Start Aktuelles Japan aktuell: Vermehrter Robotereinsatz an AKW Fukushima geplant

Japan aktuell: Vermehrter Robotereinsatz an AKW Fukushima geplant

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Fukushima-Roboter FRIGO-MA am 26. November 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter FRIGO-MA am 26. November 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter FRIGO-MA am 26. November 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter FRIGO-MA am 26. November 2012 (Foto: TEPCO)

Zu Wochenbeginn berichtet TEPCO im Zusammenhang mit den Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima heute von einem weiteren neuen Roboter – und auch ein verstärkter Einsatz der technischen Helfer wird angestrebt.

In den übrigen Teilen der Präfektur sind es derweil Krebsrisiko und Reisanbau, welche die Menschen beschäftigen.

Die Sorgen der Menschen könnten jedoch eventuell zumindest den Absatz der Neujahrslose, deren Verkauf heute begann, etwas beflügeln.

Alles weitere zu dem was rund um das AKW Fukushima aktuell geschah, sowie Neuigkeiten jenseits der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. November 2012.

Unsere Themen zu Wochenbeginn

  • TEPCO mit neuem Robotereinsatz
  • WHO sieht statistisch geringes Krebsrisiko für Fukushima-Bewohner
  • Fukushima-Gemeinden planen Reisanbau für nächstes Jahr
  • Erdbeben erschütterte Tokyo und Kanagawa
  • Spannungen trotz positiver Zeichen im Senkaku-Streit
    • China zieht sich aus Grenzgebiet zurück
    • Entsorgung ausgebrannter Wagen in China
    • Sympathie für Nachbarstaaten auf Rekordtiefstand
    • Japaner trotz Senkaku-Streits bei Peking-Marathon
    • Mitglied von Taiwans Regierung in Japan verunglückt

TEPCO mit neuem Robotereinsatz: Mit einem weiteren Roboter machte sich TEPCO jetzt an die Untersuchung von Rohrleitungen und Gaskontrollsystem im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3 des AKW Fukushima Daiichi. Das neue, hierfür genutzte Gerät hört auf den Namen „Frigo-Ma“ und wurde von Mitsubishi entwickelt.

Roboter Quince 2 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Einsatz auch für Roboter Quince 2 (Foto: TEPCO)

Der Roboter reiht sich damit in eine Liste mehrerer technischer Helfer, wie Packbot und Quince ein, die dort operieren sollen, wo Radioaktivität oder räumliche Verhältnisse den Einsatz menschlicher Arbeiter unmöglich, oder zu gefährlich machen.

Tatsächlich scheint TEPCO im Laufe der Woche offenbar insgesamt drei Roboter in der Anlage einsetzen zu wollen.

Bereits am Freitag hatte Roboter  „Rosemary“ eine Entwicklung des Chiba Innstitute of Technologie, bei einem Auftritt in einer Einkaufsstraße im Tokyoter Stadtteil Asakusa gezeigt, wie ein Roboter Hindernisse überklettern kann.

WHO sieht statistisch geringes Krebsrisiko für Fukushima-Bewohner: In einem vorläufigen Bericht, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag vorlegte, kommt die Organisation zu dem Schluss, dass es basierend auf den Statistiken der aktuellen Krebsfälle nur ein geringes Risiko für Anwohner des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi gebe, selbst an Krebs zu erkranken.

Das potentielle Risiko für Krebserkrankungen sei zwar teilweise deutlich gestiegen, jedoch nicht so weit, dass man von einem allgemein hohen Krebsrisiko sprechen könnte.

Der vorläufige Bericht geht dabei davon aus, dass die Einwohner dort noch vier Monate nach der Krise in den betroffenen Gebieten lebten und örtlich produzierte Lebensmittel zu sich nahmen.

Tatsächlich floh jedoch der größte Teil der Einwohner nach Beginn der Krise und lediglich einige blieben im 20 bis 30 Kilometer Umkreis.

Experten, die mit den Schätzungen der WHO vertraut sind, haben bereits dahingehend kommentiert, dass einige der genannten Zahlen sogar zu hoch angesetzt und Risiken überschätzt würden, um mögliche Ungenauigkeiten zu kompensieren.

Diese erste Einschätzung zu den Langzeitfolgen der Fukushima-Katastrophe stützt sich im wesentlichen auf die Untersuchungen von Opfern des Tschernobyl-Unglücks 1968 und der Opfer der Atombombenwürfe auf Japan 1945, da kein sonstiges Material über die langfristigen Auswirkungen einer Strahlenbelastung verfügbar sei.

Bei der Untersuchung wurden Altersgruppen aufgeteilt:

  • Personen im Alter von einem Jahr
  • Personen im Alter  von zehn Jahren
  • Personen im Alter von zwanzig Jahren

Das Risiko für verschiedene Krebsarten wurde ermittelt:

  • Schilddrüsenfkrebs
  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • andere Krebsarten inkl. Leukämie

Dabei wurde ein Zeitraum von 15 Jahren nach dem Unglück und auf Lebenszeit berechnet.

