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Japan aktuell: Wilde Affen sollen bei Messung von Fukushima-Strahlung in Wäldern helfen

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Japanmakak am Berg Arashiyama (Foto: Richard Fisher cc-by)
Japans Affen bald als Strahlungsmesser unterwegs? (Foto: Richard Fisher cc-by)
Japanmakak am Berg Arashiyama (Foto: Richard Fisher cc-by)
Japans Affen bald als Strahlungsmesser unterwegs? (Foto: Richard Fisher cc-by)

Die radioaktive Kontamination der Umwelt bleibt auch nach den scheinbaren Fortschritten am AKW Fukushima aktuell.

Tatsächlich zeigen die Berichte aus der Präfektur Fukushima heute, dass die groß angelegte Dekontamination von Ortsteilen nicht darüber hingwegtäuschen kann, dass die Natur ebenfalls belastet ist.

Private Aktivisten legen schon seit Beginn der Krise immer wieder Bilder von angeblichen Mutationen bei Pflanzen vor.

Daneben wird im Zusammenhang mit den Folgen der Krise von Fukushima aktuell berichtet, wie Tiere ihren Teil dazu beitragen sollen, jene Probleme zu bewältigen, die trotz aller Behauptungen und Bemühungen weiterhin ungelöst bleiben.

Weitere Fukushima News und sonstige Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Affen sollen bei Strahlungsmessung in Fukushima-Wäldern helfen
  • Roboterkameras bei Suche nach Opfern des Tohoku-Erdbebens im Einsatz
  • Möglicherweise weiterer Arbeiter ohne Dosimeter entdeckt
  • Volksrepublik China und Taiwan fordern Freilassung von Aktivisten
    • Aktivisten sollen in wenigen Tagen ausgewiesen werden
    • Japans Vize-Außenminister protestiert bei Chinas Amtskollegin
    • Japanische Küstenwachschiffe durch Zementbrocken-Angriff beschädigt
    • Japanische Fernsehsender verschieben Ausstrahlung koreanischer Filme

Affen sollen bei Strahlungsmessung in Fukushima-Wäldern helfen: Professor Takayuki Takahashi von der Universität Fukushima, plant den Einsatz von Strahlungsmessgeräten an wild lebenden Affen, um auf diese Weise Strahlungskarten der radioaktiv kontaminierten Wälder erstellen zu können.

Die Aktion, die in Zusammenarbeit mit einem Tierschutzzentrum  durchgeführt wird, soll die Ermittlung  der Belastung in schwer zugänglichem Gebiet erleichtern.

Hierzu werden wild lebende Affen in stark kontaminierten Gebieten zunächst gefangen und dann mit GPS-Sendern versehenen Strahlungsmessgeräten ausgestattet, bevor sie wieder frei gelassen werden.

Nach Ablauf eines Monats sollen die Geräte dann entfernt und Daten ausgelesen werden. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte es in der Stadt Fukushima einen Test mit einem Affen gegeben. Damals hatten jedoch technische Schwierigkeiten das Auslesen der Daten unmöglich gemacht.

Jetzt soll im Herbst, sobald das Gerät verbessert wurde, ein erneuter Versuch unternommen werden. Da die wilden Affen in Gruppen zusammenleben, die jeweils ein Gebiet von etwa vier Hektar bewohnen, könnte bei einem Erfolg das Forschungsprojekt ausgedehnt werden und so noch größere Gebiete abdecken.

Allein 70 Prozent der Präfektur Fukushima sind von Wald bedeckt, daher könnte nach Ansicht von Professor Takahashi die tierische Hilfe effektiver sein, als die gegenwärtig vom Wissenschaftsministerium durchgeführte Strahlungsmessung durch Flugzeuge, da sie nicht ausreichend genaue Strahlungsmengen ermitteln.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch weitere Helfer in Form von Wildschweinen, oder wild lebenden Hunden dazukommen, berichtet die Mainichi Shimbun.

Roboterkameras bei Suche nach Opfern des Tohoku-Erdbebens im Einsatz:  In vielen Gebieten werden seit den Naturkatastrophen weiterhin Menschen vermisst und auch wenn die Wahrscheinlichkeit das Personen die jetzt noch vermisst werden,noch am Leben sind eher gering ist, so möchten doch viele Einwohner der betroffenen Gebiete zugleich Klarheit über das Schicksal ihrer Angehörigen.

Aus diesem Grund wurden heute ausgehend vom Hafen der Ortschaft Onagawa (Präf. Miyagi) von zehn Beamten der örtlichen Polizei unter Nutzung von zwei Roboterkameras nach Opfern gesucht. Mit Stand vom Mittwoch vergangener Woche gelten alleine in Onagawa immer noch mehr als 300 Einwohner als vermisst.

Zuvor waren ausschließlich Taucher für Sucheinsätze genutzt worden, doch nachdem ein großer Teil der Trümmer aus dem Bereich entfernt wurde, ist nun auch der Einsatz von ferngesteuerten Robotern möglich, berichtet die NHK. Man hoffe außerdem, so auch in Gebieten suchen zu können, die für Taucher nicht zugänglich sind, so die Leitung des Suchteams.

