Start Aktuelles Japan aktuell: Trümmerteil stürzt bei Räumarbeiten in Fukushima-Abklingbecken

Japan aktuell: Trümmerteil stürzt bei Räumarbeiten in Fukushima-Abklingbecken

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Fukushima-Reaktor 3: Eintauchen des gestürzten Maschinenteils am 6. Februar 2013 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Eintauchen des gestürzten Maschinenteils am 6. Februar 2013 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Eintauchen des gestürzten Maschinenteils am 6. Februar 2013 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Eintauchen des gestürzten Maschinenteils am 6. Februar 2013 (Video: TEPCO)

Wenn vom AKW Fukushima heute ein Zwischenfall gemeldet wird, in dessen Zusammenhang von Brennelementen die Rede ist, so lässt dies aufhorchen, insbesondere wenn es sich um die Folge von Räumarbeiten handelt.

Doch ist das Kernkraftwerk in Fukushima aktuell nicht die einzige Anlage an der unangenehme Entdeckungen gemacht wurden, erfolgten doch ausgerechnet an einem Forschungsreaktor nicht die erforderlichen Sicherheitsprüfungen.

Neben den Fukushima News und Schwierigkeiten an Japans AKW gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Entwicklungen. Alle Informationen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Trümmersturz nach Räumarbeiten am AKW Fukushima
  • Keine ausreichenden Prüfungen am AKW Monju
  • Neuer Fukushima-Stilllegungsausschuss beschlossen
  • Leugnungen und Schuldzuweisungen im Senkaku-Konflikt
    • China bestreitet Zielsystemerfassung
    • China erklärt sich
    • Japan lehnt Chinas Behauptung ab
    • China macht Japan für Spannungen verantwortlich
    • Premier Abe spricht Klartext
    • Russland bestreitet Luftraumverletzung

Trümmersturz nach Räumarbeiten am AKW Fukushima: Gestern berichteten wir über einen Zwischenfall an Fukushima-Reaktor 3, in dessen Verlauf während Räumarbeiten ein Stahlträger des einstigen Reaktorgerüsts angehoben und dabei in zwei Teile gebrochen war.

Fukushima-Reaktor 3: Standort der Hebevorrichtung am 4. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Standort der Hebevorrichtung am 4. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Beide Teile konnten anschließend geborgen werden, eine Kontrolle habe keine Probleme ergeben.

Doch nun scheint sich der kleine Zwischenfall auszuweiten.

Nach Angaben von TEPCO hätten diese Arbeiten offenbar Vibrationen ausgelöst, die dazu führten, dass ein 1,5 Tonnen schweres und zwischen 5 bis 23 Meter langes Bauteil, ein Maschinenmast der ursprünglich Teil einer Hebeeinrichtung zum Transport von Brennstäben innerhalb der Anlage war, tiefer in das Abklingbecken stürzte.

Nach dem Tohoku-Erdbeben 2011 war das Bauteil zwar zunächst herabgestürzt, jedoch nicht tiefer in das Becken gelangt.

Fukushima-Reaktor 1: Standort der Hebevorrichtung nach dem Sturz (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Standort der Hebevorrichtung nach dem Sturz (Foto: TEPCO)

Nach allgemeiner Einschätzung hatte das Trümmerteil der Hebevorrichtung bislang nur geringen Schaden angerichtet

Doch nun habe sich durch die Arbeiten an anderer Stelle des Beckens die Hebevorrichtung gelöst und sei bei seinem Fall unter der Wasseroberfläche verschwunden.

Nun soll eine Unterwasserkamera klären, ob die Halterung der Brennelemente, oder sogar die Brennelemente selbst, dadurch beschädigt wurden.

TEPCO erklärte, bislang habe es keine nennenswerten Änderungen der Radioaktivität innerhalb des Beckens, oder der Umgebungsluft gegeben.

Das Unternehmen legt hierzu zwar Messwerte vom 5. Februar und damit vor dem Ereignis, als auch vom 7. und 8. Februar nach dem Zwischenfall vor, die nur geringe Abweichungen zeigen.

Angaben zum 6. Februar, dem Tag des Sturzes sind dagegen nicht verfügbar.

TEPCO erklärte zudem auch andere Phänomene, wie etwa Blasenbildung an der Wasseroberfläche, seien nicht aufgetreten.. Gegenwärtig werden 566 Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 3 gelagert.

Keine ausreichenden Prüfungen am AKW Monju: Nachdem Ende vergangenen Jahres bekannt geworden war, dass die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) die international vorgeschriebenen Kontrollen an 9.847 Teilen der Anlage des Forschungsreaktors Monju nicht durchgeführt hatte, folgte am 31. Januar 2013 ein Schreiben, man habe nun alle wichtigste Teile nun geprüft.

