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Japan aktuell: Weißer Rauch aus Vakuumpumpe am AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Motor der Vakuumpumpe zum Ansaugen von Wasserstoff am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Motor der Vakuumpumpe zum Ansaugen von Wasserstoff am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Motor der Vakuumpumpe zum Ansaugen von Wasserstoff am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Motor der Vakuumpumpe zum Ansaugen von Wasserstoff am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima aktuell bekannt gewordenen Informationen über Rauchaustritt an einer Pumpe dürften einigen Lesern bekannt vorkommen und so zeigt dieser erneute Vorfall, dass sich an der Anlage in Fukushima heute offenbar ein bereits aufgetretenes Problem widerholte.

Neu sind dagegen die Bestrebungen eines Drohneneinsatzes am Kernkraftwerk und so gibt es heute neben den Fukushima News auch weitere interessante Meldungen. Das Ganze wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Oktober 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Rauch aus Pumpenmotor an Filtereinheit
  • Drohne zur Strahlungsprüfung am AKW Fukushima Daiichi
  • Umlagerung von Brennstäben am AKW Fukushima Daini begonnen
  • Wenig Rückkehrer in Präfektur Fukushima
  • Senkaku-Gewässer wieder Krisenmittelpunkt
    • Vier chinesische Schiffe erneut in japanisches Hoheitsgebiet eingedrungen
    • Japan protestiert gegen Verletzung der Hoheitsrechte
    • Chinas Schiffe verlassen japanische Gewässer

Rauch aus Pumpenmotor an Filtereinheit: Am heutigen Dienstag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 9:40 Uhr weißen Rauch, der am Gebäude einer temporären Lagereinheit des Cäsium-Filterturms, aus dem Motor einer Vakuumpumpe der Belüftung drang. Nach Abschalten der Pumpe endete der Rauchaustritt.

Außenansicht der Lagereinheit der Cäsium-Filteranlage am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Lage der Vakuumpumpe am Gebäude der Cäsium-Filteranlage am 2. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Die Vakuumpumpe der Belüftung dient dazu, den bei der Wasserradiolyse entstehenden Wasserstoff durch ein Belüftungsventil anzusaugen.

Da nach Angaben von TEPCO die entstehende Menge an Wasserstoff sehr gering sei, bestehe trotz der Abschaltung keine unmittelbare Gefahr.

In der Lagerereinheit des Cäsium-Filterturms werden die Behälter der Cäsiumfilteranlage aufbewahrt.

Diese Teile der Anlage haben keinen Einfluss auf die Reaktorkühlung, oder das Abpumpen von angesammeltem Wasser. Bereits am 14. August berichtete Spreadnews über einen ähnlichen Zwischenfall.

Drohne zur Strahlungsprüfung am AKW Fukushima Daiichi:
Die japanische Atomenergiebehörde JAEA hat im Auftrag der Regierung damit begonnen, durch den Einsatz einer fliegenden Drohne aktuelle Messungen der Strahlungswerte in einem Gebiet von drei Kilometern um das AKW Fukushima Daiichi herum durchzuführen, da für dieses Gebiet bislang keine detaillierten Daten vorlagen und bemannter Luftverkehr dort verboten ist.

Tepco - Notlandung einer Drohne vom Typ T-Hawk. (Foto: TEPCO)
Aller Anfang ist schwer: Notlandung einer T-Hawk vom Typ T-Hawk am 24. Juli 2011. (Foto: TEPCO)

Zum Start der Untersuchungen, die in der Ortschaft Futaba, die sich etwa zwei Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt befindet, begonnen wurden, hatte die JAEA auch Medienvertreter eingeladen. Der unbemannte Helikopter ist in der Lage, ein Gebiet von einem Quadratkilometer in zwei Stunden zu überfliegen und dabei auch Strahlungsmessungen über Wäldern und Gebirgszügen durchzuführen.

Die Flughöhe des Geräts beträgt zwischen 30 und 100 Metern, was inbesondere das genaue Aufspüren von Zonen verstärkter Strahlung, der so genannten Hot Spots, ermöglicht. Die erfassten Daten werden direkt auf einen Computer übertragen und erstellen dort eine Karte, auf der die Strahlungshöhen farblich gekennzeichnet sind.

Die Behörde plant, bis Ende des Monats einen Bericht mit den Ergebnissen der Messungen vorlegen zu können. Eine im Juli 2011 von TEPCO eingesetzte Flugdrohne musste seinerzeit auf dem Gebäude von Fukushima-Reaktor 2 notlanden (siehe Abbildung).

