Start Aktuelles Japan aktuell: Vorgehen gegen illegale Beschäftigung am AKW Fukushima

Japan aktuell: Vorgehen gegen illegale Beschäftigung am AKW Fukushima

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Regierung kritisiert illegale Beschäftigungsverhältnisse am AKW Fukushima (Foto: TEPCO)

Die in Fukushima aktuell herrschenden Arbeitsbedingungen waren in der Vergangenheit oft kritisiert worden. Neben Arbeiten in gefährlich verstrahlten Bereichen, waren auch fragwürdige Verträge bekannt geworden.

Nun will die Regierung dagegen vorgehen. Ob ein stärkeres „in die Pflicht nehmen“ der Unternehmen alleinige Maßnahme bleiben wird, ist unklar.

Somit gibt es im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk Fukushima heute zumindest vergleichsweise positive Meldungen.

Wie die übrigen Fukushima News zeigen, sind insbesondere für Menschen, die in der Nähe der Anlage lebten, die Probleme längst noch nicht gelöst. Weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Anordnung gegen illegale Beschäftigung am AKW Fukushima
  • Neues Zonenmodell macht Okuma fast unbewohnbar
  • Verwerfung unter AKW Tsuruga mit hoher Wahrscheinlichkeit aktiv
  • Nordkorea verzögert Start und China provoziert im Inselstreit
    • Chinas Kriegsschiffe im Grenzgebiet

Anordnung gegen illegale Beschäftigung am AKW Fukushima: Ein großer Teil der Personen, die als Angestellte von Subunternehmen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi beschäftigt werden, arbeiten unter illegalen Vertragsbedingungen, die auch die Sicherheit der Kraftwerksarbeiter gefährden (Spreadnews berichtete am 3. Dezember 2012)

Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Illegale Verträge für Fukushima-Arbeiter sollen künftig der Vergangenheit angehören (Foto: TEPCO)

Das Arbeitsministerium wies TEPCO und das zum TEPCO-Konzern gehörende Unternehmen Tokyo Energy & Systems bereits an, die Aufsicht über Subunternehmen an der Anlage zu verschärfen. Nun wird die Behörde acht Unternehmen dazu veranlassen, illegale Abkommen und Verträge zu lösen.

Diese ermöglichten es Subunternehmen praktisch, ihre Angestellten unter gefährlichen Umständen und zu schlechter Bezahlung am AKW Fukushima Daiichi arbeiten zu lassen, da die Angestellten aufgrund ihrer unsicheren Beschäftigungslage gezwungenermaßen kooperierten.

Die Anordnung des Arbeitsministeriums zur Einstellung derartiger Praktiken, macht die Existenz der illegalen staffelartigen Verträge unter Subunternehmen offiziell. Diese illegalen Strukturen waren von TEPCO bislang stets bestritten worden. Es ist das erste Mal, dass eine Behördenanordnung mehr als ein Unternehmen am AKW Fukushima zu Änderungen auffordert.

In besonderer Kritik stehen dabei das Bauunternehmen Access Aomori, das Arbeiter zur Abschirmung von Dosimetern gedrängt und illegale Beschäftigungsstrukturen genutzt hatte. TEPCO hatte durch das Partnerunternehmmen Build-Up, die Baufirma Access Aomori unter Vertrag genommen.

Diese warb ihrerseits zehn Angestellte von anderen Betrieben an und erteilte ihnen ohne Genehmigung der übergeordneten Stellen Befehle zum Arbeitseinsatz. Der Einsatz von derartigen Leiharbeitern ist in Japans Bauindustrie jedoch gesetzlich verboten, da sie die Sicherheit der Arbeiter gefährde. Auch weitere sechs Firmen hatten ähnliche Verträge abgeschlossen.

Nach Angaben der Asahi Shimbun rechtfertigten sich die Unternehmen mit der Notwendigkeit der Einnahmenssicherung. Es sei bekannt gewesen, dass dieses Vorgehen illegal sei, habe jedoch keine andere Möglichkeit gesehen, sich Gewinne zu sichern.

