Start Aktuelles Japan aktuell: Videomaterial aus Fukushima-Reaktor 1 veröffentlicht

Japan aktuell: Videomaterial aus Fukushima-Reaktor 1 veröffentlicht

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Fukushima-Reaktor 1: Blick nach oben (Video vom 30. November 2011, TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Blick nach oben (Video vom 30. November 2011, TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Blick nach oben (Video vom 30. November 2011, TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Blick nach oben (Video vom 30. November 2011, TEPCO)

Mit dem Wochenbeginn gibt es auch im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima aktuell Neues zu melden.

So ist nun im Fall der vorsätzlichen Zugangsverhinderungen an Fukushima-Reaktor 1 ein Video veröffentlicht worden.

Außerdem gibt es dort erneut technische Probleme an den dort genutzten Geräten.

Mehr zu dem was am AKW Fukushima heute geschah, sowie Fukushima News des Wochenendes jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Wasseraustritt an Tank für radioaktives Wasser
  • TEPCO veröffentlicht Videomaterial aus Reaktor 1
  • Regierung stellt Toshiba-Dekontaminationsroboter vor
  • Verwerfung unter AKW Higashidori vermutlich aktiv
  • Sea Shepherd attackiert illegal Walfänger
  • Senkaku und Takeshima bleiben Reizthemen
    • Politikerrekord für Takeshima-Tag geplant
    • Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern

TEPCO veröffentlicht Videomaterial aus Reaktor 1: Der Betreiber des AKW Fukushima veröffentlichte am Wochenende einige Videoaufnahmen, die am 30. November 2012 im vierten Stock von Fukushima-Reaktor 1 gemacht worden waren.

Fukushima-Reaktor 1: Strukturen im Deckenbereich am 30. November 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Strukturen im Deckenbereich am 30. November 2012 (Foto: TEPCO)

Mit der Veröffentlichung reagiert der Konzern auf die jüngsten Vorwürfe, das Unternehmen habe die Mitglieder eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses durch falsche Behauptungen vorsätzlich am Betreten des Reaktorgebäudes hindern wollen (Spreadnews berichtete).

Die Aufnahmen wurden erst veröffentlicht, nachdem ein früheres Mitglied des damaligen Untersuchungsausschusses angemerkt hatte, TEPCO müsse sich noch im Besitz der Aufnahmen befinden. TEPCO entschuldigte sich und erklärte, man habe aufgrund einer Kommunikationspanne gedacht, das Material sei bereits freigegeben worden.

Fukushima-Reaktor 1: Videoaufnahmen vom 30. November 2012 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Videoaufnahmen vom 30. November 2012 (Video: TEPCO)

Die Aufnahmen sollen nach Angaben von TEPCO belegen, dass wichtige Teile des Reaktors, wie etwa die Isolationskondensatoren des Notkühlungssystems, nicht bereits durch das Erdbeben schweren Schaden genommen haben.

Sollte die Atomaufsicht zu anderen Schlüssen kommen, könnte dies geplante Neustarts auf lange Zeit verhindern.

Fukushima-Reaktor 1: Aufnahmen von Trümmern am 30. November 2012 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahmen von Trümmern am 30. November 2012 (Video: TEPCO)

In dem 28 Minuten langen Video sind vier Angestellte des Unternehmens im vierten Stock des Gebäudes zu sehen, die unter anderem auch den Zustand der Decke untersuchen.

Ein Kraftwerksarbeiter hatte vor dem Untersuchungsausschuss ausgesagt, bereits vor dem Tsunami habe er einen Wasseraustritt um den Isolationskondensator bemerkt. Dieses Leck müsste sich dort im Deckenbereich befinden.

Wasseraustritt an Tank für radioaktives Wasser: Am Samstag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 19:36 Uhr zwischen den temporären Lagerbehältern am Wassezulaufbehälter außerhalb des Entsalzungssystems der Reaktoren 5 und 6 das Überlaufen von Wasser.  Nach Abschalten der Ansaugpumpe hörte der Wasseraustritt auf.

AKW Fukushima: Überlaufendes Wasser am Wasserzulaufbehälter der Entsalzungsanlage am 16. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überlaufendes Wasser am Wasserzulaufbehälter der Entsalzungsanlage am 16. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Es wird geschätzt das etwa 19,8 Kubikmeter Wasser ausgetreten sind und das Wasser vom Boden aufgesaugt wurde.

Nach Angaben von TEPCO ist es unwahrscheinlich, dass das schwach radioaktive Wasser nach außen drang, da es keine Gräben oder ähnliches gibt. Die genaue Ursache für das Überlaufen des Behälters wird ermittelt.

Eine Analyse des ausgetretenen Wassers ergab folgende Werte:

  • Cäsium-134: 6,8×10-2 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 1,3×10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Gesamte Gammastrahlung: 2,0×10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter

Regierung stellt Toshiba-Dekontaminationsroboter vor:  Da die Arbeiten in den Reaktorgebäuden der Anlage Fukushima Daiichi weiterhin auch durch extrem hohe Strahlungswerte erschwert werden,  könnte man zur Unterstützung der Kraftwerksangestellten vor Ort ab diesem Sommer  auf einen weiteren Roboter zurückgreifen.

Am Freitag stellten der Entwickler, die Toshiba Corporation und die japanische Regierung schon einmal den Prototypen des Roboters vor. Die Aufgabe des Roboters besteht darin, durch spezielle Reinigungsarbeiten an Wänden und Decke der Reaktoren das Strahlungsniveau zu senken.

