Start Aktuelles Japan aktuell: Tsunami am AKW Fukushima war 21 Meter hoch

Japan aktuell: Tsunami am AKW Fukushima war 21 Meter hoch

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Foto des Tsunami am AKW Fukushima am 11.03.2011 Foto: Tepco
Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)
Foto des Tsunami am AKW Fukushima am 11.03.2011 Foto: Tepco
Fukushima: Tsunami war höher als von TEPCO vermutet (Foto: TEPCO)

Zu sagen, dass sich in und um das AKW Fukushima aktuell nichts ereignen würde, wäre eine Untertreibung, denn in der Tat tut sich dort und in der gleichnamigen Präfektur eine ganze Menge. Somit dürfte klar sein, dass die heutigen Fukushima News mehr umfassen, als nur Berichte über weitere Lecks – unter anderem geht es um das erste Beispiel eines Zwischenlagers für radioaktiv belastetes Material und Aufnahmen in Abklingbecken. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 09. Februar 2012.

Fukushima-Tsunami war 21 Meter hoch: Erstmals hatten Wissenschaftler die Möglichkeit, durch den Tsunami entstandene Schäden auch innerhalb des bislang gesperrten Gebiets zu untersuchen – und kamen zu dem Schluss, dass der Tsunami noch höher war, als die bislang offiziell genannten 15 Meter Höhe.

Ein gemeinsames Forscherteam der Universität Tokyo und der Präfekturalverwaltung Fukushima konnte am 6. und 7. Januar 2012 entlang der Küste der 20 Kilometer Sperrzone, die Folgen des Tsunami studieren.  An allen 28 Messpunkten kam man zu dem Schluss, dass die Wellen deutlich über den 5,7 Meter hohen Schutzmauern der AKW-Anlage Fukushima Daiichi lagen. Als Hinweise auf die Höhe dienten dabei Schäden an Gebäuden und Umgebung.

Die höchste Welle konnte in der Stadt Tomioka, etwa acht Kilometer südlich des AKW Fukushima Daiichi und nördlich des zweiten Kraftwerks Fukushima Daini nachgewiesen werden. Schäden im ersten Stock eines, dort auf einer Klippe gebauten Restaurants, lassen auf eine Maximalhöhe von 21,1 Metern schließen. Damit ist der Tsunami in diesem Bereich, der Küstenregion Shimokobama, deutlich größer gewesen als von TEPCO bislang angenommen

An einem Badestrand in Futaba gehen die Forscher von einem Tsunami der Höhe von 16,5 Metern aus, und beziehen sich dabei auf dem Stamm einer Kiefer. In einer Abwasseranlage in Okuma ermittelte man anhand von Spuren an einem Dach eine Höhe von 12,2 Metern.

In Haramachi, einem Bezirk von Minamisoma ist von 12,2 Metern auszugehen, da sich entsprechende Spuren an einer  Wasserpumpanlage finden. Schäden im dritten Stock eines Gebäudes in Namie weisen auf  eine Welle von 15,5 Metern hin.

An der Küste von Kegaya in Tomioka wurde die Wellenhöhe mit 13,2 beziffert uund stützt sich dabei auf Schäden im zweiten Stock eines Hotels, sowie 12,8 Meter in der Nähe der Flussmündung in Naraha, aufgrund von Dachschäden. Die neuen Tsunami-Kalkulationen waren Teil der Berichterstattung der Asahi Shimbun

Modell eines Zwischenlagers vorgestellt: Am heutigen Dienstag wurde der Presse eines der temporären Zwischenlager für radioaktiv belastete Abfälle, das im Rahmen des im November des Vorjahres begonnenen  Dekontamination-Modellprojekts  angelegt worden war, vorgestellt. Ziel des Projektes, das in 12 Gemeinden innerhalb und außerhalb der Gefahrenzone durchgeführt wird, ist es, die effektivsten Methoden zur Dekontamination und Entsorgungstechniken zu ermitteln.

