

Verkehr und Transport

Die Schneefälle wirkten sich auch auf Transportwesen und den Verkehr aus. So kam es sowohl im Straßenverkehrs als auch bei Zügen und im Flugverkehr zu Einschränkungen.

Flughafen Tokyo-Narita meldete zahlreiche Flugausfälle (Foto: katorisi cc-by)
Flughafen Tokyo-Narita meldete zahlreiche Flugausfälle (Symbolfoto: katorisi cc-by)

Am Samstag wurden mindestens 615 Flüge in Tokyo gestrichen. Am Sonntag fielen annähernd 300 Inlandsflüge aus, die meisten am Flughafen Tokyo-Haneda. Dort wurde von Windböen mit Geschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde berichtet.

Auch internationale Flugverbindungen waren betroffen.

Bereits am Samstag wurden weitere Flughäfen des Landes aufgrund von Räumarbeiten auf Start- und Landebahnen gesperrt.

Etwa 8.200 Reisende saßen ab Samstagnachmittag auf dem Flughafen Tokyo-Narita fest und mussten die Nacht in bereitgestellten Schlafsäcken und mit kleinen Mahlzeiten auf dem Flughafen verbringen.

Ursache war der Umstand, dass der Flughafen durch die Unterbrechung von Verkehrsverbindungen von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Erst Sonntagnachmittag normalisierte sich die Situation.

Der für Japans zahlreiche Pendler besonders wichtige Zugverkehr erlitt ebenfalls Einschränkungen.

Tokyo: Signalanlage (Foto: Copyright by KJ)
Behinderungen des Zugverkehrs durch Schneesturm (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Im Westen Japans wurde der Verkehr der Shinkansen-Schnellzüge zeitweise ausgesetzt. Der Bahnhof Nishi-Shinjuku wies am Samstag nur etwa die Hälfte der sonstigen Fahrgäste auf, offenbar verlegten Reisende ihre Fahrten auf die U-Bahn.

Ebenfalls am Samstag wies die Chuo-Linie zu den Vororten Verzögerungen von etwa einer Stunde auf. Außerdem wurde in mindestens einem der Züge die Heizung nicht eingeschaltet.

Die Schnellzugstrecke des Tokaido-Shinkansen zwischen Tokyo und Shin-Osaka, die weltweit am stärksten genutzte Schnellzugstrecke, wies Verspätungen bis zu 70 Minuten auf.

Verkehrsbeeinträchtigungen gab es auch am Sonntag nach wie vor. Weitere Fahrten auf den Shinkansen-Strecken Akita, Tohoku und Yamagata fielen aus.

Auch einige Schnellstraßen des Landes wurden im Verlauf des Wochenendes abschnittsweise gesperrt.

Aktuelle Situation

Tokyo: Der Tag nach dem großen Schnee, 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)
Tokyo: Der Tag nach dem großen Schnee, 9. Februar 2014 (Foto: Copyright by KJ)

Am Sonntag zeigte sich das Wetter in Tokyo freundlicher: Es war sonnig und immerhin so warm, dass man seinen Atem nicht mehr sehen konnte.

Der Schnee schmolz zumindest stellenweise schnell dahin. Für gewöhnlich folgen auf Schnee am nächsten Tag die Regenfälle und machen dem Schnee den Garaus, stattdessen konnte man sich am Sonntag über blauen Himmel freuen.

Bürger begrüßten diese kleine Abweichung offenbar und posteten auf sozialen Netzwerken ihre Aufnahmen der schneebedeckten Nachbarschaft, oder die Fotos von selbstgebauten Schneemännern.

Für andere Landesteile, etwa die Katastrophenregion Tohoku, wurde jedoch auch am Sonntag noch vor schweren Schneefällen gewarnt. Küstenregionen müssten mit starken Winden und stürmischer See rechnen.

Über die Ereignisse berichteten neben unserem freien Mitarbeiter in Tokyo auch alle großen japanischen Medien.

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