  • Das höchste lebenslange Krebsrisiko weisen Männer und Frauen aus Namie auf, die zum Zeitpunkt der Katastrophe 20 Jahre alt waren. Das bisherige Schilddrüsenkrebsrisiko vor dem Reaktorunglück von 0,76 (Frauen) und  0,21 (Männer) dürfte um etwa zehn Prozent steigen, das Risiko weiterer Krebsarten zwischen 1 und 3 Prozent.

In anderen Teilen der Präfektur werde der Anstieg für alle andere Krebsarten weniger als ein Prozent betragen. Daher sei der Gesamtanstieg für diese Altersgruppe in der Präfektur statistisch nicht bedeutsam.

Bei Kindern, die als anfälliger für Strahlungsfolgen gelten, kam es dagegen zu deutlichen Unterschieden, abhängig vom Wohnort des getesteten Ki9nders.

  • Das Risiko für ein Jahr alter Mädchen in Namie, später im Alter von 16 Jahren an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, von 0.004 vor der Fukushima-Katastrophe um das 9,1 fache auf 0,037 Prozent. Das bedeutet statistisch das 3,7 statt bislang 0,4 von 10.000 Mädchen an Schilddrüsenkrebs erkranken würden.
  • Für ein Jahr alte Jungen in Namie, stieg die Wahrscheinlichkeit an einer Leukämie zu erkranken um das 1,8-fache von zuvor 0,03 Prozent vor der Katastrophe.
  • In der Ortschaft Iitate stieg das Risiko um das 5,9-fache, während in der Stadt Fukushima das Risiko um das 3,7-fache stieg.

Das Risiko für ungeborene Kinder im Stadium eines Fötus entspreche nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation dem eines ein Jahr alten Kindes, so dass sich diese in den Ortschaften Namie und Iitate theoretisch in der selben gesundheitlichen Gefahr einer Krebserkrankung befinden. .

Wie bereits zuvor Untersuchungen nahe gelegt hatten, wird auch das Risiko junger Menschen die geringen Strahlungsmengen ausgesetzt waren, Zysten oder Tumore zu entwickeln, steigen. Nach Angaben der WHO sei hier auch im Fall gutartiger Veränderungen eine genaue Beobachtung erforderlich.

Die lebenslange Strahlungsbelastung, die in den Schulddrüsen von ein Jahr alten Kindern beurteilt die Organisation in verschiedenen Orten abweichend:

  • In Namie geht man von 122 Millisievert aus
  • In Iitate von 74 Millisievert
  • In Katsurao 49 Millisievert
  • In Minsamisoma von 48 Millisievert
  • In Fukushima, Date, Kawamata, Naraha und anderen Gemeinden von 43 Millisievert Millisievert

Nach Ansicht der WHO können Gesundheitsgefahren auch bei vergleichsweise niedrigen Strahlungswerten unter 100 Millisievert bestehen. Im Vergleich zu diesen Werten wird ein UN-Berichht herangezogen, der bei Flüchtlingen aus Tschernobyl durchschnittliche Belastungen von 490 Millisievert nachwies.

Etwa 6.000 Tschernobyl-Flüchtlinge, die meisten von ihnen Kinder, entwickelten später Schilddrüsenkrebs, der jedoch relativ gut zu behandeln sei. Weniger als 20 der betroffenen Personen starben am Scbilddrüsenkrebs.

Der Bericht will mit Angaben zur geringen statistischen Relevanz mancher Erhebungen und derartigen Vergleichen jedoch keineswegs aussagen, dass die Personen keinerlei Krebs aufgrund der Radioaktivität entwickeln würden. Allerdings sei diese Zahl voraussichtlich so gering, dass sie keine statistische Relevanz haben werde.

Über diese Beurteilungen berichteten die Kyodo, sowie die Asahi Shimbun.

Fukushima-Gemeinden planen Reisanbau für nächstes Jahr: Die Verwaltungen von Hirono und Kawauchi haben sich dazu entschlossen, den freiwillig eingehaltenen Pflanzstopp aufzuheben, und Reis in Gebieten anzubauen, die zuvor als Sperrzone galten.

Eine Reis-Rispe
Ab 2013 wieder Fukushima-Reisanbau geplant (Foto: pd)

Bereits in diesem Monat hatte man in Hirono mit der Dekontamination von 400 Hektar Farmland begonnen, wobei auch die Zeolith-Methode zum Einsatz kommt. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen, und damit die Möglichkeit für die erste Fortsetzung des Reisanbaus, seit Ausweisung des Gebiets als Evakuierungsvorbereitungszone.

