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Japan aktuell: Untersuchungen in Kondensationskammer von Fukushima-Reaktor 2

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Fukushima-Reaktor 2: Entnahme von Sedimentproben aus dem Torus am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entnahme von Sedimentproben aus dem Torus am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entnahme von Sedimentproben aus dem Torus am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entnahme von Sedimentproben aus dem Torus am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)

Auch wenn am AKW Fukushima heute die Ursache eines Rohrlecks offenbar geklärt werden konnte, ist man an anderer Stelle nicht weitergekommen und auch die in einem Reaktor des Kernkraftwerks Fukushima aktuell durchgeführten Arbeiten verliefen nicht gänzlich wie geplant.

So kommt es nicht von ungefähr, dass die Fukushima News sowohl Berichte von Fortschritten als auch Rückschlägen umfasst.

Details und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Untersuchung des Torus von Fukushima-Reaktor 2
  • Dichtungsfehler an Pumpenrohr von Lagertank entdeckt
  • Trotz Untersuchung geben Lagertank-Lecks weiter Rätsel auf
  • Erstmals seit Fukushima-Krise wieder normaler Reisanbau in Präfektur
  • Panorama-Sonderregelung für Züge durch Katastrophenpräfektur

Untersuchung des Torus von Fukushima-Reaktor 2: Der Betreiber TEPCO führte am gestrigen Donnerstag und dem heutigen Freitag Untersuchungen an der torusförmigen Kondensationskammer von Reaktor 2 durch. Dabei wurden nicht nur Strahlung und Temperatur gemessen, sondern auch Aufnahmen gemacht und Proben entnommen.

Gerät zur Sedimententnahme  (Foto: TEPCO/Chubu Electric)
Gerät zur Sedimententnahme der ATOX Corp. (Foto: TEPCO/Chubu Electric)

Durch eine in den Boden des ersten Stockes gebohrte Öffnung mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern, wurden gestern ein Thermometer, eine Dosimeter und eine Kamera herabgelassen. Heute wurde dann ein Schlauch, sowie ein Gerät zur Sedimententnahme durch die selbe Öffnung hinabgelassen, um entsprechende Proben zu entnehmen.

Ein Teil der Arbeiten wurde jedoch durch die Stufen im Torus behindert.

  • Ergebnisse der Kamera im Wasser: Die Tiefe des angesammelten Wassers beträgt etwa 5,3 Meter und die Sichtweite innerhalb des Wassers beträgt 1 Meter oder mehr.
  • Ergebnisse der Kamera im Rum: Aufnahmen der Strukturen im Raum zeigen lediglich Rost, jedoch keine schweren Schäden. Die Bilder werden noch genauer untersucht.
  • Ergebnisse der Strahlungsmessung: Die höchste gemessene Strahlung betrug 134 Millisievert pro Stunde und wurde in der Nähe der Wasseroberfläche gemessen.
  • Ergebnisse der Temperaturmessung im Wasser: Die Durchschnittstemperatur betrug 25,2 Grad Celsius. Dies war auch der gemessene Höchstwert.
  • Ergebnisse der Temperaturmessung im Raum: Die Durchschnittstemperatur im Raum betrug 20 Grad Celsius. Der Höchstwert lag bei 20,7 Grad Celsius.
  • Entnahme von angesammeltem Wasser: Anstatt wie geplant jeweils 250 Kubikzentimeter einen Meter unter der Wasseroberfläche und einem Meter über dem Boden entnehmen zu können, konnte aufgrund der Treppenstufen nur die erste Probe mit einer Menge von 500 Kubikzentimetern entnommen werden.

Im entnommenen Wasser sollen nun elektrische Leitfähigkeit, ph-Wert, die Konzentration and Chloridionen sowie die Dichte von Strontium und Tritium ermittelt werden.

  • Entnahme von Sedimenten: Auch in diesem Fall war es aufgrund der Stufen nicht möglich, die Probe von fünf Kubikzentimer wie geplant zu entnehmen, so dass sie nicht vom Boden, sondern der Stufe genommen wurden.

Strahlungsbelastung: Die Strahlungsbelastung der Entnahmebehälter betrug in beiden Fällen 0,1 Millisievert pro Stunde. Die Arbeiter waren am Donnerstag bei den Messungen von Temperatur, Strahlung und den Bildaufnahmen einer Maximalbelastung von 1,65 Millisievert ausgesetzt.

Die Strahlungsbelastung der Arbeiter am heutigen Freitag, die mit den Probeentnahmen beschäftigt waren, fiel höher aus und betrug 2,59 Millisievert

Dichtungsfehler an Pumpenrohr von Lagertank entdeckt: Beim Abpumpen von radioaktivem Wasser aus Lagertank Nr. 3 in Lagertank Nr. 6 war es an der Pumpe des ersten Behälters zum Leck an den Rohren einer Pumpe gekommen (Spreadnews berichtete am 11. April 2013).

