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Japan aktuell: Verwirrung um Belastung von Leitungswasser am AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Vernebler am 12. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vernebler war nicht Ursache der Kontamination (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vernebler am 12. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vernebler am 12. August 2013 (Foto: TEPCO)

Was in Fukushima heute mit einem Alarm aufgrund radioaktiver Luftbelastung begann, entwickelte sich zur Besorgnis, ob das Leitungswasser eine Gesundheitsgefährdung der Kraftwerksarbeiter sogar außerhalb der Reaktoren darstellen könnte.

Auch das Thema Grundwasser bleibt am AKW Fukushima aktuell, ebenso wie Probleme am SARRY-System.

Details zu den heutigen Fukushima News wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. August 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Luftbelastungsalarm am erdbebensicheren Hauptgebäude
  • Mehrere Fukushima-Arbeiter mit radioaktiver Kontamination
  • Leitungswasser wegen Kontaminationsverdacht abgestellt
  • Doppelalarm an Pumpe des SARRY-Systems
  • Stark radioaktives Grundwasser auch an neuem Messpunkt
  • Senior in Fukushima stirbt an Hitzeschlag
  • Über 2.000 Laternen für Tsunami-Opfer in Miyagi

Luftbelastungsalarm am erdbebensicheren Hauptgebäude: Am heutigen Montag meldete ein Alarm der Anlage zur Überwachung der Atemluft des erdbebensicheren Hauptgebäudes für die Reaktoren 5 und 6, einen Strahlungsanstieg, so dass um 12:48 Uhr die Arbeiter in den Bereichen, in denen normalerweise keine Atemschutzmaske erforderlich ist, angewiesen wurden, diese anzulegen.

Zunächst wurde nach Angaben von TEPCO der Status der Luftschutzanlage am Gebäude geprüft und mehrere Messungen mit tragbaren Geräten zur Staubprobenentnahme durchgeführt. Diese Kontrollen hätten ergeben, dass keine ungewöhnliche Belastung bestehe. Daher wurde um 16:17 die Anordnung zum Tragen der Atemschutzmaske aufgehoben.

Da an den sonstigen Daten der Anlage, wie etwa der Wassereinspeisung in die Reaktoren, oder der Temperatur in den Abklingbecken keine Auffälligkeiten festgestellt wurden, scheint es dort keine akuten Probleme zu geben. Luftmessposten an anderen Stellen ergaben keine erhöhten Werte, so dass ein Einfluss des Zwischenfalls auf die Umwelt unwahrscheinlich sei.

Mehrere Fukushima-Arbeiter mit radioaktiver Kontamination: Nach dem Alarm am erdbebensicheren Hauptgebäude ergaben sich weitere Probleme. Bei zehn Angestellten, die vor dem erdbebensicheren Gebäude auf den Bus gewartet hatten, wurde im Zuge der Kontrollen eine radioaktive Kontamination am Körper festgestellt.

AKW Fukushima: Vorrichtung zur Kühlung der Arbeiter am 12. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorrichtung zur Kühlung der Arbeiter am 12. August 2013 (Foto: TEPCO)

An den Schutzmasken wurden bis zu 10 Becquerel pro Kubikzentimeter an radioaktivem Cäsium nachgewiesen, so dass die Arbeiter einer Kontrolle durch einen Ganzkörperscanner unterzogen wurden. Diese ergab keine inkorporierte Belastung.

Nach einer ersten Einschätzung von TEPCO könnte die Belastung möglicherweise auf einen Nebler zurückzuführen, mit dessen Wasser die Arbeiter abgekühlt werden. Das Unternehmen vermutete, dass das Wasser des Geräts kontaminiert sein könnte.

Der Nebler wurde abgeschaltet und Untersuchungen eingeleitet, die später ergeben hätten, dass das Wasser keine Belastung aufgewiesen habe.

Leitungswasser am AKW Fukushima wegen Kontaminationsverdacht abgestellt: Als Reaktion auf den Vorfall am erdbebensicheren Hauptgebäude der Reaktoren 5 und 6, wurde die Versorgung mit Leitungswasser zunächst vorsorglich unterbrochen, da das möglicherweise radioaktiv belastete Wasser auch für Brauchwasser des Gebäudes, etwa für die Toilettenspülung und das Händewaschen eingesetzt wird.

Sowohl Vernebler als auch das Wassersystem des Gebäudes beziehen das Wasser von einer gemeinsamen Stelle. Das Unternehmen untersuche nun den Wasserzulauf des Verneblers und kündigte an, neue Erkenntnisse umgehend bekannt zu geben. Demnach stammt das Wasser aus einem Damm, etwa zehn Kilometer vom AKW entfernt.

