Start Aktuelles Japan aktuell: Wasserstoffansammlungen im AKW und radioaktive Abfälle in Fukushima

Japan aktuell: Wasserstoffansammlungen im AKW und radioaktive Abfälle in Fukushima

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AKW Fukushima Reaktor Küstenhang 2011-08-25
AKW Fukushima Reaktor 5 am 25. August 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Reaktor Küstenhang 2011-08-25
AKW Fukushima Reaktor 5 Küstenhang am 25. August 2011 (Foto: TEPCO)

Spreadnews hatte seine Leser gefragt, ob eine Weiterführung der Japan-Berichterstattung gewünscht wird, oder diese abgesetzt werden soll. Nachdem es sowohl in den Artikelkommentaren, als auch per E-Mail sehr starkes Feedback mit Bitten zur Weiterführung der „Japan aktuell“  Artikel gab, werden wir dem Wunsch unserer Leser entsprechen und weiterhin über das Thema und die Geschehnisse rund um die Krise des AKW Fukushima aktuell berichten.

Nach dem Wochenende überraschte der Betreiber des AKW Fukushima die Presse mit einer ganzen Reihe von Aufnahmen, die Anlagen an den Reaktoren 5 und 6 zeigen. Auch wenn sie in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den Berichten stehen, sollen an dieser Stelle drei gezeigt werden.

Fukushima News und sonstige Informationen zur japanischen Krise somit auch an diesem Montag im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. September 2011.

Cäsiumwerte in Reis überschreiten Limit: Nachdem am Samstag bekannt geworden war, dass in Proben der Reissorte Hitomebora die am 12. September im Stadteil Iwashiro von Nihonmatsu (Präf. Fukushima) entnommen worden waren, der zulässige Wert von 500 Becquerel pro Kilogramm überschritten wurde, haben die verantwortlichen Behörden Maßnahmen ergriffen.

Erstmals fand die Regelung Anwendung, derzufolge Gebiete in denen eine Belastung des Reises von über 200 Bq/kg nachgewiesen wird, den Status eines „Sonderaufsichtsgebiets“ erhalten, in dem für jeden 15. Hektar ein weiterer Strahlungstest erfolgt. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Mehrere Millionen Kubikmeter kontaminierter Boden zu entsorgen: Wie die Yomiuri Shimbun berichtet, geht das Umweltministerium nach Durchführung von Simulationen davon aus, dass insgesamt 28 Millionen Kubikzentimeter radioaktiv belasteter Boden in der Präfektur Fukushima abgetragen werden müssen. Die Entsorgung gilt als Schlüsselement für eine mögliche Rückkehr in betroffene Gebiete.

Umweltschutzministerium erlaubt Entsorgung von kontaminierter Asche: Basierend auf einer vergleichbaren Regelung für radioaktiv belasteten Bauschutt, hat das Umweltministerium in der Frage zur Entsorgung radioaktiver Asche am 25. September eine Entscheidung getroffen. Ausgehend von der Praxis bei Schutt, soll nun auch die Entsorgung von schwer radioaktiv belasteter Asche mit Werten über 100 000 Becquerel pro Kilogramm  in Erdgräben erlaubt werden.

Fukushima Reaktor 6: Hochdruck-Kondensatpumpe im Turbinengebäude B1F am 23. August (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 6: Hochdruck-Kondensatpumpe im Turbinengebäude B1F am 23. August (Foto: TEPCO)

Voraussetzung ist einem Bericht der Mainichi Shimbun zufolge, dass die Asche durch die Vermischung mit Zement gebunden wird und geeignete Maßnahmen getroffen werden, um eine Kontamination des Grundwassers zu verhindern. Mit diesem Entschluss wird versucht, des bisherigen Lagerungsproblems von kontaminierter Asche aus Müllverbrennungsanlagen „Herr“ zu werden.

Zudem erwägt das Ministerium die Lagerung von giftigen Schwermetallen auf bereits vorhandenen Deponien, sofern diese über Betonmauern oder geeignete Maßnahmen verfügt, um ein Eindringen dieser Substanzen in das Grundwasser zu verhindern.


Wasserstoff in Rohren gefunden –  Explosionsgefahr gering:
In Rohren am Reaktor 1 der Atomkraftwerks Fukushima Daiichi hat sich nach Angaben des Betreibers TEPCO mit einem Prozent des Volumens mehr Wasserstoff angesammelt, als bislang angenommen.

