Start Aktuelles Japan aktuell: Verstrahltes Fukushima-Grundwasser ins Meer gelangt

Japan aktuell: Verstrahltes Fukushima-Grundwasser ins Meer gelangt

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Verstrahltes Meer (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
AKW Fukushima: Cäsiumbelastung zu niedrig ausgewiesen (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
Verstrahltes Meer (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
TEPCO gesteht Meeresbelastung durch Fukushima-Grundwasser (Originalfoto: jaybergsan cc-by)

Das vom Betreiber des AKW Fukushima heute gemachte Eingeständnis bestätigt, was Experten bereits vermutet hatten: Die Kontamination des Meeres durch das radioaktive Grundwasser.

Daneben sind zu Anfang der Woche auch Bilder einer Infrarotkamera am AKW Fukushima aktuell von Interesse. Zudem wird ein weiteres Ölleck an der Anlage gemeldet.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juli 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Fukushima-Betreiber räumt Meereskontamination durch Grundwasser ein
  • Wärmebilder zum Dampfaustritt an Fukushima-Reaktor 3
  • Ölleck an Fukushima-Entsalzungssystem
  • Tenno besucht Präfektur Fukushima

Fukushima-Betreiber räumt Meereskontamination durch Grundwasser ein: In einer heutigen Pressekonferenz hat TEPCO erstmals offiziell zugegeben, dass stark radioaktives verseuchtes Grundwasser in den Pazifischen Ozean gelangt.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Meereskontamination durch Grundwasser eingestanden (Symbolfoto: TEPCO)

Seit im Mai 2013 stark radioaktives Grundwasser an Grundwasser-Kontrollpunkten am Pazifik gemacht hatte, überwachte der japanische Kraftwerksbetreiber die Kontamination vor Ort.

Bei einer Auswertung der Wasserstände zwischen Januar und Juli innerhalb der Messpunkte, wurde ein deutlicher Rückgang des Wasserstands festgestellt, was sehr wahrscheinlich eine Freisetzung in den Pazifik bedeutet.

Während Japans Atomaufsicht NRA bereits zu Beginn des Monats erklärt hatte, ein Austritt von kontaminiertem Grundwasser in den Pazifik sei sehr wahrscheinlich, da es zu sprunghaften Strahlungsanstiegen in Grundwasser und Meerwasser gekommen war, hatte TEPCO diese Einschätzung bislang mit der Erklärung abgelehnt, man benötige noch mehr Daten um eine endgültige Aussage treffen zu können.

Somit räumt TEPCO erstmals den Umstand ein, der von Experten bereits längerfristig für wahrscheinlich gehalten wurde (Spreadnews berichtete am 10. Juli).

Nun meldete der Kraftwerksbetreiber also den Anstieg von radioaktivem Tritium in der Nähe des Uferdamms am Hafen der Anlage – beschwichtigte jedoch umgehend mit der Auskunft, die Folgen des Lecks seien beschränkt, da die Konzentration vor der Küste und der Ausfahrt des Hafens weiterhin gering geblieben sei.

Die Meeresbelastung belaufe sich somit auf die Hafenbucht des Kraftwerks.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits die Uferdämme an der Küstenseite der Kraftwerksanlage verstärkt und erklärte nun, man werde weitere Maßnahmen durchführen.

Ein deutlicher Hinweis für den Zusammenhang zwischen radioaktivem Grundwasser und dem Meer ist, dass der Wasserstand des Grundwassers offenbar den Gezeitenschwankungen folgt und so eine Verbindung zum Meer bestehen muss. Neben TEPCO berichtete auch die NHK.

Wärmebilder zum Dampfaustritt an Fukushima-Reaktor 3: Am vergangenen Donnerstag hatte ein Kraftwerksarbeiter einen Dampfaustritt in der Mitte des fünften Stockwerks von Reaktor 3 festgestellt. In Folge waren die Strahlungswerte dort kontrolliert worden (Spreadnews berichtete am 18. Juli 2013).

Fukushima-Reaktor 3: Infrarotbild vom 20. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Infrarotbild vom 20. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

In einem auf den gestrigen Sonntag datierten Bericht, veröffentlicht der Kraftwerksbetreiber die Aufnahmen der Infrarot-Thermographie, die zwischen 12:39 Uhr und 14:40 Uhr durchgeführt wurden.

Eine Untersuchung durch Arbeiter vor Ort ist aufgrund der Strahlung nicht möglich.

Die Aufnahmen wurden durch eine Kamera gemacht, die an einem Kran herabgelassen wurde und in einem automatischen Dauermodus dann Aufnahmen aus verschiedener Höhe machte. Anschließend wurden die Daten kontrolliert.

Wetterbedingungen vom 20. Juli um 14:00 Uhr:

  • Lufttemperatur: 21,4 Grad Celsius
  • Luftfeuchtigkeit: 76 Prozent
  • Windgeschwindigkeit 4,6 Meter
  • Windrichtung: Nord-Nordost

TEPCO kommt aufgrund der Wärmebilder und ermittelten Werte zu dem Schluss, dass die Temperatur am Ort der Gasfreisetzung praktisch der Lufttemperatur entsprach. Es wird davon ausgegangen, dass es in der Nähe keine Wärmequelle gibt.

Die Ungleichmäßigkeiten bei den Temperaturmessungen wird auf das unterschiedliche Material und die Farbe der Objekte im Stockwerk zurückgeführt, die das Sonnenlicht jeweils anders aufnahmen bzw. reflektierten. Das Unternehmen erklärte, man werde den Zustand weiter beobachten.

Ölleck an Fukushima-Entsalzungssystem: Am heutigen Montag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 5:00 Uhr ein Ölleck an der Hochdruckpumpe des Umkehrosmose-Entsalzungssystems 3 (RO-3-1). Die Pumpe wurde gestoppt und gegen 6:00 Uhr nach einer visuellen Inspektion der Stopp des Ölaustritts bestätigt.

Fukushima-Entsalzungsanlage: Blick auf die Hochdruckpumpe am 22. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Entsalzungsanlage: Blick auf die Hochdruckpumpe am 22. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Bei der Menge handelt es sich schätzungsweise um 1,5 Liter, die sich auf einer Fläche von etwa 1,5 Meter x 1 Meter ausbreitete.

Die Flüssigkeit gelangte dabei lediglich auf den Betonboden, so dass keine Belastung der Umwelt durch den Austritt zu befürchten ist.

Der Zwischenfall wurde gegen 5:45 Uhr ordnungsgemäß der Feuerwehr Tomioka gemeldet. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Tenno besucht Präfektur Fukushima: Bei ihrem insgesamt dritten Besuch der Präfektur besuchten der Tenno und seine Gemahlin auch die Ortschaft Iitate, in der immer noch Aufenthaltseinschränkungen existieren, so dass die Einwohner nicht über Nacht bleiben dürfen.

Dort besichtigten sie eine Fabrik für Präzisionsteile und ermutigten die Einwohner, die trotz der Evakuierung aus ihrem Heimatort die Hoffnung nicht aufgegeben hatten und nun auch in derartigen Unternehmen arbeiten.

Auch ein Besuch in einer Grundschule, die in einem provisorischen Schulgebäude in Kawamata untergebracht ist, gehörte zu den Teilen des kaiserlichen Besuchs. Über den Besuch berichteten Kyodo und jiji.

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