Start Aktuelles Japan aktuell: US-Katastrophenhelfer verklagen Fukushima-Betreiber TEPCO

Japan aktuell: US-Katastrophenhelfer verklagen Fukushima-Betreiber TEPCO

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Flugzeugträger USS Ronald Reagan auf dem Weg zum Japan-Hilfseinsatz-am 12. März 2011 (Foto: pd)
Flugzeugträger USS Ronald Reagan auf dem Weg zum Japan-Hilfseinsatz-am 12. März 2011 (Foto: pd)
Flugzeugträger USS Ronald Reagan auf dem Weg zum Japan-Hilfseinsatz-am 12. März 2011 (Foto: pd)
Flugzeugträger USS Ronald Reagan auf dem Weg zum Japan-Hilfseinsatz-am 12. März 2011 (Foto: pd)

Im Zusammenhang mit dem US-Hilfseinsatz nach dem Tohoku-Erdbeben, muss sich der Betreiber des AKW Fukushima aktuell mit einer Klage aus den USA befassen.

Das Thema Atomsicherheit ist aufgrund der Katastrophe am Kernkraftwerk in Fukushima heute ebenfalls Thema, scheint sich doch der Wille zu härteren Sicherheitsrichtlinien nun zu rächen.

Neben den Fukushima News gibt es wie üblich auch weitere interessante Neuigkeiten, etwa zum Senkaku-Streit. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • US-Seeleute klagen wegen Fukushima-Strahlung
  • Festlegung der strengeren Katastrophenrichtlinie verzögert sich
  • Experten lehnen Argumente von Higashidori-Betreiber ab
  • Wohltätiger Manga-Held identifiziert
  • Anti-Atompartei droht auseinanderzubrechen
  • China bleibt in Senkaku-Frage undiplomatisch
    • Chinesisches Flugzeug provoziert dritten Tag in Folge
    • Trostfrauen-Erklärung könnte diskutiert werden
    • Regierung wird an Kriegsschulderklärung festhalten

US-Seeleute klagen wegen Fukushima-Strahlung: Insgesamt acht US-Seeleute reichten vor einem Gericht in San Diego Klage gegen den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi ein.

Dekontamination des Flugdecks der USS Ronald Reagan (Foto: pd)
Dekontamination des Flugdecks der USS Ronald Reagan (Foto: pd)

Sie werfen dem Elektrizitätskonzern TEPCO vor, sie seien Strahlung ausgesetzt gewesen und wären aufgrund mangelnder Aufklärung durch Gesundheitsrisiken bedroht.

Die Seeleute waren an Bord des Flugzeugträgers USS Ronald Reagan im Rahmen der Hilfsaktion „Operation Tomodachi“ an Rettungsaktionen nach dem Erdbeben und Tsunami beteiligt.

Sie hätten jedoch nicht ausreichend Informationen über den Umfang der Katastrophe und eine mögliche Gefährdung erhalten.Die Kläger fordern nun 9,4 Milliarden Yen an Entschädigung.

Darin enthalten sind neben einer Strafzahlung auch die Kosten für einen Fond zur langfristigen Gesundheitskontrolle und möglicherweise auftretender Behandlungskosten.

Es ist nach Angaben der Kyodo das erste Mal, dass sich Kraftwerksbetreiber TEPCO mit einer Klage von einem Gericht in Übersee konfrontiert sieht. Bislang lehnte das Unternehmen eine Erklärung zu den Vorwürfen ab, da das Klageschreiben noch nicht vorliege.

Festlegung der strengeren Katastrophenrichtlinie verzögert sich: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA hat in ihrer Ausarbeitung der Evakuierungsrichtlinie für Atomunfälle deutlich strengere Maßstäbe angesetzt als die zuvor geltenden Regelungen.

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
Strenge Maßstäbe belasten Evakuierungsregelungen (Grafik: pd)

Doch genau diese strenge Linie wird nun die Entscheidung zur endgültigen Festlegung neuer Richtlinien verzögern, berichtet die NHK.

Ein Expertenausschuss kritisiert, dass die Behörde für viele der neuen Grenzwerte lediglich die  bisherigen international genutzten zulässigen IAEA Maximalwerte halbiert habe, ohne dieses Vorgehen wissenschaftlich begründen zu können. Andere fordern, zunächst die IAEA-Grenzwerte zu übernehmen, während man an eigenen arbeite.

Aufgrund dieser Einwände hat die NRA nun beschlossen, dass man neue Diskussionen zur Frage der Strahlungswerte führen müsse, so dass sich die Verabschiedung weiter verzögert.

Die Atomaufsicht hatte beispielsweise bislang geplant, eine sofortige Evakuierung von Einwohner aus einem Umkreis von 5 bis 30 Kilometer um ein AKW zu veranlassen, sobald der Wert 500 Mikrosievert pro Stunde übersteigt. Die IAEA-Standards sehen dagegen 1.000 Mikrosiviert als ausreichenden Grenzwert an.

