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Japan aktuell: Wieder Strahlungsrekord an Fukushima-Wassertanks

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AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks am 3. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks im September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks am 3. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks am 3. September 2013 (Foto: TEPCO)

Auch für internationale Medien ist das AKW Fukushima aktuell wieder von Interesse, gibt es doch immer öfter Meldungen über stark erhöhte Radioaktivität an den Lagertanks.

Tatsächlich wird von den Wassertanks der Anlage in Fukushima heute ein erneuter Strahlungrekord gemeldet.

Einzelheiten zu dieser Meldung, sowie weitere Fukushima News und sonstige Nachrichten jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Erneuter Strahlungsrekord an Fukushima-Wassertanks
  • TEPCO zeigt Kontrollgänge an Wassertanks
  • Google Street View zeigt Gebiet um AKW Fukushima
  • Zweite Untersuchung am AKW Higashidori abgeschlossen

Erneuter Strahlungsrekord an Fukushima-Wassertanks: Nachdem erst am Wochenende an Wassertanks im Bereich H3 hohe Werte von 1.700 und 1.800 Millisievert gemessen worden waren, konnten nun im selben Bereich an der Nordseite von Tank Nr. 4 der Gruppe B ein noch höherer Wert nachgewiesen werden.

Bei einem Kontrollgang mit Dosimetern, die auch hohe Strahlungswerte anzeigen, wurden dort bis zu 2.200 Millisievert pro Stunde gemessen. Diese Messungen erfolgten in einem Abstand von fünf Zentimetern. Eine zweite Messung in einer Distanz von 50 Zentimetern ergab eine Strahlung von 40 Millisievert.

Auch weitere Behälter wiesen erhöhte Strahlungswerte auf. So wurde an der Südseite von Tank Nr. 4 der Gruppe B des Bereichs H3 noch 400 Millisievert pro Stunde gemessen. Nach dieser ersten Messung in einem Abstand von fünf Zentimetern folgte eine zweite aus 50 Zentimetern Distanz, die eine Strahlung von 10 Millisievert nachwies.

Doch die Kontrollgänge ergaben nicht nur im Areal H3 einen Strahlungsanstieg. Im Bereich H6 wurde an Tank Nr. 7 der Gruppe A immerhin noch 300 Millisievert pro Stunde, bzw. 5,5 Millisievert nachgewiesen. Auch hier erfolgten die Messungen aus fünf und 50 Zentimetern Abstand.

In keinem der Fälle wurden Wasserlecks entdeckt. Hierdurch scheint die neuste Erklärung, aus den Fugen der Behälter hervorgepresstes radioaktiv kontaminiertes Dichtungsharz könne die Ursache der Hot Spots sein, bislang weiterhin plausibel.

In den Behältern, von denen viele nur in Schnellbauweise zusammengesetzt und lediglich durch Bolzen und Dichtungsmaterial abgesichert sind, wird das radioaktiv kontaminierte Wasser gelagert, dass bei der Kühlung der Reaktoren entsteht. Trotz eines provisorischen Kühlkreislaufs fallen täglich etwa 4.000 Tonnen dieser Flüssigkeit an.

Auch wenn sich die Anlage von Fukushima in den vergangenen zweieinhalb Jahren kaum auf den Titelseiten fand, sind diese Entwicklungen nicht neu. Vielmehr ist es nun der demonstrativ intensivierte Einsatz von Arbeitern und Gerät, die bereits vorhandene Probleme deutlicher hervortreten lässt.

Ob die Bodenfrostung, über die wir erstmals am 30. Mai 2013 berichteten, tatsächlich zur Lösung der Grundwasserproblematik beitragen kann, bleibt abzuwarten.

TEPCO zeigt Kontrollgänge an Wassertanks: Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi veröffentlichte heute einen Auszug aus dem Videomaterial, das am gestrigen Dienstag bei Kontrollgängen an den Lagertanks aufgenommen wurde. Die Tagaufnahmen sind, im Gegensatz zu den bereits bekannten Bildern aus Reaktoren und Nachtaufnahmen, sehr deutlich.