Ein entsprechender Bericht wurde auch an Japans Atomaufsicht NRA vorgelegt. Gestern nun räumte die Atomenergiebehörde ein, dass eine ganze Reihe entscheidender Sicherheitskontrollen am AKW Monju (Präf. Fukui), deren Abschluss bestätigt worden war, niemals durchgeführt worden waren.

Die JAEA erklärte in einer Pressekonferenz, man habe gestern festgestellt, dass noch fünf Tests an fünf wichtigen Teilen des Reaktors erfolgen müssen. Der gesamte Umfang der Versäumnisse sei dann beim Erstellen einer Checkliste aufgedeckt worden. Auch die Leistung der Notfall-Dieselgenerators und des Durchflussmessers für Natrium, die bei Störungen von Bedeutung sind, wurden demnach nicht kontrolliert.

Die Atomaufsicht NRA begann nach Bekanntgabe der Versäumnisse umgehend mit der Befragung von Vertretern der Atombehörde und will Kontrollen in Monju, sowie im Büro der Behörde inTsuruga durchführen.

Takehide Deshimaru, stellvertretender Leiter des AKW Monju, versuchte auf der Pressekonferenz die Versäumnisse zu entschuldigen. Man sei davon überzeugt gewesen, tatsächlich  alle Kontrollen korrekt durchgeführt zu haben, berichtet die Asahi Shimbun.

Neuer Fukushima-Stilllegungsausschuss beschlossen: Die japanische Regierung will einen neuen Ausschuss zur Stillegung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi bilden, um die Arbeiten besser voranzubringen. Der Ausschuss unter der Leitung des Industrieministeriums soll mehrere Organisationen einbeziehen.

Neben der Atomenergiebehörde (JAEA) sollen Fukushima-Betreiber TEPCO sowie mit der Toshiba Corp. und Hitachi Ltd. auch die Unternehmen, die an Planung und Bau der Anlage beteiligt waren, in dem Ausschuss vertreten sein.

Die bislang unregelmäßigen Treffen zwischen Regierung und TEPCO sollen nach Meldung der Kyodo durch regelmäßige Treffen des Ausschusses ersetzt werden. Ein erstes Treffen ist im weiteren Verlauf des Monats geplant. Für die vollständige Stilllegung der Anlage werden 40 Jahre angesetzt.

Leugnungen und Schuldzuweisungen im Senkaku-Konflikt: Die diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Japan und seinen Nachbarn haben nach Chinas Waffenradar-Zwischenfall an Schärfe gewonnen, nun wird geleugnet und bestritten. Die aktuellen Meldungen jetzt zusammengefasst:

JS Kurama: Zerstörer der Shirane-Klasse (Foto: pd)
Leugnungen nach militärischem Zwischenfall (Foto: symbolisch, pd)

China bestreitet Zielsystemerfassung: China wies bei der japanischen Botschaft in Peking die vorsätzliche Erfassung eines japanischen Zerstörers durch ein Waffenzielsystem zurück.

Die Japaner würden gezielt falsche Informationen verbreiten um Chinas Image zu schaden.

China erklärt sich: Nach Darstellung des chinesischen Verteidigungsministeriums habe man lediglich konventionelle Radaraufklärung genutzt, da Japan sich einer standardmäßig durchgeführten Übung der chinesischen  Marine genähert habe.

Japan lehnt Chinas Behauptung ab: Japans Regierung erklärte, die Erfassung durch ein Waffenzielsystem sei durch die Auswertung von Daten des Zerstörers belegt.

China macht Japan für Spannungen verantwortlich: Japanische Schiffe und Helikopter haben nach Ansicht von Chinas Verteidigungsministerium in den vergangenen Jahren mehrfach chinesische Schiffe aus naher Distanz verfolgt und überwacht. Dies sei die wahre Ursache für die Spannungen.

Premier Abe spricht Klartext: Premierminister Shinzo Abe erklärte, Japan werde seine Haltung zur Radarerfassung weiterhin gegenüber der gesamten Welt vertreten und sagte, man werde den diplomatischen Stil ändern und eine deutlichere Sprache sprechen, wenn Souveränität und Nationale Interessen bedroht sind.

Russland bestreitet Luftraumverletzung: Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums erklärte, alle Flüge würden internationale Gesetze befolgen und nicht fremden Luftraum verletzen. Man habe Aufzeichnungen zu jedem Flug, auch auf Radarerfassungen beruhen. Allerdings räumte man Militärmanöver nahe der nördlichen Territorien ein.

Ob Kampfjets in der Nähe der Insel Rishiri aktiv waren, wurde in den Ausführungen nicht befriedigend geklärt.

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