Start Aktuelles Japan aktuell: Zweiter Fukushima-Großtank leckgeschlagen

Japan aktuell: Zweiter Fukushima-Großtank leckgeschlagen

1592
0
TEILEN
Fukushima-Wassertanks bleiben Thema für Diskussionen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Neues Tankleck ist Thema für Diskussionen (Symbolfoto: TEPCO)

Zwei Zwischenfälle vom Wochenende lassen den Betreiber des AKW Fukushima aktuell nicht positiv in die neue Woche starten.

Der Atomkonzern musste bereits jetzt ein Leck an einem weiteren Wassertank einräumen und auch das neu gestartete Filtersystem macht erste Probleme.

Daher wird die Zahl der Meldungen zum Status des AKW Fukushima heute vermutlich noch zunehmen.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. September 2013.

  • Weiterer Fukushima-Lagertank weist Leck auf
  • Pumpe an ALPS-Filtersystem einen Tag nach Start abgeschaltet
  • Proteste gegen Neustartpläne für das AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • Sendai verbrennt letzte entflammbare Katastrophentrümmer

Weiterer Fukushima-Lagertank weist Leck auf: Am Wochenende kam es an einem weiteren Lagertank zu einem Leck, so dass radioaktives Wasser austreten konnte. Das bestätigte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi in einer Meldung vom Samstag.

Gegen 22:45 Uhr habe ein Arbeiter die undichte Stelle in einem Lagertank nahe von Reaktor 6 entdeckt.  In den dortigen Behältern wird Meerwasser eingelagert, dass durch den Tsunami in die Kellergeschosse der Turbingengebäude gelangt war.

Das jetzt ausgetretene Wasser habe nur einen geringen Grad von Radioaktivität in Höhe von einigen Dutzend Becquerel aufgewiesen.

Mit Stand vom Sonntag war noch unklar, ob es zu Veränderungen im Wasserstand des 500 Tonnen fassenden Behälters kam.

Auch beim jüngsten Fall handelt es sich um einen Wassertank, der durch Bolzen zusammengehalten wird. An einem baugleichen Tank im Bereich H4 waren im August etwa 300 Tonnen stark radioaktives Wasser ausgetreten.

Es handelt sich nach der Darstellung von TEPCO offiziell um den zweiten Zwischenfall an den oberirdischen Lagertanks.

Über den aktuellen Fund berichteten jiji und Asahi Shimbun.

Pumpe an ALPS-Filtersystem einen Tag nach Start abgeschaltet: Der Donnerstag um Mitternacht neu gestartete Testlauf des ALPS-Filtersystems am AKW Fukushima musste am Freitag um 22:40 Uhr aufgrund von technischen Problemen wieder abgebrochen werden. Das teilte der Betreiber am Samstag mit.

ALPS-Filtersystem: Reste der Gummimatte am 29. September 2013  (Foto: TEPCO)
ALPS-Filtersystem: Reste der Gummimatte am 29. September 2013 (Foto: TEPCO)

Die Umschlagpumpe, durch die eine Flüssigkeit zur Aufnahme von Gammastrahlern eingespeist wird, pumpte keine ausreichende Menge der Flüssigkeit hinein, so dass die Pumpe  etwa eine halbe Stunde nach dem Neustart abgestellt werden musste.

Auch wenn die ALPS-Anlage selbst noch funktionsfähig ist, kann die Filterung nicht wie vorgesehen erfolgen.

Das moderne Filtersystem, das 62 Nuklide mit Ausnahme von Tritium filtern kann, war nach einer ersten Panne im Juni aufgrund von Korrosion, erst jetzt wieder in den Testbetrieb genommen worden. Es gilt als entscheidender Faktor, um die Grundwasserproblematik am Kernkraftwerk in den Griff zu bekommen.

Der Elektrizitätsanbieter TEPCO kündigte am Samstag zunächst an, die Ursache für das aktuelle Problem ermitteln zu wollen. Am Sonntag folgte die Erklärung, die mangelnde Pumpleistung sei darauf zurückzuführen, das Schlamm, der bei der Wasserreinigung anfällt, nicht wie vorgesehen abgetrennt wurde.

