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Japan aktuell: Trümmerräumung an Fukushima-Reaktor 3

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Fukushima-Reaktor 3: Erste Abdeckung über dem Abklingbecken am 22. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Erste Abdeckung über dem Abklingbecken am 22. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Erste Abdeckung über dem Abklingbecken am 22. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Erste Abdeckung über dem Abklingbecken am 22. April 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem die Atomaufsichtsbehörde IAEA in einer ersten Beurteilung zu den Entwicklungen am AKW Fukushima aktuell zwar Bemühungen des Betreibers zu schätzen weiss, andererseits jedoch auch Kritik übt und mehr Maßnahmen fordert, präsentiert TEPCO von der Anlage in Fukushima heute vor allem Fortschritte bei den dortigen Maßnahmen.

Auch wenn keine besonderen Vorkommnisse im Bezug auf die Lecks gemeldet werden, zeigt bereits das Vorhandensein der Lecks in den unterirdischen Lagertanks, dass die Problembewältigung am Kraftwerk längst noch nicht geschafft ist.

Details zu den Fukushima News, sowie weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Trümmerräumung im oberen Bereich von Fukushima-Reaktor 3
  • IAEA schließt Fukushima-Mission ab
    • IAEA erwartet weitere Probleme am AKW Fukushima
    • Dauer der Fukushima-Stilllegung offenbar nicht absehbar
  • Streit um Senkaku-Inseln und Yasukuni-Schrein auf neuem Hoch
    • Fast 170 Politiker besuchen Yasukuni-Schrein
    • Japan weist Südkoreas Protest zurück
    • Rekordzahl von acht chinesischen Schiffen in Japans Gewässer eingedrungen
    • Japan bestellt Chinas Botschafter ein
    • Japan bedauert Senkaku-Provokation

Trümmerräumung im oberen Bereich von Fukushima-Reaktor 3: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO heute berichtet, wurde gestern der erste Teil der Abdeckung über dem Abklingbecken von Reaktor 3 angebracht. Auch die Abdeckung für den Deckel des Ausgleichsbehälters, der am 18. April bei Aufräumarbeiten freigelegt worden war, wurde bereits angebracht.

Fukushima-Reaktor 3: Computersimulation zu Arbeiten am Abklingbecken (Grafik; TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Computersimulation zu Arbeiten am Abklingbecken (Grafik; TEPCO)

Um den zweiten Teil der Arbeiten über dem Abklingbecken durchführen zu können, würden im weiteren Verlauf noch Trümmerteile, welche die Maßnahmen behinderten, entfernt werden.

TEPCO begleitet den Bericht und die damit verbundene Ankündigung mit Aufnahmen, die zum Teil bereits bekannt sind – etwa dem Vergleich der Trümmermengen, die sich am 12. November 2011  noch im Bereich um das Abklingbecken befanden und dem Zustand nach der Räumung am 20. März 2013.

Neu sind dagegen Fotos, die den ersten Teil der Abdeckung über dem Becken zeigen, sowie Computersimulationen, auf denen die geplanten Arbeiten und die Arbeitsschritte bei der Abdeckung grafisch dargestellt werden.

Weitere Angaben machte der Kraftwerksbetreiber jedoch bislang nicht.

IAEA schließt Fukushima-Mission ab: Ein Team der Internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA, hat seine achttägige Mission in Japan abgeschlossen. Nach Gesprächen mit Vertretern der Regierung und des Betreibers, sowie einer Besichtigung der Kraftwerksanlage in der Präfektur Fukushima, will die Behörde nun innerhalb eines Monats ihren Endbericht vorlegen.

AKW Fukushima: Blick bei IAEA-Tour auf unterirdischen Lagertank am 17. Aprill 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick bei IAEA-Tour auf unterirdischen Lagertank am 17. Aprill 2013 (Foto: TEPCO)

Auf einer Pressekonferenz am gestrigen Montag bezog sich der Leiter der Untersuchungsgruppe, Juan Carlos Lentijo, vor allem auf die Lecks an unterirdischen Wassertanks auf dem Gelände. Die Handhabung des täglich anfallenden radioaktiven Wassers stelle sowohl die Hauptschwierigkeit, als auch das am dringlichsten zu lösende Problem bei der Stilllegung der Anlage dar.

