Japan aktuell: Warnung vor Fukushima-Tsunami bereits vor 20 Jahren bekannt

Japan aktuell: Warnung vor Fukushima-Tsunami bereits vor 20 Jahren bekannt

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Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 um 16:01 (Foto: TEPCO)
Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 um 16:01 (Foto: TEPCO)

Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 um 16:01 (Foto: TEPCO)
Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 um 16:01 (Foto: TEPCO)

Zu Beginn der Woche wurden vom AKW Fukushima aktuell Fotos veröffentlicht, die Aufnahmen des Tsunami an der Anlage während des 11. März 2011 zeigen.

TEPCO hatte in seinem eigenen Untersuchungsbericht den Tsunami als Hauptursache benannt, was von der parlamentarisch eingesetzten Untersuchungskommission in Zweifel gezogen wurde.

Der Tsunami schien jedoch von Regierung und TEPCO bereits Jahre zuvor als Risiko ignoriert worden sein.

Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Juli 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Warnung vor Fukushima-Tsunami bereits vor 20 Jahren
  • Quallen können Stromgenerierung an AKW verringern
  • Berechnung von Japans Polizei zu Atomprotesten

Warnung vor Fukushima-Tsunami bereits vor 20 Jahren: Dramatische Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – dies gilt offenbar auch für die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Bereits vor 20 Jahren warnte Nobuo Shuto, Professor für Tsunamiwissenschaften in einem Magazin für Elektroingenieure vor der Möglichkeit von Tsunami ungeahnten Ausmaßes, der Reaktoranlagen verwüsten könnte.

Als Reaktion auf seinen Artikel – der sich mit aktuellen Entdeckungen deckt – wurde er dort auf die schwarze Liste gesetzt.

Bei dem Bau der ersten Atomkraftanlagen in den 1960ern war die Gefahr durch Tsunami nicht wesentlich berücksichtigt und als Reaktion auf die Atomproteste nach dem Tschernobyl-Unglück 1986 die Legende der sicheren Atomenergie eingeführt worden.

Die Schwierigkeit mathematischer Berechnungen zur Höhe von Tsunami und die Möglichkeit, dass die Naturkatastrophe entscheidende Strukturen wie Elektrizitätsversorgung und Wasserkühlsysteme beschädigen könnte, waren von Professor Shuto genannt, jedoch nicht berücksichtigt worden.

Quallen können Stromgenerierung an AKW verringern: Es bedarf weder technischer Probleme noch menschlichen Versagens, um den Betrieb von Atomkraftwerken zu stören. Manchmal schlägt auch die Natur zurück: In Form von Quallen.

Die Gewinnung von Elektrizität in Atomkraftwerken geschieht durch dampfgetrieben Turbinen, deren Dampf durch Kondensatoren mit Meerwasserdurchfluss herabgekühlt wird.

Dabei werden, trotz des Einsatzes von Filtern immer wieder Schwärme von Quallen eingesogen, was die Durchflussgeschwindigkeit verringert und der Durchfluss von Kühlwasser behindert wird. Dadurch wird eine Reduktion der Stromgeneration notwendig, um eine Überhitzung zu verhindern.

Nach Angaben der NISA gibt es von Frühling bis Herbst Berichte über Probleme mit Quallen an Atomkraftwerken, besonders wenn diese an der Küste des japanischen Meeres liegen. Allerdings sei es bislang nie zu einer vollständigen Verstopfung gekommen.

Auch Thermalkraftwerke sind von dem Problem betroffen. Das meldet die NHK.

Berechnung von Japans Polizei zu Atomprotesten: Am Samstag veröffentlichte die Asahi Shimbun einen Artikel zu den Protesten der Atomkraftgegner in Tokyo. Dass sich diese vor allem auf die Person von Premierminister Noda konzentrieren, mag wenig bemerkenswert sein.

Allerdings gibt es in der Meldung auch Informationen darüber, auf welche Weise Japans Polizei Schätzungen zur Teilnehmerzahl von Großdemonstrationen durchführt. In der Vergangenheit waren die Angaben der Veranstalter und der Ordnungsbehörden teilweise deutlich auseinander gegangen.

Die Polizei berechnet die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen deren Beteiligte sich nicht mehr geordnet fortbewegen können, nach einem einfachen Schema:  Pro Quadratmeter wird eine Menge von acht Personen angenommen und diese Zahl mit der Fläche, die von den Demonstranten in Anspruch genommen wird, multipliziert.