Doch wie die Yomiuri Shimbun berichtet, sind nicht alle Landwirte vom Erfolg überzeugt, insbesondere nachdem Anfragen bei Verbrauchern nur geringes Kaufinteresse ergeben hatten. Bei zwei Säcken der in Hirono versuchsweise angebauten Reisernte war zudem radioaktives Cäsium über dem Grenzwert festgestellt worden.

Die Ortsverwaltung geht jedoch davon aus, dass das radioaktive Material in den Säcken durch belasteten Staub aus den Schälmülen hineingelangt war und der Reis selber sicher zum Verzehr sei.

Erdbeben erschütterte Tokyo und Kanagawa: Am Samstag, gegen 15:59 Uhr ereignete sich ein Erdbeben, dessen Epizentrum etwa 80 Kilometer unter der Erdoberfläche im Nordwesten der Präfektur Chiba lag. Das Beben hatte eine Stärke von 4,9 auf der Richter-Skala und vier auf der siebenstufigen japanischen Skala.

Das Erdbeben erschütterte insbesondere den Osten und das Zentrum von Japans Hauptstadt Tokyo (Shibuya, Shinjuku, Shinagawa und Nakano), die im Umkreis von Tokyo liegende Städte Chofu und Machida sowie Sagamihara, Hiyoshi und Yamato im südlichwestlich von Tokyo gelegene Kanagawa. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Schwächer war das Beben auch in anderen Gebieten wie den Präfekturen Chiba, Gunma, Ibaraki, Saitama und Tochigi zu spüren. Die Schnellzugstrecken der Linien von zwei Bahnbetreibern, der JR East und der JR Tokai hatten aufgrund von Sicherheitsüberprüfungen Verspätungen bis zu 12 Minuten.

Spannungen trotz positiver Zeichen im Senkaku-Streit: Auch wenn ein Rückzug chinesischer Schiffe auf eine Entspannung hindeutet, so zeigen andere Entwicklungen, dass der Konflikt immer  noch besteht. Die aktuellen Meldungen jetzt im Überblick.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

China zieht sich aus Grenzgebiet zurück: Am Freitag zogen sich gegen 18:45 Uhr die vier verbliebenen Schiffe, die Haijian 15,26,27, und 50 aus der Grenzzone zu Japans Gewässern in der Nähe der Senkaku-Inseln zurück. Damit ist seit dem 19. Oktober und damit nach 35 Tagen das erste Mal, dass dort keine chinesischen Schiffe kreuzen.

Japaner trotz Senkaku-Streits bei Peking-Marathon: Nach einem ersten Verbot nahmen am Sonntag auch 50 japanische Sportler am Peking-Marathon mit 30.000 Läufern teil.

Auch wenn die Mehrheit der Anwesenden die Ansicht vertrat, Politik gehöre nicht in den Sport, so gab es dennoch eine Gruppe von Chinesen, die mit einem Banner die Eigentumsrechte Chinas auf die Senkaku demonstrierten.

Entsorgung ausgebrannter Wagen in China: Mehr als zwei Monate nach den antijapanischen Protesten in China, konnte im Autohaus eines Toyota-Vertragspartners,  in den Außenbezirken von Huangdao, mit der Entfernung der völlig ausgebrannten 75 Neuwagen begonnen werden, nachdem das Gebäude auch bauliche Schäden erlitten hatte.

Auch andere Niederlassungen die japanische Automobile oder Technologie im Angebot hatten, waren im September nach dem Kauf von drei Senkaku-Inseln durch Japan, von einem ideologisch indoktrinierten und aufgeheizten Mob geplündert, demoliert und in Brand gesetzt worden.

Sympathie für Nachbarstaaten auf Rekordtiefstand: Eine Umfrage des Kabinettsbüros unter 3.000 Japanern ergab, dass 80,6% der 1.838 Personen, die Angaben machten, „keine enge Verbundenheit mit China“ fühlen. Das sind nicht nur 9,2 Prozent mehr ablehnende Stimmen als im Vorjahr, sondern die größte Ablehnung seit Beginn der Umfragen zu diplomatischen Themen 1975.

Auch Südkorea kommt nicht gut dabei weg. Mit 59,3 Prozent sah die Mehrheit der Befragten kein enge Verbundenheit zum Nachbarstaat. Das ist ein noch stärkerer Anstieg von 23,7 Prozent im Vergleich zur letzten Umfrage.

Mitglied von Taiwans Regierung in Japan verunglückt: Bei den am Freitag bei einem Zusammenstoß zwischen einem PKW und einem LKW auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido getöteten Personen handelt es sich um Chung Lung,  Mitglied im taiwanesischen Kulturministerium, sowie seinen Sohn.

Beim dritten Todesopfer handelt es sich vermutlich um seine Frau. Der Fahrer des LKW, mit dem die Familie gegen 11:15 Uhr auf verschneiter Straße frontal zusammengestoßen war, wurde dagegen nur leicht verletzt. Der Politiker und seine Angehörigen befanden sich auf einer Besichtigungsreise.

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