Im Fall der jetzt vorgestellten Zwischenlagers wird das bisher geplante Vorgehen demonstriert: Um eine Kontamination des Grundwassers durch radioaktives Material zu verhindern, werden die Zwischenlagerstätten mit wasserdichten Planen ausgekleidet. Material das während der Dekontaminationsarbeiten anfällt, darunter auch Erde und Pflanzenmaterial, werden kategorisiert, in dicke Säcke gepackt und mit Kränen im Lager platziert.

Ein für den dortigen Betrieb zuständiger Beamter der japanischen Atomenergiebehörde (JAEA) erklärte laut Mainichi Shimbun, durch die Art in der die Zwischenlager angelegt würden, werde es selbst bei vollständiger Befüllung keinen Anstieg der Radioaktivität in der Umgebung geben.

TEPCO untersucht Abklingbecken von Fukushima-Reaktor:  Als Vorbereitung auf eine mögliche spätere Entfernung  der Brennstäbe, hat der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi nun eine ferngesteuerte Unterwasserkamera in das Abklingbecken von Reaktor 4 herabgelassen, um die Verhältnisse innerhalb des Beckens untersuchen zu können. Die Aktion soll mehrmals wiederholt werden, so ein Bericht der NHK.  Eine Wasserstoffverpuffung hatte das Dach des Gebäudes zerstört, was zum Herabfallen von Schutt ins Innere des Beckens geführt und damit einen Einblick bislang erschwert hatte.

Denn auch wenn sich zum Zeitpunkt des Unglücks keine aktiven Brennstäbe im Inneren des Reaktors befunden haben, so enthält das Abklingbecken  darüber insgesamt 1.535 abgebrannte Brennelemente – mehr als in einem der übrigen Reaktoren. Nachdem der Zustand des kalten Herunterfahrens („Cold Shutdown“) erreicht ist, gehört zu den folgenden Schritten im 40-Jahres-Plan zur Stilllegung der Kraftwerke, auch die Entfernung des abgebrannten Materials aus Reaktor 4. Die Arbeiten hierzu sollen im März 2014 beginnen.

Regierung fordert Präfektur Fukushima zu Reisbann auf: Die Regelung der Regierung in Tokyo an die örtlichen Gemeinden in der Präfektur Fukushima, dieses Jahr auf Reisanbau in Gebieten, deren Proben im Vorjahr über dem gesetzlich zulässigen Höchstwert lagen, zu verzichten, stößt dort auf Kritik. Das zumindest berichtet die Yomiuri Shimbun und beruft sich dabei auf Regierungskreise.

Dabei richtet sich die Regelung praktisch gegen jene 12 Gemeinden, in deren insgesamt 583 Landwirtschaftsbetrieben gegen den neuen Standard von 100 Becquerel pro Kilogramm verstoßen wurde. Einige von ihnen lagen sogar über dem bisherigen Limit von 500 Becquerel. Im vergangenen Jahr hatten etwa 59.000 Betriebe in 48 Gemeinden Reis angebaut.

Bei einem Treffen von Vertretern des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei in der Stadt Date mit Vertretern der Stadt Date setzten die Mitarbeiter des Ministeriums die Stadtverwaltung von den Plänen in Kenntnis.

Insgesamt sollen dort in sechs Ortsteilen, in denen Werte von 500 Becquerel und höher, sowie in sechs Weiteren, mit Belastungen zwischen 100 und 500 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm nachgewiesen wurden, der Reisanbau eingeschränkt werden. Die Stadt Date selbst umfasst 21 Bezirke.

Eine Ausnahmeregelung könnte es jedoch für Gebiete geben, in denen die Zahl der kritischen Bereiche über 100 Becquerel gering und dort klare Beweise für den Rückgang an radioaktivem Cäsium nachgewiesen werden können.

Damit wären rund 60 Prozent aller Reisfelder der Stadt und somit etwa 850 Hektar Land vom Reisanbau-Verbot betroffen. Ein ähnliches Treffen mit Regierungvertretern gab es auch in der Ortschaft Kunimi.

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