Später meldete TEPCO, Kontrollen hätten ergeben, dass die Cäsiumbelastung des Wassers das in der Toilette im ersten Stock des erdbebensicheren Hauptgebäudes sowie im Waschraum des zweiten Stocks des Eingangskontrollgebäudes unter dem Nachweiswert liege und daher weiter genutzt werden könne. Aus diesem Grund wurde um 16:45 Uhr die Sperrung der Wasserleitung aufgehoben.

Alarm an Pumpe des SARRY-Systems: Am Samstag ertönte gegen 14:22 Uhr ein Alarm, der auf den Ausfall einer Drucksteigerungspumpe und das Auftreten eines Lecks am zweiten Cäsiumfiltersystem SARRY hindeutete, dass zu diesem Zeitpunkt lief.

Bei einer Kontrolle konnte jedoch keine Abweichung vom Regulärbetrieb der Pumpe festgestellt werden.

Allerdings wurde im Bereich eines Leckdetektors eine Pfütze entdeckt. Da sich jedoch Tau am Turm und den Leitungen der Anlage angesammelt und bis zum Leckdetektor gelangt war und das Wasser der Pfütze keine erhöhten Radioaktivitätswerte aufwies, geht TEPCO davon aus, dass der Detektor auf den kondensierten Tau reagiert habe.

Als einzige unmittelbare Maßnahme wurde die Entfernung der Kondenswasserpfütze angeordnet.

Stark radioaktives Grundwasser auch an neuem Messpunkt: Am gestrigen Sonntag erklärte TEPCO, in Wasserproben, die an einem neuen Messposten in der Nähe des Meeres entnommen worden waren, habe man Tritium mit einem Wert von 34.000 Becquerel pro Liter festgestellt.

Der Messpunkt war am Mittwoch etwa vier Meter nördlich des Wassereinlaufs für Fukushima-Reaktor 1 und damit etwa 160 Meter nördlich des unterirdischen Grabens, der für die Kontamination mit verantwortlich gemacht wird, angelegt worden. Bei einer ersten Probe am Donnerstag habe die Belastung noch bei 23.000 Becquerel pro Liter gelegen, berichtet die Kyodo.

Senior in Fukushima stirbt an Hitzeschlag: Die landesweite Hitzewelle in Japan führte nicht nur mit einer Temperatur von 41 Grad Celsius in Shimanto (Präf. Kochi) zu einem neuen Hitzerekord seit 2007, sondern forderte bereits mehrere Todesopfer. Alleine am Sonntag starben vier Personen.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Zu ihnen gehört auch ein 79 Jahre alter Mann aus der Stadt Soma (Präf. Fukushima), der gestern in einem Krankenhaus starb.

Zuvor hatte ein Verwandter den Notruf gewählt, nachdem er den Mann halb bewusstlos und sich erbrechend aufgefunden hatte.

Die umgehend eintreffenden Rettungskräfte stellten bei dem kurzatmigen Patienten eine Körpertemperatur von 42 Grad Celsius fest.

Der allein lebende Mann habe bereits zuvor nicht gesund gewirkt, erklärte der Angehörige nach Angaben der jiji.

In dem Zimmer habe sich zwar ein Elektrolüfter befunden, jedoch seien bei einer Außentemperatur von 33,8 Grad Celsius alle Fenster geschlossen gewesen.

Über 2.000 Laternen für Tsunami-Opfer in Miyagi: Am gestrigen Sonntag versammelten sich etwa 150 Personen auf dem Gelände der früheren Yuriage Junior-High School in Natori (Präf. Miyagi), um der Opfer des Tohoku-Tsunami zu gedenken. Die Teilnehmer zündeten insgesamt etwa 2.500 Laternen für die Verstorbenen an.

Das besondere an den etwa 30 bis 50 Metern messenden Laternen ist der Umstand, dass über 30.000 Zeichnungen und Botschaften aus aller Welt eingegangen waren, die in die Laternen gesteckt wurden.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun war die Veranstaltung ursprünglich für den 10. März und damit einen Tag vor dem Jahrestag der Naturkatastrophe geplant worden. Aufgrund starker Winde hatten die Organisatoren die Gedenkfeier jedoch verlegen müssen und wählten den 11. August, da dieses Datum mit dem buddhistischen Totenfest Obon zusammenfällt.

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