Dabei zeigt sich der technische Helfer, der mit acht Kameras ausgestattet ist und Geschwindigkeiten zwischen fünf und 20 Metern pro Minute erreicht,  gut gerüstet, kann das Gerät doch sogar in Bereichen mit Strahlung von bis zu 3 Siever pro Stunde und einer Gesamtbelastung von bis zu 100 Sievert eingesetzt werden.

Das Reinigungssystem folgt dabei einem einfachen Prinzip, das nach Angaben von Toshiba durch Vorschläge aus der Öffentlichkeit inspiriert wurde und dem Reinigen von Flugzeugen gleicht. Der Roboter sprüht mit einem bewegbaren Arm eine dünne Schicht Trockeneis auf die Oberfläche, um radioaktives Material zu binden und abzuspülen.

Anschließend wird das Material aufgesaugt, um eine weitere Verbreitung der gelösten Substanz zu verhindern. Es handelt sich zwar lediglich um eine Oberflächenbehandlung und keine tiefgehende Reinigung, da nur radioaktives Material mit einer Schicht von weniger als einem Millimeter weggespült werden kann, man werde in Zukunft jedoch  Effektivitätstests durchführen.

Erste Demonstrationen sollen heute am Fukushima-Reaktor 2 erfolgen, bevor der Roboter ab Sommer zum aktiven Einsatz kommen soll. Hierüber berichtete unter anderem die Mainichi Shimbun und die Asahi Shimbun..

Verwerfung unter AKW Higashidori vermutlich aktiv: Bei einer heutigen Diskussion zum Zwischenbericht ihrer Beurteilung kam ein Ausschuss von Japans Atomaufsicht NRA zu dem Schluss, dass zwei Verwerfungen, die unter dem AKW Higashidori (Präf. Aomori) verlaufen, mit hoher Wahrscheinlichkeit aktiv sein könnten.

Der Bericht verwirft eine Behauptung der Betreiberfirma Tohoku Electric, eine Spalte zwischen den Schichten sei durch die Wasseraufnahme des Bodens entstanden, sondern geht in der Tat davon aus, dass diese Spalte aufgrund seismischer Aktivität entstanden ist.

Nachdem die Untersuchungen des Betreibers daher als unzureichend einzustufen sind, müssen nun ausführlichere Nachforschungen im Bezug auf Ausmaß und Aktivität der beiden Verwerfungen erfolgen. Bevor der Ausschuss den endgültigen Bericht an die NRA leitet, werde man zuvor noch die Meinung anderer Experten einholen.

Über die neusten Entwicklungen am AKW Higashidori berichteten Mainichi Shimbun, jiji und NHK. An drei weiteren Kraftwerken werden ähnliche Kontrollen durchgeführt.

Sollte sich die Verwerfung als aktiv herausstellen, wäre das AKW Higashidori nach dem AKW Tsuruga bereits das zweite Kernkraftwerk des Landes, auf dessen Gelände offiziell eine aktive seismische Verwerfung verläuft.

Sea Shepherd attackiert illegal Walfänger: Nach Angaben der japanischen Fischereibehörde haben die Aktivisten der radikalen Umweltschutzorganisation Sea Shepherd die japanische Walfangflotte in den antarktischen Gewässern bei der Durchführung der Walfangaktivitäten behindert.

Sea Shepherd verstößt gegen Auflagen (Symbolfoto: Biella "Gabriella" Coleman cc-by)
Sea Shepherd verstößt gegen Auflagen (Symbolfoto: Biella "Gabriella" Coleman cc-by)

Die „Bob Barker“, ein Schiff der Aktivisten, habe sich bis auf 55 Metern der „Nisshin Maru“, dem Mutterschiff der Walfangflotte genähert und zudem versucht, Taue in die Schiffsschraube der „Yushin Maru 2“ zu werfen. Dies habe sich nach Angaben des Meeresforschungsinstituts am Freitag zwischen 19:00 Uhr und 21:30 Uhr ereignet.

Sollten diese Behauptungen zutreffen, hätten die Aktivisten damit gegen die im Dezember verhängte einstweilige Verfügung eines US-Gerichts verstoßen. Das hatte den Aktivisten den „physischen Angriff“ und Störmanöver gegen Walfangschiffe verboten und auf offener See einen Mindestabstand von 457 Metern zu Japans Schiffen verhängt. Hierüber berichtete die jiji.

Senkaku und Takeshima bleiben Reizthemen: Auch zum heutigen Wochenbeginn zeichnet sich keine Lösung von Japans Territorialkonflikten mit seinen Nachbarn ab. Die aktuellen Neuigkeiten für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Politikerrekord für Takeshima-Tag geplant: Insgesamt 18 Mitglieder des Parlaments wollen in diesem Jahr an den jährlichen Feuerlichkeiten teilnehmen, mit der die Takeshima zum Teil japanischen Territoriums wurden, auch wenn sie derzeit von Südkorea verwaltet werden.

Allerdings soll keine Festivität von der Regierung selbst ausgerichtet werden, da man offenbar bemüht ist, Spannungen mit dem Nachbarn Südkorea zu vermeiden. Der bisherige Teilnehmerrekord von Abgeordneten wurde 2011 aufgestellt. Damals nahmen 13 Abgeordnete am Ereignis teil.

Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Am heutigen Montag drangen die Haijinn 46, Haijian 50 und Haijian 66 um 8:55 Uhr nahe der Senkaku-Insel in japanische Hoheitsgewässer ein.

Gegen 14:00 Uhr verliessen sie japanisches Hoheitsgebiet und um 15:00 Uhr auch das Grenzgebiet. Japan legte diplomatischen Protest ein.

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