Start Aktuelles Japan aktuell: Weiterer Bezirk in Tokyo mit radioaktiver Belastung

Japan aktuell: Weiterer Bezirk in Tokyo mit radioaktiver Belastung

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Verwaltungsgebäude des Bezirks Katsushika in Tokyo
Verwaltungsgebäude des Bezirks Katsushika in Tokyo
Verwaltungsgebäude des Bezirks Katsushika in Tokyo
Verwaltungsgebäude des Bezirks Katsushika in Tokyo

Erneut gibt es in Japan sowohl Fälle von Aufdeckung und Ablehnung.

Nicht allein, dass Yasushi Furukawa, Gouverneur der Präfektur Saga, seit der Aufdeckung seiner möglichen Verwicklung in den Manipulationsskandal zur Meinungsmache von Atomenergie, einen Rücktritt ablehnt.

 

Die Aufdeckung weiterer kritischer Messwerte in Tokyo führt dagegen zu immer stärkerer Ablehnung der Informationspolitik von Behörden und Unternehmen.

Welche Umstände außerdem mit Fukushima aktuell in Zusammenhang gebracht werden, sowie weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Oktober 2011. 

Tee aus Tokyo überschreitet Grenzwert : Erstmalig wurde in drei Teeproben aus dem Großraum Tokyo eine Belastung von Cäsium über dem zulässigen Grenzwert festgestellt, wie die Stadtverwaltung von Tokyo am Dienstag mitteilte. Allerdings bestehe kein Grund zur Beunruhigung, da der Tee nicht in den Handel gelangt sei. Die Probe aus Mizuho wies eine Belastung von 690 Becquerel pro Kilogramm auf, während die Probe aus Akiruno 670 und jene aus Musashimurayama eine Belastung von 550 Becquerel pro Kilogramm Tee aufwies.

Die Stadtverwaltung wies die drei betroffenen Teeproduzenten an, ihre diesjährige Ware nicht zu verkaufen oder zu liefern. Die Handelsbeschränkung wird aufgehoben, wenn die Proben bei weiteren Prüfungen jeweils unter dem gesetzlichen Höchstwert liegen. Das meldet die Nachrichtenagentur jiji.

Hohe Strahlung in Tokyos Stadteil Katsushika: Zwei von Bürgern gebildete Umweltschutzgruppen, die seit Juli an insgesamt 314 Stellen eigene Messungen vorgenommen haben, forderten am Mittwoch den Bürgermeister von Tokyos Stadtteil Katsushika auf offizielle Untersuchungen und Dekontaminationen vorzunehmen, nachdem sie dort nach Angaben der Mainichi Shimbun bis zu 5,47 Mikrosievert pro Stunde gemessen hatten.

Zuvor hatte die „Tokyo Kogai Kanja to Kazoku no Kai“  bereits in den Stadtteilen Edogawa bis zu 6,7 Mikrosievert pro Stunde und im Stadtteil Adachi 3,62 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Da es sich jedoch um private Organisationen handelt, welche die Interessen der betroffenen Bürger vertreten, sind dies zunächst keine offiziellen Zahlen. Auch für diese Bereiche wollen sie offizielle Messungen und Dekontamination fordern.

Unter Abflussrinnen, wo sich leicht radioaktives Material ansammelt, maßen beide Gruppierungen mit einfachen Geräten an 65 Stellen in Abstand von ein bis zwei Zentimeter zum Boden jeweils eine Strahlung von einem Mikrosievert pro Stunde, oder höher. An zwei diesen Stellen wurden fünf Mikrosievert gemessen.

Seit Ende Mai wurden in Katsushika offizielle wöchentliche Messungen in sieben Parks vorgenommen, im August erfolgten dann Prüfungen aller 436 Sandkästen. Der höchste offiziell gemessene Wert betrug 0,57 Mikrosivert pro Stunde und wurde am 12. August gemessen.

Die Verwaltung des Bezirks Katsushika entschied nun, an Straßen und anderen Gebieten in der Nähe jener Stellen, an denen die beiden Organisationen bereits mit ihren einfachen Geräten die hohen Strahlungswerte gemessen hatten nun auch offizielle Überprüfungen durchzuführen und abhängig von deren Ergebnissen, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Unterdessen teilten die Behörden aus dem Bezirk Adachi mit, durch die Dekontamination des stark belasteten Bereichs, der in der Nähe einer Schule festgestellt worden war, sei die Strahlung deutlich zurückgegangen. Durch das Abtragen von 10cm Erdschichten, sei die Strahlung von bisher 3,99 auf 0,15 zurückgegangen. Das entfernte Erdreich wurde in Säcke geschaufelt und etwa 4,5 Meter entfernt von der Schule vergraben.

Nicht zuletzt aufgrund der in letzter Zeit im Großraum Tokyo durch Anwohner oder Bürgerinitiativen entdeckte Hotspots werden die Rufe nach einheitlichen Maßstäben der Regierung für die Dekontamination immer lauter.

Kompost überschreitet den Wert um das 75fache: Am 6. Oktober berichtete Spreadnews über radioaktiv belasteten Kompost in Tokyo, nun gibt es eine Meldung aus Utsunomiya (Präf. Tochigi). Allerdings handelt es sich hier nicht um selbst gemachten Kompost, sondern um das Produkt einer Firma aus der Stadt Kanuma. Der an der Hochschule für Agrarwissenschaften in der Stadt Tochigi genutzte Dünger, wies eine Belastung von 29.600 Becquerel pro Kilogramm radioaktiver Erde auf. Damit wird der zulässige Maximalwert von 400 Becquerel pro Kilogramm um das 75fache überschritten, meldet die Asahi Shimbun.

Überwachungsdrohne zur Strahlenmessung in Fukushima nimmt Arbeit auf: Nachdem für einige Teile der Stadt Tamura sowie weitere vier Gemeinden innerhalb der 20 Kilometer- Zone die Evakuierungsempfehlung aufgehoben wurde, begann am heutigen Mittwoch die Japanische Atomenergiebehörde auf Wunsch der Bevölkerung mit der Überwachung der Radioaktivität durch eine fliegende Drohne, so ein Bericht der NHK.

So wurde etwa ein 300 Meter langer und 150 Meter breiter Bereich eines Reisfeldes vom Fluggerät, das mit Messinstrumenten ausgerüstet ist und etwa 20 Meter über dem Boden operiert, kontrolliert. Auch an Wäldern wurden bereits Messungen durch den Helikopter durchgeführt. Die vom Gerät gesendeten Daten werden dann in die Messwerte die einen Meter über dem Boden herrschen umgerechnet.

TEPCO will für Raub in Sperrgebiet nicht zahlen: Neben dem Erdbeben war auch die Krise am AKW Fukushima eine gute Gelegenheit für Kriminelle, Geschäfte und Privatwohnungen auszuräumen, was für die betroffenen Personen natürlich mit finanziellen Schäden verbunden ist. TEPCO teilte nun mit, man habe zwar Anfragen und Forderungen zur Entschädigung von Einbrüchen erhalten, allerdings beruft sich der Konzern darauf, eine finanzielle Kompensation für Einbruchsverluste sei in den vom Ausschuss des Wissenschaftsministeriums ausgearbeiteten Richtlinien nicht vorgesehen, Allerdings sind diesbezüglich noch nicht alle Modalitäten geklärt. Das meldet die Asahi Shimbun.

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