Neben Untersuchungen der Auswirkung derartig kontaminierten Wassers auf die unmittelbare Umgebung der Anlage, sei es nicht damit getan, temporäre Maßnahmen durch dauerhafte Anlagen zu ersetzen.

IAEA erwartet weitere Probleme am AKW Fukushima: Nach Ansicht des Teamleiters sei es dringend erforderlich, dass TEPCO sein Krisenmanagment verbessere, um auf künftige Probleme die früher oder später geschehen würden, besser vorbereitet zu sein. Dabei hätten sich in der Vergangenheit deutliche Defizite gezeigt.

AKW Fukushima: Rede von IAEA-Gruppenleiter Juan Carlos Lentijo am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rede von IAEA-Gruppenleiter Juan Carlos Lentijo am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)

Es sei einfach zu erwarten, dass es bei derartig vielschichtigen Umständen und Schwierigkeiten auch weiterhin zu Zwischenfällen kommen werde, da selbst bei Reaktoren im Normalbetrieb immer wieder kleinere Probleme auftreten. Daher bleibe TEPCO nichts anderes übrig, als die Identifikation und Behebung von Störungen zu verbessern.

Dauer der Fukushima-Stilllegung offenbar nicht absehbar: Lentijo erklärte außerdem, es sei aufgrund der Komplexität der Problemsituation und Schäden am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, sei es praktisch nicht möglich eine Prognose über die voraussichtliche Dauer der benötigten Maßnahmen abzugeben. Auch die bisherige Zielsetzung, die Anlage in 40 Jahren stillzulegen, sei nach seiner Ansicht annähernd unmöglich.

Über die Einschätzungen der IAEA berichteten etwa NHK und Asahi Shimbun.

Streit um Senkaku-Inseln und Yasukuni-Schrein auf neuem Hoch: Während die USA sowohl Südkorea als auch Japan dazu aufruft, ihre Differenzen friedlich zu lösen und es in der Tat bislang bei politischen Protesten bleibt, hat China mit dem Einsatz mehrerer Schiffe den Senkaku-Streit stärker provoziert als jemals zuvor. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst

Der Yasukuni-Schrein in Tokyo
Der Yasukuni Jinja in Tokyo: Gedenkort für die Kriegstoten (Foto: Miki Yoshihito cc-by)

Fast 170 Politiker besuchen Yasukuni-Schrein: Am heutigen Morgen besuchten insgesamt 168 Politiker von Regierung und Opposition den Yasukuni-Schrein in Tokyo. Es handelt sich um Mitglieder einer überparteilichen Gruppierung, welche den Schreinbesuch befürwortet. Damit steigt die Zahl der Teilnehmenden Politiker auf den höchsten Stand seit 1989.

Japan weist Südkoreas Protest zurück: Die Ermahnung von Südkoreas Außenministerium, Japan müsse über die Wirkung der Schreinbesuche durch Politiker nachdenken, wurde von Japans Vize-Premier Taro Aso zurückgewiesen. Er selbst besuche den Schrein mehrmals jährlich, daher bestehe keine Notwendigkeit daraus ein Politikum zu machen.

Rekordzahl von acht chinesischen Schiffen in Japans Gewässer eingedrungen: Heute kam es zur bislang größten Verletzung der japanischen Territorialrechte seit September 2012. Insgesamt acht Schiffe drangen zwischen 7:20 Uhr und 8:25 Uhr in Japans Hoheitsgewässer ein und verließen sie gegen 19:30 Uhr. Zwei weitere kreuzen derzeit im Grenzgebiet.

Japan bestellt Chinas Botschafter ein: Vize-Außenminister Chikao Kawai berief den chinesischen Botschafter, Cheng Yonghua, ein und forderte den sofortigen Rückzug aus den japanischen Gewässern. Der Botschafter erklärte, da die Inseln zu China gehören, akzeptiere man den Protest nicht, werde ihn jedoch nach Peking melden.

Japan bedauert Senkaku-Provokation: Auch wenn sich Montagnacht  etwa zehn Fischereiboote mit Mitgliedern einer konservativen politischen Gruppe auf den Weg zu den Senkaku-Inseln machten und japanische Politiker den Yasukuni-Schrein besuchten, sieht Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga zumindest mit letzterem keinen kausalen Zusammenhang und bedauerte die chinesische Provokation.

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