Experten lehnen Argumente von Higashidori-Betreiber ab: Am gestrigen Mittwoch sprach sich eine Expertengruppe, die im Auftrag der Atomsicherheitsbehörde NRA mehrere Kernkraftwerke untersucht, gegen die Behauptung von Tohoku Electric aus, die Bereiche auf dem Gelände des AKW Higashidori seien keine aktiven Verwerfungen.

Stattdessen hielten die Experten am Ergebnis ihrer Untersuchungen fest, die geologische Bruchzonen in der Nähe der Anlage seien als aktive Verwerfungen anzusehen. Die Experten werden auf ihrem nächsten Treffen einen Bericht zusammenstellen und diesen der Atomaufsicht zukommen lassen. Die Argumente des Betreibers wären nicht überzeugend genug.

Nach Angaben der jiji bedeutet dies nun, dass man keine Neustartanträge für das AKW Higashidori genehmigen werde, wenn der Betreiber nicht diese Tatsache akzeptiere. Tohoku Electric kündigte an, seinerseits zusätzliche Untersuchungen durchführen zu lassen, wobei man die Meinung der Experten berücksichtigen werde.

Wohltätiger Manga-Held identifiziert: Seit Dezember 2010 spenden Unbekannte, die sich lediglich als „Tiger Mask“ oder „Naoto Date“ bezeichnen, Geld und Sachspenden an Einrichtungen für Kinder, wie Waisenhäuser. Dabei nutzen sie den Titel einer bekannten Manga-Serie bzw. ihres Protagonisten als Aliasnamen.

Nun behauptet der Betreiber einer Kinderpflegestelle in Maebashi (Präf. Gunma), ein Bekannter habe ihm im vergangenen Jahr anvertraut, dass es sich bei ihm um den ersten anonymen Spender gehandelt habe, der das Pseudonym genutzt und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst hatte. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Demnach stammt der erste Spender aus komplizierten Familienverhältnissen, habe nicht gewusst, ob seine Eltern noch leben und sei immer sehr ärmlich gekleidet zur Schule gekommen, und führte seine Schulbücher in einem Tuch mit sich, da er sich keinen Ranzen kaufen konnte. Interessanterweise bestand später die erste Sachspende von „Naoto Date“ aus zehn Schultaschen.

Eine in diesem Jahr gespendeten Gutscheinen im Wert von 100.000 Yen beiliegende Karte des Manga-Helden hatte die selbe Handschrift wie im Vorjahr. Nach eigenen Angaben wolle der Spender nicht, dass es anderen Kindern ebenso ergeht wie ihm damals. Später hatten sich zahlreiche Menschen seinem Vorbild angeschlossen.

Anti-Atompartei droht auseinanderzubrechen: Die am 28. November 2012  gegründete „Nippon Mirai no To“ steht für einen schrittweisen Atomausstieg – und steht nun vor dem Bruch. Ursache sind Machtkämpfe innerhalb der Partei. Bis Jahresende versuche man friedlich auseinanderzugehen. Hierüber berichtete die Kyodo.

China bleibt in Senkaku-Frage undiplomatisch: Während China in 300 Klöstern der besetzten tibetischen Gebiete Fernsehgeräte konfiszierte und Satellitenanlagen außer Betrieb nahmen, die „anti-chinesisches“ Programm sendeten, hält man an den provokativen Aktionen gegenüber Japan fest. Aktuelle Meldungen jetzt zusammengefasst.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Chinesisches Flugzeug provoziert dritten Tag in Folge: Am heutigen Mittwoch wurde eine chinesische Maschine vom Typ Harbin Y-12 in der Nähe der Senkaku gesichtet.  Es ist das dritte Mal in Folge, dass ein chinesisches Flugzeug nahe des japanischen Luftraums operiert. Japan entsandte Abfangjäger um die Maschine an einer Verletzung des Luftraums zu hindern.

Trostfrauen-Erklärung könnte diskutiert werden: Regierungssprecher Yoshihide Suga erklärte heute, es sei nicht ausgeschlossen, dass man die so genannte Kono-Erklärung von 1993, durch die der damalige Kabinettssekretär Yohei Kono die Verwicklungen der Kaiserlichen Japanischen Armee in die gewaltsame Rekrutierung von Armeeprostituierten anerkannte.

Die Angelegenheit sollte von Experten diskutiert, jedoch nicht zu einem Politikum, oder einer diplomatischen Angelegenheit werden. Unklar bleibt, ob das Kabinett des neuen Premiers Shinzo Abe diese Erklärung aufrecht erhalten wird.

Regierung wird an Kriegsschulderklärung festhalten: Wie bereits während seiner ersten Zeit als Premierminister von 2006 bis 2007 wird auch die neue Regierung Abe sich zur Murayama-Erklärung von 1995 bekennen. Damals hatte Premier Tomiichi Murayama sein Bedauern ausgedrückt und sich für die Schäden und das Leid, insbesondere der Nachbarstaaten entschuldigt.

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