Start Aktuelles Japan aktuell: Tritiumbelastung des Pazifiks durch AKW Fukushima in Billionenhöhe

Japan aktuell: Tritiumbelastung des Pazifiks durch AKW Fukushima in Billionenhöhe

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Goishi-Küste am Pazifik (Foto: estel, cc-by)
30 Billionen Becquerel an Cäsium und Strontium in Pazifik gelangt (Foto: estel, cc-by)
Goishi-Küste am Pazifik (Foto: estel, cc-by)
Billionenwerte an Tritium aus Fukushima in Pazifik gelangt (Foto: estel, cc-by)

Nachdem gestern gemeldet worden war, dass insbesondere die radioaktive Kontamination durch Cäsium mit zunehmender Tiefe ansteigt, legte der Betreiber des AKW Fukushima heute Zahlen vor, die eindeutig belegen, welches Ausmaß die Katastrophe über die Jahre hinweg hatte und in welchem Umfang die Umwelt dabei belastet wurde.

Einzelheiten zu den Fukushima News und zu dem, was außerhalb der Anlage von Fukushima aktuell noch geschah, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • In Pazifik gelangte Tritium-Belastung beträgt Billionen
  • Fukushima-Gemeinden fordern mehr Dekontamination
  • Zahlen zur Strahlungsbelastung von Fukushima-Arbeitern
  • Dampf an Fukushima-Reaktor 3 weist Besonderheit auf

In Pazifik gelangte Tritium-Belastung beträgt Billionen: Kraftwerksbetreiber TEPCO übermittelte der Atomaufsichtsbehörde NRA heute Schätzungen zur Kontamination des Pazifischen Ozeans durch radioaktives Tritium. Demnach ist seit Mai 2011  radioaktives Tritium mit einem geschätzten Wert zwischen 20 bis 40 Billionen Becquerel in den Pazifik gelangt.

Das Unternehmen erklärte, die Freisetzung befinde sich somit in etwa im Bereich des gesetzlich zugelassenen Sicherheitsgrenzwerts von 22 Billionen Becquerel pro Jahr. Allerdings, so schränkt der AKW-Betreiber ein, habe es sich nicht um kontrollierte Freisetzungen innerhalb dieses Zeitraums gehandelt. Das berichtet die Kyodo.

Bereits zuvor hatte TEPCO einräumen müssen, dass radioaktiv belastetes Wasser von dem Gelände aus ins Meer gelangte und dabei Kritik für die verspätete Weitergabe der Information an die Öffentlichkeit geerntet.

Fukushima-Gemeinden fordern mehr Dekontamination: Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen von acht Ortschaften, die sich in der Nähe des AKW Fukushima Daiichi befinden, forderten bei einem heutigen Treffen mit Umweltminister Nobuteru Ishihara eine intensivere Beseitigung radioaktiv kontaminiertem Materials.

Dekontaminationsarbeiten: Abtragung von Asphaltschichten (Foto: TEPCO)
Dekontaminationsarbeiten in Fukushima: Abtragung von Asphaltschichten (Foto: TEPCO)

Tatsächlich gibt es in der Präfektur Fukushima einigen Nachholbedarf. Während der Ort Hirono, der eine vergleichsweise geringe Belastung aufwies, fast vollständig dekontaminiert ist, haben an anderen Orten, wie Futaba, Namie oder Tomioka die notwendigen Arbeiten nicht einmal begonnen.

In einem Schreiben erklärten sie, die Arbeiten zur Entfernung der Rückstände des radioaktiven Fallouts müssten fortgeführt werden, bis die jährliche Belastung auf den Wert von einem Millisievert oder darunter gesunken sei, wie dies in der Langzeitplanung der Regierung vorgesehen ist. Das berichtete die NHK.

Das Umweltministerium werde sich der Anliegen annehmen und nach den notwendigen Gesprächen die Angelegenheit umgehend in Angriff nehmen.

Zahlen zur Strahlungsbelastung von Fukushima-Arbeitern: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO legte heute die monatlichen Zahlen zur Belastung der Arbeiter vor. Demnach waren im Juni insgesamt 276 Personen neu angestellt worden. Die maximal nachgewiesene externe Strahlungsdosis betrug 17,08 Millisievert. Ein inkorportierte Belastung habe es nicht in wesentlichem Maße gegeben.

Die Zahlen für Juli werden dann Ende August an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales übermittelt.

Dampf an Fukushima-Reaktor 3 weist Besonderheit auf: In einem Bericht an die Atomaufsichtsbehörde NRA vom Montag meldet TEPCO einen interessanten Umstand. War das Unternehmen bislang davon ausgegangen, dass der an Fukushima-Reaktor 3 austretende Dampf aus dem Sicherheitsbehälter stammt, gibt es nun eine Besonderheit.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Dampf mit ungewöhnlicher Differenz (Symbolfoto: TEPCO)

Den Daten von TEPCO zufolge, gab es zwar ein sehr geringes Sinken der Stickstoffkonzentration im Behälter, was durch das Entweichen des Dampfes erklärt werden kann – während die letzten Zahlen vom Mai aus dem Behälter jedoch eine Luftbelastung von 1,0 Becquerel an Cäsium-134 und 2,0 Becquerel pro Kubikmeter an Cäsium-137 belegen, waren die im Juli gemessenen Werte im Dampf deutlich höher.

Dort lagen die im Dampf am Obergeschoss des Reaktors festgestellten Belastungen bei bis zu 14 Becquerel pro Kubikmeter (Cäsium-134) bzw. 33 Becquerel pro Kubikmeter (Cäsium-137). Dies stellt eine deutliche Differenz zu den Werten im Inneren des Sicherheitsbehälters dar.

Wie es zu dieser Differenz kommen kann, obwohl der Dampf im Wesentlichen durch die Kondensation von Regen an der Hülle des Sicherheitsbehälters entstehen soll, erklärte der Kraftwerksbetreiber gegenüber der Behörde nicht.

2 KOMMENTARE

    • Hallo, ich hab den tepco-text gelesen und dort schreiben sie tatsächlich „condensation“. Die temperature auf dem behälter ist anscheinend nicht so hoch.

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