Später wurden diese Informationen ergänzt und der Betreiber berichtete, das möglicherweise eine Gummimatte die im Wassertank der Anlage vergessen worden war, die mögliche Ursache für die abnehmende Pumpleistung war.

Die Gummimatte war am Boden des Wassertanks zum Einsatz gekommen, um die Standfestigkeit einer Leiter bei Arbeiten zu erhöhen. Die beiden genutzten Gummimatten sollten nach Beendigung der Arbeiten entfernt werden, waren jedoch irrtümlich im Tank verblieben. Dies war der Stand vom Sonntagabend.

Am frühen Montagmorgen meldete TEPCO dann, der Betrieb der Pumpe sei um 2:38 Uhr erfolgreich wieder aufgenommen worden. Bei Kontrollen, die zuvor an den übrigen Tanks erfolgt waren, habe man keine Gummimatten mehr festgestellt.

Über das Problem der Flüssigkeitseinspeisung berichteten Kyodo, jiji und Asahi Shimbun.

Proteste gegen Neustartpläne für das AKW Kashiwazaki-Kariwa: Seit März 2012 versammeln sich fast jeden Freitag japanische Atomkraftgegner vor dem Sitz des Premierministers im Tokyoter Stadtteil Nagatacho.

Japanisches Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)
Atomkraftgegner kritisieren Atompolitik (Foto: Kim Ahlström cc-by)

Am vergangenen Wochenende richteten sich die Proteste konkret gegen die die aktuellen Pläne des Elektrizitätskonzerns TEPCO.

Dieser plant einen Neustart von zwei Reaktoren am AKW Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigata).

Mit Billigung der Präfekturleitung hatte TEPCO zuvor eine Sicherheitsprüfung durch die Atomaufsicht NRA beantragt.

Der erfolgreiche Abschluss der Prüfung, die nach verschärften Regeln erfolgt, ist eine Voraussetzung um eine Neustarterlaubnis zu erhalten.

Sowohl auf den Plakaten, als auch in den Sprechchören richteten sich die Demonstranten daher sowohl gegen Atomkraft im Allgemeinen, als auch gegen Neustarts der Reaktoren. Die Parole „Saikado Hantai!“ (Nein zu Neustarts) war im Zuge der Proteste gegen den damaligen Neustart am AKW Oi populär geworden. Über die Proteste berichtete die Asahi Shimbun.

Sendai verbrennt letzte entflammbare Katastrophentrümmer:  Noch vor dem anvisierten Termin am Ende des Jahres kann die Stadt Sendai nun melden, dass die Verbrennung von brennbaren Trümmern am Wochenende abgeschlossen werden konnte.

Die Überreste von Gebäuden und anderen Strukturen waren durch die Schäden des Tohoku-Erdbebens und des damit verbundenen Tsunami angefallen. Diese hatten im März 2011 die Region Tohoku im Nordosten von Japans größter Hauptinsel verwüstet.

Mit schwerem Gerät waren die letzten 50 Tonnen an Abfällen in einem geradezu symbolischen Akt in die Verbrennungsanlage gekippt  und der Betreiber der temporären Verbrennungsanlage mit einem Dankesschreiben der Verantwortlichen ausgezeichnet worden. Aufgrund einer Leistungssteigerung einer Anlage in Ishinomaki konnten die 210.000 Tonnen vorzeitig beseitigt werden.

Nachdem somit die entflammbaren Trümmern aus den Städten Sendai und Ishinomaki entsorgt werden konnten, sollen auch die Projekte zur Beseitigung der nicht brennbaren Abfälle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dieses Material werde zum Aufschütten von Gelände genutzt und der ins Landesinnere gespülte Sand so in Bauprojekten Verwendung finden.

Noch vor dem Abriss der temporären Verbrennungsanlage, die vor kommendem März erfolgen soll, sprach der Verantwortliche der Stadt für die Katastrophentrümmerbeseitigung von einem wichtigen Schritt in der Erholung der Stadt. Das berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here