Umlagerung von Brennstäben am AKW Fukushima Daini begonnen: TEPCO, Betreiber der beiden Fukushima-Kraftwerke, zeigt sich etwas medienfreundlicher und erlaubte Pressevertretern die Anwesenheit bei Arbeiten am AKW Fukushima Daini  zur Umlagerung von Brennstäben aus dem Becken von Reaktor 4 in ein Lagerbecken im oberen Teil eines Reaktorgebäudes.

So konnten Medienvertreter mitverfolgen, wie ein Kran die einzelnen Brennstäbe, jeder von ihnen 4,5 Meter lang, aus dem Reaktor hob und in das 16 Meter höher gelegene Becken umlagerte. Dies soll eine leichtere Wartung ermöglichen und zu mehr Sicherheit führen. Insgesamt befinden sich in den Reaktoren 1 bis 4 der Anlage Fukushima Daini 700 Brennelemente. Sollte es keine besonderen Vorkommnisse geben, so werden die Arbeiten bis Ende des Monats abgeschlossen sein, so die NHK und die Kyodo.

Die Sicherheitsbedingungen am AKW Fukushima Daini gelten als besser, da das Kühlsystem bei der Tsunami-Katastrophe im März 2011 rechtzeitig wiederhergestellt werden konnte, um eine Kernschmelze zu verhindern. Auch der Status eines Atomunfalls war für das zweite Fukushima-Kernkraftwerk bereits im Dezember 2011 aufgehoben worden.

Wenig Rückkehrer in Präfektur Fukushima: Einst beherbergte das Gebiet in einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi, das zur Sperrzone bzw. zum Gebiet mit Evakuierungsbereitschaft erklärt worden war etwa 58.000 Personen, von denen 27.800 (48 Prozent) flohen. Auch nachdem der Status der Evakuierungsempfehlung am 30. September 2011 teilweise aufgehoben worden war, kehrte kaum jemand zurück.

Tatsächlich sind nur 3.160 Flüchtlinge (11 Prozent) aus den Orten um das Kraftwerk herum zurückgekehrt. In Minamisoma etwa kehren vor allem ältere Menschen über 65  Jahren zurück. Auch wenn bereits Schulen wieder den Unterricht aufnehmen und Krankenhäuser Patienten aufnehmen konnten, sind die langsamen Fortschritte bei Dekontamination und Wiederaufbau der Infrastruktur für viele ein Grund, vorerst nicht zurückzukehren.

In den fünf Verwaltungen von Hirono, Kawauchi, Minamisoma, Naraha und Tamura wird das Fernbleiben von Schülern festgestellt

  • In Minamisoma kehrten nur 55 Prozent der schulpflichtigen Kinder zurück
  • In Hirono lag die Zahl mit 19 Prozent noch tiefer
  • In Kawauchi wurden mit 17 Prozent die geringsten Schulrückkehrer festgestellt

Auch die örtlichen Geschäfte bleiben vielfach geschlossen, da die Langsamkeit, mit der die Dekontamination fortschreitet und die schlechten Kundenzahlen, sowie fehlende Mitarbeiter eine Wiedereröffnung wirtschaftlich unrentabel erscheinen lassen, heißt es von der  Asahi Shimbun.

Senkaku-Gewässer wieder Krisenmittelpunkt: Erneut haben vier chinesische Schiffe die Seehoheitsrechte verletzt und sind in japanische Gewässer eingedrungen, was erwartungsgemäß zu Protest führte. Die neusten Informationen im Streit um die Senkaku-Inselkette jetzt zusammengefasst:

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Japans Küstenwache meldet erneut chinesische Schiffe (Foto: pd)

Vier chinesische Schiffe erneut in japanisches Hoheitsgebiet eingedrungen: Wie die japanische Küstenwache meldet, sind am Dienstagnachmittag vier chinesische Schiffe in das Gebiet um die Senkaku-Inseln eingedrungen. Zuvor waren sie am Morgen in der Grenzzone gesichtet worden.

Japan protestiert gegen Verletzung der Hoheitsrechte: Außenminister Koichiro Gemba teilte auf einer Pressekonferenz mit, Japans Regierung habe umgehend eine Beschwerde bei Chinas Führung eingereicht. In Tokyo wurde unterdessen eine Task Force eingerichtet, die sich mit diesen Angelegenheiten befassen soll.

Chinas Schiffe verlassen japanische Gewässer. Nachdem die chinesischen Schiffe, darunter die Haijian 15 und Haijian gegen 12:30 Uhr in das japanische Hoheitsgebiet eingedrungen waren, blieben sie dort etwa vier Stunden, bevor gegen 17:20 Uhr der Rückzug der Schiffe gemeldet wurde. Bereits am 18. und 24. September war es zu gleichen Übergriffen gekommen.

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