Start Aktuelles Japan aktuell: Umweltministerium übernimmt Ermittlungen im Fukushima-Umweltskandal

Japan aktuell: Umweltministerium übernimmt Ermittlungen im Fukushima-Umweltskandal

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Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium beendet Informationskampagne für Zwischenlager (Foto: pd)
Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium übernimmt Aufklärung im Fukushima-Umweltskandal (Foto: pd)

Während Japan künftig Vietnam beim Bau eigener Atomkraftwerke unterstützen will, machen Meldungen zum Umweltskandal von Fukushima heute deutlich, dass auch im eigenen Land noch nicht alle Probleme im Zusammenhang mit Nuklearanlagen bewältigt sind.

Dagegen verlief der am AKW Fukushima aktuell erfolgte Besuch des Industrieministers dort erwartungsgemäß problemlos.

Weitere Fukushima News, etwa zur Arbeitssicherheit. finden sich nun ebenso wie Informationen zur Diskussion um die Verwerfungen am AKW Oi und den Neuigkeiten im Senkaku-Konflikt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Januar 2013.

 

Unsere heutigen Themen:

  • Umweltministerium übernimmt Ermittlungen im Fukushima-Umweltskandal
  • Industrieminister besucht AKW Fukushima
  • Strahlungstests für Arbeiter bei Abfallentsorgung
  • Uneinigkeit über Verwerfung am AKW Oi hält an
  • Optimismus und Verteidigung im Senkaku-Konflikt
    • Ex-US-Diplomat sieht keinen gewalttätigen Senkaku-Konflikt
    • Japan und USA im gemeinsamen Manöver
    • Japan kündigt Warnschüsse auf Flugzeuge an

Umweltministerium übernimmt Ermittlungen im Fukushima-Umweltskandal: Auf einer Pressekonferenz erklärte Vize-Umweltminister Shinji Inoue, sein Ministerium werde im Fukushima-Umweltskandal eigene Ermittlungen durchführen und die für die illegale Entsorgung von Dekontaminationsabfällen verantwortlichen Personen bestrafen.

Atomabfallfässer (Foto: Iwan Gabovitch cc-by)
Illegale Entsorgung soll aufgeklärt werden (Symbolbid: Iwan Gabovitch cc-by)

Die Leitung des Ministeriums sieht diese Schritte als notwendig an, da die Untersuchungsergebnisse der vier vertraglichen Bauunternehmen nicht zufriedenstellend gewesen seien.

Während die Enthüllungen durch die Asahi Shimbun und Befragungen von Angestellten auf mindestens 14 Fälle illegaler Entsorgung hinweisen und das Umweltministerium Hinweise auf 30 weitere Fälle erhalten habe, erklärten die Baufirmen, nur drei Fälle bestätigen zu können.

Die „Untersuchungen“ der großen Baufirmen bestanden jedoch lediglich in der Befragung der Vorarbeiter, die Dekontaminationsarbeiter selbst wurden nicht zu den Vorkommnissen befragt, sondern sollten in einer Art Appell für ihrem Chef den Arm heben, um sich zu bekennen. Erwartungsgemäß traute sich dies jedoch niemand.

Aufgrund dieser mangelhaften Aufklärung will das Umweltministerium nun genauer ermitteln, insbesondere da sich Arbeiter gesprächsbereit zeigten. Ein Untersuchungsbericht soll am 18. Januar vorliegen.

Im Fall der Stadt Tamura räumte die zuständige Kajima Corporation zwar die Einleitung von Wasser, das zur Dekontamination genutzt worden war und die Reinigung von kontaminierten Arbeitsstiefeln im Fluss ein, bestreiten jedoch die von der Asahi Shimbun fotografisch und auf Videos dokumentierte Entsorgung von Laub und die Säuberung von Harken in einem Fluss.

Industrieminister besucht AKW Fukushima: Am heutigen Mittwoch besuchte Toshimitsu Motegi, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie sowohl das Fukushima-Zentrum zum Wiederaufbau, als auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, um sich einen Eindruck von der dortigen Situation zu machen und gegenüber den Arbeitern und Angestellten seine Dankbarkeit auszudrücken.

