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Japan aktuell: Verstrahlung von Fukushima-Fisch auf Rekordhoch

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AKW Fukushima: Rekordwert bei kontaminiertem Fisch am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Präfektur Fukushima: Zweite Fischer wollen Testfang beginnen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rekordwert bei kontaminiertem Fisch am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rekordwert bei kontaminiertem Fisch am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

In Japan darf man sich künftig an Montagen über kostenloses Frühstück bei McDonalds freuen und auch für die Freunde japanischer Animationsfilme gibt es mit der Ankündigung des Studio Ghibli, gleich zwei neue Werke am selben Tag zu veröffentlichen, positive Meldungen.

Dagegen gibt es vom AKW Fukushima heute erneut Negativschlagzeilen, wurde doch der Nachweis einer weiteren Grenzwertüberschreitung bei Fischen bekannt gegeben.

Zu den Fukushima News gehören heute auch Berichte über Manipulationen bei der Bezahlung von Angestellten.

Was im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk in Fukushima aktuell sonst noch geschah, jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Januar 2013.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Verstrahlung von Fukushima-Fisch auf Rekordhoch
  • Dekontaminationsarbeiter erhielten keine Strahlungszulage
  • Termingerechte Fertigstellung von Katastrophenschutzplänen fraglich
  • Inseln sollen Evakuierungsmöglichkeiten erhalten
  • Tägliche Aktionen im Senkaku-Streit
    • USA kritisiert China im Senkaku-Streit
    • Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern
    • China reagiert auf US-Kritik
    • Weitere drei Schiffe in Japans Gewässern

Verstrahlung von Fukushima-Fisch auf Rekordhoch: Die radioaktive Kontamination von Fisch durch die Fukushima-Katastrophe hat einen neuen Rekordwert erreicht. In einem spotbelly rockfish, der im Dezember 2012  im Hafenbereich des AKW Fukushima Daiichi gefangen worden war, wurden etwa 254.000 Becquerel pro Kilogramm an radioaktivem Cäsium nachgewiesen.

Das gab die Betreiberfirma TEPCO am vergangenen Freitag bekannt.

Mit dieser Belastung ist nicht nur die bisherige Rekordbelastung von 25.800 Becquerel, die im August vergangenen Jahres in Grünlingen nachgewiesen worden war übertroffen – sondern auch der zulässige Lebensmittelgrenzwert um das 2.540-fache überschritten. Hierüber berichteten unter anderem die NHK, die jiji und die Asahi Shimbun.

Dekontaminationsarbeiter erhielten keine Strahlungszulage: Nach der Asahi Shimbun, die einen Umweltskandal über illegale Entsorgung aufdeckte, hat nun auch die NHK im Zusammenhang mit der Dekontamination von Orten in der Präfektur Fukushima Mängel bei den verantwortlichen Baufirmen festgestellt.

50 Yen Münze (Foto: pd)
Dekontaminationsarbeitern wurde Gefahrenzulage verwehrt (Foto: pd)

Zwei Subunternehmen, die mit Arbeiten in Tamura beschäftigt waren, gaben die Auszahlung der Sonderzulage, die bei Arbeiten in stark kontaminierter Umgebung gewährt wird, zwar in den Geschäftspapieren an – tatsächlich wurden die Beträge jedoch niemals ausgezahlt.

Mehrere Arbeiter die Mitte 2012 ihre Beschäftigung aufnahmen wurde zwar die Bezahlung, sowie kostenlose Unterbringung und Mahlzeiten versichert – von der Sonderzulage bei Arbeiten in stark kontaminierter Umgebung erfuhren sie jedoch nichts. Tatsächlich wurden sogar die Kosten für die geleisteten Kost und Logis vom Lohn abgezogen, so dass sich am erhaltenen Betrag nichts änderte.

Durch die Austeilung eines weiteren Vertragsdokuments im Dezember, dass die Arbeiter unterschreiben sollten, versuchten die Unternehmen offenbar die Nichtauszahlung zu verschleiern Das Umweltministerium und das Ministerium für Arbeit nahmen bereits aufgrund eines Hinweises die Untersuchung im Fall der fehlenden Zusatzzahlungen auf.

Bislang habe man acht Fälle ausmachen können.

Termingerechte Fertigstellung von Katastrophenschutzplänen fraglich: In den Präfekturen Fukushima und Miyagi sind 70 Prozent der Ortschaften mit der Zusammenstellung von Katastrophenschutzplänen im Verzug, obwohl sie in den Risikozonen liegen, für die bis zum 18. März 2013 ein Plan vorliegen muss.