Neues Zonenmodell macht Okuma fast unbewohnbar: Heute wurde Japans neues Zonenmodell auf die Ortschaft Okuma übertragen und damit 96 Prozent des Gebiets für langfristig unbewohnbar erklärt. Okuma befindet sich in unmittelbarer Nähe zum AKW Fukushima Daiichi und vier der sechs Reaktoren befinden sich auf dem Gelände der Gemeinde.

Okuma war bislang allgemein als Sperrgebiet klassifiziert worden und auch die neue Regelung bringt für die einst 11.000 Bewohner des Ortes keine Neuerungen, da heute mit der Errichtung von Sperren um das betroffene Gebiet begonnen wurde. Für die verbleibenden vier Prozent wurden Dekontaminationsmaßnahmen angekündigt.

Für die dekontaminierten Gebiete soll den ehemaligen Bewohnern tagsüber ein Besuch der Häuser ermöglicht werden, eine Übernachtung ist dort jedoch verboten. Allgemein wird eine Rückkehr als schwierig eingeschätzt. Eine dauerhafte Umsiedlung scheint für viele Menschen als wahrscheinlichste Option.

Aufgrund dieser Umstände werden mehrere Gebiete in Okuma auch als mögliches Lager für radioaktiv kontaminiertes Erdreich in Erwägung gezogen. Bei der jetzigen Geisterstadt handelt es sich um die sechste von insgesamt elf Gemeinden um das Kernkraftwerk, die  nach dem neuen Zonenmodell eingestuft wurden. Über das Schicksal des Ortes berichteten jiji und NHK.

Verwerfung unter AKW Tsuruga mit hoher Wahrscheinlichkeit aktiv: Am heutigen Montag berät die Atomaufsicht NRA unter Einbeziehung weiterer Experten, ob im Fall des AKW Tsuruga (Präf. Fukui) eine weitere aktiver Verwerfung vorliegt. Bei der Anlage handelt es sich um das einzige Kernkraftwerk Japans für das eine aktive Verwerung bestätigt ist.

Zwischen dem 1. und 2. Dezember hatten NRA-Vertreter Kunihiko Shimazaki und vier weitere Wissenschaftler im Rahmen von Grabungen die aktive Urasoko-Berwerfung und die davon abzweigenden Strukturen untersucht. Dabei wurden geologische Verformungen in der Nähe der Verwerfung D-1 entdeckt, die ebenfalls dort abzweigt und unmittelbar unter Reaktor 2 verläuft.

Da man sich darüber einig ist, dass diese Verformungen durch ähnlich massive Kräfte entstanden sei, wie sie auch zur Bewegung der Urasoko-Verwerfung geführt hatten, scheint eine Entscheidung zur Stilllegung von Tsuruga-Reaktor 2 durchaus wahrscheinlich.

Die Betreiberfirma Japan Atomic Power lehnte das Ergebnis als „völlig  inakzeptabel“ ab und kündigte an, selbst weitere Untersuchungen auf dem Kraftwerksgelände durchzuführen. Offenbar hofft man, der Stilllegung des Reaktors entgehen zu können. Über die aktuelle Einschätzung berichteten etwa Kyodo, NHK, Asahi Shimbun und jiji.

Nordkorea verzögert Start und China zeigt weiter Präsenz: Während Nordkorea, offenbar aufgrund  technischer Probleme, das Zeitfenster für den geplanten Raketenstart bis zum 29. Dezember ausgeweitet hat, führte China seine Anwesenheit nahe japanischer Gewässer weiter.  Das neuste im Inselstreit in einer Zusammenfassung:

Chinas Kriegsschiffe in Grenzgebiet: Am Montagmorgen gegen 5:00 Uhr meldete die japaniche Küstenwache vier chinesische Schiffe – zwei Zerstörer und zwei Fregatten – die offenbar von einem Manöver zurückkehren. Ende November waren dieselben Schiffe auf dem Weg zur Übung ebenfalls dort gesichtet worden.

Zunächst schienen sich die Schiffe die Senkaku-Inseln anzusteuern, änderten jedoch ihren Kurs und verließen die  Grenzzone gegen 10:00 Uhr ohne Zwischenfälle.

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