Start Aktuelles Japan aktuell: Zweiter Stromausfall am AKW Fukushima geklärt

Japan aktuell: Zweiter Stromausfall am AKW Fukushima geklärt

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AKW Fukushima: Verschmortes Drahtende am 15. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verschmortes Drahtende am 15. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verschmortes Drahtende am 15. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verschmortes Drahtende am 15. April 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem beim ersten Ausfall der Kühlung für die Abklingbecken ein Nagetier als Ursache ausgemacht werden konnte, waren die Hintergründe des zweiten Kühlausfalls bislang nicht gänzlich geklärt.

Nun meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute, dass man sowohl Hergang als auch Ursache ermittelt habe.

Neben diesem positiven Bericht gibt es mit der Meldung über den Unfall eines Kraftwerksarbeiters auf dem Gelände des AKW Fukushima aktuell auch wieder Negativschlagzeilen. Einzelheiten zu diesen Fukushima News sowie weitere Nachrichten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Ursache für zweiten großen Stromausfall am AKW Fukushima ermittelt
  • Unfall eines Arbeiters am AKW Fukushima
  • Wassertransfer aus Fukushima-Lagertank Nr. 2 begonnen
  • Provokationen im Senkaku-Streit werden fortgesetzt
    • Chinesische Schiffe in Senkaku-Gewässern
    • China wirft Japan Erschwerung der Beziehungen vor

Ursache für zweiten großen Stromausfall am AKW Fukushima ermittelt: Am 5. April 2013 war die Stromversorgung für das Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 3 ausgefallen und bei Untersuchungen zwischen 15:50 Uhr und 16:00 Uhr keine Auffälligkeit entdeckt worden, so dass die Anlage um 16:16 Uhr wieder neu gestartet wurde (Spreadnews berichtete).

Nun meldet TEPCO, man habe die Ursache für den Zwischenfall ausgemacht und den Ablauf rekonstruiert.

AKW Fukushima: Der verursachende Draht (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Der verursachende Draht (Foto: TEPCO)

Ablauf: Demnach habe es sich um einen so genannten elektrischen Erdschluss gehandelt, der entstanden war, als ein 36 Zentimeter langes Stück Draht, und das Drahtnetz, dass zur Abwehr von Kleintieren am Schaltkasten angebracht worden war, in Kontakt miteinander kamen.

Durch die Verbindung mit dem Erdungsleiter setzte der Schutzschalter des Verteilers ein und führte durch den Erdschluss zum Ausfall der Stromversorgung.

Ursache: Als unmittelbare Ursache wurde festgestellt, dass während der Arbeiten am Drahtgitter der Strom nicht abgeschaltet worden war, da es sonst nicht zu dem Zwischenfall hätte kommen können.

AKW Fukushima: Metall-Schutznetze an Stromversorgungseinheit am 5. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Metall-Schutznetze an Stromversorgungseinheit am 5. April 2013 (Foto: TEPCO)

Als indirekte Ursache werden menschliche Faktoren wie die Übermüdung eines Arbeiters herangezogen , der möglicherweise den Draht in der Hand gehalten und versehentlich das Gerät berührt hatte.

Nach dem vorangehenden Ereignis mit der Ratte fühlten sich die Arbeiter unter Zeitdruck und die Arbeit schien einfach durchzuführen zu sein, so dass zum Einen keine erfahrenen Kraftwerksangestellten vor Ort waren und man sich vor allem darauf konzentrierte, keinen elektrischen Schlag zu erhalten.

Gegenmaßnahmen: Um eine Wiederholung derartiger Zwischenfälle, will TEPCO nun die Anwesenheit von erfahrenen Angestellten auch bei einfachen Aufgaben, mit Ausnahme von Routinemaßnahmen wie Patroulliengängen, verpflichtend machen. Auch soll für die jeweilige Arbeit ein Leiter für Arbeitssicherheit bestimmt werden.

Anhand einer Checkliste sollen diese Angestellten überwachen, dass die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vor Beginn von Arbeiten mit Risiken wie schweren Objekten, Sauerstoffmangel und Arbeiten in großer Höhe durchgeführt werden. Die Verantwortung für die Stromversorgung des Kühlsystems wird einem erfahrenen Expertenteam übertragen.

Zusätzliche technische Schutzmaßnahmen werden durchgeführt, sofern sich eine Notwendigkeit für deren Anwendung ergibt.

Unfall eines Arbeiters am AKW Fukushima: Gestern stürzte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 9:30 Uhr während Arbeiten im ersten Untergeschoss des Turbinengebäudes bei einer standardmäßigen Kontrolle einer Anlage aus einer Höhe von zwei Metern und zog sich dabei Verletzungen an der linken Hüfte und Ferse zu.

Nach einer ersten Untersuchung im Notfallzentrum der Reaktoren 5 und 6 wurde um 10:21 Uhr auf Anraten eines Arztes der Rettungswagen gerufen und der Arbeiter zunächst in einem Fahrzeug der Feuerwehr Tomioka transportiert und dann in einem Rettungswagen in das Fukushima Rosai Hospital eingeliefert.

Eine dortige Untersuchung ergab einen Bruch des linken Fersenbeins und eine Prellung der Hüfte. Der Kraftwerksarbeiter wird nun für die Dauer von drei Monaten ausfallen. Eine radioaktive Kontamination des Arbeiters wurde nicht festgestellt.

Wassertransfer aus Fukushima-Lagertank Nr. 2 begonnen: Nachdem gestern an drei unterirdischen Lagertanks mehrfach kurz die Pumpen in Betrieb genommen worden waren, um Wasser, dass sich nach dem Austritt an den Leckkontrollöffnungen der Behälter angesammelt hatte, zurück in die Tanks zu pumpen, liefen heute andere Arbeiten an.

Um 12:13 Uhr wurde am AKW Fukushima Daiichi mit dem Transfer von radioaktivem Wasser aus dem unterirdischen Lagertank Nr. 2 in einen anderen Behälter begonnen, nachdem vorausgegangene Untersuchungen keine Lecks in den Leitungen zwischen den Behältern festgestellt hatten. Die Arbeiten wurden planungsgemäß um 15:55 Uhr gestoppt.

Provokationen im Senkaku-Streit werden fortgesetzt: Nachdem die USA zuletzt China davor gewarnt hatten, durch Grenzverletzung japanischer Gewässer zu provozieren, ist genau dies erneut geschehen und China macht Japan für die Spannungen verantwortlich. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

 Chinesische Schiffe in Senkaku-Gewässern: Gegen 9:00 Uhr wurden drei chinesische Schiffe in japanischem Hoheitsgebiet gesichtet und blieben trotz Aufforderung mindestens eine Stunde dort. Die chinesische Botschaft lehnte den eingelegten Protest ab, erklärte aber, die Regierung in Peking über den Protest zu informieren.

China wirft Japan Erschwerung der Beziehungen vor: China erklärt, der Erwerb von drei Senkaku-Inseln durch Japan habe Spannungen verursacht und die Regierung würde die Lage in der Region und dem Territorialkonflikt durch seine Handlungen verschärfen.

Japan protestierte umgehend über diplomatische Kanäle und erklärte, es gebe keinen Territorialkonflikt, da es sich um japanisches Gebiet handele.

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