AKW Fukushima: Industrieminister Motegi spricht am 16. Januar 2013 zu Angestellten (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Industrieminister Motegi spricht am 16. Januar 2013 zu Angestellten (Foto: TEPCO)

Auch richtete er Worte der Ermutigung an die vor Ort beschäftigten Angestellten. Der Kraftwerksbetreiber veröffentlichte auch eine Reihe von Fotografien, die während der Besichtigung des erdbebensicheren Hauptgebäudes und einer Führung auf dem Gelände gemacht wurden.

Diese Bilder sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeiter nach wie vor unter gefährlichen Bedingungen arbeiten und ihre Gesundheit jeden Tag gefährdet ist – sowohl durch die hohe Strahlung, als auch durch Arbeitsunfälle. Zuletzt hatte sich ein Arbeiter bei einem Sturz im Schnee den Oberarm gebrochen.

Strahlungstests für Arbeiter bei Abfallentsorgung: Am gestrigen Dienstag beschloss ein Ausschuss des Gesundheitsministeriums die Überarbeitung der bisherigen Regelungen zum Arbeitsschutz, um Beschäftigte, die mit radioaktiv kontaminierten Abfällen und Trümmern in Kontakt kommen, vor einer hohen Verstrahlung zu schützen.

Diese Anpassungen sehen von, dass Arbeiter die auf Deponien und Schutthalden mit radioaktiv kontaminierten Abfällen arbeiten, mit Dosimetern ausgestattet und künftig bei jedem Arbeitseinsatz auf ihre externe Belastung  geprüft werden. Gelten soll die Neuregelung für Beschäftigte, die in Anlagen arbeiten, in denen Abfälle mit Belastungen über 10.000 Becquerel pro Kilogramm verarbeitet werden.

Der Ausschuss ruft daher die Betreiber dazu auf, die Arbeiter entsprechend auszurüsten und die notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Zusätzlich sollen Arbeiter, abhängig von ihrem Arbeitsbereich, alle drei Monate eine Kontrolle der inkorporierten Strahlung erhalten.

Die Anpassungen sollen nach Angaben der NHK im Juli erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt soll dann die Entsorgung der Abfälle bereits in vollem Umfang laufen.

Uneinigkeit über Verwerfung am AKW Oi hält an: Auch am heutigen Mittwoch konnten sich die von der Atomaufsicht NRA eingesetzten Experten nicht auf eine gemeinsame Aussage über die mögliche Existenz einer aktiven Verwerfung unter dem Gelände des AKW Oi (Präf. Fukui) einigen.

Die Diskussion des fünfköpfigen Teams dürfte daher nicht nur nach Ansicht der Kyodo, die Entscheidung über eine Stilllegung der Kraftwerksanlage weiter in die Länge ziehen. Am AKW Oi befinden sich die einzigen derzeit aktiven Reaktoren des Landes.

Optimismus und Verteidigung im Senkaku-Konflikt: Im Streit um die Inselgruppe deutete Japan recht deutlich an, die chinesischen Provokationen durch Luftraumverletzungen nicht mehr hinnehmen zu wollen. Die aktuellen Entwicklungen für Sie zusammengefasst:

F-15-Kampfjets der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)
F-15-Kampfjets der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)

Ex-US-Diplomat sieht keinen gewalttätigen Senkaku-Konflikt: Der früheren Assistant Secretary of State Christopher Hill, dessen einstige Funktion heute durch den Vize-Außenminister ersetzt wurde, erklärte gestern, ein bewaffneter Konflikt zwischen Japan und China sei unwahrscheinlich, da beide Staaten versuchten dies zu verhindern. Er sei diesbezüglich optimistisch.

Japan und USA im gemeinsamen Manöver: Erstmals seit vier Jahren führten beide Nationen gemeinsame Luftkampfübungen durch. Diese fanden über dem Pazifik statt und gingen vom Luftstützpunkt Nyutabaru in der Präfektur Miyazaki aus. An der Aktion beteiligten sich sechs F-18 Kampfjets der USA, sowie 90 Mitglieder des US-Personals.

Japan kündigt Warnschüsse auf Flugzeuge an: Aussagen des Chefkabinettssekretärs Yoshihide Suga auf einer Pressekonferenz legen nahe, dass Japan dazu bereit sei, Leuchtspurgeschosse als Warnschüsse auf Flugzeuge abzufeuern die in japanischen Luftraum eindringen. Dies ist bei Flugzeugen, die nicht der zivilen Luftfahrt dienen, nach internationalem Recht zulässig.

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