Fukushima-Lagertanks: Kontrollgang im Bereich H4 am 4. September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertanks: Kontrollgang, Ventiltest und Strahlungsmessung im Bereich H4 am 4. September 2013 (Foto: TEPCO)

Auf dem Video ist zu sehen, wie Angestellte in Schutzanzügen im Lagertank-Bereich H4 patrouillieren.

Dabei wird gezeigt, wie sie über die niedrigen Betonabgrenzungen steigen, die im Fall eines Wasserlecks eine Ausbreitung verhindern sollen.

Im Anschluss daran werden die Ventile an den Verbindungsrohren daruf geprüft, ob sie geschlossen sind.

Da die Angestellten unter anderem auch über diese Rohre steigen müssen, sind auch TEPCO-Berichte der Vergangenheit, die erklärten, durch Unachtsamkeit eines Arbeiters habe sich ein Ventil gelockert, verständlicher.

Der Kontrollgang umfasst auch Strahlungsmessungen an den Lagertanks.

Die Ergebnisse werden unmittelbar vor Ort protokolliert – ein Schritt, der in der Vergangenheit aus Zeitmangel oft unterlassen wurde.

Im Verlauf des Videos wird allerdings auch der Unterschied zwischen feuchten und trockenen Bereichen auf dem Betonboden deutlich.

Google Street View zeigt Gebiet um AKW Fukushima: Der Internetkonzern Google hat aktuelle Aufnahmen aus den Gebieten um das AKW Fukushima Daiichi veröffentlicht. Die im April bis August 2013 aufgenommenen Kamerafahrten stammen unter anderem auch aus den Ortschaften Futaba und Okuma.

Mit 96 Prozent wird ein Großteil von Okuma langfristig nicht bewohnbar sein. Ähnliches gilt für Futaba, auch wenn in beiden Städten die verbliebenen Bereiche zumindest zeitweise betreten werden dürfen.

Bereits mehrere Monate zuvor war der virtuelle Besuch von Namie durch Google StreetView möglich geworden (Spreadnews berichtete am 28. März 2013). Auch können Fotos aus den Katastrophengebieten der Präfekturen Iwate und Miyagi, die schwer vom Tohoku-Erdbeben und Tsunami 2011 heimgesucht wurden, dort angesehen werden.

Über die Veröffentlichung des neuen Materials durch Google berichten jiji und NHK.

Zweite Untersuchung am AKW Higashidori abgeschlossen: Heute schloss die Atomaufsichtsbehörde eine gestern begonnene zweitägige Untersuchung am AKW Higashidori ab. Ziel der Untersuchung an der Anlage des Betreibers Tohoku Electric in der Präfektur Aomori war es, Erkenntnisse über geologische Verwerfungen unter dem Kraftwerk zu gewinnen.

Bei einem ersten Bericht von Februar war die Behörde anhand von Daten vom Dezember 2012 zu dem Schluss gekommen, dass die dortigen Verwerfungen im Boden aktiv sind. Die jetzt abgeschlossene zweite Untersuchung habe diese Einschätzung, insbesondere der Verwerfung F-3, nicht geändert.

Nach diesen Untersuchungen anhand von Gräben, die der Betreiber zur Untersuchung des Bodens angelegt hatte, hofft die NRA nun auf eine dritte Untersuchung. Diese solle in einer anderen Bodenschicht erfolgen. Hierzu müsse jedoch abgewartet werden, bis Tohoku Electric die benötigten Gräben angelegt habe.

Da der Betreiber parallel hierzu eigene Untersuchungen anstellt, die ebenfalls von der NRA beurteilt werden sollen, dürfte sich die Veröffentlichung eines Endberichts der Kontrollinstanz weiter verzögern. Das berichteten jiji und NHK.

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