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Japan aktuell: Wiederholte Pannen an Entsalzungsanlage in Fukushima

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AKW Fukushima: Abdeckung der betroffenen Entsalzungsanlage am 21. Juni 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abdeckung der betroffenen Entsalzungsanlage am 21. Juni 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abdeckung der betroffenen Entsalzungsanlage am 21. Juni 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abdeckung der betroffenen Entsalzungsanlage am 21. Juni 2013 (Foto: TEPCO)

Mit der Meldung über den Austritt von mehreren Litern an hochgradig radioaktiv kontaminiertem Wasser, hat das AKW Fukushima heute wieder einmal Negativschlagzeilen gemacht.

Während die Ursache des Lecks am Kraftwerk in Fukushima aktuell noch ermittelt wird, ist an anderer Stelle immer noch unklar, wie der Masse an verstrahlten Trümmern und Abfällen in mehreren Präfekturen beizukommen ist.

Einzelheiten zu den Fukushima News und weiteren Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Juni 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Wieder radioaktives Wasser aus Fukushima-Filtersystem gelangt
  • Kein Transport kontaminierte Abfälle in Präfektur Fukushima
  • Mehr Notrationen für Katastrophenfälle erforderlich

Wieder radioaktives Wasser aus Fukushima-Filtersystem gelangt: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, entdeckte ein Angestellter gegen 3:00 Uhr morgens, dass Wasser aus der Umkehrosmose-Entzsalzungsanlage  austrat. Nach dem Abschalten der Einheit versiegte auch der Wasseraustritt. Es gelangte kein Wasser aus dem temporären Lagergebäude der Anlage.

AKW Fukushima: Aufnahme der Entsalzungsanlage  (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufnahme der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO sind bei diesem insgesamt 11. Leck an der Entsalzungsanlage, die zum Dekontaminationssystem gehört, etwa 360 Liter an hochgradig kontaminiertem Wasser ausgetreten. Das Wasser hat sich auf einer Fläche von 30 x 12 Metern ausgebreitet.

Die genaue Ursache für den Austritt werde derzeit untersucht. Erste Messergebnisse zu der Strahlungsbelastung des Wassers liegen dagegen bereits vor.

  • Cäsium-134: 5,7×10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 1,7×100 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cobalt-60: 1,4×10-1 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Antimon-125: 1,5×101 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Betanuklide gesamt: 2,6×104 Becquerel pro Kubikzentimeter

Aufgrund dieser Werte geht man davon aus, dass das Wasser vor der Behandlung durch das Entsalzungssystems ausgetreten ist. Wie die Asahi Shimbun die Angaben von TEPCO ergänzt, zeigten die Werte an Strontium und anderem Material eine Höhe von 26 Millionen Becquerel pro Liter, was praktisch fast dem unbehandelten hochradioaktivem Abwasser entspricht.

Es ist, wie zuvor gesagt, bereits das 11. Leck am Umkehrosmose-Entsalzungssystem und auch für ALPS-Anlage stieg die Zahl der bisher festgestellten Lecks auf zwei.

Bereits am 17. Juni war der Austritt von nicht gefiltertem, braunen Wasser, aus einer offenbar beschädigten Schweißnaht eines Lagerbehälters des Dekontaminationssystems gemeldet worden. Es handelt sich damit um das zweite Leck am modernen ALPS-Filtersystem, das insgesamt 62 radioaktive Nuklide aus dem Wasser entfernen kann. Beide betroffenen Lagertanks sind Teil des gleichen Systems.

Der ursprünglich für Juli geplante Abschluss des Versuchsbetriebs der ALPS-Anlage und der erhoffte Dauerbetrieb des modernen Dekontaminationssystems wird sich aufgrund des jüngsten Zwischenfalls wahrscheinlich nach hinten verschieben.

Kein Transport kontaminierte Abfälle in Präfektur Fukushima: Wie der stellvertretende Umweltminister Shinji Inoue auf einer gestrigen Pressekonferenz bestätigte, halte die Regierung in Tokyo an der Entscheidung vom November 2011 fest, kontaminierte Abfälle müssten an ihrem Fundort entsorgt werden.

Japan-Karte: Radioaktivität in Japan (Foto:pd)
Präfektur Fukushima will keinen radioaktiven Müll übernehmen (Foto:pd)

Einige Gemeinden aus den Präfekturen Chiba, Gunma, Ibaraki sowie Miyagi und Tochigi, auf deren Gebiet radioaktive Asche und Schlamm mit Werten über 8.000 Becquerel pro Kilogramm eingelagert werden sollen, hatten dagegen gefordert, der radioaktive Abfall solle ausschließlich in der Präfektur Fukushima entsorgt werden.

Die Präfekturleitung Fukushima hatte dies mit der Begründung abgelehnt, man habe bislang nicht einmal eine Lagerstätte für die eigenen anfallenden kontaminierten Abfälle gefunden. Die Differenzen in der Lagerplänen zwischen der Regierung in Tokyo und den örtlichen Behörden in den Präfekturen dürften nach Ansicht der Mainichi Shimbun daher noch einige Zeit andauern.

Mehr Notrationen für Katastrophenfälle erforderlich: Im Rahmen eines Jahresberichts zum Katastrophenschutz, der am heutigen Freitag vorgestellt wurde, wird deutlich gemacht, dass sowohl die Gemeindeverwaltungen, als auch die Bürger größere Anstrengung zur Lagerung von Lebensmitteln für Katastrophenfälle unternehmen müssen.

Versorgung nach dem Tohoku-Erdbeben (Copyright: DTRG e.V.)
Versorgung vier Tage nach dem Tohoku-Erdbeben (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Auch wenn die Tohoku-Katastrophen bei vielen ein zunehmendes Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Maßnahme entwickelt hätten, hat nur ein Drittel daraus tatsächlich Konsequenzen gezogen und ist dazu übergegangen, entsprechende Vorräte anzulegen.

Nur eine vergleichsweise geringe Zahl, weniger als 80 Prozent aller landesweiten Verwaltungen haben bislang Nahrungsvorräte für den Ernstfall angelegt – ein Umstand der durch Festlegung eines bestimmten Mindestlagerbestands zu korrigieren sei. Dieser müsse nach Schätzungen zum Ausmaß von Katastrophen in der Region richten.

Doch auch in der Zivilbevölkerung, ins besondere bei jungen Erwachsenen Mitte 20, werde die Wichtigkeit der Lebensmittelvorräte nach wie vor unterschätzt, so dass in diesem Bereich deutlicher Nachholbedarf bestehe, um sie zur Einlagerung zu bewegen. Das berichtet die jiji.

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