Möglicherweise weiterer Arbeiter ohne Dosimeter entdeckt: Einem bislang unbestätigten Bericht zufolge, soll bei einem Angestellten eines Partnerunternehmens erneut das Fehlen eines Dosimeters festgestellt worden sein. Der Angestellte war offenbar mit Kranarbeiten beschäftigt und erst beim Wechsel von Arbeitskleidung und Arbeitsgerät habe man das fehlende Taschendosimeter festgestellt.

TEPCO habe diesbezüglich bereits Untersuchungen eingeleitet. Angaben über die Strahlungsbelastung des fraglichen Arbeiters gibt es offenbar noch nicht.

Volksrepublik China und Taiwan fordern Freilassung von Aktivisten: Nachdem mit einem kleinen Boot chinesische Aktivisten in japanische Gewässer eingedrungen und an der Senkaku-Inselkette gelandet waren, wurden sie auf der Insel Uotsurijima festgenommen. Somit hat Japan nun 14 Gefangene in Haft. Sowohl die Volksrepublik China als auch Taiwan fordern nun ihre Freilassung.

Mindestens fünf der Aktivisten stammen aus Honkong. Während Japan den Aktivisten eine Verletzung der Einwanderungsgesetze vorwirft, argumentierten die Inhaftierten offensiv und so erklärte einer von ihnen, auf chinesischem Territorium sei kein Reisepass erforderlich.

Auch Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun-ying behauptete gegenüber Japans Generalkonsul Yuji Kumamaru, die Inseln gehörten „seit Alters her“ zu Chinas Territorium und die Bürger Hongkongs hätten über Jahrzehnte starke Gefühle für die Inseln gezeigt.

Fünf Aktivisten waren von der Präfekturpolizei Okinawa festgenommen und nach Naha, dem Verwaltungssitz der Präfektur gebracht worden. Neun weitere, darunter zwei Personen, die zum Schiff zurückgekehrt waren, wurden von der japanischen Küstenwache in Haft genommen.

Aktivisten sollen in wenigen Tagen ausgewiesen werden: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, sollen die grenzverletzenden Aktivisten in den kommenden Tagen des Landes verwiesen werden – offenbar auch ein Versuch die Spannungen mit den chinesischen Nachbarn abzubauen. Diesbezüglich laufen Gespräche zwischen dem Vize-Außenminister Japans Kenichiro Sasae und seinem chinesischen Amtskollegen Zhang Zhijun.

Der Sprecher des Außenministeriums der Republik China (Taiwan) Steve Hsia erklärte, die Gefangenen müssten schnell freigelassen werden, die jüngsten Ereignisse täten den Beziehungen der Staaten nicht gut, so Hsia. Taiwan bezeichnet die Inseln mit dem Namen „Tiaoyutai“.

Sowohl NHK als auch Kyodo gehen davon aus, dass sie bereits Freitag ausgewiesen werden.

Japans Vize-Außenminister protestiert bei Chinas Amtskollegin: Japans parlamentarischer Vize-Außenminister Tsuyoshi Yamaguchi hat im Rahmen eines Telefongesprächs mit Chinas Vize-Außenministerin Fu Ying Protest gegen die Aktivitäten der Hongkong-Aktivisten eingelegt. Bei den Senkaku-Inseln handele es sich um japanischen Territorium und auch das Eindrigen in Japans Gewässern seien bedauerlich.

Japanische Küstenwachschiffe durch Zementbrocken-Angriff beschädigt: Nach Angaben der NHK hat die japanische Küstenwache Schäden an ihren Schiffen bestätigt. Diese Beschädigungen waren bei der Aktion an den Senkaku-Inseln entstanden, als die japanischen Kräfte versucht hatten, die Aktivisten aus Hongkong am Betreten der Senkaku zu hindern.

Während die Küstenwache Wasserkanonen einsetzte und versuchte den Zugang zu den Inseln zu verhindern, hätten die chinesischen Aktivisten mit Betonstücken nach ihnen geworfen. Auf einem 500 Tonnen Patrouillenboot sind mehrere dieser Betonstücke auf dem Deck verteillt zu sehen.

Jetzt sind unter anderem Reparaturen an Geländern erforderlich. Verletzt wurde bei der Aktion jedoch niemand, so die Behörde,.

Japanische Fernsehsender verschieben Ausstrahlung koreanischer Filme: Aufgrund der Befürchtungen, die Zuschauer könnten ernsthafte Kritik an der Ausstrahlung üben, teilten die beiden Satellitenfernsehsender BS Japan Corp. und BS Nippon Corp. mit, man werde den Start von zwei koreanischen Dramen verschieben.

Grund hierfür ist, dass der Schauspieler Song Il Guk, der in beiden Filmen die Hauptrolle spielt, ebenso wie der Sänger Kim Jang Hoon an einer Aktion koreanischer Schwimmer teilnahm, die 220 Kilometer zur Inselgruppe Takeshima zurücklegten um anlässlich des Jahrestags der koreanischen Unabhängigkeit gegen Japans Territorialansprüche zu protestieren.

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