Die Explosionsgefahr sei jedoch gering, da durch die kontinuierliche Einspeisung von Stickstoff der Gehalt an Sauerstoff zu gering sei, um eine gefährliche Reaktion mit dem Wasserstoff einzugehen. Erst ab einer Wasserstoffkonzentration über vier, verbunden mit einer Sauerstoffkonzentration über fünf Prozent bestehe ein Risiko.

Das Unternehmen räumte jedoch ein, es sei nicht klar ob sich der Wasserstoff unmittelbar nach Beginn der Krise, oder erst im späteren Verlauf entwickelt habe, zudem sei eine Messung des möglichen Wasserstoffgehalts im Sicherheitsbehälter des Reaktors nicht möglich.

Der Umstand war durch Gasmessungen während Arbeiten an der Installation eines Filters zur Verhinderung der freisetzung radioaktiven Materials aufgefallen. Das berichten die Nachrichtenagentur jiji und die Asahi Shimbun.

Aufforderung zur Stilllegung des AKW Hamaoka übernommen: Wie am 22. September angekündigt (Spreadnews berichtete), hat die Gemeindeversammlung der Stadt Makinohara (Präf. Shizuoka) eine Resolution vorgelegt, in der die permanente Abschaltung des 10 Kilometer weiten Kernkraftwerks Hamaoka gefordert wird. Auch Bürgermeister Shigeki Ishihara unterstützt diese Forderung.

Fukushima Reaktor 5 Ventil am Wasserabscheider im Turbinengebäude B1F am 23. August 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 5 Ventil am Wasserabscheider im Turbinengebäude B1F am 23. August 2011 (Foto: TEPCO)

Eine von der Stadt im Juni und Juli durchgeführte Befragung hatte ergeben, dass 60 Prozent der Einwohner eine dauerhafte Stilllegung fordern. Zudem hätten sechs  der zehn  dort mit Niederlassungen vertretenen Betriebe, darunter auch die Suzuku Motor Company Erwägungen, das Gebiet aus Sicherheitsgründen zu verlassen.

Als Begründung für das Begehren der Bürger führt deren Schrift an, dass sich das Kernkraftwerk auf dem angenommenen Epizentrum des für die nahe Zukunft erwarteten Tokai-Erdbebens“ befinde. Entsprechende Meldungen fanden sich bei der Nachrichtenagentur Kyodo und der Mainichi Shimbun.

Untersuchung zeigt Anfälligkeit des AKW Hamaoka für Tsunami: Eine Untersuchung des Erdbebenforschungsinstituts der Universität Tokyo kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der geologischen Gegebenheiten des Meeresbodens das Kernkraftwerk Hamaoka sich an jenem Punkt befindet, an dem sich voraussichtlich die Energie eines Tsunami konzentrieren wird.

Der Betreiber, Chubu Electrics, gibt derweil 100 Milliarden Yen für die Erbauung eines 18 Meter hohen und 1,6 Kilometer langen Wellenbrecherdamms von zwei Metern Dicke und die Durchführung weiterer Maßnahmen aus. Die Anlage, deren Fertigstellung für Dezember kommenden Jahres geplant ist, soll Tsunami von bis zu acht Metern Höhe standhalten, berichtet die Mainichi Shimbun.

TEPCO-Manager sollen Gehaltshöhe von öffentlichen Angestellten erhalten: Yukio Edano, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie forderte anlässlich der Eröffnung einer staatlich unterstützten Stelle zur finanziellen Hilfe des Energiekonzerns, da sich das Unternehmen nicht länger im Wettbewerb mit anderen Anbietern befinde, sondern das vorrangige Ziel nun die Zahlung der Entschädigungssummen sei, könnten die Gehälter der Manager auf das Niveau jener von öffentlichen Angestellten und Beamten gesenkt werden, berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Kyodo und jiji.

Schwere Regenfälle fordern ein Todesopfer: Die Berichte über die Schäden des Taifun Roke in Japan sind erst wenige Tage alt und erneut fordern Regen und Wind ein Opfer. Auf der Insel Amami-Oshima die zur Präfektur Kagoshima gehört, starb ein 87 Jahre alter Mann, nachdem er sowie seine Frau und ein Sohn aus den Trümmern ihres Hauses, dass unter dem Druck schlammigen Wasser zusammengebrochen war geborgen und in ein Auffanglager gebracht worden waren, so ein Bericht der Mainichi Shimbun.

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