Vierzehn von zwanzig Orten liegen nach der Neurelegung der Zonen durch die Atomaufsicht NRA im Oktober vergangenen Jahres, die nun entsprechende Maßnahmen für Ortschaften in einem 30-Kilometer-Radius, statt wie bislang 10 Kilometern vorsieht, deutlich in Verzug

  • Verwaltungen die den Zeitplan einhalten können: Onagawa und Tome (Präf. Miyagi),, sowie Kawauchi und Tamura (Präf. Fukushima) gaben an, man werde den Zeitplan einhalten können.
  • Verwaltungen die unsicher sind: Higashimatsushima, Misato und Minamisanriku (Präf. Miyagi) und Katsurao,  Naraha,  Iitate, Okuma, Ono und Tomioka (Präf. Fukushima)
  • Verwaltungen die den Zeitplan nicht einhalten können: Ishinomaki (Präf. Miyagi) sowie Futaba, Hirono, Minamisoma und Namie (Präf. Fukushima)

Diese Zahlen stammen aus einer Anfrage der Yomiuri Shimbun vom Dezember 2012. Insgesamt 19 der 20 befragten Verwaltungen antworteten.

Ursache für die Probleme bei der Zusammenstellung der Katastrophenschutzpläne ist die Tatsache, das viele einstige Einwohner nach den Naturkatastrophen und Fukushima-Krise flohen, so dass es beispielsweise schwierig ist, die genaue Zahl von Personen zu ermitteln, die von einer bestimmten Maßnahme betroffen wären.

Inseln sollen Evakuierungsmöglichkeiten erhalten: Nachdem Erdbebensimulationen die Anfälligkeit der Izu-Inseln und der Ogasawara-Inselgruppe gezeigt hatte, will die Verwaltung des Großraum Tokyo bis 2015 eine Reihe von Evakuierungstürmen errichten, um die Bewohner vor Tsunami nach einem Erdbeben zu schützen.

Jet-Fähre Niji zwischen den Inseln und Tokyo (Foto: E-190 cc-by)
Jet-Fähre "Niji" zwischen den Inseln und Tokyo (Foto: E-190 cc-by)

Über Oshima, wo der erste Tsunami-Evakuierungsturm entstehen soll, könnte im Fall des Nankai-Großbebens ein Tsunami von 16 Metern Höhe hereinbrechen. Aufgrund einer Fährverbindung nach Tokyo werden in den Kalkulationen neben den 8.400 Bewohnern auch mögliche Touristen berücksichtigt.

Eine weitere Insel, Niijima, könnte im Fall des Nankai-Großbebens von Tsunami bis zu 30,9 Metern getroffen werden, was zu etwa 1.500 Toten führen würde. Daher sind auch hier, sowie an anderen Orten weitere Türme geplant.

Der kostenintensive Bau des Tsunami-Evakuierungsturms auf Oshima durch die Präfekturalverwaltung Tokyo stellt nach Angaben der örtlichen Verwaltung eine große finanzielle Erleichterung dar. Durch die Kostenübernahme könne man sich auf eigene Schutzmaßnahmen, wie etwa die Ausschilderung von Fluchtwegen konzentrieren, berichtet die Mainichi Shimbun.

Tägliche Aktionen im Senkaku-Streit: Wochenende und Wochenbeginn bestehen aus einer Folge unterschiedlicher Aktionen die letztlich zeigen, wie wenig China gewillt ist, auf Provokationen zu verzichten und eben jene Eskalation vorantreibt, die Japan vorgeworfen wird. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

USA kritisiert China im Senkaku-Streit: Bei  einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen Fumio Kishida erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton am Freitag, die USA verurteile jedes einseitige Vorgehen, das darauf Abziele, Japans Verwaltung der Inselgruppe zu untergraben.

Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Am Samstag drangen um 9:00 Uhr drei chinesische Schiffe in der Nähe der Senkaku-Inselgruppe in japanische Gewässer ein und blieben dort etwa zehn Minuten. Zuvor waren die Haijian 23, 26 und 137 im Grenzgebiet gesichtet worden

China reagiert auf US-Kritik: Qin Gang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums veröffentlichte am Sonntag eine Erklärung, in der Japan aufgrund seiner provokativen Akte für die Spannungen in der Region verantwortlich gemacht wird. Er riet den USA dazu, mit ihren Äußerungen und Handlungen vorsichtig zu sein.

Weitere drei Schiffe in Japans Gewässern: Am heutigen Montagmorgen drangen erneut chinesische Schiffe in Japans Gewässer ein. Die japanische Küstenwache forderte sie auf, das Gebiet zu verlassen. Dies geschah erst nach etwa sieben Stunden. Anschließend legte Japan Protest ein – der jedoch von China mit der Behauptung abgewiesen wurde, man habe die Hoheitsgewalt dort.

Mehrheit für Yasukuni-Besuch von Abe: Einer öffentlichen Umfrage der jiji zufolge ist eine Mehrheit von 56,7 Prozent dafür, dass Premierminister Shinzo Abe den umstrittenen Schrein besucht – was von einigen Amtsvorgängern aus Sorge über Spannungen mit den asiatischen Nachbarn zumeist unterlassen wurde..

In dem Shinto-Schrein werden die Seelen der Kriegstoten in Form shintoistischer Gottheiten (Kami) verehrt, darunter auch Personen die nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA zum Tode verurteilt  worden waren. Länder die zu dieser Zeit unter Japans Imperialismus litten, finden den Schreinbesuch daher unangemessen.

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