AKW Fukushima: Abgenutzter Dichtungsring des Pumprohrs eines Wassertanks am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abgenutzter Dichtungsring des Pumprohrs eines Wassertanks am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)

Da es sich bei der Ursache des Lecks offenbar um den Flansch an einem Rohr gehandelt hatte, wurde dieses für weitere Untersuchungen abmontiert.

Die Kontrolle ergab, dass es keine mechanischen Schäden an den Teilen gegeben habe.

Eine Abstandsmessung habe dann gezeigt, dass der Dichtungsring offenbar das eigentliche Problem darstellte.

Der sichernde Oberflächendruck am Flansch habe vermutlich aufgrund des zwischenzeitlich stattgefundenen Temperaturwechsels abgenommen, so dass es durch die Weitung zum Wasseraustritt gekommen sei. Die Dichtung wurde gestern um 19:50 Uhr ersetzt und der Flansch wieder als sicher eingestuft.

Um eine Wiederholung eines solchen Rohrlecks zu verhindern, würden nun präventiv vor der Leitung von Wasser alle Verbindungsstücke auf ihre Dichte untersucht.

Eine Untersuchung der Erde in der Umgebung ergab selbst nach Abtragung der obersten belasteten Schicht immer noch eine maximale Belastung von 28 Millisievert pro Stunde (Beta- und Gammastrahlung).

Trotz Untersuchung geben Lagertank-Lecks weiter Rätsel auf: TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, musste am heutigen Freitag einräumen, das selbst nach der Abtragung von Erdreich auf einem der Lagertanks und der Kontrolle eines Bereichs, in dem ein Rohr zur Leckortung durch eine wasserdichte Abdeckung gedrungen war, immer noch keine definitive Ursache ausgemacht werden konnte.

AKW Fukushima: Arbeiten zur Ursachenermittlung des Lecks, durchgeführt am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten zur Ursachenermittlung des Lecks, durchgeführt am 12. April 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem man keine Unregelmäßigkeiten habe ausmachen können, bliebe keine andere Möglichkeit, als davon auszugehen, dass sich im Fall von Lagertank Nr. 2 das Leck aus dem das radioaktive Wasser ausgetreten war, an einer anderen Stelle, als am bislang verdächtigten Rohr, befinden muss.

Wie TEPCO-Sprecher Masayuki Ono nach Angaben der Kyodo auf einer Pressekonferenz erklärte, könnten die Verbindungsstücke zwischen den wasserdichten Lagen eine weitere Ursache darstellten. Dies müsse nun geprüft werden.

Erstmals seit Fukushima-Krise wieder normaler Reisanbau in Präfektur: Eine landwirtschaftliche Vereinigung in der Ortschaft Hirono begannen erstmals seit den Reaktorkatastrophen wieder mit dem Reisanbau.

In den vergangenen zwei Jahren hatte die Ortsverwaltung ihnen aufgrund der radioaktiven Belastung in der Landwirtschaft von einer Wiederaufnahme des Reisanbaus abgeraten.

Eine Reis-Rispe
Erstmals wieder Reisanbau in Präfektur Fukushima (Foto: pd)

Nachdem versuchsweise Testpflanzungen zur Strahlungskontrolle im letzten Jahr keine Belastung über den Grenzwerten ergeben hatten, begann man in Hirono nun wieder mit dem regulären Reisanbau.

Erste, bereits am Montag gesetzte Reissetzlinge, zeigten jetzt bereits ein Wachstum der Schösslinge von zwei Zentimetern. Nach Angaben der NHK wird für Anfang Mai der Reisanbau für etwa die Hälfte der 210 Reisfelder des Ortes beginnen. Vor der Katastrophe war Landwirtschaft das wichtigste Standbein der Menschen dort.

Nachdem etwa 5.200 Einwohner nach Beginn der Krise geflohen waren und bislang lediglich nur zehn Prozent zurückkehrten, hofft man nun, der Reisanbau könne die Menschen wieder zurückbringen und zu einem schnelleren Wiederaufbau der Region beitragen.

Panorama-Sonderregelung für Züge durch Katastrophenpräfektur: Bis zum 21. April können sich Kunden der JR East auf der Strecke durch die Präfektur Miyagi, die zur besonders schwer von den Naturkatastrophen 2011 betroffenen Tohoku-Region gehört, über eine besondere Dienstleistung der Bahngesellschaft freuen.

Auf einer Länge von 700 Metern reduzieren die Züge ihre Geschwindigkeit um die Hälfte, um den Fahrgästen den Blick auf 1.200 blühende Kirschbäume, die auf einer Strecke von acht Kilometern entlang des Flusses Shiroishi stehen, zu ermöglichen – vor den Naturkatastrophen eine der beliebtesten Orte zur Betrachtung der Kirschblüten in der Region.

Wie die JR East mitteilte werden wochentags 25 Zugverbindungen und an Wochenenden 27 Züge diesen besonderen Panorama-Dienst anbieten. Weitere Informationen über die allgemeinen Angebote finden sich auf der Webseite des Betreibers.

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