Start Aktuelles Japan aktuell: Weihnachten zwischen Chicken Nuggets und Erdbeerkuchen

Japan aktuell: Weihnachten zwischen Chicken Nuggets und Erdbeerkuchen

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Artikelbild - Weihnachten in Japan: Bahnhof von Koriyama, Präf. Fukushima (Foto: Coypright by Ai Kon)
Weihnachten in Japan: Bahnhof von Koriyama, Präf. Fukushima (Foto: Coypright by Ai Kon)

Während in japanischen Ballungsräumen wie Tokyo das Weihnachtsfest zumindest in seiner kommerzialisierten Form durch Werbung und Dekorationen offensichtlich präsent ist, ist das „kurisumasu“ (Christmas) genannte Fest nicht überall prominent vertreten.

Größere Städte stellen zwar an öffentlichen Orten pflichtschuldig einen Weihnachtsbaum auf – das große Weihnachtsfieber scheint auf den ersten Blick jedoch auszubleiben. Doch dieser Eindruck täuscht – zumindest zum Teil.

So ist Weihnachten in Japan kein Familienfest, sondern eher ein Fest für Pärchen und Frischverliebte – und dabei deutlich weniger formell, als der offizielle Valentinstag (und sein Gegenpart, der von der Schokoladenindustrie in Japan geschaffene „White Day“).

Sitten und Gebräuche

Während es schwer vorstellbar scheint, dass in Deutschland ein „McSanta“ oder „Christmas Whopper“ genannter Hamburger  den traditionellen Weihnachtsbraten ersetzen könnten, sieht es in Japan etwas anders aus.

Weihnachten in Japan: Stimmung im Bahnhof von Koriyama (Foto: Copyright by Ai Kon)
Weihnachten in Japan: Stimmung im Bahnhof von Koriyama (Foto: Copyright by Ai Kon)

Dort können sich die Filialen von „Kentucky Fried Chicken“ (KFC) kaum vor dem Ansturm der Kunden retten – sind doch die dort angebotenen Chicken Nuggets gewissermaßen die japanische Version des Weihnachtsbratens.

Doch nicht allein der frittierter Finger-Food mag bei westlichen Besuchern für irritierte Blicke sorgen.

Kaum ein klimabewusster deutscher Verbraucher, der auf Regionalität Wert legt, käme etwa auf den Gedanken, mitten im Winter extra Erdbeeren zu kaufen.

In Japan sind die „kurisumasu kêki“ genannten Weihnachtskuchen aus Biskuit, Sahne und zumeist auch Erdbeeren dagegen ein Verkaufsschlager, der besonders durch seine aufwändigen Dekorationen auffällt – ganz im Zeichen weihnachtlicher Romantik.

Weihnachten in Fukushima

Auch an der Präfektur Fukushima geht das Fest nicht vorüber. Nicht nur, dass die Konditoreien ebenfalls das begehrte Backwerk anbieten – man sorgt auch für festliche Beleuchtung.

Bahnhof von Koriyama am 24. Dezember 2017 (Foto: Copyright by Ai Kon)
Bahnhof von Koriyama am 24. Dezember 2017 (Foto: Copyright by Ai Kon)

So erstrahlt der Funkturm am Gebäude der Zweigstelle von Tohoku Electric in Aizu-Wakamatsu anlässlich der Weihnachtstage in regenbogenfarben – im Normalfall ist der Turm je nach Jahreszeit einfarbig beleuchtet.

Der Bahnhof von Koriyama wirkt von außen genau so unspektakulär, wie an so ziemlich allen übrigen Tagen des Jahres auch – im Inneren können sich die Passagiere der dortigen Zugverbindungen an einem Weihnachtsbaum erfreuen.

Neujahr naht

Unterdessen wird die Trinkfestigkeit in ganz Japan durch die Jahresendfeiern (bonenkai) in den Betrieben strapaziert, da diese leicht in Gelage ausarten können.

Während in unseren Breitengraden der Glühwein nicht so recht zum weitgehend schneefreien Weihnachtsfest passen mag, ist der in Fukushima gebraute Sake der Marke „Hiroki“ dort sicher gerne am Tisch willkommen.

Mit dieser Einsicht wollen wir dann auch unsere Ausführungen zum Weihnachtsfest in Japan schließen – gerade als der Weihnachtsmann laut „NORAD tracks Santa“ um 23:01 (JST) die Insel Iwo Jima erreicht.

Die Spreadnews-Redaktion in Deutschland und unsere Mitarbeiter in Japan wünschen den Lesern ein Fröhliches Weihnachtsfest.

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